Gammelsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gammelsdorf
Gammelsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gammelsdorf hervorgehoben
Koordinaten: 48° 33′ N, 11° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Verwaltungs­gemeinschaft: Mauern
Höhe: 495 m ü. NHN
Fläche: 21,63 km2
Einwohner: 1462 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85408
Vorwahl: 08766
Kfz-Kennzeichen: FS
Gemeindeschlüssel: 09 1 78 125
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Bachberg 4
85408 Gammelsdorf
Webpräsenz: www.gemeinde-gammelsdorf.de
Bürgermeister: Paul Bauer (Überparteiliche Wählergruppe Gammelsdorf)
Lage der Gemeinde Gammelsdorf im Landkreis Freising
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Über dieses Bild

Gammelsdorf (bairisch: Gammaschdaf) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mauern.

Luftbild von Gammelsdorf

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gammelsdorf liegt rund zehn Kilometer nördlich von Moosburg an der Isar und 15 Kilometer westlich von Landshut am südöstlichen Rand der Hallertau. Diese beiden Städte sind deutlich schneller zu erreichen als die Kreisstadt Freising, die 23 Kilometer in südöstlicher Richtung entfernt ist. Das Gemeindegebiet bildet somit den nordöstlichen Eckpfeiler des Landkreises Freising und grenzt bereits an die Gemeinden Bruckberg, Obersüßbach und Volkenschwand in den niederbayerischen Nachbarlandkreisen Landshut und Kelheim. Die Gemeinde zählt zur Planungsregion München, worin sie als ländlich strukturierte und eher dünn besiedelte Gemeinde eine Ausnahme bildet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Gammelsdorf besteht aus 27 namentlich benannten Ortsteilen[2]:

  • Berghof
  • Daberg
  • Dreifaltern
  • Flickendorf
  • Gabelsberg
  • Gammelsdorf
  • Gelbersdorf
  • Giglberg
  • Häringsschwaig
  • Hiendlberg
  • Katharinazell
  • Kothingried
  • Kreuzholzen
  • Landersdorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der genaue Entstehungszeitpunkt Gammelsdorfs ist nicht bekannt. Er dürfte aber mit dem der angrenzenden Dörfer Rehbach und Reichersdorf zusammenfallen, die nachweislich schon um 780 besiedelt waren.[3] Erste schriftliche Belege des Ortes stammen aus dem Jahr 1075 und nennen den Ort Gamanolvesdorf. Gammelsdorf ist vor allem durch die Schlacht von Gammelsdorf am 9. November 1313 bekannt. Ludwig der Bayer besiegte damals im Kampf um die Vormachtstellung im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation seinen Vetter, Herzog Friedrich von Österreich.

Seit 1818[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gammelsdorf wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde. 1842 wurde ein neugotisches Denkmal an der Moosburger Straße errichtet, das an die Schlacht von Gammelsdorf erinnert. Ihr wird auch bei dem in Gammelsdorf jährlich stattfindenden Monarchistentreffen gedacht. Die Verwaltungsgemeinschaft Mauern, zu der auch die Gemeinde Gammelsdorf gehört, wurde zum 1. Mai 1978 gegründet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Reichersdorf eingegliedert.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Teile der aufgelösten Gemeinden Enghausen und Margarethenried hinzu.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl
2014
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
70,8
29,2
ÜWG
BGG

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über zwanzig Jahre gab es in Gammelsdorf nur eine Liste, die Überparteiliche Wählergruppe Gammelsdorf. Seit Mai 2014 gehört dem Gemeinderat erstmals auch die Bürgernahe Gruppe Gammelsdorf an.

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:[6]

Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014
Überparteiliche Wählergruppe Gammelsdorf 12 12 8
Bürgernahe Gruppe Gammelsdorf - - 4
Gesamt 12 12 12

Nach Prozenten wurde folgendermaßen abgestimmt:

Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014
Überparteiliche Wählergruppe Gammelsdorf 99,8 99,8 70,8
Bürgernahe Gruppe Gammelsdorf - - 29,2
Gesamt 100 100 100

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Bauer von der Überparteilichen Wählergruppe Gammelsdorf, der seit 1996 Erster Bürgermeister ist, wurde am 16. März 2014 mit 82,5 % der Stimmen für seine vierte Amtszeit wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die offizielle Wappenbeschreibung (Blasonierung) lautet: In Blau eine aus dem unteren Schildrand wachsende, senkrechte silberne Lanze, unten belegt mit einem goldenen Armbrustbolzen und goldenem Morgenstern. Lanze, Bolzen und Morgenstern erinnern an die Schlacht von Gammelsdorf; dabei steht die Lanze für die Ritter, Bolzen und Morgenstern sind symbolisch für die Fußtruppen, die entscheidend zum Sieg Ludwigs beitrugen. Silber und Blau sind eine Reminiszenz an die Wittelsbacher bzw. bayerischen Farben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregionale Bekanntheit erlangte Mitte der 1970er bis Mitte der 1990er Jahre der Liveclub Circus wegen seiner Konzertveranstaltungen. Die ursprünglich als Kino und Café betriebene Lokalität war angeblich das „weltweit erste Land-Programmkino“. 1994 fiel das Lokal einer Brandstiftung zum Opfer und durfte nicht wieder errichtet werden.[7][8] Alljährlich findet in Gammelsdorf mit dem Nachtumzug am Abend des Rosenmontags ein in weitem Umkreis bekannter Faschingsumzug statt.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Drexl (1885–1951), Byzantinist und Gymnasiallehrer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek: Suchergebnis - Gammelsdorf. Online auf bayerische-landesbibliothek-online.de. Abgerufen am 9. Juli 2016.
  3. Ingrid Bloss-Mannal, Helga Heubach, Petra Hübner: Freistaat Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern Global-Verlag, 1985, 264 S.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 464.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 575.
  6. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/index.php
  7. Kleinkunstland Bayern: Heroen des Musikunderground in Gammelsdorf (Memento vom 11. Oktober 2013 im Internet Archive), Bayern 2. (Stand: 12. Juni 2012)
  8. Als Kurt Cobain noch in der Dorfdisko spielte: Nichts los in München – wild, punkig und unabhängig war es nur in Clubs wie dem Circus Gammelsdorf oder dem Ballroom Esterhofen, Süddeutsche Zeitung Jugendseite, 29. Woche 2006.
  9. Unsere Termine im Fasching 2016. Online auf www.narhalla-gammelsdorf.de. Abgerufen am 9. Juli 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gammelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien