Allershausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Allershausen
Allershausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Allershausen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 26′ N, 11° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Verwaltungs­gemeinschaft: Allershausen
Höhe: 442 m ü. NHN
Fläche: 26,55 km2
Einwohner: 5840 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 220 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85391
Vorwahl: 08166
Kfz-Kennzeichen: FS
Gemeindeschlüssel: 09 1 78 113
Gemeindegliederung: 14 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Johannes-Boos-Platz 6
85391 Allershausen
Website: www.allershausen.de
Erster Bürgermeister: Martin Vaas (Parteifreie Wähler[2])
Lage der Gemeinde Allershausen im Landkreis Freising
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Über dieses Bild

Allershausen ist eine ländliche Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising sowie Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allershausen liegt am nördlichen Rand der Münchner Schotterebene an der Mündung der Glonn in die Amper. Im Westen durchquert die Autobahn A 9 das Gemeindegebiet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Gemeinden grenzen an die Gemeinde Allershausen (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Paunzhausen (Lkrs. Freising), Schweitenkirchen (Lkrs. Pfaffenhofen/Ilm), Kirchdorf an der Amper (Lkrs. Freising), Kranzberg (Lkrs. Freising) und Hohenkammer (Lkrs. Freising).

Gliederung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren die Gemarkungen Aiterbach, Allershausen und Tünzhausen.

Es gibt 14 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Joseph

Archäologische Funde lassen sich auf 2000 v. Chr. datieren und bestätigen, dass die Gemeinde zu einem uralten Siedlungsgebiet gehört.

Die Kelten besiedelten etwa 500 v. Chr. das Gebiet und gaben den beiden Flüssen Amper (Amba) und Glonn (Clana) ihre Namen.

Die Römer besetzten 15 n. Chr. das Gebiet ohne Widerstand der Noriker, des Keltenstammes, der zu dieser Zeit dort siedelte. 450 Jahre später drangen die germanischen Stämme in das Gebiet vor und zwangen die Römer zum Rückzug. Der Stamm der Bajuwaren teilte sich das Gebiet mit den verbliebenen Kelten. Die vielen Orte im Landkreis mit -ing und -hausen im Namen zeigen, dass die Siedlungsgründungen vor und während der Landnahme der Bajuwaren erfolgt sind.

Schriftlich erwähnt wurde der Ort erstmals im Jahr 814 in einer urkundlichen Niederschrift als „Adalhareshusum“, eine Zusammenziehung des Personennamens Adalhar mit dem Bestimmungswort hûs, was „bei den Häusern des Adalhar“ heißt. Adalhar bedeutet so viel wie edler Krieger Weitere Erwähnungen erfolgten 822 als „Adlahareshusir“ und etwa 1140 als Adlhershusen. Der heutige Ortsname ist seit 1466 belegt.

Da der Ort seit 1190 an das Prämonstratenserkloster Neustift bei Freising geschenkt worden war, enthält das Gemeindewappen die Neustifter Schlüssel. In einer schweren Zeit am Ende des 18. Jahrhunderts ließ Abt Joseph von Neustift die Pfarrkirche neu erbauen.

Gedenktafel für den Erbauer der Pfarrkirche, Abt Joseph von Neustift

Sie wurde am 4. Oktober 1783 mit dem Patronat des heiligen Josef geweiht. 1872 wurde der Turm auf 64 Meter erhöht und das Kirchenschiff 1892 um zehn Meter nach Westen verlängert. Der sogenannte „Dom des Ampertales“ wurde vor der 200-Jahr-Feier im Jahre 1983 gründlich renoviert.

Allershausen gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Kranzberg des Kurfürstentums Bayern. Durch ein Edikt des bayerischen Königs von 1808/1818 siedelten sich hauptsächlich protestantische Einwanderer aus der bayerischen Pfalz an. Sie bauten 1835 im Ortsteil Oberallershausen eine evangelische Kirche und gründeten eine der ersten protestantischen Gemeinden in Altbayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns wurde am 1. April 1971 die Gemeinde Aiterbach nach Allershausen eingemeindet. Am 1. Januar 1972 kamen die Ortsteile Göttschlag, Kreuth und Tünzhausen der aufgelösten Gemeinde Tünzhausen sowie der Gemeindeteil Oberkienberg der aufgelösten Gemeinde Schlipps hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3.756 auf 5.847 um 2.091 Einwohner bzw. um 55,7 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2020
 %
50
40
30
20
10
0
40,2 %
16,4 %
43,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+5,0 %p
+4,1 %p
-9,1 %p

Die Kommunalwahlen 2002, 2008, 2014 und 2020 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat. Seit 2020 gehören dem Gemeinderat drei Parteien und Gruppierungen an:

Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014 2020
CSU 6 6 7 8
SPD 2 1 2 3
Parteifreie Wähler 6 9 11 9
Unabhängige Wählergemeinschaft 2 - - -
Gesamt 16 16 20 20

Nach Prozenten wurde folgendermaßen abgestimmt:

Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014 2020
CSU 36,8 34,1 35,2 40,2
SPD 11,8 10,5 12,3 16,4
Parteifreie Wähler 39,7 55,4 52,5 43,4
Unabhängige Wählergemeinschaft 11,7 - - -

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Martin Vaas.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Allershausen

Amtliche Wappenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot über einem dem unteren Schildrand folgenden goldenen Seil ein doppelbärtiger, silberner Schlüssel.

Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das goldene Seil erinnert an eine rechtshistorische Besonderheit aus der frühen Geschichte der Gemeinde. Allershausen wird in einer Urkunde aus dem Jahr 827 in Verbindung mit einer Güterübertragung an den Dom von Freising genannt, die symbolisch durch die Übergabe eines Glockenseils vollzogen wurde. Der silberne doppelbärtige Schlüssel im roten Feld entspricht dem Wappen der Prämonstratenserabtei Neustift in Freising; der Doppelschlüssel weist auf die Klosterpatrone Peter und Paul hin. Allershausen stand seit dem 12. Jahrhundert in enger Verbindung zu diesem Kloster, das bis zur Säkularisation 1803 der wichtigste Grundherr im Gemeindegebiet war.[5]

Kultur und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2017 fertiggestellte Glonnanlage als neue Dorfmitte

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leonhardiritt nach Leonhardsbuch
  • Volksfest Allershausen (jedes Jahr am letzten Juliwochenende); eine gemeinsame Veranstaltung des TSV und des Schützenverein Diana Allershausen e.V.
  • Tanz in den Mai des Katholischen Burschenvereins Allershausen

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Squashverein SRC Allershausen spielte mehrere Jahre in der 2. Bundesliga.

Der Schützenverein Diana Allershausen e.V. hat ca. 200 Mitglieder. Der TSV Allershausen hat mit seiner Fussballabteilung die größte Abteilung, hinzu kommen auch Sportarten, wie Tennis, Tanzen und Ski alpin.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nähe der Autobahn A 9 begünstigt die Ansiedlung von Gewerbe und Gaststätten. Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft neun, im Produzierenden Gewerbe 430 und im Bereich Handel und Verkehr 648 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 238 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1761. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es vier, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 84 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1969 Hektar. Davon waren 1598 Ackerfläche und 367 Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autobahn A 9 (München-Nürnberg-Berlin) hat hier die Anschlussstelle Allershausen. Nach Freising führt die St 2084. Eine ÖPNV-Anbindung besteht mit den MVV-Buslinien 616 und 619 nach Freising und nach Hohenkammer. Die Linie 695 verbindet Allershausen mit Eching und dem U-Bahnhof Garching-Hochbrück der U-Bahn München.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 1999):

  • Kindergärten: 150 Kindergartenplätze mit 162 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 32 Lehrern und 589 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat kann Personen, die sich in besonderem Maße um die Gemeinde verdient gemacht haben, die Ehrenbürgerschaft verleihen. Diese Ernennung ist mit keinen Privilegien verbunden. Eine posthume Verleihung ist nicht möglich.

Bislang wurden mindestens vier Personen zu Ehrenbürgern von Allershausen ernannt. Es sind jedoch nicht alle Protokolle der Gemeinderatssitzungen erhalten.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten die vor Ort wirkten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Martin Manl (1766–1835), Bischof von Speyer und von Eichstätt, war 1810/11 Pfarrer von Allershausen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Allershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Allershausen: Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Allershausen. Martin Vaas, 1. Bürgermeister. Abgerufen am 10. Mai 2020.
  3. Gemeinde Allershausen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 12. September 2019.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 464.
  5. Haus der Bayerischen Geschichte – Bayerns Gemeinden. Abgerufen am 4. Mai 2017.