Cros (Gard)

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Cros
Wappen von Cros
Cros (Frankreich)
Cros
Region Okzitanien
Département Gard
Arrondissement Le Vigan
Kanton Quissac
Gemeindeverband Piémont Cévenol
Koordinaten 44° 0′ N, 3° 50′ OKoordinaten: 44° 0′ N, 3° 50′ O
Höhe 178–964 m
Fläche 16,94 km2
Einwohner 253 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km2
Postleitzahl 30170
INSEE-Code
Website Cros

Cros – Weiler La Mazade
Kirche St-Vincent

Cros ist eine aus mehreren Weilern (hameaux) und Einzelgehöften bestehende Gemeinde mit 253 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im südfranzösischen Département Gard.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cros liegt am Oberlauf der Vidourle ca. 20 km (Fahrtstrecke) nordwestlich der Kantonshauptstadt Quissac in den südlichen Ausläufern der Cevennen in einer Höhe von ca. 250 m ü. d. M.[1] Nächstgelegene Großstadt ist Montpellier (ca. 58 km südlich). Das Klima ist gemäßigt; Regen fällt verteilt über das ganze Jahr.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2014
Einwohner 1.010 904 646 323 213 261

Der kontinuierliche Rückgang der Einwohnerzahlen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und den damit einhergehenden Verlust an Arbeitsplätzen zurückzuführen. Außerdem entvölkerten sich nahezu alle Bergregionen Frankreichs zugunsten der Städte in den Tallagen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner der Gemeinde lebten jahrhundertelang als Selbstversorger von Ackerbau und Viehzucht (Schafe, Ziegen). Im 19. Jahrhundert entstanden im Tal der Vidourle und ihren Nebenbächen mehrere mechanische Woll- und Seidenspinnereien. Heute sind die Forstwirtschaft und der Tourismus von Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Weiler Cros errichtete das Bistum Nîmes um das Jahr 1200 ein Priorat; die anderen Weiler scheinen allesamt jüngeren Datums zu sein. Die gesamte Gegend am südlichen Cevennenrand wurde im 16. Jahrhundert protestantisch und blieb es bis zum heutigen Tag.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die ehemalige romanische Prioratskirche St-Vincent (43° 59′ 14″ N, 3° 50′ 14″ O) entstand um das Jahr 1200; zu ihrem Bau wurden unregelmäßig behauene Bruchsteine verwendet. Der einschiffige schmuck- und turmlose Bau hat nur zwei durch Strebepfeiler stabilisierte tonnengewölbte Joche und eine deutlich niedrigere halbrunde, innen wie außen ungegliederte Apsis, die im Äußeren einen – größtenteils zerstörten – Rundbogenfries unterhalb der Dachtraufe zeigt. Die Kirche wurde im Jahr 1961 zum Monument historique[3] erklärt und im Jahr 2012 gründlich restauriert.
  • Die im frühen 19. Jahrhundert erbaute protestantische Kirche (temple) wurde im Jahr 2010 einer gründlichen Restaurierung unterzogen.
  • Eine im Jahr 1823 gebaute Mühle wurde im Jahr 1837 in eine Seidenspinnerei umgewandelt. Sie ist seit 1995 in die Inventarliste der Monuments historiques eingetragen.[4]
  • Im selben Jahr wurden auch zwei ehemalige Seidenspinnereien in die Inventarliste der Monuments historiques aufgenommen.[5][6] Beide Bauten dienen heute als Wohnhäuser.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cros (Gard) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cros – Karte mit Höhenangaben
  2. Quissac/Cros – Klimatabellen
  3. Cros – Église Saint-Vincent in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Cros – Moulin et Filature in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Cros – Filature de Soie Perrier in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  6. Cros – Filature de Soie Daudé in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)