Rothenbuch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rothenbuch
Rothenbuch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rothenbuch hervorgehoben
Koordinaten: 49° 58′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 365 m ü. NHN
Fläche: 7,05 km²
Einwohner: 1764 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 250 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 63860,
97840 (Erlenfurt, Lichtenau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 06094
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 148
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßplatz 1
63860 Rothenbuch
Webpräsenz: www.rothenbuch.de
Bürgermeister: Gerhard Aulenbach (SPD)
Lage der Gemeinde Rothenbuch im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild

Rothenbuch ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenbuch liegt in der Region Bayerischer Untermain, im Herzen von Deutschlands größtem Laubwaldgebiet, dem Spessart. Zur Gemeinde Rothenbuch zählen auch die etwa 8 bzw. 9 km entfernten Weiler Lichtenau und Erlenfurt im Hafenlohrtal, die die Postleitzahl der Gemeinde Hafenlohr (Kreis Main-Spessart) tragen, sich jedoch noch im Landkreis Aschaffenburg befinden. Rothenbuch weist eine verkehrsgünstige Lage zwischen den Rhein-Main-Gebiet mit seiner Metropole Frankfurt am Main und der Region Würzburg auf. Die nächstgelegene Stadt ist Lohr am Main im Osten. Den Flughafen Frankfurt erreicht man in ca. 40 Minuten, nächstgelegener ICE-Bahnhof ist Aschaffenburg (20 Minuten). Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 470 m ü. NN südöstlich des Ortes, an einem Nebengipfel des Königsberges, der niedrigste liegt in der Nähe von Erlenfurt an der Hafenlohr auf 231 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenbuch hat 4 Ortsteile[2] auf einer Gemarkung:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenbucher Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Rothenbucher Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Nachbargemeinden Rothenbucher Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Weibersbrunn
Rohrbrunner Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Fürstlich Löwensteinscher Park
(Gemeindefreies Gebiet)

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprüngliche Name Rodenboychen besteht aus den althochdeutschen Wörtern rod und poiche und bedeutet Rotbuche.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1318 Rodenboychen
  • 1342 Rodenboich
  • 1477 Rottenbuch
  • 1511 Rotenbuch
  • 1532 Rottenbuch
  • 1559 Rodenbuch
  • 1686 Rothenbuch

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Rothenbuch

Rothenbuch gehört zu den ältesten und bedeutendsten Orten des Innerspessarts. Die erste urkundliche Erwähnung „zuo den Rodenboychen“ stammt aus dem Jahr 1318, als der Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt und der Würzburger Bischof Gottfried III. von Hohenlohe hier einen Vertrag über die Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen abschlossen.

Im Jahre 1342 wurde, an der Quelle der Hafenlohr, mit dem Bau eines Schlosses in Rothenbuch begonnen. Die ersten Bewohner dürften als Jagdfröner beim Schloss angesiedelt worden sein. Im Bauernkrieg 1525 wurde das Schloss stark beschädigt bzw. zerstört. 1566 wurde das Schloss auf Weisung des Mainzer Kurfürsten Daniel Brendel von Homburg wiederaufgebaut und erweitert. Eine erste Abbildung Rothenbuchs findet sich auf einer der ältesten existierenden Spessartkarten, der so genannten Pfinzigkarte aus dem Jahre 1594.

Seine größte politische Bedeutung erlangte Rothenbuch durch die Entstehung der Amtskellerei Rothenbuch, einer Finanz- und Verwaltungsbehörde für 14 Orte des Hochspessarts. 1782 wird Rothenbuch zum Sitz der Amtsvogtei erklärt. Das Amt des Erzstifts Mainz fiel mit diesem im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an das neugebildete Fürstentum Aschaffenburg, mit welchem es 1814 (nun ein Departement des Großherzogtum Frankfurt) zu Bayern kam. Am 3. Juni 1814 wurde Rothenbuch Sitz eines Kgl. Bayerischen Landgerichts, das 1879 wieder aufgelöst wurde.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Aschaffenburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Rothenbuch lag. Am 1. Januar 1880 kam Rothenbuch jedoch anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter zum Bezirksamt Lohr am Main. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Rothenbuch war nun eine der 26 Gemeinden im Landkreis Lohr am Main (späteres Kfz-Kennzeichen LOH). Mit Auflösung des Landkreises Lohr kam Rothenbuch 1972 in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg (Kfz-Kennzeichen AB).

Von 1977 bis 1993 bildete Rothenbuch eine Verwaltungsgemeinschaft mit Waldaschaff und Weibersbrunn. Am 1. Januar 1994 errang Rothenbuch wieder seine gemeindliche Selbständigkeit.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1900: 0.993 Einwohner
  • 1950: 1.476 Einwohner
  • 2007: 1.975 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[4]
Wahlbeteiligung: 73,3 %
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30
20
10
0
51,6 %
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FB
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Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Rothenbuch hat 13 Mitglieder einschließlich des hauptamtlichen Bürgermeisters.

