I borghi più belli d’Italia
| I borghi più belli d’Italia | |
|---|---|
| Rechtsform | Freiwillige Vereinigung |
| Gründung | 2001 |
| Gründer | Associazione Nazionale Comuni Italiani |
| Sitz | Rom |
| Motto | Il fascino dell'Italia nascosta |
| Zweck | Landschaftliche, historische und kulturelle Förderung und Aufwertung; Tourismus |
| Vorsitz | Fiorello Primi |
| Mitglieder | 375 (Januar 2026) |
| Website | borghipiubelliditalia.it |

I borghi più belli d’Italia (deutsch Die schönsten Orte Italiens) ist eine private Vereinigung, die die kleinen, meist mittelalterlichen Zentren Italiens, manchmal auch einzelne Stadtteile, Fraktionen und Burgen mit „herausragendem historischem und künstlerischem Interesse“ fördert.
Diese Orte liegen meist außerhalb der normalen Touristenstrecken, und trotz ihres kulturtouristischen Wertes riskieren sie in Vergessenheit zu geraten und sind folglich der Entvölkerung, dem Verfall und der Verwahrlosung preisgegeben.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Verein entstand im März 2001 auf Initiative der Associazione Nazionale Comuni Italiani (ANCI)[1], eines gemeinnützigen Vereines, der 1901 gegründet wurde und aus 7041 italienischen Gemeinden (Stand 2018)[1] besteht. Die ANCI erfüllt verschiedene Funktionen, wie z. B. die Interessenvertretung ihrer Mitglieder gegenüber den zentralen Organen des Staates (Parlament, Regierung, Regionen)[2].
Vorbild war die französische Vereinigung Les plus beaux villages de France, die 1982 entstand. Aufgrund der „europäischen Nähe“ legten die französischen, wallonischen und italienischen Vereine im Jahr 2003 den Grundstein für die Zusammenarbeit bei der Schaffung der Vereinigung Les plus beaux villages de la Terre in Collonges-la-Rouge, einer Föderation, die die vorhandenen Vereine der „schönsten Orte“ vereinigt[3]. Im Jahr 2012 schlossen sich die Verbände von Québec und Japan dem internationalen Verein an. Im Januar 2024 wurde mit der Stadt San Marino als Gastort erstmals ein nicht auf italienischem Staatsgebiet liegender Ort befristet aufgenommen.[4]
In Italien gab es im Januar 2026 375 Orte[5] mit dem Prädikat I borghi più belli d’Italia. Es handelt sich zum großen Teil um im Mittelalter entstandene Orte, in denen meist (mit Ausnahme des Anwohnerverkehrs) Fahrverbot herrscht. Andere Orte sind autofrei wegen zu enger Straßen.
Zulassungskriterien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kriterien für die Aufnahme in den Verein entsprechen den folgenden Bedingungen:
- Gemeinden mit bis zu 15.000 Einwohnern oder bis zu 2000 Einwohnern im Fall von Fraktionen, Orts- oder Stadtteilen;
- Mindestens 70 % der Gebäude im Ort stammen aus der Zeit vor 1939, mit Bezug auf das Gesetz Nr. 1089/1939 zum Schutz des künstlerischen und historischen Kulturerbes;
- Nur ein historischer Stadtteil kann je Gemeinde aufgenommen werden.
Sind diese Kriterien erfüllt prüft eine Zulassungskommission weitere Faktoren wie die urbanistische und architektonische Struktur des Ortes, Maßnahmen die zur Aufwertung, Entwicklung und Förderung des Ortes beitragen sowie über ein Veranstaltungsprogramm verfügen und Umweltschutzmaßnahmen durchsetzen.[6]
Die Vereinsmitgliedschaft ist an die Zahlung eines Jahresbeitrages gebunden. Neben diesen ordentlichen Mitgliedern können laut Statut auch Gemeinden über 15.000 Einwohnern als sogenannte Gastorte (Borgo Ospite) zeitlich befristet auf maximal 2 Jahre aufgenommen werden, die die anderen Zulassungskriterien erfüllen.[7]
Initiativen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Verein organisiert in den Orten Festspiele, Ausstellungen, Messen, Konferenzen und Konzerte, die das künstlerische und architektonische, traditionelle, historische, kulturelle, gastronomische und mundartliche Erbe betonen. Dabei werden die Einwohner und die lokalen Institutionen, Gemeinden, Schulen, Kulturvereine, lokale Musiker und Dichter mit einbezogen.
Regionale Aufteilung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Mitglieder, verteilt nach Regionen: 33 in Umbrien, 32 in den Marken, 30 in der Toskana, 28 in Ligurien, 28 in der Lombardei, 27 in den Abruzzen, 25 im Latium, 25 in Sizilien, 20 im Piemont, 17 in der Emilia-Romagna, 16 in Kalabrien, 16 in Trentino-Südtirol, 15 in Friaul-Julisch Venetien, 14 in Apulien, 14 in Kampanien, 11 in Venetien, 10 in der Basilikata, 9 in Sardinien, 5 im Molise und 3 im Aostatal.
(Stand Januar 2026)[5]
Die Orte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten](Stand Januar 2026)[5]
Norditalien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mittelitalien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Süditalien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Inseln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website (italienisch, englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b anci.it - Chi siamo
- ↑ ANCI,International relations & co-operation. Abgerufen am 18. Mai 2024 (italienisch, englisch, französisch, spanisch). (offizielle Website)
- ↑ Les plus beaux villages de la Terre (Offizielle Website)
- ↑ Nord | Centro | Sud e Isole | Internazionali. In: borghipiubelliditalia.it. Abgerufen am 17. Januar 2026 (italienisch).
- ↑ a b c San Marino e Rasiglia: ecco i due nuovi Borghi Ospite ammessi nell’Associazione. In: borghipiubelliditalia.it. 3. Januar 2024, abgerufen am 17. Januar 2026 (italienisch).
- ↑ Domanda di ammissione e iter di valutazione. In: borghipiubelliditalia.it. Abgerufen am 16. Januar 2026 (italienisch).
- ↑ ”I Borghi più belli d’Italia“ | Statuto. (PDF) In: borghipiubelliditalia.it. Abgerufen am 16. Januar 2026 (italienisch).
- ↑ Amatrice, das sich seit 2015 in der Liste befindet, wurde leider am 24. August 2016 durch ein Erdbeben zerstört.(Tagesschau)