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Wartenberg (Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wartenberg (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wartenberg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 24′ N, 11° 59′ OKoordinaten: 48° 24′ N, 11° 59′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Erding
Verwaltungs­gemeinschaft: Wartenberg
Höhe: 430 m ü. NHN
Fläche: 17,88 km²
Einwohner: 5497 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 307 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 85456, 85447
Vorwahl: 08762
Kfz-Kennzeichen: ED
Gemeindeschlüssel: 09 1 77 143
Marktgliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 8
85456 Wartenberg
Website: www.vg-wartenberg.de
Bürgermeister: Christian Pröbst (CSU)
Lage des Marktes Wartenberg im Landkreis Erding
KarteOberdingEittingBerglernLangenpreisingMoosinningErdingBockhorn (Oberbayern)Taufkirchen (Vils)DorfenSankt Wolfgang (Oberbayern)LengdorfWartenberg (Oberbayern)Kirchberg (Oberbayern)HohenpoldingSteinkirchen (Oberbayern)Inning am HolzFraunbergIsenFinsingWalpertskirchenForsternNeuchingOttenhofenPastettenBuch am BuchrainWörth (Landkreis Erding)Landkreis Mühldorf am InnLandkreis EbersbergMünchenLandkreis MünchenLandkreis LandshutLandkreis Freising
Karte
Wartenberger Burgkapelle auf dem Nikolaiberg

Wartenberg ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Erding und ein Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft. Wartenberg liegt zwischen Erding (13 km) und Moosburg (8 km) am Ostrand der Münchener Schotterebene.

Der Markt Wartenberg liegt direkt am Übergang vom Erdinger Moos im Westen zum hügeligen, waldreichen Holzland im Osten. Nach Landshut sind es 22 km, nach Moosburg an der Isar 10 km, zum Flughafen München 20 km, in die Kreisstadt Erding 15 km, nach Dorfen 25 km und in die Landeshauptstadt München rund 52 km. Durch das Gemeindegebiet fließt der Mittlere-Isar-Kanal.

Gemeindegliederung

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Es gibt fünf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Es gibt die Gemarkungen Auerbach und Wartenberg.[4]

Um 1105 gelangten die Wittelsbacher Pfalzgrafen in Besitz verschiedener Güter und Ländereien an Strogn und Sempt und errichteten an der Stelle einer wohl schon im 10. oder 11. Jahrhundert bestehenden Befestigungsanlage um 1116/17 eine Burg am „monte Wartenberc“. Dadurch wurde Wartenberg ein bedeutender Zentralort für die Wittelsbacher Besitzungen im Erdinger Raum. Zeitweise benannten sich die Wittelsbacher auch nach ihrem Wartenberger Sitz.

Der zu Beginn des 13. Jahrhunderts noch als „Dorf“ bezeichnete Ort erhielt vermutlich bereits 1290, sicher jedoch mit der belegten Bestätigung 1329 das Marktrecht. Im 14. Jahrhundert verlor die Burg Wartenberg zunehmend ihre militärische Notwendigkeit und wurde um 1370 abgetragen; heute kann man auf dem Nikolaiberg die mittelalterliche St. Nikolaus-Kapelle besuchen. Wegen der waldreichen, schönen Gegend kamen die Wittelsbacher nach wie vor gerne nach Wartenberg und errichteten unweit der ehemaligen Burganlage ein Jagdhaus (urkundlich erwähnt 1409) am Nikolaiberg. Es steht als ältestes profanes Gebäude noch an der ursprünglichen Stelle und wurde bis heute verschiedentlich genutzt (Firmensitz, Schulhaus, Künstlerhaus).

Ab 16. Jahrhundert

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Kupferstich des Markts Wartenberg von Michael Wening, 1723

Ferdinand von Bayern, der nachgeborene Sohn des Herzogs Albrecht V. heiratete am 26. Dezember 1588, gegen den Widerstand seiner Familie, in morganatischer Ehe Maria von Pettenbeck, die 15-jährige Tochter des Haager Landrichters Georg von Pettenbeck. Wegen des niedrigen Adelsstands seiner Frau, der von den Hausgesetzen nicht als ebenbürtig anerkannt wurde, entsagte Ferdinand für sich und seine Nachkommen auf die bayerische Thronfolge, erhielt jedoch Schloss und Gut Wartenberg, jährliche Apanagezahlungen, zwei Rittergüter, sowie die vertragliche Zubilligung der Sukzession in Bayern bei einem eventuellen Aussterben der Nachkommen seines älteren Bruders Wilhelm V. Dieser schenkte dem Paar bei der Hochzeit zusätzlich die Grafschaft Haag, wo die Braut herstammte. 1602 erhob er die Kinder zu Gräfinnen und Grafen von Wartenberg. Jene Seitenlinie der Wittelsbacher, auch die sogenannte „Ferdinandinische Linie“ genannt, erlosch 1736 im Mannesstamm, sonst hätte sie 1777, beim Aussterben der bayerischen Wittelsbacher – neben den pfälzischen Familienzweigen Sulzbach bzw. Zweibrücken, wovon alle heutigen Wittelsbacher abstammen – einen Rechtsanspruch auf die Nachfolge gehabt.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Auerbach eingegliedert.[5]