SPD CSU Freie Bürger Gesamt
2014 7 3 3 13 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2002 Gerhard Aulenbach (SPD). Bei den Kommunalwahlen am 16. März 2014 wurde er mit 94,5 % im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mainzer Rad weist auf die knapp 500-jährige Zugehörigkeit Rothenbuchs zum Kurfürstentum und Erzbistum Mainz hin. Die Buche und das Hirschgeweih symbolisieren Wald und Jagd.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Rothenbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilansicht des Innenhofes von Schloss Rothenbuch

Das Schloss wird in einer Urkunde vom 3. Juli 1318 erstmals erwähnt. Beim heutigen Gebäude handelt es sich um ein ehemaliges Jagdschloss, das nach Plänen von Daniel Brendel von Homburg im Jahr 1567 gebaut wurde. Die Anlage mit vier Flügeln weist einen rechteckigen Innenhof mit einem polygonalen Treppenturm im Nordbau auf. Dass es sich ursprünglich um ein Wasserschloss gehandelt hat, wird an den beiden Zugangsbrücken deutlich. Im Schlossgraben entspringt die Hafenlohr, die den Wassergraben und auch die nahen fischreichen kleineren Seen füllte. Das Schloss diente als zentraler Verwaltungssitz im Spessart und war über zwei Jahrhunderte hinweg Gericht für 14 umliegende Ortschaften. Seit 1994 wird das Bauwerk als Hotel genutzt.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Rothenbuch

  • Das Forsthaus aus dem Jahre 1576 wurde nach sechsjähriger Renovierung im Oktober 2013 vom staatlichen Forstbetrieb wieder übernommen. [5]

Weitere Attraktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Europäischer Kulturwanderweg des Archäologischen Spessartprojekts[6]
  • Heimatmuseum Altes Bauernhaus
  • Im Rothenbucher Forst befinden sich die imposantesten Eichenbestände Deutschlands. Die Waldabteilung Heisterblock ist der größte und älteste Eichenwald Mitteleuropas.
  • Überregional bekannt und sehenswert ist der, am ersten Adventswochenende stattfindende, Historische Weihnachtsmarkt mit mehr als 15.000 Besuchern. Die Stadtzeitung Aschaffenburg beschrieb den Weihnachtsmarkt in Rothenbuch mit der Bemerkung „Hier fühlt sich der Weihnachtsmann wie zu Hause“ als schönsten Weihnachtsmarkt am gesamten bayerischen Untermain.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2007 1.100.000 €. Davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 183.000 €. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde beträgt 0 €.

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 47, im produzierenden Gewerbe 118 und im Bereich Handel und Verkehr 25 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 48 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 665. Die Statistik für das Jahr 2003 weist 543 Auspendler gegenüber 111 Einpendlern aus. Im verarbeitenden Gewerbe existieren ein Betrieb, im Bauhauptgewerbe deren zwei und im Baunebengewerbe drei Betriebe. Zudem bestehen zwei landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 157 ha als Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenbuch liegt 7 Kilometer von der Bundesautobahn A3 (Ausfahrt Weibersbrunn) entfernt. Die Bundesstraße 26 Aschaffenburg-Würzburg verläuft in einer Entfernung von 3 Kilometern. Rothenbuch wird mit Bussen von Aschaffenburg und Lohr bedient.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 61 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 5 Lehrern und 96 Schülern

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pater Augustin Krimm OSB (* 2. August 1869 in Rothenbuch; † 25. Mai 1930 in Ottobeuren), Prior des Benediktinerstiftes Ottobeuren. Umstritten wegen früher Kontakte zur NSDAP, u.a. einer von der zuständigen Diözesanadministration im letzten Moment verhinderten Konsekration von SA-Standarten am 19. August 1923.
  • Carl Brand (* 21. August 1893 in Rothenbuch; † 2. April 1945 in Lohr am Main), Allgemeinmediziner und NS-Opfer. Brand wollte in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs die unterfränkische Stadt Lohr am Main, in der er sich damals beruflich aufhielt, kampflos den US-amerikanischen Truppen übergeben und damit die sinnlose Zerstörung der Stadt verhindern. Sein Vorhaben wurde gerüchteweise bekannt, er wurde von der Gestapo verhaftet und nach einem Standgerichtsurteil erschossen. Daran erinnert seit 1979 ein Gedenkstein in Lohr. In Rothenbuch wurde 1980 eine Straße nach ihm benannt, in Lohr 2008.[7]
  • Rudolf Hasenstab (* 17. Juni 1932 in Rothenbuch), Professor für Moraltheologie und Sozialethik an der Katholischen Universität Eichstätt 1977–1998. Ehrenbürger der Gemeinde Eitensheim.
  • Johann Adam Hasenstab (* 21. September 1716 in Rothenbuch), bekanntester Wilderer und Sagengestalt des Spessarts.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005 Landkreissieger Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft
  • 2006 2.Platz in Unterfranken Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“
  • 2006 Landkreissieger Wettbewerb „Lebendiges Grün in Stadt und Land“
  • 2006 „Schönster Weihnachtsmarkt am bayerischen Untermain“ (lt. Stadtzeitung Aschaffenburg)
  • 2008 Landkreissieger Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“
  • 2009 1.Platz in Unterfranken Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“[8]
  • 2009 Silbermedaille auf bayerischer Landesebene „Unser Dorf hat Zukunft“[9]

Panorama-Ansichten von Rothenbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/214002&attr=OBJ&val=1550
  3. a b Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 193 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=671&suchbegriff=6
  5. Überraschungen unter den Dielen in FAZ vom 18.Oktober 2013, Seite 62
  6. Tafel des Kulturwanderwegs
  7. Ulrike Puvogel: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein. In: Bundeszentrale für Politische Bildung (Hrsg.): Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus : eine Dokumentation. 2., überarb. u. erw. Auflage. Bd. 1. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 190.
  8. http://www.main-netz.de/nachrichten/region/frankenrhein-main/franken-kurz/art4006,799511
  9. http://www.main-netz.de/themen/spessart/spessartnachrichten/art13292,981467

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hastings, Derek.: Catholicism and the Rise of Nacism; Oxford/New York 2009, S. 125.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rothenbuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien