Heinrichsthal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heinrichsthal
Heinrichsthal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heinrichsthal hervorgehoben

Koordinaten: 50° 4′ N, 9° 21′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Heigenbrücken
Höhe: 436 m ü. NHN
Fläche: 4,52 km2
Einwohner: 821 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 182 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63871
Vorwahl: 06020
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 128
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 9
63871 Heinrichsthal
Website: www.heinrichsthal.de
Bürgermeister: Guido Schramm (Unabhängige Bürger)
Lage der Gemeinde Heinrichsthal im Landkreis Aschaffenburg
AlzenauKahl am MainKarlstein am MainKleinostheimStockstadt am MainGroßostheimMainaschaffMömbrisJohannesberg (Bayern)GlattbachWiesener ForstForst Hain im SpessartHeinrichsthaler ForstHeinrichsthaler ForstWaldaschaffer ForstSchöllkrippener ForstSailaufer ForstRohrbrunner ForstRothenbucher ForstDammbachDammbachGoldbach (Unterfranken)GeiselbachWesterngrundSchöllkrippenKleinkahlWiesen (Unterfranken)Krombach (Unterfranken)SommerkahlBlankenbachHösbachSailaufHaibach (Unterfranken)HeigenbrückenHeinrichsthalLaufachWeibersbrunnRothenbuchWaldaschaffBessenbachMespelbrunnHeimbuchenthalDammbachWeibersbrunnAschaffenburgHessenLandkreis MiltenbergLandkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild

Heinrichsthal ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Heigenbrücken. Sie ist die höchstgelegene Gemeinde im gesamten Spessart und die kleinste selbständige Gemeinde im Landkreis Aschaffenburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrichsthal liegt in der Region Bayerischer Untermain am oberen Ende des Lohrbachtals. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung ist der Gipfel der Schindershöh mit 522 m ü. NN (Lage), der niedrigste liegt am Lohrbach bei Unterlohrgrund auf 313 m ü. NN (Lage). Durch den Ort führt der Kahltal-Spessart-Radweg. In Heinrichsthal endete bis 2011 der Degen-Weg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrichsthal hat drei Ortsteile[2] auf einer Gemarkung:

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrichsthal hat dank seiner Hochplateaulage ein für Spessartorte ungewöhnliches Ortsbild und liegt nicht – wie der Name vermuten lässt – in einem typischen Spessarttal. Die Straßen gehen sternförmig vom Dorfplatz aus in die vergleichsweise sanften Höhenlagen des Ortes. Da der Fremdenverkehr in Heinrichsthal noch nie eine Rolle spielte, ist das Ortsbild überwiegend von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schöllkrippener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Wiesener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Heinrichsthaler Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Nachbargemeinden Heinrichsthaler Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Heigenbrücken

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Heinrichsthal geht auf den Personenname Heinrich Fleckenstein, dem ersten Glasmacher im Ort, zurück. Die Grundwörter im Ortsnamen sind sowohl die Landschaftsbezeichnung Tal als auch gelegentlich die Hütte.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden waren:[3]

  • 1669 Heinrichshütte
  • 1679 Heinrichstal
  • 1683 Heinrichsthal
  • 1694 Henricushütt
  • 1792 Heinrichsthal

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1636 tauchte erstmals der Name des Meisters einer Glashütte auf, die in dieser Region stand. Heinrich Fleckenstein von der Glashütte im Wollersbuch. Ebenfalls wird 1639 ein weiterer Hüttenmeister genannt, Jacob Fleckenstein. 1647 stand Heinrich Fleckensteins Glashütte im Lohrgrund, brannte aber keine 34 Wochen durch. Aus einem Rechnungsbuch von 1652 geht hervor, dass Heinrich und Jacob Brüder waren. Im Jahre 1664 tauchten zum ersten Mal die beiden Ortsnamen „Heinrichs grundt undt Jacobs thael“ als Lagebezeichnung auf. Letzteres wurde zur heutigen Ortschaft Jakobsthal. Mit dem Jahre 1678 tritt ein neues Stadium der Ortsgeschichte ein, denn in diesem Jahr ist Heinrichsthal zum ersten Mal als Ortschaft genannt. Für sieben Häuser und zehn Rinder mussten die ersten Steuern bezahlt werden.[4]

Die Initialen von Heinrich Fleckenstein wurden in das Heinrichsthaler Wappen übernommen.

Die Pfarrkirche St. Georg wurde 1834 erbaut.

Als Teil des Erzstifts Mainz fiel Heinrichsthal in der Säkularisation 1803 an das neugebildete Fürstentum Aschaffenburg des Fürstprimas von Dalberg. Danach lag Heinrichsthal in der Districtsmairie Rothenbuch des Departements Aschaffenburg im Großherzogtums Frankfurt. 1812 hatte es zwei Mahlmühlen, 72 Feuerstellen und 420 Seelen (Einwohner). Maire war Johann Adam Brönner, seine Adjuncte hießen Philipp Göbig und Peter Wenzel. Schullehrer war Jacob Ritschel. Infolge der Verträge von Paris kam Heinrichsthal 1814 zum Bayern und gehörte zunächst zu dem am 1. Oktober 1814 gegründeten Landgericht zweiter Klasse Rothenbuch. Die heutige Gemeinde entstand im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern mit dem Gemeindeedikt von 1818.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. September 1858 wurde aus Teilen der Landgerichtsbezirke Alzenau und Aschaffenburg sowie aus den Gemeinden Jakobsthal und Heinrichsthal des Landgerichtsbezirks Rothenbuch das Landgericht Schöllkrippen gebildet. Wenige Jahre später wurde am 1. Juli 1862 u. a. aus dem Landgericht Schöllkrippen das Bezirksamt Alzenau gebildet. Das Bezirksamt Alzenau wurde am 1. Januar 1939 umbenannt in Landkreis Alzenau in Unterfranken. Mit dessen Auflösung kam Heinrichsthal am 1. Juli 1972 in den Landkreis Aschaffenburg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1686: 049 Einwohner[4]
  • 1812: 420 Einwohner
  • 1900: 548 Einwohner
  • 1970: 848 Einwohner
  • 1987: 892 Einwohner
  • 1991: 902 Einwohner
  • 1995: 953 Einwohner
  • 2000: 952 Einwohner
  • 2005: 919 Einwohner
  • 2010: 869 Einwohner
  • 2015: 835 Einwohner

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter silbernem Schildhaupt, darin ein durchgehendes rotes Balkenkreuz, in Rot schräg gekreuzt ein silbernes Kröseleisen und eine silberne Axt, beseitet von den silbernen Großbuchstaben H und F.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat acht Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,1 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:[5]

Partei Sitze Stimmenanteil
Unabhängige Bürger 4 46,6 %
CSU 2 27,0 %
SPD 2 26,4 %

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der direkt gewählte Bürgermeister. Amtsinhaber Guido Schramm (* 1954) kandidierte 2008 erneut auf der Liste der Unabhängigen Bürger und wurde wiedergewählt. Er hatte keinen Gegenkandidaten. Im März 2014 wurde er mit 86,5 % der Stimmen für eine weitere Amtszeit wiedergewählt.[5]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2009 692.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 270.000 € und der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer 323.000 €. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer betrug 13.000 €.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2009 nach der amtlichen Statistik 87 Beschäftigte am Arbeitsort. Darunter im produzierenden Gewerbe 56, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe fünf und bei Unternehmensdienstleistern zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 318. Das ergibt einen negativen Pendlersaldo, also 231 mehr Aus- als Einpendler. In Heinrichsthal gab es 2009 keine Betriebe mit 20 oder mehr Beschäftigten.

Zudem bestanden im Jahr 2009 acht landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 267 ha, davon waren 186 ha Ackerfläche und 81 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2010):

  • Kindergarten: 28 Kindergartenplätze mit 19 Kindern

Telekommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt einen 108 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG vom Typ FMT 5.Welt-Icon

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111121/233747&attr=OBJ&val=1539
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 98 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. a b Unser Kahlgrund 1974. Heimatjahrbuch für den Landkreis Alzenau. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft zur Heimatforschung und Heimatpflege des Landkreises Alzenau, Landrat des Kreises. ISSN 0933-1328.
  5. a b Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 6. Juli 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heinrichsthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien