Langenpreising

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Langenpreising
Langenpreising
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langenpreising hervorgehoben
Koordinaten: 48° 26′ N, 11° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Erding
Verwaltungs­gemeinschaft: Wartenberg
Höhe: 421 m ü. NHN
Fläche: 27,5 km2
Einwohner: 2731 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85465
Vorwahl: 08762
Kfz-Kennzeichen: ED
Gemeindeschlüssel: 09 1 77 126
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 8
85456 Wartenberg
Webpräsenz: www.langenpreising.de
Bürgermeister: Peter P. Deimel (FWG)
Lage der Gemeinde Langenpreising im Landkreis Erding
Oberding Eitting Berglern Langenpreising Moosinning Erding Bockhorn (Oberbayern) Taufkirchen (Vils) Dorfen Sankt Wolfgang (Oberbayern) Lengdorf Wartenberg (Oberbayern) Kirchberg (Oberbayern) Hohenpolding Steinkirchen (Oberbayern) Inning am Holz Fraunberg Isen Finsing Walpertskirchen Forstern Neuching Ottenhofen Pastetten Buch am Buchrain Wörth (Landkreis Erding) Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Ebersberg München Landkreis München Landkreis Landshut Landkreis FreisingKarte
Über dieses Bild

Langenpreising ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Erding und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wartenberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenpreising liegt in der Region München und bildet die nördlichste Gemeinde im Landkreis Erding am Nordrand des Erdinger Moos. Durch das Gemeindegebiet fließen als größere Gewässer die Strogen, die Sempt sowie der Mittlere-Isar-Kanal. Langenpreising befindet sich nur sechs Kilometer südlich von Moosburg an der Isar, 19 km südwestlich von Landshut, 17 km nordöstlich von Erding und 21 km vom Flughafen München entfernt.

Die Gemeinde Langenpreising besteht aus den Ortsteilen Holzhausen, Langenpreising, Rosenau, Weipersdorf und Zustorf, sowie den Weilern Appolding, Hof, Myrth und Pottenau.

Gemeindegebiet von Langenpreising

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühe Besiedelung des Gemeindegebietes beweist der Fund eines 2500 Jahre alten Steinbeils bei Holzhausen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort Langenpreising im Jahr 767, in der ein Mitglied der Prisonen, aus dem sich das Grafengeschlecht der Preysing entwickelte, den Ort Prisinga übergibt. Der Ortsname leitet sich höchstwahrscheinlich vom Namen der Familie Priso ab. Daraus geht hervor, dass sich der Ort ursprünglich nur Preising nannte, aber bereits im Jahr 1318 wurde der heutige Ortsname Langenpreising erwähnt, um sich vom neuen Burgsitz der Preysinger Altenpreising (Kronwinkl) unterscheiden zu können.

Im Mittelalter war der Hauptgrundherr neben einigen anderen der bayerische Herzog. Durch Schenkung durch Gräfin Bertha von Ebersberg gelangte auch das Regensburger Stift Obermünster in den Besitz von Teilen des Ortes. Nach dem Umzug der Grafen von Preysing entstand am Ort ein neuer Edelsitz, der ab 1490 Hofmark wurde.

Die Ortschaft Langenpreising war ältester Stammsitz der Grafen von Preysing, die hier seit dem 11. Jahrhundert nachweisbar sind. Im Dreißigjährigen Krieg brach in den Jahren 1632/33 die Pest aus. Im Kurfürstentum Bayern gehörte Langenpreising zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding. Während der Reformen durch Maximilian Graf von Montgelas 1818 entstand die heutige Gemeinde.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der katholische Theologe und Philosoph Martin Deutinger wurde in der Langenpreisinger Schachtenmühle am 24. März 1815 geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde auf dem südlichen Gemeindegebiet der Mittlere-Isar-Kanal gebaut, der während Belastungsversuchen in einer Kurve ausbrach und Langenpreising überschwemmte. Im Zweiten Weltkrieg wurde Langenpreising am 1. Mai durch das 342. US Infantry Regiment befreit. Man stieß dabei auf keinen nennenswerten Widerstand. Ab 1966 bis zur Wahl 2008 war Rudolf Weiß (CSU) 42 Jahre lang der Erste Bürgermeister von Langenpreising.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrgemeinde Langenpreising
  • Evangelische Kirchengemeinde Langenpreising

