Fraport

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Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide

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Rechtsform AG
ISIN DE0005773303
Gründung 1947
Sitz Frankfurt am Main
Leitung

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender

Mitarbeiterzahl

20.673[1]

Umsatz 2,93 Mrd [2]
Branche Flughäfen
Website www.fraport.de
Stand: 31. Dezember 2017

Die Fraport AG (von Frankfurt Airport; handelsrechtlich: Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die börsennotierte Betreibergesellschaft des Flughafens Frankfurt am Main. Als mehrheitlich im staatlichen Eigentum befindliche Gesellschaft gehört Fraport zu den Öffentlichen Unternehmen. Fraport ist an weiteren deutschen und ausländischen Flughäfen beteiligt.

Die Aktie der Fraport AG ist im MDAX gelistet. Vorstandsvorsitzender ist Stefan Schulte, sein Vorgänger war bis August 2009 Wilhelm Bender. Des Weiteren sitzen derzeit im Vorstand Anke Giesen (Vorstand Operations), Michael Müller (Arbeitsdirektor) und Matthias Zieschang (Vorstand Controlling und Finanzen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktie der Fraport AG (Muster)
Fraport-Konzernzentrale bei Nacht. Gebäude 178 – Gate/Tor 3 – Flughafen Frankfurt

Als der Frankfurter Flugplatz Rebstock in den 1930er Jahren seine Kapazitätsgrenzen erreichte, wurde 1936 im Frankfurter Stadtwald der Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main errichtet.
Nachdem der Flughafen im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört worden war, wurde kurz nach der Errichtung der US Air Base im Jahr 1947 die Verkehrsaktiengesellschaft Rhein-Main (V.A.G.) gegründet und ein paralleles Start- und Landebahnsystem fertiggestellt.
Mit dem Wirtschaftswunder in den 1950er Jahren nannte sich die V.A.G. um in Flughafen Frankfurt/Main AG (FAG). Der Ausbau der Startbahn West in den 1970er und 1980er Jahren führte zu heftigen Konflikten zwischen dem Flughafenbetreiber und der Umweltbewegung.

Im Jahr 1997 schloss die FAG einen Vertrag mit der philippinischen Regierung zum Bau und Betrieb des geplanten neuen Terminal 3 des Ninoy-Aquino-Airport in Manila, sog. Manila-Terminalprojekt.[3] Die Vereinbarung sah vor, das Terminal zusammen mit einheimischen Partnern zu bauen und danach 25 Jahre lang exklusiv zu betreiben. Die gesamte Investmentsumme von rund 350 Millionen Euro musste später komplett abgeschrieben werden. Später kam es in Deutschland zu staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen Korruptions- und Untreuevorwürfen gegen Manager des Unternehmens, die aber wieder eingestellt wurden.

2001 wurde das Unternehmen durch einen Börsengang teilprivatisiert und in Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide umbenannt. Seit Dezember 2012 befindet sich die Konzernzentrale in einem 57 Millionen Euro teuren Neubau am Tor 3 des Frankfurter Flughafens.[4]

Siehe auch: Geschichte des Frankfurter Flughafens

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange Zeit waren die alleinigen Anteilseigner an der FAG (Flughafen Frankfurt/Main AG) das Land Hessen, die Stadt Frankfurt am Main und der Bund.

1955 bis zum Börsengang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 45,242 % Land Hessen
  • 28,891 % Stadt Frankfurt am Main
  • 25,867 % Bundesrepublik Deutschland

Nach dem Börsengang 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 31,94 % Land Hessen
  • 20,40 % Stadt Frankfurt am Main
  • 18,27 % Bundesrepublik Deutschland
  • 29,39 % Streubesitz

Verkauf der Bundesanteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2005 verkaufte der Bund seinen bis dahin im Depot der Bundeskasse Bonn bei der Bundesbank-Zentrale Frankfurt am Main verwahrten Anteil für rund 660 Millionen Euro. Wenige Tage nach dem Verkauf der Anteile des Bundes erwarb die Deutsche Lufthansa 5 Prozent der Fraport-Aktien.

