Sagogn

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Sagogn
Wappen von Sagogn
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Surselva
BFS-Nr.: 3581i1f3f4
Postleitzahl: 7152
Koordinaten: 738675 / 183697Koordinaten: 46° 47′ 24″ N, 9° 15′ 18″ O; CH1903: 738675 / 183697
Höhe: 779 m ü. M.
Fläche: 6,85 km²
Einwohner: 702 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 102 Einw. pro km²
Website: www.sagogn.ch
Ansicht von Westen

Ansicht von Westen

Karte
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Sagogn (Audio-Datei / Hörbeispiel [sɐˈgɔɲ]?/i, deutsch und bis 1943 offiziell Sagens [mit Betonung auf der zweiten Silbe]) ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Graubünden. Sie liegt in der Region Surselva.

Geographie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sagogn liegt zwischen Ilanz und Flims auf einer fruchtbaren, zur Gruob gehörenden Ebene, welche vor rund 10 000 Jahren durch den Flimser Bergsturz entstand.

Sagogn wurde erstmals 765 als in Secanio belegt. Die Bedeutung des Namens ist – trotz etlicher Erklärungsvorschläge – ungewiss.[2] Sagogn war im Mittelalter ein wichtiges kirchliches Zentrum und 1701 Schauplatz des Sagenserhandels.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Gold (Gelb) der schwarze Heilige Columban mit silbernem Nimbus, Tasche und Wanderstab

Wappenmotiv nach dem ehemaligen Patron der frühmittelalterlichen Pfarrkirche auf Bregl da Haida am östlichen Dorfrand. Bis ins 19. Jahrhundert führte die Gemeinde einen Streitkolben als Wappen, der wegen seines Aussehens humoristisch Litgun Knödel, genannt wurde.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Volkszählung von 1880 wurden 482 Einwohner gezählt, 1950 waren es 492, 1970 332 und 1980 betrug die Einwohnerzahl 470. Am 31. Dezember 2000 zählte Sagogn 646 Einwohner und am 31. Mai 2009 673. Sagogn besitzt rund 300 Haushaltungen und ebenso viele Ferienwohnungen. Die Bevölkerung spricht mehrheitlich Sursilvan. Sagogn ist seit dem 16. Jahrhundert – ein in Graubünden ansonsten seltenes Phänomen – ein konfessionell paritätisches Dorf mit römisch-katholischer Mehrheit und evangelisch-reformierter Minderheit.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist rege in den zahlreichen Vereinen in den Bereichen Kultur, Musik, Sport und Gewerbe aktiv:[4]

  • Pro Sagogn (bis 2006 Cerchel Cultural Sagogn)
  • Uniun da musica Sagogn (Blechmusik seit 1958, Initiant Martin Bundi, Anfänge mit Valendas, ab 1961 allein)
  • Musica giuvenila Aspermont (Jugendmusik seit 1994, Initiant Silvio Lechmann und Michaela Lombris)
  • Chor viril (Männerchor)
  • Chor-baselgia catolic (Kirchenchor kath.)
  • Chor-baselgia evangelic (Kirchenchor ref.)
  • Selvaclub Sagogn (seit 1971, Langlaufverein)
  • Uniun da gimnastica da dunnas (Frauenturnverein)
  • Uniun da dunnas (seit 1982, bis 1974 in der uniun da dunnauns e mattauns organisiert)
  • Uniun da giuventetgna (Jungmannschaft, seit 1928 als compagnia de mats reaktiviert, 1974 Fusion mit der uniun da dunnauns e mattauns)
  • Uniun da teater (Theaterverein, 2004 aus der Uniun da giuventetgna hervorgegangen)
  • Uniun da pescadurs (Fischerverein)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Hans Peter Casutt. Im Vorstand sind Thomas Candrian (Vizepräsident), Marina Cavelti-Mathiuet, Gioni Cavelti und Pia Martina Beeli.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt gehört zu den besterhaltenen, vollständig ausgezierten Kirchenbauten des frühen Hochbarocks nördlich der Alpen.
  • Am Ostrand des Dorfes, auf Bregl da Heida stand im 7. Jahrhundert eine frühmittelalterliche, karolingische Saalkirche mit hufeisenförmiger Apsis. Es war die im Testament von Bischof Tello im Jahr 765 erwähnte Columbanskirche.
    Hauptartikel: Bregl da Heida
  • Im oberen Dorfteil steht die reformierte Kirche mit dem auffallenden Zwiebelhelm.
  • Haus Castelli Aspermont.[5] Im gut erhaltenen ehemaliges Schloss Aspermont lebte Bischof Tello bis zu seinem Tod im Jahre 765.[6]
  • Im Osten des Dorfes beginnt die Ruinaulta.
  • Die Ruine Schiedberg zeugt von der historischen Bedeutung des Dorfes. Die Burg Schiedberg war im 12. Jahrhundert der Sitz der Freiherren von Sagogn.
  • Zur Erinnerung an 1250 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung des Dorfes wurde 2015 von der Giuventetgna Sagogn eine Holzklangsäule mit dem Namen Tschep da Tun präsentiert. Der Tschep steht nun bei den Geburtshäusern der Schriftsteller Gion Cadieli und Lothar Deplazes, welche auf dem Tschep vertreten sind.[7]
  • Am 21. Juni 2015 wurde auf dem Crap Gries im Wald über Bregl da Heida am alten Weg nach Laax die überdachte Aussichtsplattform Crap Signina eingeweiht.[8]

Golfplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 verfügt Sagogn über einen Golfplatz. Die Eröffnung des 18 Loch-Champion-Course, Par 72, mit einer Gesamtlänge von ca. 5900 Metern erfolgte 2009.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Sagogn ist durch die Postautolinie Ilanz-Laax ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Ausserdem teilt sie mit Valendas die Haltestelle Valendas-Sagogn der Rhätischen Bahn. Westlich der Haltestelle verbindet die Rheinbrücke Valendas-Sagogn die beiden Dörfer Sagogn und Valendas.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sagogn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 779 f.
  3. Martin Bundi: Sagogn dil 16avel al 20avel tschentaner. In: Annalas da la Societad Retorumantscha, Band 87. 1974, S. 68–69, doi:10.5169/seals-231196.
  4. Vischnaunca Sagogn, Uniuns
  5. Haus Castelli Aspermont auf graubuendenkultur.ch
  6. Martin Bundi, Urs Clavadetscher, Werner Meyer, Wolfram Kuoni: Schiedberg, Bregl da Heida und Schloss Aspermont in Sagogn. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 829, Serie 83). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2007, ISBN 978-3-85782-829-4.
  7. Denkmalpflege Schweiz
  8. Pro Sagogn
  9. Buna Vista Golf Sagogn. Abgerufen am 14. Dezember 2015.