Cubana

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Cubana
Logo der Cubana
Ilyuschin Il-96-300 der Cubana
IATA-Code: CU
ICAO-Code: CUB
Rufzeichen: CUBANA
Gründung: 1929
Sitz: Havanna, KubaKuba Kuba
Drehkreuz:

Havanna-José Martí

Heimatflughafen:

Havanna-José Martí

Unternehmensform: Staatsbesitz
IATA-Prefixcode: 136
Leitung: Arturo Bada Álvarez (CEO)
Mitarbeiterzahl: 2.400[1]
Flottenstärke: 20
Ziele: National und international
Website: www.cubana.cu

Cubana de Aviación S.A., kurz Cubana, ist eine staatliche Fluggesellschaft Kubas mit Sitz in Havanna und Basis auf dem Aeropuerto Internacional José Martí.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten]

Cubana wurde am 8. Oktober 1929 als Compañía Cubana Nacional de Aviación Curtiss gegründet und zeigte damit die Verbindung mit dem Flugzeughersteller Curtiss. Der Flugbetrieb wurde 1930 aufgenommen. Als 1932 die US-amerikanische Fluglinie Pan Am Cubana aufkaufte, wurde der Zusatz Curtiss gestrichen. 1944 wurde der Name der Fluglinie in Compañía Cubana de Aviación geändert.

1945 wurde der größere Teil der Fluglinie an kubanische Investoren verkauft, Pan Am behielt 42 %. Die erste internationale Flugverbindung nach Miami wurde 1946 mit Flugzeugen vom Typ Douglas DC-3 aufgenommen. Die Route nach Miami wurde wegen ihrer politischen und ökonomischen Bedeutung später ein wichtiger Teil der Geschichte der Cubana. Im Juni 1948 wurde die erste transatlantische Verbindung von Havanna nach Madrid in Betrieb genommen. 1953 konnte man den ersten Linienflug nach Mexiko-Stadt feiern. Im Jahr 1954 ging die Fluggesellschaft vollständig in kubanischen Besitz über. Bis 1959 wurden in Kooperation mit Pan Am täglich 19 Flüge zwischen Havanna und Miami sowie New York durchgeführt.[2]

Entwicklung nach der kubanischen Revolution[Bearbeiten]

Ehemalige Antonow An-24 der Cubana

Nach der Kubanischen Revolution wurde die Fluglinie verstaatlicht und der Name in Empresa Consolidada Cubana de Aviación geändert. Allgemein wurde sie jedoch von nun an einfach als Cubana bezeichnet. Durch das von den USA gegen Kuba verhängte Handelsembargo wurden alle Routen in die Vereinigten Staaten einschließlich der nach Miami eingestellt. Das Hauptpassagieraufkommen durch US-Touristen brach ersatzlos weg. Cubana verzeichnete empfindliche Einbußen im Passagieraufkommen auf den internationalen Strecken. Während im Jahr 1959 noch 155.802 Passagiere auf Flügen außerhalb Kubas gezählt werden konnten, sank die Zahl im Jahr 1962 auf den Tiefststand von 13.555 beförderten Fluggästen. Gleichzeitig stieg aber ab 1960 das Passagieraufkommen auf den inländischen Strecken stetig an und vervierfachte sich auf 405.762 Fluggäste bis zum Jahr 1965. Insgesamt konnte die Auslastung der Flüge von 50,9 Prozent vor der Revolution auf über 73 Prozent im Jahr 1964 gesteigert werden, nachdem sie vier Jahre zuvor auf einen Tiefststand von nur 46,2 Prozent gesunken war. Das US-Embargo verhinderte nicht nur den Kauf nordamerikanischer Flugzeuge, sondern erschwerte auch die Beschaffung von Ersatzteilen für die bereits vorhandenen westlichen Flugzeugtypen, so dass Flugzeuge aus der Sowjetunion beschafft werden mussten. Ebenfalls politische Gründe verhinderten 1964 den Kauf von Maschinen des Typs Vickers VC-10 der British Aircraft Corporation.[2]

Kurz nach Beginn des Embargos wurden zunächst Iljuschin Il-14 bezogen, kurze Zeit später Antonow An-12 und Antonow An-24. Nach der Lieferung von Iljuschin Il-62 1974 konnte Cubana Transatlantikflüge nach Madrid Barajas aufnehmen.