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anteil
(in Prozent)
Anteilseigner
31,31 Land Hessen
20,00 Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH
8,44 Deutsche Lufthansa AG
4,90 Artio Global Investors, gehört zur GAM, Schweiz
4,73 Lazard Asset Management, USA
3,12 BlackRock, USA
3,00 Taube Hodson Stonex Partners, gehört zur GAM, Schweiz
2,83 Legg Mason Inc., USA
21,67 Streubesitz

(Stand: 14. Februar 2018)

Unternehmensbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ASM – Airport Security Management
  • BET – Akquisitionen und Beteiligungen
  • BVD – Bodenverkehrsdienste
  • FCO – Controlling
  • FIR – Finanzen- und Investor Relations
  • FTU – Flugbetriebs- und Terminalmangement, Unternehmenssicherheit
  • VV1 – Gremienbüro
  • HVM – Handels- und Vermietungsmangement
  • IUK – Informations- und Kommunikationsdienstleistungen
  • IFM – Integriertes Facility Management
  • PFK – Personal Führungskräfte In-/Ausland
  • PSL – Personalserviceleistungen
  • PAS – Projekt Ausbau Süd
  • REW – Rechnungswesen
  • RAC – Rechtsangelegenheiten und Compliance
  • REV – Revision
  • UEW – Unternehmensentwicklung, Umwelt und Nachhaltigkeit
  • UKM – Unternehmenskommunikation
  • VA – Vorstand Arbeitsdirektor
  • VF1 – Zentrale Investitionssteuerung
  • ZEB – Zentraler Einkauf und Bauvergabe
  • ZIM – Zentrales Infrastrukturmanagement

Tochtergesellschaften & Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Sitz Anteil
AirIT Services AG
Planung und Betrieb der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur am Flughafen Frankfurt
Lautzenhausen 100,0 %
AirITSystems GmbH
IT-Dienstleistungen aus den Bereichen Security, Information & Kommunikation, Geschäftsprozesse & SAP sowie Collaboration Solutions
Langenhagen 50,0 %
Airmail Center Frankfurt GmbH (ACF)
Zentraler Umschlag von internationaler und nationaler Luftpost am Flughafen Frankfurt
Frankfurt am Main 40,0 %
Airport Assekuranz Vermittlungs-GmbH

Übernahme von Versicherungs- und Schadensangelegenheiten der Fraport AG

Neu-Isenburg 100,0 %
Airport Cater Service GmbH

Betrieb der Verpflegungseinrichtungen für die Beschäftigten am Flughafen Frankfurt

Frankfurt am Main 100,0 %
Airport Service Gesellschaft mbH (ASG)
Flugzeuginnenreinigung, Kabinenausstattung, Search & Clean, Flugzeug-Enteisung
Frankfurt am Main 49,0 %
Delhi International Airport Private Limited
Betrieb, Management und Entwicklung des Flughafens Delhi
Delhi 10,0 %
Energy Air GmbH
Energiehandel und -lieferung für den Flughafen Frankfurt und für luftfahrtnahe Unternehmen (Strom, Wärme, Kälte)
Frankfurt am Main 100,0 %
FCS Frankfurt Cargo Services GmbH
Full-Service-Pakete für die physische und dokumentarische Frachtabfertigung von Import-, Export- und Transferfracht an den Standorten Frankfurt und Frankfurt-Hahn
Frankfurt am Main 49,0 %
Flughafen-Kanalreinigungsgesellschaft mbH (FKG)

Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Kanal- und Rohrreinigung innerhalb des Fraport Konzerns

Kelsterbach 100,0 %
FRA Vorfeldkontrolle GmbH
Steuerung der Luftfahrzeuge zwischen Rollfeld/Vorfeld und Flugzeugpositionen; aktuelle Vergabe und Disposition der Flugzeugpositionen/Gates
Kelsterbach 100,0 %
FraCareServices GmbH
Hilfeleistungen für behinderte Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität, Sonderbetreuung von alleinreisenden Kindern
Frankfurt am Main 51,0 %
FraGround Fraport Ground Services GmbH
Personaldienstleistungen im kaufmännischen und gewerblichen Bereich, Arbeitnehmerüberlassung, Personalvermittlung und -rekrutierung, Dienst- und Werkverträge, On-Site-Management
Frankfurt am Main 100,0 %
Frankfurt Airport Retail GmbH & Co. KG

Betrieb aller Duty Free/ Travel Value-Geschäfte, verschiedener Concept-Stores sowie des Crew-Shops am Flughafen Frankfurt

Frankfurt am Main 50,00 %
Frankfurter Kanalreinigungsgesellschaft mbH (FKRG)

Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Kanal- und Rohrreinigung außerhalb des Fraport Konzerns

Kelsterbach 100,00 %
Fraport Ausbau Süd GmbH

Realisierung (d. h. Planung und Bau) des Ausbau Süd inklusive der dazugehörenden Maßnahmen

Frankfurt am Main 100,0 %
Fraport Brasil S.A. Aeroporto de Fortaleza

Management, Betrieb und Ausbau des Flughafens Pinto Martins in Fortaleza, Brasilien

Fortaleza 100,00 %
Fraport Brasil S.A. Aeroporto de Porto Alegre

Management, Betrieb und Ausbau des Flughafen Salgado Filho in Porto Alegre, Brasilien

Porto Alegre 100,00 %
Fraport Casa GmbH
Ankauf und Bewirtschaftung von Wohnimmobilien im Rahmen des Fraport Casa Programms
Neu-Isenburg 100,0 %
Fraport IC İçtaş Antalya Airport Terminal Investment and Management Inc.
Terminalbetrieb und -management am Internationalen Flughafen Antalya
Antalya 51,0 %
Fraport Immobilienservice und -entwicklungs GmbH & Co. KG
Entwicklung und Vermarktung des Mönchhof-Geländes und weiteren Immobilien am Flughafen Frankfurt
Frankfurt am Main 100,0 %
Fraport Passenger Services GmbH
Passagedienstleistungen für die Condor Flugdienst GmbH am Flughafen Frankfurt
Frankfurt am Main 100,0 %
Fraport Regional Airports of Greece Management Company S. A.
Betrieb und Management von 14 griechischen Regionalflughäfen
Athen 73,4 %
Fraport Slovenija, d.o.o.

Management und Betrieb des Ljubljana Airport

Ljubljana 100,00 %
Fraport Twin Star Airport Management AD
Modernisierung, Ausbau und Betrieb der Flughäfen Varna und Burgas
Varna 60,0 %
FraSec Fraport Security Services GmbH
Sicherheitsdienstleistungen am Flughafen Frankfurt und Flughafen Stuttgart
Frankfurt am Main 100,0 %
FSG Flughafen-Service GmbH

Erbringung von Entsorgungsleistungen am Flughafen Frankfurt und Umgebung

Frankfurt am Main 33,33 %
GCS Gesellschaft für Cleaning Service mbH & Co. Airport Frankfurt/Main KG
Gebäude- und Parkhausreinigung, Servicedienstleistungen, Hygieneservices, Technische Instandhaltung, Schädlingsbekämpfung
Frankfurt am Main 100,0 %
Lima Airport Partners S.R.L.
Flughafen-Management und Betrieb des Flughafens Jorge Chavez International
Lima 70,01 %
Media Frankfurt GmbH
Vermarktung und Vermietung der Werbeflächen am Frankfurt Airport, Entwicklung von Werbemedien und -konzepten, Produktion der Werbemittel und Consulting
Frankfurt am Main 51,0 %
medical airport service GmbH
Arbeitsmedizinische/sicherheitstechnische Betreuung von Unternehmen, Beratung im Bereich Gefahrgut/Strahlenschutz, Beratung bei der Baustellensicherheits-Koordination, Betrieb des "Fluggi-Lands" und des "Fitpoints"
Mörfelden-Walldorf 50,0 %
N*ICE Aircraft Services & Support GmbH
Enteisung von Flugzeugen, Schulung von Enteisungspersonal, Beratung bezüglich Flugzeugenteisung
Frankfurt am Main 52,0 %
Northern Capital Gateway LLC
Betrieb des Flughafens Pulkovo, Bau eines neuen internationalen Passagierterminals und Modernisierung des Pulkovo-1 Passagierterminals
St. Petersburg 25,0 %
operational services GmbH & Co. KG
Betriebs- und betriebsunterstützende IT-Dienstleistungen
Frankfurt am Main 50,0 %
Perishable Center GmbH + Co. Betriebs KG
Betreuung, Kommissionierung, Qualitätscheck und weitere Frachtdienstleistungen im Perishable Center Frankfurt
Frankfurt am Main 10,0 %
Shanghai Frankfurt Airport Consulting Service Co. Ltd.
Airport-Consulting und Personal-Training für Flughäfen in China
Shanghai 50,0 %
Tradeport Hong Kong Ltd.
Logistikdienstleistungen im Bereich Halbleiter und Luftfahrtelektronik
Hong Kong 18,75 %
Xi'an Xianyang International Airport Co., Ltd.
Betrieb von Infrastruktur und der damit verbundenen Grundstücke am Airport Xi´an, Aviation Betrieb
Xianyang City 24,5 %

Flughafenbeteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ist an den Flughäfen Antalya (51 % Stimmrechtsbeteiligung) in der Türkei, Lima (70 %) in Peru sowie an den bulgarischen Flughäfen Burgas und Varna (jeweils 60 %) beteiligt.[5] Anfang 2006 erhielt ein Konsortium mit Fraport-Beteiligung von 10 % den Zuschlag für den langfristigen Betrieb des Flughafens Neu-Delhi in Indien. Anfang 2010 erhielt ein Konsortium mit Fraport-Beteiligung von 35,5 % den Zuschlag für den langfristigen Betrieb des Flughafens St. Petersburg in Russland. Die Frankfurter sind seit September 2008 mit 24,5 % am Flughafen Xi’an (Volksrepublik China) beteiligt.[6] Die 100%-Tochter Fraport Saudi Arabia war bis Ende Juni 2014 für das Management, den Betrieb und die Weiterentwicklung des Flughafens Dschidda und des Flughafens Riad verantwortlich.

Ein Managementvertrag zum Betrieb des Flughafens in Kairo, Ägypten, endete im Januar 2014.

Am 16. März 2015 übernahm Fraport den Flughafen Ljubljana zu 100 %.

Griechenland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Jahr 2000 beteiligte sich die damalige FAG mit einer Minderheitsbeteiligung am Athener Flughafen. Es war eine der ersten Beteiligungen der heutigen Fraport außerhalb Frankfurts.

Am 25. November 2014 wurde bekannt, dass Fraport den Zuschlag bekommen hat, künftig 14 griechische Flughäfen für 40 Jahre zu betreiben. Fraport setzte sich u. a. durch gegen die Bietergruppen Holding Corporation America/Metka und Vinci/Ellaktor.[7] Die Flughäfen sind in Thessaloniki, Aktio, Kavala und Chania sowie die Flughäfen der Inseln Kefalonia, Korfu, Kos, Lesbos, Mykonos, Rhodos, Samos, Santorin, Skiathos und Zakynthos.[8]

Der griechische Staat bleibt Grundeigentümer und bleibt mit 28,5% am operativen Geschäft beteiligt. Neben dem Kaufpreis in Höhe von 1,234 Mrd. € verpflichtete sich Fraport weitere 400 Mio. € bis 2021 in die Flughäfen zu investieren. Die Übergabe der Flughäfen wurde Anfang 2017 abgeschlossen.[9] Attac kritisierte die Vertragsbedingungen, da nach deren Ansicht der griechische Staat hohe Risiken tragen muss, während Fraport hingegen die Gewinne einnimmt.[10]

