Fraunberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Fraunberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fraunberg
Fraunberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fraunberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 22′ N, 12° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Erding
Höhe: 444 m ü. NHN
Fläche: 42,36 km2
Einwohner: 3515 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85447
Vorwahlen: 08762, 08084, 08122
Kfz-Kennzeichen: ED
Gemeindeschlüssel: 09 1 77 120
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstr. 1
85447 Fraunberg
Webpräsenz: www.fraunberg.de
Bürgermeister: Johann Wiesmaier (Maria Thalheim, Reichen., Fraun.)
Lage der Gemeinde Fraunberg im Landkreis Erding
Oberding Eitting Berglern Langenpreising Moosinning Erding Bockhorn (Oberbayern) Taufkirchen (Vils) Dorfen Sankt Wolfgang (Oberbayern) Lengdorf Wartenberg (Oberbayern) Kirchberg (Oberbayern) Hohenpolding Steinkirchen (Oberbayern) Inning am Holz Fraunberg Isen Finsing Walpertskirchen Forstern Neuching Ottenhofen Pastetten Buch am Buchrain Wörth (Landkreis Erding) Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Ebersberg München Landkreis München Landkreis Landshut Landkreis FreisingKarte
Über dieses Bild

Fraunberg ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Erding.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Fraunberg liegt direkt am Übergang vom Erdinger Moos im Westen zum hügeligen, waldreichen Holzland im Osten, etwa 10 km nordöstlich der Kreisstadt Erding, 22 km nordwestlich von Dorfen, 14 km südlich von Moosburg an der Isar und 19 km vom Flughafen München entfernt. Die Strogen fließt in Süd-Nord-Richtung durch das Gemeindegebiet und westlich am Ort Fraunberg vorbei. Größere Zuflüsse sind der Bachhamer Bach südlich von Fraunberg und der Schwarze Graben zwischen Furthmühle und Riding.

Es gibt 42 Ortsteile (Ehemalige Gemeinden mit ihren Ortsteilen, größere Orte mit Einwohnerzahl Stand Dez. 2016[2]):

Zudem existieren die Wohnplätze Berg und Sax im Moos.

Gemarkungen sind Fraunberg, Maria Thalheim und Reichenkirchen. Der Name Tittenkofen ist vom Personennamen Tuto abgeleitet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1144 erscheint Arnoldus de Frawnperg in einer Urkunde des Bischofs Otto von Freising. Die gesicherte Stammreihe beginnt 1231 mit Sigfried von Frauenberg. Aufgrund seiner Ehe mit der Tochter der Gurren von Haag erbte er deren Besitzungen der Grafen von Haag und erhielt für diese von Kaiser Friedrich II. 1245 die hohe Gerichtsbarkeit. Seine Enkel begründeten die beiden Hauptlinien der Fraunberger: Sigfried III. († 1317) die zu Haag, und Wittilo († 1281) die zu Fraunberg. Fraunberg war seit dieser Zeit Besitz der Familie von und zu Fraunberg. Der Ort war zwar Teil Bayerns, bildete aber eine geschlossene Hofmark, deren Sitz das Schloss Altfraunberg war. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Fraunberg geplündert und schwer verwüstet. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Fraunberg, die niedere Gerichtsbarkeit verblieb noch bis 1848 beim Patrimonialgericht Fraunberg und Riding.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1974 erfolgte der freiwillige Zusammenschluss der vorher selbstständigen Gemeinden Fraunberg, Reichenkirchen und Thalheim.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt[5]:

Stand Einwohner
1960 2279
1970 2201
1980 2449
1990 2687
1995 2929
Stand Einwohner
2000 3149
2005 3324
2010 3354
2015 3515

Von 1972, dem Jahr der Gemeindereform, bis 2015 hat sich die Einwohnerzahl um 1277 Personen erhöht.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Mai 1996 Johann Wiesmaier.

Wappen und Fahne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Fraunberg wurde am 4. Februar 1981 festgelegt: „Unter silbernem Schildhaupt, darin schräg gekreuzt ein blaues Schwert und ein blauer Pfeil, gespalten; vorne gespalten von Blau und Weiß mit einer heraldischen Lilie in verwechselten Farben; hinten in Rot ein steigendes gezäumtes silbernes Pferd.“

Das Gemeindewappen enthält Hinweise auf die vormals selbständigen Teilorte; der Pfeil und das Schwert im Schildhaupt sind dem früheren Wappen von Reichenkirchen entnommen, während die Lilie als Mariensymbol auf die Wallfahrtskirche in Thalheim hinweist. Fraunberg gehörte seit dem 13. Jahrhundert einem der ältesten Adelsgeschlechter Altbayerns, den Fraunbergern zu Fraunberg; ihrem Wappen entstammt das gezäumte silberne Pferd auf rotem Grund.

Neben dem Wappen führt die Gemeinde eine inoffizielle Fahne mit den Farben Weiß-Blau.

Ostbündnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde beteiligt sich am Ostbündnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Altfraunberg
  • Schloss Fraunberg (Altfraunberg): Wasserschloss mit mittelalterlichem Kern, 1683 Wiederaufbau, Stammhaus der Freiherren von und zu Fraunberg
  • Katholische Pfarrkirche St. Florian in Fraunberg: 1767 von Georg Felix Hirschstötter erbaut
  • Katholische Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt Thalheim, im Kern 14./15. Jahrhundert, Barockisierung 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, reichhaltiger Stuck in Wessobrunner Art, um 1760
  • Katholische Pfarrkirche St. Georg in Riding, im Kern gotischer Bau, 1704 barockisiert
  • Katholische Pfarrkirche St. Michael in Reichenkirchen, Turm von Anton Kogler 1720, Kirchenneubau 1753–1759 durch Johann Baptist Lethner
  • Katholische Filialkirche St. Vitus in Grucking

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrie, Handel und Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 144 und im Bereich Handel und Verkehr 35 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 54 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1114. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 13, im Bauhauptgewerbe 12 Betriebe.

Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der amtlichen Statistik gab es 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft neun sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. 1999 wurden 3310 ha Fläche landwirtschaftlich genutzt; davon waren 2643 ha Ackerfläche und 666 ha Dauergrünfläche.

Bestanden im Jahr 1999 noch 147 landwirtschaftliche Betriebe, ging deren Zahl bis 2010 auf 102 zurück.

Betriebsgrößenstruktur in der Landwirtschaft[6]
Betriebsgröße in ha Anzahl der Betriebe
1999 2010
unter 5 21 3
5 bis unter 10 36 21
10 bis unter 20 28 26
20 bis unter 50 49 31
50 oder mehr 13 21
Gesamt 147 102

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine ÖPNV-Anbindung mit zwei MVV-Buslinien sowie ein Ruftaxi.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Maria von Fraunberg (1768–1842), Bischof von Augsburg, Erzbischof von Bamberg
  • Heinar Kipphardt (1922–1982), deutscher Dramatiker, Lyriker und Prosaist, lebte 1971-82 in Fraunberg, begraben in Reichenkirchen
  • Wolfgang Johannes Bekh (1925–2010), deutscher Schriftsteller, lebte in der Gemeinde Fraunberg
  • Monika Gruber (* 1971), bayerische Kabarettistin und Entertainerin, stammt aus Tittenkofen
  • Ulrike Scharf (* 1967), bayerische Umweltministerin, stammt aus Maria Thalheim

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fraunberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Einwohnerzahlen der Gemeinde Fraunberg nach Orten. Online auf www.fraunberg.de, abgerufen am 29. Mai 2016
  3. fraunberg.de: Hofkapelle in Tittenkofen
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 572.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik: 12111-101z Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage. Online auf www.statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 29. September 2016
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2015 – Gemeinde Fraunberg 09 177 120 - Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. PDF, online auf www.statistik.bayern.de, abgerufen am 4. Januar 2017