Schöllkrippen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Schöllkrippen
Schöllkrippen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Schöllkrippen hervorgehoben
50.0852777777789.2458333333333206Koordinaten: 50° 5′ N, 9° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Schöllkrippen
Höhe: 206 m ü. NHN
Fläche: 12,64 km²
Einwohner: 4096 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 324 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63825
Vorwahl: 06024
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 152
Marktgliederung: 3 Ortsteile[2]
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
63825 Schöllkrippen
Webpräsenz: www.schoellkrippen.de
Bürgermeister: Rainer Pistner (FWG)
Lage des Marktes Schöllkrippen im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Schöllkrippen
Das Rathaus der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen im ehemaligen Schloss

Schöllkrippen ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schöllkrippen liegt an der Kahl am westlichen Rand des Spessarts im oberen Kahlgrund. Ende 2004 wurde Schöllkrippen zur lebenswertesten Gemeinde am Bayerischen Untermain gewählt. Der Markt ist Verwaltungssitz der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen, der außer Schöllkrippen die Gemeinden Blankenbach, Kleinkahl, Krombach, Sommerkahl, Westerngrund und Wiesen angehören.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde gibt es drei Gemarkungen, die den Ortsteilen entsprechen:

Gemarkung
Ortsteil
Einwohner[2] Fläche
(ha)
Hofstädten 519 315
Schneppenbach 1.201 300
Schöllkrippen 2.386 645
Markt Schöllkrippen 4.106 1.260

Auf die Gemarkungen bzw. Ortsteile verteilen sich acht Orte[3]:

Ort Höhe
(m u. NN)
Gemarkung
Ortsteil
Ernstkirchen 206 Schöllkrippen
Hofstädten 245 Hofstädten
Langenborn 200 Schöllkrippen
Reuschberg 290 Schöllkrippen
Röderhof 325 Schöllkrippen
Schabernack 325 Schöllkrippen
Schneppenbach 217 Schneppenbach
Schöllkrippen 206 Schöllkrippen

Die früheren Orte Waag, Gasse und Hofgut sind heute mit Schöllkrippen baulich verwachsen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde Geiselbach Gemeinde Westerngrund Gemeinde Kleinkahl
Gemeinde Krombach Nachbargemeinden Schöllkrippener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde Blankenbach Gemeinde
Sommerkahl

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Schöllkrippen leitet sich von den mittelhochdeutschen Wörtern schële, was Zuchthengst bedeutet, und kripfe, ein in Wasser gebautes Holzwerk, ab. Der ursprüngliche Name geht somit auf einen Futtertrog für Pferde zurück.[4] Im Kahlgründer Dialekt wird der Ort Schöllgröbbe genannt.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1255 Schelecreppen
  • 1282 Schreilecrůppen
  • 1290 Schelkrippen
  • 1306 Schelkruppen
  • 1312 Schelecrephe
  • 1317 Schelencruppe
  • 1332 Schellekripphen
  • 1349 Schellecreppen
  • 1380 Schiltkrippe
  • 1400 Schelkripfen
  • 1437 Schelkrippen
  • 1516 Schelkropfen
  • 1530 Schoellkrippen
  • 1540 Schellkrippen
  • 1562 Schöllkrippen

Geschichte[Bearbeiten]

Schöllkrippen um 1800

Am 1. Januar 1811 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Dörfer Waag, rechts des Westerbaches, Schellkrippen 50.0848769.24714 links der Kahl, Gasse, an der Straße nach Großlaudenbach, Ernstkirchen, Langenborn und Hofgut zur Gemeinde Schöllkrippen zusammen.[5] Diese bewohnten damals etwa 750 Einwohner. Die Gemeinde ging an Bayern über. 1858 bis 1943 bestand das Land- bzw. Amtsgericht Schöllkrippen.

