Pigniu

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Pigniu
Wappen von Pigniu
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Surselvaw
Kreis: Ilanz
Gemeinde: Ilanz/Glioni2
Postleitzahl: 7156
Koordinaten: 727940 / 18568246.819.1151301Koordinaten: 46° 48′ 36″ N, 9° 6′ 54″ O; CH1903: 727940 / 185682
Höhe: 1'301 m ü. M.
Fläche: 18,01 km²
Einwohner: 26 (31. Dezember 2013)
Einwohnerdichte: 1 Einw. pro km²
Website: www.pigniu.ch
Pigniu

Pigniu

Karte
Pigniu (Schweiz)
Pigniu
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Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2014

Pigniu ( [piˈɲiʊ̯]?/i, deutsch und bis 1943 offiziell Panix, anschliessend bis 1984 offiziell Pigniu/Panix) war bis am 31. Dezember 2013 eine politische Gemeinde im Kreis Ruis im Bezirk Surselva des Kantons Graubünden in der Schweiz. Am 1. Januar 2014 fusionierte Pigniu mit den ehemaligen Gemeinden Castrisch, Duvin, Ilanz, Ladir, Luven, Pitasch, Riein, Rueun, Ruschein, Schnaus, Sevgein, Siat zur neuen Gemeinde Ilanz/Glion.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot hinter einem Knaben stehend der silberne (weisse) Heilige Valentin als Bischof

Umsetzung eines Siegelmotivs, das auf den Patron der Pfarrkirche verweist.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Panixertal, einem steil ansteigenden nördlichen Seitental des Vorderrheintals, 11,5 km nordwestlich von Ilanz. Sie hat einen Anteil am Vorabgletscher. Nördlich und oberhalb des Orts liegt der Stausee Lag da Pigniu (1'452 m ü. M.). Der gesamte Nordteil der Gemeinde besteht aus Gebirge, was sich auch in der Arealstatistik niederschlägt. Von den rund 18 km² Gemeindegebiet sind 877 ha unproduktive Flächen (Gebirge). Von den 647 ha landwirtschaftlicher Nutzflächen sind 598 ha Alpwirtschaften (Maiensässen). Weitere 267 ha sind von Wald und Gehölz bedeckt, und der Rest von 7 ha ist Siedlungsfläche. Die Strassenverbindung von Rueun nach Panix war bis 1907 ein schmaler Fahrweg, der in der Folge 1907 und 1922/23 bis 1931 wiederholt fahrbar ausgebaut wurde und die Gemeindekasse des kleinen Bergdorfes stark belastete. Die Gemeinde hat seitdem ein weit reichendes Netz von Haupt- und Nebenstrassen sowie Meliorationswegen zu unterhalten. 1974 wurde ein regelmässiger Postautodienst nach Rueun finanziert, der auch die Schulkinder ins Tal brachte. Teile des Strassennetzes wurden 1926 durch die Gemeinde Domat/Ems mitfinanziert, da sie Besitzerin der zur Panixer-Passhöhe führenden Alp Ranasca ist. Sorgen bereiten den Dorfbewohner die alljährlichen Rüfen und Rutsche, die auch das Strassennetz schädigen. Durch die Realisierung des Panixer-Stausees (Konzession 1969 an die NOK - der heutigen Axpo AG), welcher zu rund 60 % auf Panixer Gemeindegebiet liegt, wurden finanzielle Beiträge erwirtschaftet, die den Gemeindehaushalt entlasteten. Der hochalpine Panixerpass (rätorom. Pass dil Veptga) verbindet Pigniu mit Elm GL im Glarner Sernftal. Er erlangte einige Bekanntheit, als das Heer des russischen Generals Suworow in einem Ausweichmanöver vor den Franzosen den winterlich eingeschneiten Pass überquerte. Heute führt diese häufig begangene alpine Passwanderung zur Hauptsache im Hochsommer vom Glarner Sernftal nach Pigniu (oder Andiast) oder in umgekehrter Richtung. Ein weiterer Fernwanderweg, die Senda Sursilvana, führt als touristisch markierter Höhenweg von Brigels-Waltensburg-Andiast durch Panix und weiter entlang des jungen Rheins in Richtung Chur. [1]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Eine Volkszählung von 1835 zählte in Pigniu 73 Gemeindebürger, dazu lebten 11 auswärts in einer anderen Gemeinde und zwei Einwohner stammten aus einer anderen Bündner Gemeinde. Die von der Berglandwirtschaft lebende Bevölkerung hatte seither nur in den 1930er Jahren eine maximale Einwohnerzahl von rund 80 Personen erreicht, muss aber heute wegen einer fortschreitenden Überalterung und drohenden Abwanderung mit einem stärkeren Bevölkerungsschwund rechnen. Von den 43 Bewohnern (Ende 2004) besassen alle das Schweizer Bürgerrecht. Die Einwohner sind grossmehrheitlich römisch-katholisch und sprechen das rätoromanische Idiom Sursilvan, das auch Alltagssprache ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die katholische Kirche St. Valentin[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pigniu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wandern Schweiz auf der Senda Sursilvana in Graubünden
  2. Katholische Kirche St. Valentin in Pigniu