Tabellarische Übersicht der Fraport Flughafenbeteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flughafen Anteil seit
SlowenienSlowenien Ljubljana 100 % 2015
DeutschlandDeutschland Hannover-Langenhagen 30 % (Verkauf bis Oktober 2018)
TurkeiTürkei Antalya 51 % Stimmrechtsbeteiligung
PeruPeru Lima 70 %
BulgarienBulgarien Burgas 60 % 2006
BulgarienBulgarien Varna 60 % 2006
IndienIndien Neu-Delhi 10 % am langfristigen Betrieb als Mitglied eines Konsortiums Anfang 2006
RusslandRussland St. Petersburg Konsortium mit Fraport-Beteiligung von 35,5 % für den langfristigen Betrieb Anfang 2010
China VolksrepublikVolksrepublik China Xi’an 24,5 % September 2008
GriechenlandGriechenland Athen Minderheitsbeteiligung 2000
BrasilienBrasilien Fortaleza 100 % März 2017
BrasilienBrasilien Porto Alegre 100 % März 2017

Ehemalige Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Manila hatte die philippinische Projektgesellschaft Piatco, an der Fraport zu 30 Prozent beteiligt war, den Auftrag zum Bau und Betrieb des 3. Terminals gewonnen. Das Projekt wurde kurz vor Fertigstellung durch das oberste philippinische Gericht 2003 unter Hinweis auf Korruption enteignet. Fraport wurden 2011 von einem philippinischen Gericht 175 Mio. Dollar als Entschädigung zugesprochen.[11] Das internationale Schiedsgericht ICSID entschied im Februar 2015, dass Fraport keinen Anspruch auf Entschädigungen hat, da bewusst nationale Gesetze missachtet wurden.[12] Der oberste Gerichtshof des Landes entschied dagegen 2015, dass das Konsortium mit der Fraport-Minderheitsbeteiligung entschädigt werden müsse. Im Oktober 2016 wurden Fraport daher 270 Mio. Dollar Entschädigung überwiesen.[13]

Rückwirkend zum 1. Januar 2009 hat Fraport seine 65-prozentige Beteiligung am rund 100 Kilometer von Frankfurt entfernt gelegenen Flughafen Frankfurt-Hahn aus wirtschaftlichen Gründen an das Land Rheinland-Pfalz übertragen. Die Zusammenarbeit mit dem Hunsrück-Flughafen wird jedoch fortgeführt, da dieser als Ausweichmöglichkeit für Nachtflüge dient.[14]

Im Juni 2012 wurde bekannt gegeben, dass sich Fraport von seinem 10-prozentigen Anteil am Flughafen Neu-Delhi trennen will. Es gibt bereits Verhandlungen mit dem indischen Infrastruktur-Konzern GMR. Als Gründe wurden das Auslaufen der Betreiberlizenz im Jahr 2013 und die Schließung der Büros von Fraport in Indien genannt.[15]

Im August 2018 verkaufte Fraport seine 30%ige Beteiligung am Flughafen Hannover an einen britischen Finanzinvestor.[16]

Konkurrenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraport konkurriert mit deutschen und internationalen Flughafenbetreibern um Beteiligungen an Flughäfen. Diese sind unter anderem die französische Vinci, die kanadische Avialliance (ehemals Hochtief Airport), die britische Heathrow Airport Holdings (ehemals BAA) und die australische Macquarie Airports.

Das Unternehmen steht aber auch mit anderen deutschen Flughäfen, insbesondere dem Flughafen München, im direkten Wettbewerb um Volumina der Lufthansa.

Darüber hinaus besteht im innerdeutschen Verkehr sowie auf einigen Strecken (z. B. Frankfurt-Paris) eine Konkurrenz der Verkehrsträger Flugzeug und Eisenbahn.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritisiert wird die Fraport gegenwärtig vor allem von Anwohnern des Frankfurter Flughafens aufgrund des Ausbaus und damit einhergehender Belastung durch Fluglärm und Schadstoffe.[17]

Die Süddeutsche Zeitung berichtete im Februar 2017 außerdem davon, dass mehrere Briefkastenfirmen der Gesellschaft auf Malta registriert waren, wodurch die Firma Steuern in Deutschland spart.[18]

Im Januar 2018 berichtete die Süddeutsche Zeitung[19] über die Arbeit der Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT), die unter anderem in einem Versuch Affen Dieselabgase einatmen ließ. Im Vorstand des Vereins saß bis Ende 2014 auch der Abteilungsleiter Umweltauswirkungen der Fraport AG. Von dem Affentest mit einem VW-Beetle hätten in dem Verein alle gewusst. In einem EUGT-Report[20] über die Arbeit der Jahre 2012 bis 2015 werden mehrstündige Inhalationsversuche mit Affen offen beschrieben.