Einwohnerstatistik

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Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt[6]:

Jahr Einwohner
19602093
19702469
19802853
19903450
19954142
20004356
20054612
Jahr Einwohner
20064646
20074646
20084706
20094743
20104783
20114865
20124868
Jahr Einwohner
20134917
20145009
20155085
20165286
20175396
20185461
20195577
20246021[7]
  • Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 2501 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 96,79 Prozent.
  • Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 3214 auf 5461 um 2247 Einwohner bzw. um 69,9 %.

Konfessionsstatistik

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Von den 6021 Einwohnern waren 43,5 % (2620) römisch-katholisch, 8,1 % (487) evangelisch und 48,4 % gehörten einer anderen oder keiner Glaubensgemeinschaft an.[7]

Wahlbeteiligung: 61,2 % (2014: 54,0 %)
 %
50
40
30
20
10
0
48,9 %
13,6 %
11,0 %
16,0 %
10,5 %
Neue Mitte
Paul Weber (1823–1916): Mühle bei Wartenberg, Privatbesitz

Marktgemeinderat

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Dem Marktgemeinderat gehören 20 hierfür gewählte Bürger an (2014: 16 Sitze). Seit der Kommunalwahl vom 8. März 2026 setzt er sich wie folgt zusammen (mit Vergleich zur Wahl 2014 und 2020):

Partei/ListeCSUGrüneSPDFDPFWNeue MitteGesamt
Sitze 2026[9] 10 3 2 3 2 20
Sitze 202093213220
Sitze 20145314316

Verwaltungsgemeinschaft

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Der Verwaltungsgemeinschaft Wartenberg gehören dieser Markt und die Gemeinden Berglern und Langenpreising an.

Wappen und Flagge

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Blasonierung: „In Rot ein geflügelter goldener Drache mit silberner Pfeilzunge und Stachelschwanz.“[10]

Außerdem führt die Gemeinde eine Flagge mit den Farben Rot-Gelb (früher Grün-Rot).

Wartenberg wird durch die MVV-Regionalbuslinie 501 mit Moosburg (Zuganschluss nach Landshut, Freising und München) und Erding (S-Bahn-Anschluss nach München) verbunden. Zusätzlich verkehrt die Linie 502 auf anderem Weg nach Erding. Abends und am Wochenende kommt stattdessen die Ruftaxi-Linie 5010 zum Einsatz (ohne Verbindung nach Moosburg).

Entlang des Mittlere-Isar-Kanals verlief bis 1967 die zu dessen Bau errichtete Bahnstrecke Altenerding–Pfrombach.

Blick auf Wartenberg mit Pfarrkirche Mariä Geburt
  • Die Pfarrkirche Mariä Geburt wurde 1719–23 von Anton Kogler erbaut, der Turm wurde 1763 von Johann Baptist Lethner aufgestockt.
  • Auf dem Nikolaiberg steht die ehemalige spätromanische Burgkapelle (herrliche Aussicht)
  • Das ehemalige Wittelsbacher Jagdhaus
  • Der Marktplatz mit Mariensäule
  • die Friedhofskapelle aus dem 15. Jahrhundert wurde im 17. Jahrhundert innen umgebaut.
  • Die Filialkirche St. Ulrich in Pesenlern ist kleiner romanischer Bau vom Ende des 12. Jahrhunderts.

Bedeutung über Wartenberg hinaus hat die Klinik Wartenberg, eine internistische Fachklinik für Akutmedizin und Rehabilitation mit 200 Betten. Sie hat die Rechtsform einer Stiftung. Die aus dem Sanatorium Wartenberg von Hans Selmair hervorgegangene Klinik beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiter.

Söhne und Töchter der Gemeinde

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  • J. B. Prechtl: Kurze Chronik des Marktes Wartenberg Oberbayern, Wartenberg, 1979.
  • Dreier Alfred (Hrsg.): „Wartenberg und die Wittelsbacher“, Wartenberg, 1980
Commons: Wartenberg (Oberbayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Wartenberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 14. Mai 2021.
  3. Gemeinde Wartenberg, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 18. Dezember 2021.
  4. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 458.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik: 12111-101z Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage. Online auf www.statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 5. Juni 20196.
  7. 1 2 Bürgrversammlung. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 11. Mai 2026. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  8. Markt Wartenberg, Wahl des Marktgemeinderats 2026, Gesamtergebnis abgerufen am 10. Mai 2026
  9. Ergebnisse Wahl des Gemeinderats in Markt Wartenberg. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  10. Wappen von Wartenberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte