Hemstedt

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Hemstedt
Koordinaten: 52° 34′ 1″ N, 11° 25′ 54″ O
Höhe: 46 m ü. NN
Fläche: 18,76 km²
Einwohner: 178 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 9 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 03907
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Lage der Ortschaft Hemstedt in Gardelegen

Hemstedt ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Hemstedt liegt rund fünf Kilometer nordöstlich der Altstadt von Gardelegen an der Landesstraße 27. Im Süden fließt der Hemstedter Graben nach Westen in die Milde.[1]

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft Hemstedt gehören die Ortsteile Hemstedt und Lüffingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hemstedt ist ursprünglich als Straßendorf angelegt worden, wie aus im Urmesstischblatt von 1823 zu erkennen ist.[2]

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1350 als der der Knappe Moweryn einen Hermann de Hemstede, Bürger zu Gardelegen, mit Hebungen aus Bunemanns Hof in villa Hemstede belehnt.[3] Weitere Nennungen sind 1457 Hempstede, 1484 hemmenstede, 1687 Hembstedt[2] und schließlich 1804 Hemstedt.[4]

Im Jahre 1608 gehörte das Dorf im Beritt Tangermünde dem Kloster Neuendorf. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf im Jahre 1644 vollständig zerstört.

Bei der Bodenreform wurden im Jahre 1945 88 Besitzungen unter 100 Hektar mit zusammen 799 Hektar erfasst, darunter zwei Gemeindebesitzungen mit zusammen neun Hektar. Aus der Bodenreform erhielt ein Umsiedler 4,2 Hektar. 1948 gab es daraus 10 Erwerber, davon fünf Neusiedler. Im Jahre 1959 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Vorwärts“.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Lüffingen aus dem Kreis Gardelegen nach Hemstedt eingemeindet. Am 1. Juli 1994 wurde die Gemeinde Hemstedt aus dem Kreis Gardelegen in den Altmarkkreis Salzwedel umgegliedert.[5] Die Gemeinde Hemstedt gehörte zur Verwaltungsgemeinschaft Gardelegen Stadt.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Hemstedt am 13. November 2008, dass die Gemeinde Hemstedt in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[6][7]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Hemstedt wurden Hemstedt und Lüffingen Ortsteile der Hansestadt Gardelegen. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Hemstedt und künftigen Ortsteile Hemstedt und Lüffingen wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Hansestadt Gardelegen. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Hemstedt wurde ein Ortschaftsrat mit acht Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 188
1772 86
1790 200
Jahr Einwohner
1798 182
1801 184
1818 220
Jahr Einwohner
1840 243
1864 298
1871 290
Jahr Einwohner
1885 296
1895 280
1905 285
Jahr Einwohner
1925 322
1939 288
1946 442
Jahr Einwohner
1964 288
1971 260
1981 388
Jahr Einwohner
1993 350
2006 294

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tischtennisclub Hemstedt e.&bsp;V.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche in Hemstedt ist ein rechteckiger romanisierender Feldsteinsaal mit eingezogenem, halbkreisförmig geschlossenem Chor von 1832. Der quadratische Backsteinturm mit achteckiger Spitze über dem Westteil ist eine spätere Zutat.[2]
  • Der Friedhof des Dorfes befindet sich auf dem Kirchhof.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Hemstedt gehörte früher zur Pfarrei Lüffingen.[8] Seit 1982 wurde die Kirchengemeinde zusammen mit Lüffingen von der Kirchengemeinde Lindstedt verwaltet. Seit 2007 gehört sie zum Kirchspiel Lindstedt[2] im Pfarrbereich Lindstedt[9] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Bis 1998 hatte die Kirchengemeinde zum Kirchenkreis Gardelegen gehört. Bis 1998 hatte die Kirchengemeinde zum Kirchenkreis Gardelegen gehört.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. a b c d Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 922–927.
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 22, 1862, S. 391 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001038_00399~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Hrsg.: Berlin. 1804, S. 277 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000737_00305~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 358, 362.
  6. Gebietsänderungsvertrag. Eingemeindung der Gemeinde Hemstedt in die Hansestadt Gardelegen. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 2. Salzwedel 18. Februar 2009, S. 44–46 (http://www.altmarkkreis-salzwedel.de/Portaldata/1/Resources/as_buerger/dokumente/Amtsblatt_Nr._02,_18.02.2009.pdf (Memento vom 14. November 2012 im Internet Archive) [abgerufen am 9. Mai 2018]). (PDF; 397 kB)
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  8. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 63 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 8. Mai 2018]).
  9. Pfarrbereich Lindstedt. Abgerufen am 8. Mai 2018.