Im Mai 1975 bot das inländische Streckennetz der Fluggesellschaft Flüge nach Nueva Gerona, Santa Clara, Camagüey, Santiago de Cuba, Cienfuegos und Holguín. Diese Strecken wurden von Antonow An-24 sowie Iljuschin Il-18 zum Teil mehrmals täglich bedient. International konnten im selben Jahr Flüge nach Prag, Madrid, Port of Spain, Mexiko-Stadt, Georgetown und Kingston jeweils einmal pro Woche sowie Berlin-Schönefeld alle 14 Tage mit Iljuschin Il-62 durchgeführt werden.[2]

In den 1980ern wartete Cubana wie andere Fluggesellschaften auf eine Aufhebung des US-Embargos, um die lukrative Strecke Havanna – Miami wieder bedienen zu können. Dies geschah jedoch bis heute nicht. 1983 wurde Cubana die Nutzung des US-Luftraumes für Flüge nach Kanada untersagt. Begründet wurde dies mit zwei nahen Überflügen von Militäreinrichtungen durch Cubana-Maschinen an zwei aufeinander folgenden Tagen. Erst 1998 wurden die Überflugrechte nach einem bilateralen Abkommen wieder gewährt.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion[Bearbeiten]

Economy-Klasse einer Iljuschin Il-96-300 der Cubana

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion konnte Cubana Flugzeuge auf dem Weltmarkt kaufen, jedoch keine, in denen Teile aus US-amerikanischer Produktion verwendet wurden. Es wurde Ausrüstung des Airbus A320 gekauft und eine McDonnell Douglas DC-10 der französischen AOM geleast. Dieses Flugzeug wurde am 21. Dezember 1999 bei einem Unfall in Guatemala-Stadt zerstört. Cubana erwarb auch eine Fokker F-27 um seine Flotte zu verstärken. Da ein Teil der alten sowjetischen Flugzeuge das Ende ihrer Lebensdauer erreichte und Ersatzteile schwer zu beschaffen waren, gab es in den 1990ern eine Reihe tödlicher Unfälle.

Modernisierung seit 2000[Bearbeiten]

Check-in-Schalter der Cubana auf dem Aeropuerto Internacional José Martí

Seit der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Kuba ab 2000 wurde die Wartung der Flotte verbessert und es konnten drei neue Flugzeuge des Typs Tupolew Tu-204 gekauft werden, wobei eine Maschine als Frachtversion bestellt wurde. Zusätzlich wurden 2005 zwei Maschinen des russischen Langstreckenflugzeugs Iljuschin Il-96-300 erworben. Einen regelmäßigen Einsatz finden diese Flugzeuge unter anderem auf der Strecke Havanna – Madrid. Ein Liefervertrag für zwei weitere Flugzeuge dieses Typs war zu diesem Zeitpunkt schon unterzeichnet, auch vor dem Hintergrund, dass diese Flugzeuge regelmäßig auch für Staatsanlässe zum Einsatz kommen. Nachdem bereits 2006 ein A320-200 von TACA geleast werden konnte, ergänzte Ende September 2007 ein erneut geleaster Airbus A320-200 die Flotte der Cubana.[3] Gleichzeitig wurden immer wieder auch Flugzeuge von verschiedenen Fluggesellschaften Mittelamerikas ausgeliehen, die vor allem auf den inländischen Strecken zum Einsatz kommen. Im Jahr 2007 ergänzte eine Boeing 737-200 Advanced (Luftfahrzeugkennzeichen V287T) der Venezolana die Flotte der Cubana und im Sommer 2009 ein Flugzeug gleichen Typs der mexikanischen Airline Global Air (Luftfahrzeugkennzeichen XA-UHY). Weiterhin wurden im Spätsommer 2006 auch kurzfristige Einsätze mit Boeing 757 der spanischen Hola Airlines belegt.

Zwischen April und August 2013 wurden drei neue Maschinen vom Typ Antonow An-158 für Inlandsflüge in den Dienst gestellt.[4] Drei weitere folgten 2014.[5]

Am 9. Juli 2015 wurden Pläne für eine mögliche Fusion zwischen Aerocaribbean und Cubana bekannt, welche jedoch von beiden Seiten noch nicht bestätigt wurde.[6]

Flugziele[Bearbeiten]

Cubana bedient zahlreiche Ziele innerhalb Kubas sowie internationale Destinationen in Nord- und Südamerika, Asien sowie Europa. Beispiele sind Montreal, Mexiko-Stadt, Peking, San José, Madrid, Paris und Moskau.[7]

Flotte[Bearbeiten]

Tupolew Tu-204-100C der Cubana Cargo
Antonov An-158 der Cubana

Mit Stand Juli 2015 besteht die Flotte der Cubana aus 20 Flugzeugen:[8]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt Anmerkungen Sitzplätze[9]
(Business/Economy)
Airbus A319-100 01 betrieben durch Avion Express 140 (8/132)
Airbus A320-200 04 betrieben durch Avion Express 150 (12/138)
180 (-/180)
Antonov An-158 06 100 (-/100)
ATR 42-500 01 von Aerogaviota betrieben für die kubanische Regierung VIP
Iljuschin Il-96-300 05 1 inaktiv 262 (18/244)
Tupolew 204-100 02 224 (12/212)
Tupolew 204-100C 01 Frachtflugzeug der Cubana Cargo
Gesamt 20

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 1. November 1958 wurde eine Vickers Viscount der Cubana auf der Strecke von Miami über Varadero nach Havanna von kubanischen Rebellen entführt. Die Entführer wollten in der Sierra Cristal in Ostkuba landen, um Waffen an von Raúl Castro kommandierte Rebellen zu liefern. Bei Einbruch der Nacht ging dem Flugzeug der Treibstoff aus und die Piloten versuchte eine Notlandung bei der Zuckerfabrik Preston. Die Maschine landete jedoch im Ozean und brach auseinander. Dabei wurden 13 der 16 Passagiere und alle 4 Besatzungsmitglieder getötet.[10]
  • Am 6. Oktober 1976 wurde Cubana-Flug 455, eine von Barbados gestartete Douglas DC-8, durch einen Terroranschlag auf dem Weg nach Kuba zerstört. Alle 73 Insassen, 48 Passagiere und 25 Besatzungsmitglieder, wurden getötet.[11] Zwei Bomben wurden durch eine CIA-nahe Terrororganisation des Exilkubaners Luis Posada Carriles an Bord gebracht und gezündet. Luis Posada Carriles wurde bis heute nicht für seine Tat durch die USA bestraft. Unter den Passagieren befanden sich 24 Mitglieder der kubanischen Fechtmannschaft, die gerade alle Goldmedaillen in der zentralamerikanischen und karibischen Meisterschaft erhalten hatten.
  • Am 3. September 1989 stürzte eine Iljuschin Il-62M auf Cubana-Flug 9646 kurz nach dem Start in Havanna in ein Wohngebiet. Alle 126 Insassen sowie 45 Menschen am Boden starben. Zum Unfallzeitpunkt herrschten starker Regenfall und Windgeschwindigkeiten bis 40 km/h.[12]
  • Am 24. Oktober 1990 verunglückte in der Nähe von Santiago eine Jakowlew Jak-40 auf Cubana-Flug 2886 im Hochland. 11 der 31 Insassen kamen ums Leben.[13]
  • Am 11. Juli 1997 zerschellte eine Antonow An-24 auf Cubana-Flug 787 im Karibischen Meer vor der südöstlichen Küste Kubas, wobei alle 44 Insassen getötet wurden.[14]
  • Am 14. September 1991 überschoss eine Tupolew Tu-154 auf Cubana-Flug 454 bei der Landung auf dem Flughafen Mexiko-Stadt die Piste. Dabei streifte die Maschine Signal-Anlagen, wobei die linke Tragfläche abgerissen wurde und das Flugzeug in Flammen aufging. Alle 112 Insassen (12 Crew, 100 Passagiere) konnten sich über die Notausgänge retten.[15]
  • Am 29. August 1998 stürzte eine Tupolew Tu-154 auf Cubana-Flug 389 beim Start kurz nach dem Abheben in Quito ab und ging in Flammen auf. Zuvor brachen die Piloten bereits zwei Startversuche ab. 70 der 91 Insassen sowie 10 Menschen am Boden kamen bei dem Unfall ums Leben.[16]
  • Am 21. Dezember 1999 schoss die einzige DC-10 auf Cubana-Flug 1216 bei der Landung in Guatemala-Stadt bei nasser Witterung über die Landebahn hinaus und stürzte einen Abhang hinab. Von den 314 Menschen an Bord (inkl. Besatzung) überlebten 16 das Unglück nicht.[17]
  • Am 31. März 2003 zwang ein Entführer mit 2 Handgranaten eine Antonow An-24 der Cubana nach Key West in Florida zu fliegen. Bei einer Zwischenlandung zum Auftanken in Havanna wurden 26 Passagiere freigelassen. Bei dem Zwischenfall wurde niemand verletzt.[18] Das FBI erwartete das Flugzeug in Key West.
  • Am 20. April 2008 musste eine Il-62 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen CU-T1283 auf Cubana-Flug 201 die von Santo Domingo, Dominikanische Republik nach Havanna unterwegs war, zum Ausgangsflughafen zurückkehren und dort notlanden. Nach etwa 40 Seemeilen Flug meldeten die Piloten den Ausfall von Triebwerk 1 und 2 sowie Feuer in Triebwerk 2. Die Maschine war mit 117 Passagieren und Besatzungsmitgliedern besetzt, die unverletzt blieben. Am Flugzeug selbst entstand irreparabler Sachschaden an Rumpf, Tragflächen und Heckleitwerk.[19]

Trivia[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cubana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. aerosecure.de – Airlineprofil der Cubana abgerufen am 2. März 2010
  2. a b c Kneifel, Dr. Dr. J.I.: Fluggesellschaften und Luftverkehrssysteme der sozialistischen Staaten UdSSR, Polen, CSSR, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Kuba, Jugoslawien und der VR China. Erschienen bei Verlag F. Steinmeier, Nördlingen, 1980
  3. airfleets.net - Cubana Fleet of A320 (active) (englisch) abgerufen am 22. Oktober 2010
  4. Cubadebate - Entregan a Cuba tercer avión An-158, 29. August 2013 (spanisch)
  5. Prensa Latina/Radio Angulo - Cuba Purchases New Planes for Domestic Flights,16. Februar 2013 abgerufen am 29. Juli 2013
  6. ch-aviation - Aerocaribbean merges with Cubana, 9. Juli 2015 (englisch) abgerufen am 15. Juli 2015
  7. cubana.cu - Destinations (englisch) abgerufen am 6. Juli 2015
  8. ch-aviation - Cubana (englisch) abgerufen am 6. Juli 2015
  9. cubana.cu - Aircrafts (englisch) abgerufen am 6. Juli 2015
  10. Flugunfalldaten und -bericht des Cubana-Flugs 495 im Aviation Safety Network
  11. Flugunfalldaten und -bericht des Cubana-Flugs 455 im Aviation Safety Network
  12. Flugunfalldaten und -bericht des Cubana-Flugs 9646 im Aviation Safety Network
  13. Flugunfalldaten und -bericht des Cubana-Flugs 2886 im Aviation Safety Network
  14. Flugunfalldaten und -bericht des Cubana-Flugs 787 im Aviation Safety Network
  15. Flugunfalldaten und -bericht des Cubana-Flugs 464 im Aviation Safety Network
  16. Flugunfalldaten und -bericht des Cubana-Flugs 389 im Aviation Safety Network
  17. Flugunfalldaten und -bericht des Cubana-Flugs 1216 im Aviation Safety Network
  18. Flugunfalldaten und -bericht der Entführung im Aviation Safety Network
  19. Flugunfalldaten und -bericht des Cubana-Flugs 201 im Aviation Safety Network