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Alzenau gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Schöllkrippen lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Schöllkrippen war nun eine der 42 Gemeinden im Landkreis Alzenau in Unterfranken (späteres Kfz-Kennzeichen ALZ). Mit Auflösung des Landkreises Alzenau im Jahre 1972 kam Schöllkrippen in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg (Kfz-Kennzeichen AB).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die bis dahin selbstständige Gemeinde Schneppenbach wurde am 1. Januar 1972 nach Schöllkrippen eingemeindet.[6] Seit dem 1. Mai 1978 ist Hofstädten ebenfalls ein Ortsteil von Schöllkrippen.[7]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 64,0 %
(2008: 61,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,4 %
39,6 %
14,0 %

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Schöllkrippen hat (ohne Bürgermeister) 16 Mitglieder. Die vergangenen Kommunalwahlen ergaben folgende Sitzverteilung:

CSU SPD GRÜNE FWG Gesamt
2002 7 1 1 7 16 Sitze
2008 7 2 7 16 Sitze
2014 6 2 8 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister ist zusätzliches Mitglied im Gemeinderat. Seit 1996 ist Rainer Pistner (FWG) Bürgermeister des Marktes. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 73,2 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt von Rot und Gold; oben ein sechsspeichiges silbernes Rad, unten aus einem grünen Dreiberg wachsend drei schwarze Streitkolben, so genannte Morgensterne.

Wappengeschichte: Nach dem Aussterben der Grafen von Rieneck 1559 kam Schöllkrippen an das Erzstift Mainz, wo es von 1670 bis 1803 verblieb. Bereits vor 1670 besaßen die Bischöfe von Mainz große Teile des Gebiets um Schöllkrippen. An die Mainzer Herrschaft erinnert das sechsspeichige silberne Rad im roten Feld. Die Farben sind die des Erzbistums Mainz. Die drei Morgensterne im unteren Wappenteil sind einem Bildsiegel des Amts Schöllkrippen entnommen. Die Umschrift lautet SIG. AMPT SCHÖLLKRIPPEN. Hier wird zwar der Name Schöllkrippen genannt, es war aber sicherlich kein gemeindliches Siegel. Wahrscheinlich ist es das persönliche Wappen eines in Schöllkrippen ansässigen Beamten. Die dem Wappen beidseits beigefügten Buchstaben M und W verstärken diese Annahme. Eine Amtsperson mit diesen Namensbuchstaben ist zu dieser Zeit jedoch nicht bekannt. Da es sich um eine seltene Wappenfigur handelt, wurde sie für das neue Wappen gewählt.

Das Wappen wurde in der Zeit um 1950 entworfen und wird seit 1954 geführt.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Durch die zentrale Lage Schöllkrippens hat sich der Markt seit Mitte der 1990er Jahre zum Einkaufszentrum im Kahlgrund gemausert. Die zahlreichen Discounter erschließen den Spessart von Wiesen über Heigenbrücken bis Heinrichsthal, den oberen Kahlgrund von Geiselbach bis Blankenbach, den mittleren Kahlgrund von Königshofen über Mömbris bis Niedersteinbach, wie auch Eichenberg, Rottenberg und Feldkahl.

Nach der Aufgabe des Schöllkrippener WashTec-Standorts durch den Mutterkonzern in Augsburg standen die weitläufigen Hallen und Grundstücke auf der Gemarkung Ernstkirchen (Ortsausgang Richtung Blankenbach) fast drei Jahre leer. Mitte 2006 gelang es der Gemeinde dann, den Industriepark Ernstkirchen an verschiedene Firmen zu verkaufen. Etwa zwei Drittel der Fläche ging an die Firma Ferratec aus Hösbach, die seither ihre Produktionsmaschinen hier unterbringt. Die restliche Fläche teilten sich 4 kleinere Firmen sowie der Markt Schöllkrippen, der dort einen neuen Bauhof errichtete.

Verkehr[Bearbeiten]

Kahlgrundbahn[Bearbeiten]

Schöllkrippen ist Sitz der Kahlgrund Verkehrs-GmbH (KVG), der die Kahlgrundbahn gehört. Diese wird seit dem 11. Dezember 2005 von der Hessischen Landesbahn mit Zügen befahren, die überwiegend bis Hanau Hbf verkehren.

In der KVG-Werkstatt werden die Triebwagen der Westfrankenbahn gewartet.

