Castrisch

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Castrisch
Wappen von Castrisch
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Graubünden Graubünden (GR)
Region: Surselva
Politische Gemeinde: Ilanz/Glioni2
Postleitzahl: 7126
frühere BFS-Nr.: 3571
Koordinaten: 737192 / 181773Koordinaten: 46° 46′ 23″ N, 9° 14′ 6″ O; CH1903: 737192 / 181773
Höhe: 722 m ü. M.
Fläche: 7,19 km²
Einwohner: 389 (31. Dezember 2013)
Einwohnerdichte: 54 Einw. pro km²
Website: www.ilanz-glion.ch/fraktionen/castrisch.html
Castrisch, im Hintergrund Ilanz

Castrisch, im Hintergrund Ilanz

Karte
Castrisch (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2014
Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1954. Vorne Castrisch, hinten links Sagogn

Castrisch ( [kɐˈʃtʁiʃ]?/i, deutsch und bis 1943 offiziell Kästris) ist eine Fraktion der Gemeinde Ilanz/Glion im Schweizer Kanton Graubünden. Bis Ende 2013 bildete es eine selbständige politische Gemeinde.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt im Wolkenschnitt von Silber (weiss) und Schwarz.

Das Wappen der Herren von Castris (Kästrisch) wurde von der Gemeinde schon in ihrem Siegel verwendet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castrisch liegt zweieinhalb Kilometer von Ilanz entfernt am Vorderrhein am Eingang der Rheinschlucht auf der rechten Seite des Vorderrheintals. Vom gesamten Gemeindegebiet von 718 ha sind 368 ha von Wald und Gehölz bedeckt. Weitere 293 ha sind landwirtschaftliches Nutzgebiet, 33 ha unproduktive Fläche und 24 ha Siedlungsfläche. Die ehemalige Gemeinde Castrisch grenzte an Ilanz, Riein, Sagogn, Schluein, Sevgein und Valendas.

Seit Dezember 2016 verbindet eine Brücke für den Langsamverkehr Castrisch mit Schluein auf der nördlichen Seite des Vorderrheins.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früheste bekannte Nennung des Ortes, in Castrices, stammt von 765. Der Bedeutung des Namens ist unsicher. Womöglich geht er auf den Personennamen Castricius zurück,[2] erwogen wird aber auch eine Herleitung von lateinisch castrum «Wehranlage».[3]

Die Dorfkirche St. Georg wird erstmals 840 als karolingisches Reichsgut erwähnt. Als eigene Pfarrei erscheint Castrisch um 1340. 1537 schliesst sich die Gemeinde der Reformation an und trennt sich infolgedessen von Sevgein, das katholisch bleibt. 1137/39 werden Edle von Kästris bezeugt; als deren Sitz wird die östlich des Dorfes liegende heutige Ruine Casti vermutet. Der Ort gehörte im Spätmittelalter verschiedenen Herrschaften und kaufte sich 1538 frei.

1903 wurde Castrisch an die Rhätische Bahn angeschlossen. Am 1. Januar 2014 fusionierte Castrisch mit den damaligen Gemeinden Duvin, Ilanz, Ladir, Luven, Pigniu, Pitasch, Riein, Rueun, Ruschein, Schnaus, Sevgein und Siat zur neuen Gemeinde Ilanz/Glion.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1950 1990 2000[4] 2006 2013
Einwohner 469 469 362 337 412 414 389

Von den Ende 2006 414 Bewohnern waren 400 (= 96,6 %) Schweizer Bürger. Die Mehrheit der Einwohner ist reformiert und spricht Sursilvan.

Die reformierte Kirche

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lucius Gabriel (1597–1663), evangelisch-reformierter Pfarrer in Castrisch 1616–1632
  • Edvige Livello (* 16. Oktober 1901 in Castrisch; † 26. Dezember 1999 in Lugano), Psychologin, Dichterin[6][7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Castrisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Südostschweiz
  2. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 222.
  3. Martin Bundi: Castrisch. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  4. Martin Bundi: Castrisch. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 7. Dezember 2016.
  5. Forstwerkhofanlage (Foto) auf baukultur.gr.ch
  6. Annetta Ganzoni: Edvige Livello. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. April 2009, abgerufen am 19. März 2020.
  7. Edvige Livello. Biografie und Bibliografie auf Viceversa Literatur (italienisch), abgerufen 25. Dezember 2015