Langenpreising

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Wappen Deutschlandkarte
Langenpreising
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langenpreising hervorgehoben

Koordinaten: 48° 26′ N, 11° 58′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Erding
Verwaltungs­gemeinschaft: Wartenberg
Höhe: 421 m ü. NHN
Fläche: 27,5 km2
Einwohner: 2854 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85465
Vorwahl: 08762
Kfz-Kennzeichen: ED
Gemeindeschlüssel: 09 1 77 126
Gemeindegliederung: 16 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 8
85456 Wartenberg
Website: www.langenpreising.de
Erster Bürgermeister: Josef Straßer (Frei Wählergemeinschaft Langenpreising)
Lage der Gemeinde Langenpreising im Landkreis Erding
OberdingEittingBerglernLangenpreisingMoosinningErdingBockhorn (Oberbayern)Taufkirchen (Vils)DorfenSankt Wolfgang (Oberbayern)LengdorfWartenberg (Oberbayern)Kirchberg (Oberbayern)HohenpoldingSteinkirchen (Oberbayern)Inning am HolzFraunbergIsenFinsingWalpertskirchenForsternNeuchingOttenhofenPastettenBuch am BuchrainWörth (Landkreis Erding)Landkreis Mühldorf am InnLandkreis EbersbergMünchenLandkreis MünchenLandkreis LandshutLandkreis FreisingKarte
Über dieses Bild

Langenpreising ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Erding.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region München und bildet die nördlichste Gemeinde im Landkreis Erding am Nordrand des Erdinger Moos. Durch das Gemeindegebiet fließen als größere Gewässer die Strogen, die Sempt sowie der Mittlere-Isar-Kanal. Langenpreising befindet sich nur sechs Kilometer südlich von Moosburg an der Isar, 19 km südwestlich von Landshut, 17 km nordöstlich von Erding und 21 km vom Flughafen München entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt die 16 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Gemeindegebiet von Langenpreising

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühe Besiedelung des Gemeindegebietes beweist der Fund eines 2500 Jahre alten Steinbeils bei Holzhausen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort Langenpreising im Jahr 767, in der ein Mitglied der Prisonen, aus dem sich das Grafengeschlecht der Preysing entwickelte, den Ort Prisinga übergibt. Der Ortsname leitet sich höchstwahrscheinlich vom Namen der Familie Priso ab. Daraus geht hervor, dass sich der Ort ursprünglich nur Preising nannte, aber bereits im Jahr 1318 wurde der heutige Ortsname Langenpreising erwähnt, um sich vom neuen Burgsitz der Preysinger Altenpreising (Kronwinkl (Eching)) unterscheiden zu können. Die Ortschaft Langenpreising ist damit ältester Stammsitz der Grafen von Preysing.

Im Mittelalter war der Hauptgrundherr neben einigen anderen der bayerische Herzog. Durch Schenkung durch Gräfin Bertha von Ebersberg gelangte auch das Regensburger Stift Obermünster in den Besitz von Teilen des Ortes. Nach dem Umzug der Grafen von Preysing entstand am Ort ein neuer Edelsitz, der ab 1490 Hofmark wurde.

Im Dreißigjährigen Krieg brach in den Jahren 1632/33 die Pest aus. Im Kurfürstentum Bayern gehörte Langenpreising zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding. Während der Reformen durch Maximilian Graf von Montgelas 1818 entstand mit dem Zweiten Gemeindeedikt die heutige Gemeinde.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der katholische Theologe und Philosoph Martin Deutinger wurde in der Langenpreisinger Schachtenmühle am 24. März 1815 geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde auf dem südlichen Gemeindegebiet der Mittlere-Isar-Kanal gebaut, der während Belastungsversuchen in einer Kurve ausbrach und Langenpreising überschwemmte. Im Zweiten Weltkrieg wurde Langenpreising am 1. Mai durch das 342. US Infantry Regiment befreit. Man stieß dabei auf keinen nennenswerten Widerstand. Ab 1966 bis zur Wahl 2008 war Rudolf Weiß (CSU) 42 Jahre lang der Erste Bürgermeister von Langenpreising.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrgemeinde Langenpreising
  • Evangelische Kirchengemeinde Langenpreising

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt[4]:

Stand Einwohner
1960 1491
1970 1565
1980 1755
1990 2082
1995 2305
2000 2408
2005 2554
Stand Einwohner
2006 2545
2007 2588
2008 2579
2009 2586
2010 2640
2011 2627
2012 2633
Stand Einwohner
2013 2641
2014 2695
2015 2731
2016 2780

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 1144 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 72,09 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren nahm die Einwohnerzahl um 7,31 (3,96) Prozent zu.