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt[2]:

Stand Einwohner
1960 1491
1970 1565
1980 1755
1990 2082
1995 2305
2000 2408
2005 2554
Stand Einwohner
2006 2545
2007 2588
2008 2579
2009 2586
2010 2640
2011 2627
2012 2633
Stand Einwohner
2013 2641
2014 2695
2015 2731

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 1144 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 72,09 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren nahm die Einwohnerzahl um 7,31 (3,96) Prozent zu.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl am 2. März 2008 wurde Peter P. Deimel (FWG) mit 58,8 % im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Seine Konkurrenten waren Albert Deutinger (21,4 %) von der CSU und Andreas Steiner (19,8 %) von der SPD.

1. Bürgermeister Peter P. Deimel (FWG)
2. Bürgermeister Andreas Steiner (SPD)
3. Bürgermeister Josef Strasser (FWG)

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei Sitze
CSU 4
FWG 6
SPD 2
FW Zustorf 2
Insgesamt 14

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Langenpreising wurde am 21. Dezember 1962 festgelegt: „Gespalten; vorne in Rot eine silberne Zinnenmauer, hinten in Blau 6, in 3 Reihen paarweise gestellte goldene heraldische Lilien.“

Neben dem Wappen führt die Gemeinde eine Flagge mit den Farben Blau-Weiß-Rot.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Martin, Langenpreising: Saalkirche mit spätgotischem Chor, 1756/58 von Johann Baptist Lethner erhöht; Langhaus und Westturm um 1771 von Lethner errichtet; Ausstattung mit Stile des späten Rokoko
  • Katholische Nebenkirche St. Peter, Langenpreising: Saalbau, wahrscheinlich gotisch, Ende des 17. Jahrhunderts barockisiert
  • Katholische Pfarrkirche St. Stephanus, Zustorf: spätromanischer Turmunterbau aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, ziegelsichtiger Saalbau im spätgotischen Stil von 1510
  • Katholische Filialkirche Hl. Kreuzerhöhung, Hinterholzhausen: 1753 durch Johann Baptist Lethner im Rokokostil errichtet

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 80 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 34 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 889. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 92 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1939 Hektar, davon waren 1476 Hektar Ackerfläche und 458 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenpreising liegt direkt an der Bundesautobahn 92 München-Deggendorf, sowie an den Staatsstraßen 2085, 2082 und 2331. Über diese Straßen ist auch der Internationale Flughafen von München zu erreichen, zu dessen Einzugsbereich die Gemeinde zählt. Der nächste Bahnhof befindet sich in der Stadt Moosburg an der Bahnstrecke München–Regensburg. Die Buslinien 501 und 502 sowie das Ruftaxi 5010 des MVV (Münchner Verkehrs- und Tarifverbund) führen nach oder durch Langenpreising.

Entlang des Mittlere-Isar-Kanals verlief bis 1967 die zu dessen Bau errichtete Bahnstrecke Altenerding–Pfrombach.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindekindergarten „Villa Regenbogen“ Langenpreising[3]
  • katholischer Pfarrkindergarten Langenpreising[3]
  • Grundschule Langenpreising[3]

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kläranlage Langenpreising[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Deutinger (1815–1864), katholischer Theologe und Philosoph
  • Johannes Vollrath (1930–2013), Maler, Grafiker, Bildhauer und Träger des Kulturpreises des Landkreises Erding, lebte in Langenpreising[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerisches Landesamt für Statistik: 12111-101z Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage. Online auf www.statistikdaten.bayern.de. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  3. a b c d Gemeinde Langenpreising: Einrichtungen der Gemeinde (Memento vom 28. Mai 2010 im Internet Archive)
  4. Kurier Erding zum Tod von Johannes Vollrath

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langenpreising – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien