Merenberg

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Dieser Artikel behandelt die hessische Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg. Zur deutschen High-Society-Lady siehe Sophie von Merenberg.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Merenberg
Merenberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Merenberg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 31′ N, 8° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 253 m ü. NHN
Fläche: 23,1 km²
Einwohner: 3231 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35799
Vorwahlen: 06471, 06476
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Allendorfer Straße 4
35799 Merenberg
Webpräsenz: www.merenberg.de
Bürgermeister: Reiner Kuhl (parteilos)
Lage der Gemeinde Merenberg im Landkreis Limburg-Weilburg
Rheinland-Pfalz Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Lahn-Dill-Kreis Bad Camberg Beselich Brechen (Hessen) Dornburg (Hessen) Elbtal (Hessen) Elz (Westerwald) Hadamar Hünfelden Limburg an der Lahn Limburg an der Lahn Löhnberg Mengerskirchen Merenberg Runkel Selters (Taunus) Villmar Waldbrunn (Westerwald) Weilburg Weilmünster WeinbachKarte
Über dieses Bild
Die Karte der Topographische Aufnahme der Rheinlande auf der Merenberg und seine Ortsteile verzeichnet sind

Der Marktflecken Merenberg ist eine Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen, Deutschland, am Südrand des Westerwalds zwischen der Kreisstadt Limburg an der Lahn und Weilburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merenberg grenzt im Norden an die Gemeinde Mengerskirchen, im Osten an die Gemeinde Löhnberg, im Süden an die Stadt Weilburg, im Südwesten an die Gemeinde Beselich, sowie im Westen an die Gemeinde Waldbrunn (alle im Landkreis Limburg-Weilburg).

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merenberg besteht aus den fünf Ortsteilen Merenberg, Barig-Selbenhausen, Allendorf, Reichenborn und Rückershausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Almerskopf und auf der Höhburg finden sich Siedlungsreste aus der La-Tène-Zeit.

In Merenberg steht die Stammburg des Hauses Merenberg, einer Adelsfamilie des 12. bis 14. Jahrhunderts. Im Zusammenhang mit dieser Familie wurde der Ort erstmals 1129 urkundlich erwähnt. 1290 erhielt Merenberg das Stadtrecht und das Wochenmarktrecht von König Rudolf I., woraufhin eine Stadtmauer errichtet wurde. 1328 starb das Haus Merenberg in der männlichen Linie aus, und das Lehen über Burg und Herrlichkeit Merenberg ging durch Heirat der Erbtochter an das Haus Nassau über. Das Amt Merenberg bestand bis zum Ende des HRR. 1634 wurde die Burg zerstört und bildet seitdem als Ruine das Wahrzeichen Merenbergs.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Merenberg das Stadtrecht entzogen. Ende des 19. Jahrhunderts griff das Haus Nassau den 1328 ererbten Titel Herr von Merenberg wieder auf und verlieh der nicht standesgemäßen Gattin des Prinzen Nikolaus Wilhelm zu Nassau, und deren Nachfahren aus dieser Ehe den Titel Grafen von Merenberg.

Im Februar 1902 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Merenberg. Damit bildete sie mit weiteren bereits bestehenden Freiwilligen Feuerwehren den Löschbezirk Oberlahn im Feuerwehr-Verband für den Regierungsbezirk Wiesbaden, innerhalb dessen sie am 3. September 1906 bei der Bezirksversammlung in Obertiefenbach in einer Stärke von 43 Mitgliedern antrat.[2]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 31. Dezember 1970 die dahin selbständigen Gemeinden des ehemaligen Oberlahnkreises Allendorf, Barig-Selbenhausen, Merenberg, Reichenborn und Rückershausen zur neuen Gesamtgemeinde Merenberg zusammen.[3]

Allendorf wurde erstmals 1250, Rückershausen 1370 und Reichenborn erstmals 1435 erwähnt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. Juli 1973 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In Grün ein goldener Schragen, in jedem Winkel von drei goldenen Kreuzchen begleitet.“

Die Gemeinde führt das Wappen der Herren von Merenberg, das auch im Wappen des ehemaligen Oberlahnkreises (Sitz: Weilburg) vertreten war.

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 48,8 11 47,5 11 39,7 9 43,3 10
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,5 9 34,4 8 39,7 9 36,0 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,7 3 9,1 2 6,0 2 3,3 1
BM/FWG Bürgerliste/Freie Wählergemeinschaft Merenberg 9,0 2 14,6 3 17,3 4
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 51,3 48,8 54,7 57,3

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem ortsüblichen Handel und Handwerk gibt es einige mittelständische Industriebetriebe am Ort. Hauptsächliche Branchen sind Maschinen- und Anlagenbau, Metall- und Kunststoffverarbeitung und Automatisierungstechnik. Das bekannteste Unternehmen aus Merenberg ist das Plattenlabel ZYX Music.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 49, die derzeit (September 2014) zwischen Limburg und Wetzlar vierspurig ausgebaut wird. Damit ist Merenberg an das Fernstraßennetz angeschlossen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Merenberg besteht mit der Albert-Wagner-Schule eine Grund- und Hauptschule. Sie wurde 1958 als erste hessische Mittelpunktschule eingeweiht. Die Schule wurde nach dem Verwaltungsbeamten und Politiker Albert Wagner benannt. Merenberg gehört zum Einzugsbereich der Haupt- und Realschule Westerwaldschule in Mengerskirchen‐Waldernbach. Weiterhin besuchen Schüler weiterführende Schulen in Weilburg.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindertagesstätte Villa Kunterbunt Merenberg
  • Kindergarten Tigerente Barig-Selbenhausen
  • Freiwillige Feuerwehr Merenberg, gegr. 1902 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 7. Juli 1990)
  • Freiwillige Feuerwehr Allendorf, gegr. 1926 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 7. Juli 1990)
  • Freiwillige Feuerwehr Barig-Selbenhausen, gegr. 1925 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 7. Juli 1990)
  • Freiwillige Feuerwehr Reichenborn, gegr. 1925 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 7. Juli 1990)
  • Freiwillige Feuerwehr Rückershausen, gegr. 1934 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 7. Juli 1990)
  • Seit 14. April 2007 wird für den Marktflecken eine Kinderfeuerwehr geführt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Franz-Josef Sehr: Feuerwehr-Bezirkstage um die Jahrhundertwende. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2000. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 1999, ISBN 3-927006-29-7, S. 187–189.
  3. Erlass des Hessischen Ministers des Innern vom 5. Januar 1971 — IV A 1 — 3 k 08/05 (98) — 13/70 — Betrifft: Zusammenschluß der Gemeinden Allendorf, Barig-Selbenhausen, Merenberg, Reichenborn und Rückershausen im Oberlahnkreis zur Gemeinde „Merenberg“ (StAnz. 3/1971 S. 111)
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  7. Antonius Jacobus Henckel in der Personendatenbank der Landesbibliographie Baden-Württemberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Merenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien