Hünfelden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hünfelden
Hünfelden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hünfelden hervorgehoben

Koordinaten: 50° 19′ N, 8° 8′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 238 m ü. NHN
Fläche: 62,7 km2
Einwohner: 9661 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65597
Vorwahlen: 06438, 06431Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 008
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Le-Thillay-Platz
65597 Hünfelden
Website: www.huenfelden.de
Bürgermeisterin: Silvia Scheu-Menzer (parteilos)
Lage der Gemeinde Hünfelden im Landkreis Limburg-Weilburg
Rheinland-PfalzHochtaunuskreisRheingau-Taunus-KreisLahn-Dill-KreisBad CambergBeselichBrechen (Hessen)Dornburg (Hessen)Elbtal (Hessen)Elz (Westerwald)HadamarHünfeldenLimburg an der LahnLimburg an der LahnLöhnbergMengerskirchenMerenbergRunkelSelters (Taunus)VillmarWaldbrunn (Westerwald)WeilburgWeilmünsterWeinbachKarte
Über dieses Bild

Hünfelden ist eine Gemeinde im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hünfelden liegt im Taunus nördlich der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden an der der Hühnerstraße (Bundesstraße 417).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hünfelden grenzt im Norden an die Stadt Limburg und die Gemeinde Brechen, im Osten an die Gemeinde Selters und die Stadt Bad Camberg (alle im Landkreis Limburg-Weilburg), im Süden an die Gemeinden Hünstetten und Aarbergen (beide im Rheingau-Taunus-Kreis), sowie im Westen an die Verbandsgemeinden Aar-Einrich und Diez (beide im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus folgenden sieben Ortsteilen, die ehemals selbstständig waren:

Ortsteile Einwohner
Dauborn 2714
Kirberg 2295
Mensfelden 1297
Heringen 983
Nauheim 882
Ohren 774
Neesbach 761
Gesamt 9706

Stand: 1. Januar 2019[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet der heutigen Gemeinde Hünfelden kann Mensfelden auf die älteste bekannte Erwähnung aus dem Jahr 775 verweisen. Dauborn, Heringen und das zwischenzeitlich untergegangene Dorf Bubenheim auf dem Gebiet des heutigen Kirberg folgten 790 im Goldenen Buch der Abtei Prüm. Durch das Hünfeldener Gebiet zogen sich die Via Publica sowie die Hühnerstraße (heutige Bundesstraße 417). 1355 wurde in Kirberg eine Burg errichtet.

Im Jahr 1235 wurde das Zisterzienserinnenkloster Gnadenthal gegründet, das 1590 mit einem großen Äbtissinnenhaus ausgestattet wurde. Nach der Reformation wurde die Anlage zur nassauischen Staatsdomäne. Seit 1969 besteht dort die christliche Kommunität Jesus-Bruderschaft.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hünfelden entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Oktober 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Dauborn, Heringen, Kirberg, Mensfelden, Nauheim, Neesbach und Ohren.[3][4] Der Namen „Hünfelden“ wurde damals wegen der zahlreichen Hünengräber aus der Hallstattzeit rund um die Ortsteile Heringen und Ohren gewählt. Die Gemeinde hatte bei ihrer Gründung 6952 Einwohner. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Hünfeld wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hünfelden 9785 Einwohner. Darunter waren 276 (2,8 %) Ausländer, von denen 148 aus dem EU-Ausland, 84 aus anderen Europäischen Ländern und 44 aus anderen Staaten kamen.[6] Die Einwohner lebten in 3983 Haushalten. Davon waren 1000 Singlehaushalte, 1267 Paare ohne Kinder und 1349 Paare mit Kindern, sowie 321 Alleinerziehende und 46 Wohngemeinschaften.[7] 5150 Einwohner gehörten der evangelischen (52,6 %) und 2104 Einwohner der katholischen (21,5 %) Konfession an.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hünfelden: Einwohnerzahlen von 1970 bis 2015
Jahr  Einwohner
1970
  
6.867
1973
  
7.427
1975
  
7.870
1980
  
8.708
1985
  
9.106
1990
  
9.396
1995
  
9.983
2000
  
10.359
2005
  
10.231
2010
  
9.852
2011
  
9.785
2015
  
9.646
Quellen: [9]; Hessisches Statistisches Informationssystem[10]; Zensus 2011[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[11] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[12][13][14]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
    
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 36,5 11 38,3 12 42,4 13 40,8 15 39,5 15
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,7 10 36,3 11 34,5 11 40,5 15 35,9 13
FBH Freie Bürgerliste Hünfelden 24,9 8 25,4 8 17,1 5 16,1 6 19,9 7
FDP Freie Demokratische Partei 5,9 2 2,5 1 1,6 1
ALH Alternative Liste für Hünfelden 5,4 2
Linke Die Linke 0,5 0
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 3,1 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 54,1 49,9 48,5 45,6 51,4
Rathaus der Gemeinde Hünfelden in Kirberg

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Hünfelden neben der Bürgermeisterin sieben ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[15]

Bürgermeisterin ist seit 1. März 2011 die parteilose Silvia Scheu-Menzer. Sie ist bis 2023 wiedergewählt.[15][16] Ihre direkt gewählten Amtsvorgänger waren:[15]

  • 1999 bis 2011 Norbert Besier
  • 1987 bis 1999 Fritz Stauf
  • 1972 bis 1987 Erich Valeske

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ruine der Burg Kirberg
  • restaurierte Fachwerkbauten und das ehemalige Rathaus im Ortsteil Kirberg
  • Stein'sches Haus in Kirberg
  • ehemaliges Kloster Gnadenthal

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Heimatmuseum in Kirberg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hünfelden hat sich zu einer beliebten Wohngemeinde mit ländlichem Charakter entwickelt. Mit der Bundesstraße 417 nach Wiesbaden und Limburg verfügt sie über eine gute Verkehrsanbindung. Auch befinden sich in kurzer Entfernung die beiden Anschlussstellen Limburg-Süd und Bad Camberg der Bundesautobahn 3, über die das Rhein-Main-Gebiet schnell zu erreichen ist. Nächstgelegener Fernbahnhof ist der Bahnhof Limburg Süd.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiherr-vom-Stein-Schule ist eine Grund-, Haupt- und Realschule mit einem gymnasialen Zweig.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten Kirberg
  • Kindergarten Dauborn
  • Kindergarten Heringen
  • Kindergarten Mensfelden
  • Kindergarten Nauheim
  • Kindergarten Neesbach
  • Kindergarten Ohren
  • Freiwillige Feuerwehr Kirberg, gegr. 1905 (seit 25. Oktober 1970 mit Jugendfeuerwehr und ab 15. August 2010 mit Kinderfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Dauborn, gegr. 1906 (seit 10. August 1975 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Heringen, gegr. 1909 (seit 12. Januar 1974 mit Jugendfeuerwehr und ab 5. April 2008 mit Kinderfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Mensfelden, gegr. 1935 (seit 16. März 1993 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Nauheim, gegr. 1934 (seit 1. März 1973 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Neesbach, gegr. 1934 (seit 1. April 1972 mit Jugendfeuerwehr und seit 30. Oktober 2009 mit Kinderfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Ohren, gegr. 1934 (seit 1. April 1972 mit Jugendfeuerwehr)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Hünfelden: Statistiken – Einwohner der Ortsteile der Gemeinde Hünfelden, abgerufen am 8. Februar 2019
  3. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 17. September 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 39, S. 1603, Punkt 1320; Abs. 11. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 9,2 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 369.
  5. Hauptsatzung. (PDF; 135 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Hünfelden, abgerufen im Januar 2021.
  6. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Hünfelden. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Januar 2021.
  7. Haushalte nach Familien: Hünfelden. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Januar 2021.
  8. Religionszugehörigkeit: Hünfelden. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Januar 2021.
  9. Hünfelden, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 5. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  10. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  11. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  12. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  14. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  15. a b c Bürgermeister-Direktwahlen in Hünfeld, Konrad-Zuse-Stadt. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  16. Gemeinde Hünfelden: Bürgermeisterwahlen 2016 - Wahltag und Stichwahltag (Memento vom 13. Dezember 2016 im Internet Archive), abgerufen am 13. Dezember 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hünfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien