Gernot Blümel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Gernot Blümel (* 24. Oktober 1981 in Wien) ist ein Politiker der Österreichischen Volkspartei (ÖVP). Er ist der Landesparteiobmann der ÖVP Wien und seit Dezember 2017 Bundesminister im Bundeskanzleramt der Republik Österreich. Von 2008 bis 2010 war er Vizepräsident der Jungen Europäischen Volkspartei (YEPP).[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Volksschule in seiner Heimatortschaft Moosbrunn in Niederösterreich besuchte er das Gymnasium der Salesianer Don Boscos in Unterwaltersdorf, wo er im Jahr 2000 maturierte.
Nach Ableistung des Präsenzdienstes beim österreichischen Bundesheer studierte er Philosophie an der Universität Wien und an der Université de Bourgogne in Dijon (Frankreich) und schloss das Studium 2009 mit dem akademischen Grad Mag. phil. ab.[2] Anschließend studierte er an der Executive Academy der Wirtschaftsuniversität Wien und schloss mit dem akademischen Grad Master of Business Administration ab.[3]
Er ist Mitglied der katholischen Studentenverbindung KaV Norica Wien.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blümel begann seine politische Laufbahn in der Jungen Volkspartei (JVP). Als Internationaler Sekretär der JVP ist er seit 2006 im Bundesvorstand der JVP tätig.[5] Von 2006 bis 2008 war Blümel im Nationalrat tätig, zuerst als parlamentarischer Mitarbeiter und danach im Büro des Zweiten Präsidenten des Nationalrates Michael Spindelegger (ÖVP). Ab dem Jahr 2009 war Blümel im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten Referent im Kabinett des Bundesministers. Außerdem war er von 2008 bis 2010 Vizepräsident der Jungen Europäischen Volkspartei (YEPP). Im Juni 2011 wurde Blümel im Kabinett des Vizekanzlers mit den Aufgabenbereichen „Ministerratskoordinierung und Regierungsarbeit“ betraut.[6]

Bei der Wahl zum Europäischen Parlament am 25. Mai 2014 war Blümel der Wahlkampfmanager der ÖVP. Die ÖVP erhielt 27 % der abgegebenen Stimmen, die SPÖ 24,1 %.

Generalsekretär und Mediensprecher der ÖVP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Dezember 2013 bestellte der Bundesparteivorstand der ÖVP Blümel zum Generalsekretär.[7] Er folgte in dieser Funktion dem Tiroler Hannes Rauch nach.[8] Nach dem Rücktritt von Michael Spindelegger aus allen Funktionen[9] am 26. September 2014 wurde Blümel vom neuen designierten Parteiobmann Reinhold Mitterlehner in der Sitzung des Bundesparteivorstands als Generalsekretär bestätigt.

Mit „Evolution Volkspartei“ hat Blümel als Generalsekretär einen Prozess zur Weiterentwicklung der ÖVP initiiert, der der ÖVP zufolge auch Nichtmitgliedern die Möglichkeit gab, ihre Ideen und Vorschläge für ein neues Parteiprogramm einzubringen.[10] Beim Parteitag anlässlich des 70. Geburtstags der ÖVP im Frühjahr 2015 wurde ein erneuertes ÖVP-Grundsatzprogramm beschlossen wurde.[11] Im Oktober 2015 wurde er Landesparteiobmann der ÖVP Wien; Peter McDonald wurde sein Nachfolger als Generalsekretär der Bundes-ÖVP.[12]

Blümel war vom 17. Dezember 2013 bis Oktober 2015 auch Mediensprecher der ÖVP im Parlamentsklub.[13] In dieser Funktion hat er am 31. Juli 2014 das Medienpaket „Mehr Programm für Österreich“ präsentiert.[14] Darin formulierte Blümel unter Berücksichtigung der Unabhängigkeit und Vielfalt der österreichischen Medien und des dualen Rundfunks in Österreich zentrale Forderungen, um mehr mediale Wertschöpfung nach Österreich zurückzuholen und verstärkt österreichische Inhalte zu senden. Außerdem forderte er ein Leistungsschutzrecht zum Schutz journalistischer Inhalte und geistigen Eigentums im Web. Dabei priorisierte er eine europäische Lösung gegenüber einer nationalen.

Landesparteiobmann in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blümel wurde am 12. Oktober 2015 zum Nachfolger des nach starken Verlusten bei der Landtags- und Gemeinderatswahl am Wahlabend zurückgetretenen Manfred Juraczka als Landesparteiobmann der Wiener ÖVP bestellt.[15]

In Landesregierung und Stadtsenat Häupl VI war er ab November 2015 nicht amtsführender Stadtrat, am 25. Jänner 2018 folgte ihm Markus Wölbitsch in dieser Funktion nach.[16]

Neben Sebastian Kurz, Elisabeth Köstinger, Stefan Steiner und Bettina Glatz-Kremsner gehörte er der Steuerungsgruppe der ÖVP im Zuge der Regierungsbildung nach der Nationalratswahl 2017 an.

Bundesminister der Regierung Kurz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Dezember 2017 wurde Blümel von Bundespräsident Alexander Van der Bellen zunächst zum Bundesminister für Kunst, Kultur, Verfassung und Medien angelobt. Nach den Änderungen der Zuständigkeiten in einigen Ministerien durch die neue Regierung Kurz wurde er am 8. Jänner als Bundesminister im Bundeskanzleramt für EU, Kunst, Kultur und Medien angelobt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gernot Blümel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Yepp Year Book 2010; PDF-Datei, S. 9.
  2. Diplomarbeitstitel: „Der Personenbegriff in der Christlichen Soziallehre und -philosophie unter der besonderen Berücksichtigung von Vogelsang, Lugmayer und Messner“
  3. Titel der Master Thesis: „Success factors of projects carried out by professional project management and analysis of specific success factors of projects carried out by project management in the Austrian government services based on the case studies of the federal ministry of finance (BMF) and the federal computing center (BRZ)“ (PDF, 3,3 MB)
  4. Michael Spindeleggers junge Sekretäre. In: Die Presse. 12. Juni 2013, abgerufen am 13. Mai 2017.
  5. Regina Pöll: Das dichte Netzwerk des Herrn Spindelegger. Die Presse, 14. April 2011, abgerufen am 6. Dezember 2013.
  6. ÖVP: Lebenslauf Gernot Blümel (abgerufen am 6. November 2014)
  7. Die Speerspitze und der Schutzschild der Partei DiePresse.com, 7. Dezember 2013, abgerufen am 6. November 2014.
  8. Spindelegger: Gernot Blümel ist ein Macher und Manager. ots.at, 6. Dezember 2013, abgerufen am 6. November 2014.
  9. Spindelegger-Nachfolge: Mitterlehner ist Favorit DiePresse.com, 26. August 2014, abgerufen am 6. November 2014.
  10. Evolution Volkspartei 1 – Start der Bewegung zur Weiterentwicklung der Volkspartei ots.at, 4. September 2014, abgerufen am 6. November 2014.
  11. ÖVP: Neue Köpfe, neue Positionen? DiePresse.com, 4. September 2014, abgerufen am 6. November 2014.
  12. Peter McDonald neuer ÖVP-Generalsekretär. In: trend. 15. Oktober 2015, abgerufen am 23. Mai 2017.
  13. ÖVP-Bereichssprecher fixiert ots.at, 17. Dezember 2013, abgerufen am 6. November 2014.
  14. Lockerungsübungen für Verlage, den ORF und die Privatsender DerStandard.at, 31. Juli 2014, abgerufen am 6. November 2014.
  15. Kurier: 95,7 Prozent im Landesparteivorstand: Der ÖVP-General folgt Juraczka nach., vom 12. Oktober 2015
  16. Vorschau auf den morgigen Gemeinderat. Rathauskorrespondenz vom 24. Jänner 2018.