Buslinien[Bearbeiten]

Die KVG betreibt weiterhin ihr umfangreiches Omnibusnetz im Nordspessart bis nach Aschaffenburg und in das benachbarte Hessen: Neue Busverbindungen nach Gelnhausen, Freigericht/Somborn und Heigenbrücken nahmen am 10. Dezember 2006 ihren Betrieb auf, um die Region oberer Kahlgrund und deren zahlreiche Pendler besser an das benachbarte Bundesland anzubinden.

Straßenanbindung[Bearbeiten]

Die Staatsstraße 2305 (Frammersbach-Schöllkrippen-Alzenau) und die 2306 (Schöllkrippen-Geiselbach-Gelnhausen) sorgen für eine verkehrstechnisch gute Anbindung und begünstigten die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe in Schöllkrippen.

Diese Autobahnen liegen mit Anschlüssen in der Nähe:

  • Autobahn A 3 (über Anschluss Hösbach), von/nach Frankfurt (ca. 50 km entfernt) und Würzburg (ca. 80 km entfernt).
  • A 45 (über Anschluss Alzenau), von/nach Gießen (90 km entfernt) und Frankfurt (ca. 50 km entfernt)
  • A 66 (über Anschluss Gelnhausen/West), von/nach Fulda (90 km entfernt) und Gelnhausen/Hanau (ca. 15 bzw. 30 km entfernt)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Katharina in Ernstkirchen
Lukaskapelle im Zentrum von Schöllkrippen

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Schöllkrippen

Bildung[Bearbeiten]

Die größte Hauptschule des Landkreises beherbergt zum Schuljahr 2008/2009 506 Schüler. Diese kommen aus den Gemeinden Blankenbach, Geiselbach, Heigenbrücken, Heinrichsthal, Kleinkahl, Krombach, Schöllkrippen, Sommerkahl, Westerngrund und Wiesen.

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten]

  • Herz Mariä (Schneppenbach)
  • St. Katharina (Ernstkirchen)
  • St. Lukas (Schöllkrippen)
  • St. Markus (Schöllkrippen)
  • St. Michael (Schneppenbach)

Naturerlebnisbad[Bearbeiten]

Bei einem Umbau des zu klein gewordenen Freibades entstand im Jahr 2003 das Naturerlebnisbad Schöllkrippen. Es befindet sich östlich von Schöllkrippen am Höllenbach und bietet 2.350 m² Wasserfläche in dem an einen Badesee erinnernden Schwimmbereich mit ungechlortem Wasser. Kernstück des Bades ist die biologische Reinigung des Badewassers in zwei separat angelegten Regenerationsteichen (2.200 m²).

Hier werden in einem naturnahen Selbstreinigungsverfahren die Verunreinigungen des Badewassers auf rein biologischem Wege in mineralische Salze umgewandelt. Wasserpflanzen in den Regenerationsteichen, wie Schilf und Seerosen, nutzen diese Nährstoffe und geben auf diese Weise dem Bad sein ganz besonderes Ambiente. Das Wasser ist durch den gänzlichen Verzicht auf Chemikalien für Jung und Alt sehr gut verträglich. Die Wasserqualität steht durch die Gesundheitsbehörden unter ständiger Kontrolle.[9] [10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Josef Simon (* 23. Mai 1865 im Ortsteil Schneppenbach; † 1. April 1949 in Kornwestheim) war ein deutscher Gewerkschafter und Politiker (SPD).
  • Stefan Winckler (* 1967), deutscher Politikwissenschaftler und Publizist
  • Johannes Scherer (* 1973), deutscher Radio- und Fernsehmoderator und Comedian[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schöllkrippen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b http://www.vg-schoellkrippen.de/index.php?id=297 Markt Schöllkrippen | Zahlen & Fakten & Ortsrecht | Einwohner (Stand: 19.08.2014)
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/221028&attr=OBJ&val=1552
  4. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 201.
  5.  Unser Kahlgrund 2012. Heimatjahrbuch für den Landkreis Alzenau. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft zur Heimatforschung und Heimatpflege des Landkreises Alzenau, Landrat des Kreises. ISSN 0933-1328.
  6.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 418.
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.
  8. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/ Bayerisches Landesamt für Statistik
  9. Markt Schöllkrippen: Naturerlebnisbad
  10. Förderverein Naturerlebnisbad "Oberer Kahlgrund" e.V.: [1]
  11. Biografie auf Homepage