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit ihrer Gründung tritt Fraport als Sport-Sponsor, hauptsächlich im Rhein-Main-Gebiet, auf. Fraport war Hauptsponsor von Eintracht Frankfurt von 2001 bis 2012 und ist seitdem Premiumsponsor. Ebenso unterstützt Fraport den FSV Frankfurt, den 1. FFC Frankfurt und die Kickers Offenbach. Im Juni 2011 gab Fraport bekannt, zur Saison 2011/2012 zusätzlich in den Basketball zu investieren. Die bis dahin als Deutsche Bank Skyliners bekannten Basketballer aus Frankfurt starten seit 2011 als Fraport Skyliners in der Basketball-Bundesliga. Dazu sicherte sich Fraport die Namensrechte am Spielort der Skyliners, der Ballsporthalle Frankfurt. Diese heißt nunmehr seit 2011 Fraport Arena.

Im Bereich Kunst und Kultur unterstützt Fraport das Rheingau Musik Festival, die Weilburger Schlosskonzerte und die Centralstation in Darmstadt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschäftsbericht 2017. In: https://www.fraport.de. Fragport AG, S. 165, abgerufen am 12. April 2018 (PDF; 9,5 MB).
  2. Geschäftsbericht 2017. In: https://www.fraport.de. Fragport AG, S. 2, abgerufen am 12. April 2018 (PDF; 9,5 MB).
  3. Fraport Pressemitteilung@1@2Vorlage:Toter Link/www.fraport.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Fraport eröffnet neue Konzernzentrale, FAZ, Ausgabe vom 7. März 2013, S. 33
  5. Fraport AG (Memento des Originals vom 7. März 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fraport.de „Unsere Flughäfen“
  6. Fraport startet offiziell mit Beteiligung im chinesischen Xi’an, 9. September 2008
  7. Fraport bekommt Zuschlag für 14 griechische Flughäfen. In: faz.net. 25. November 2014, abgerufen am 11. Dezember 2014.
  8. www.fraport.com
  9. http://www.aero.de/news-26470/Offiziell-Fraport-uebernimmt-14-Flughaefen-in-Griechenland.html
  10. Pressemeldung Attac: Fraport kassiert Griechischer Staat zahlt und haftet
  11. Entschädigung für Fraport in Manila, airliners.de, abgerufen am 18. Februar 2015
  12. Alptraum Manila: Keine Entschädigung für Fraport, daserste.ndr.de, abgerufen am 18. Februar 2015
  13. Fraport: Millionen-Rückzahlung aus Manila-Geschäft. (handelsblatt.com [abgerufen am 28. Dezember 2017]).
  14. Vgl. Fraport, Flughafen Frankfurt-Hahn: Fraport überträgt seine Anteile an das Land Rheinland-Pfalz; Pressemeldung 06/09. Abgerufen am 9. Februar 2012.
  15. www.aero.de
  16. Fraport AG: Fraport AG veräußert ihre Anteile am Flughafen Hannover, Pressemitteilung vom 6. August 2018
  17. www.echo-online.de
  18. Viele Deutsche haben maltesische Firmen offenbar nicht dem Finanzamt gemeldet. In: Süddeutsche Zeitung. 18. Februar 2017, abgerufen am 18. Februar 2017.
  19. Stefanie Dodt, Max Hägler und Klaus Ott: Dieser Lobbyverein ließ Affen Dieselabgase einatmen, Sz.de, 28. Januar 2018, abgerufen am 30. Januar 2018
  20. EUGT Tätigkeitsbericht 2012 - 2015

Koordinaten: 50° 3′ 7,5″ N, 8° 34′ 56,6″ O