Fismes

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Fismes
Wappen von Fismes
Fismes (Frankreich)
Fismes
Region Grand Est
Département Marne
Arrondissement Reims
Kanton Fismes-Montagne de Reims
Gemeindeverband Grand Reims
Koordinaten 49° 18′ N, 3° 41′ OKoordinaten: 49° 18′ N, 3° 41′ O
Höhe 57–179 m
Fläche 16,75 km2
Einwohner 5.493 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 328 Einw./km2
Postleitzahl 51170
INSEE-Code
Website http://www.fismes.fr/

Rathaus aus dem Jahr 1927

Fismes [fim] ist eine französische Gemeinde mit 5493 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2016) im Département Marne in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Reims und ist der Hauptort des Kantons Fismes-Montagne de Reims. Bereits zuvor bis zu dessen Auflösung 2015 war die Gemeinde Hauptort des Kantons Fismes. Die Einwohner werden Fismois(es) genannt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fismes liegt etwa 22 Kilometer westnordwestlich von Reims an der Vesle, in die in der Nähe der Fluss Ardre mündet. Umgeben wird Fismes von den Nachbargemeinden Blanzy-lès-Fismes und Les Septvallons mit Merval im Norden, Baslieux-lès-Fismes im Nordosten, Courlandon und Magneux im Osten, Courville im Südosten, Saint-Gilles im Süden, Ville-Savoye und Mont-Saint-Martin im Südwesten, Bazoches-sur-Vesles sowie Les Septvallons mit Perles im Nordwesten.

Durch die Gemeinde führt die Nationalstraße Route nationale 31 von Reims nach Soissons.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem lateinischen Namen Ad Fines Remorum (Ende des Gebiets der Remer)[1] entstand Fismes bereits in gallorömischer Zeit an der Grenze zwischen den Gebieten der keltischen Stämme der Suessionen und der Remer.

Der Ort, der sich auf den Südhang des Vesle-Tals ausgedehnte, wurde von den Normannen und den Ungarn zerstört. 1226 wurde er von Theobald IV. zur freien Stadt unter der Führung eines Bürgermeisters und zweier Beigeordneter erklärt. Dieser Umstand begünstigte die Entwicklung von Handwerk, Handel und Märkten.

Die Stadtmauern wuchsen, eine steinerne Kirche wurde gebaut. An der heutigen Place de la Poste entstand eine Burg – der Dichter Eustache Deschamps wurde 1381 in Fismes Burggraf – und später ein erstes Rathaus am Platz des heutigen Gebäudes. Im Hundertjährigen Krieg und in den Religionskriegen wurde die Stadt erneut zerstört, während der Fronde fielen im 17. Jahrhundert die Burg und die Stadtmauer.

Zuckerfabrik und Bahnhof, um 1904
Rathaus im Jahr 1914
Zerstörtes Rathaus, 1918

Für viele französische Könige auf dem Weg zur Salbung, von Ludwig XIII. bis Karl X., war Fismes die letzte Station vor dem Ziel Reims. Napoleon Bonaparte unterzeichnete in der Stadt zwei bedeutende Dekrete, ihm folgten 30 000 preußische Soldaten, die die Stadt plünderten. Das 19. Jahrhundert war von einer raschen Industrialisierung geprägt. Zuckerfabriken, Porzellanwerke, Gießereien, Hutmacher, Gerbereien, Mühlen und die Eisenbahn veränderten den Ort.

Vom Ersten Weltkrieg wurde Fismes mit voller Wucht getroffen. Die Deutschen besetzten die Stadt, wurden 1916 vertrieben und machten sie im Mai 1918 bei einem erneuten Angriff[2] nahezu dem Erdboden gleich. Das ab 1912 errichtete neue Rathaus wurde fast vollständig zerstört und bis 1927 wiederaufgebaut. 1926 schenkte der US-Bundesstaat Pennsylvania der Stadt zum Gedenken an die amerikanischen Soldaten, die die Stadt befreit hatten, eine Brücke über die Vesle, die 1928 fertiggestellt wurde.[2]

Der Zweite Weltkrieg verschonte weitgehend Gebäude und Infrastruktur. Doch vierzehn Einwohner, die den Deutschen Besatzern Widerstand geleistet hatten, ließen in Konzentrationslagern ihr Leben, unter ihnen der Bürgermeister. Nach diesen Opfern sind heute Straßen benannt.[1]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011
Einwohner 3.490 3.634 4.233 4.674 5.286 5.313 5.351 5.404

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rathaus
  • Kirche Saint-Macre aus dem 12. Jahrhundert, mit An- und Umbauten aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert, Monument historique seit 1919. Sie trägt den Namen der Heiligen Macre, einem Mädchen aus dem Ort, das von einem römischen Präfekten gefoltert und später heiliggesprochen wurde.[1]
  • Brücke „Pont mémorial“ zum Gedenken an die 28. US-Division, einziger Gedenkort dieser Art in Europa[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der deutschen Gemeinde Bad Oeynhausen in Ostwestfalen in Nordrhein-Westfalen seit 1968 und der italienischen Gemeinde Truggio in der Provinz Monza und Brianza (Lombardei) besteht jeweils eine Partnerschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fismes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c L’histoire de la Commune bei fismes.fr, abgerufen am 27. Dezember 2017
  2. a b Le Pont-monument de Fismette à Fismes (Marne), abgerufen am 28. Dezember 2017
  3. Le pont mémorial de Fismes, unique en Europe@1@2Vorlage:Toter Link/www.lunion.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei lunion.fr, abgerufen am 27. Dezember 2017