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1927 auf 2855 um 928 Einwohner bzw. um 48,2 %.

Politik und Öffentliche Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Mai 2020 ist Josef Straßer (Freien Wählergemeinschaft Langenpreising) berufsmäßiger Erster Bürgermeister. Dieser konnte sich bei der Stichwahl am 29. März 2020 mit einem Stimmanteil von 63,1 Prozent durchsetzen.[5]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei Sitze
CSU 4
FWG 6
SPD 2
FW Zustorf 2
Insgesamt 14

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wartenberg.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Langenpreising
Blasonierung:Gespalten; vorne in Rot eine silberne Zinnenmauer, hinten in Blau 6, in 3 Reihen paarweise gestellte goldene heraldische Lilien.“[6]

Dieses Wappen wird seit 1962 geführt.

Wappenbegründung: Die Zinnenmauer stammt aus dem Wappen des alten bayerischen Adelsgeschlechts der Preysing, das sich nach dem Ort nannte und dessen Sitz in Langenpreising seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar ist. Die Ortsnamenform Langpreysing (in Unterscheidung zur Preysing-Burg Kronwinkl, die ebenfalls Preising, später Altpreising genannt wurde) ist erstmals um 1320 belegt. Die sechs Lilien sind das geminderte Wappen des Reichsstifts Obermünster in Regensburg (neun Lilien), dem die Ortskirche im 10. Jahrhundert übereignet wurde.

Neben dem Wappen führt die Gemeinde eine Flagge mit den Farben Blau-Weiß-Rot.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Martin, Langenpreising: Saalkirche mit spätgotischem Chor, 1756/58 von Johann Baptist Lethner erhöht; Langhaus und Westturm um 1771 von Lethner errichtet; Ausstattung mit Stile des späten Rokoko
  • Katholische Nebenkirche St. Peter, Langenpreising: Saalbau, wahrscheinlich gotisch, Ende des 17. Jahrhunderts barockisiert
  • Katholische Pfarrkirche St. Stephanus, Zustorf: spätromanischer Turmunterbau aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, ziegelsichtiger Saalbau im spätgotischen Stil von 1510
  • Katholische Filialkirche Hl. Kreuzerhöhung, Hinterholzhausen: 1753 durch Johann Baptist Lethner im Rokokostil errichtet

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 80 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 34 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 889. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 92 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1939 Hektar, davon waren 1476 Hektar Ackerfläche und 458 Hektar Dauergrünfläche.

In Langenpreising betreibt die Firma CrustaNova die größte Aquafarm für Garnelen in Europa.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenpreising liegt direkt an der Bundesautobahn 92 München-Deggendorf sowie an den Staatsstraßen 2085, 2082 und 2331. Über diese Straßen ist auch der Internationale Flughafen von München zu erreichen, zu dessen Einzugsbereich die Gemeinde zählt. Der nächste Bahnhof befindet sich in der Stadt Moosburg an der Bahnstrecke München–Regensburg. Die Buslinien 501 und 502 sowie das Ruftaxi 5010 des MVV (Münchner Verkehrs- und Tarifverbund) führen nach oder durch Langenpreising.

Entlang des Mittlere-Isar-Kanals verlief bis 1967 die zu dessen Bau errichtete Bahnstrecke Altenerding–Pfrombach.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindekindergarten „Villa Regenbogen“ Langenpreising[8]
  • katholischer Pfarrkindergarten Langenpreising[8]
  • Grundschule Langenpreising[8]

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kläranlage Langenpreising[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Deutinger (1815–1864), katholischer Theologe und Philosoph
  • Johannes Vollrath (1940–2013), Maler, Grafiker, Bildhauer und Träger des Kulturpreises des Landkreises Erding, lebte in Langenpreising[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Langenpreising – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Langenpreising in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 24. Dezember 2014.
  3. Gemeinde Langenpreising, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 6. September 2020.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik: 12111-101z Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage. Online auf www.statistikdaten.bayern.de. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  5. Bürgermeister/Oberbürgermeister in kreisangehörigen Gemeinden (Stand: 01.05.2020). (xlsx) Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 20. Juni 2020.
  6. Eintrag zum Wappen von Langenpreising in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Nadine Oberhuber: Der Großstadtfischer, in: F.A.S. Nr. 1, 7. Januar 2018, S. 24.
  8. a b c d Gemeinde Langenpreising: Einrichtungen der Gemeinde (Memento vom 28. Mai 2010 im Internet Archive)
  9. Kurier Erding zum Tod von Johannes Vollrath