Wiepke

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Wiepke
Koordinaten: 52° 35′ 59″ N, 11° 19′ 54″ O
Höhe: 37 m ü. NN
Fläche: 6,03 km²
Einwohner: 221 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 039085
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Lage der Ortschaft Wiepke in Gardelegen

Wiepke ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Wiepke, Südseite

Das altmärkische Kirchdorf Wiepke liegt an der B 71 etwa neun Kilometer nördlich der Altstadt von Gardelegen zwischen den Ortsteilen Zichtau, Engersen und Estedt am Nordrand der Hellberge. Südwestlich der Ortslage befindet sich das Quellmoor Elf Quellen, aus dem der Wiepker Bach entspringt, der im Nordosten auf die Zichtauer Bäke trifft, die in die Milde mündet.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiepke wurde im Jahre 1412 erstmals als wybeke erwähnt, als das Dorf von den Magdeburgern ausgeplündert wurde. Der Bericht ist in einer Klageschrift und Schadensrechnung des Markgrafen Friedrich von Brandenburg vom 24. Mai 1420 gegen den Magdeburger Erzbischof Günther wegen der Landesbeschädigungen durch den Erzbischof und dessen Untertanen zu finden.[3] Weitere Nennungen sind 1430 das Dorf wibeke, 1541 Wipeck, 1687 Wiebeke.[4]

Die erste Erwähnung der Mühlen in Wiepke stammt aus einem Lehnsbrief von 1472 als dat dorp wibeke ... darto dy Mollen, als Kurfürst Albrecht von Brandenburg Werner und Gebhard von Alvensleben mit Schloß und Vogtei Gardelegen beleiht.[5]

Im Jahre 1804 wird das Dorf Wiepke mit drei Wassermühlen genannt.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 188
1774 198
1789 191
Jahr Einwohner
1798 199
1801 202
1818 225
Jahr Einwohner
1840 278
1864 360
1871 346
Jahr Einwohner
1885 331
1895 318
1905 308
Jahr Einwohner
1925 298
1939 258
1946 516
Jahr Einwohner
1964 329
1971 323
1981 262
Jahr Einwohner
1993 255
2006 224

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag hat der Gemeinderat der Gemeinde Wiepke am 28. Mai 2009 beschlossen, dass die Gemeinde Wiepke in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[7][8]

Nach Eingemeindung der bisher selbständigen Gemeinde Wiepke wird Wiepke Ortsteil der Hansestadt Gardelegen. Für die eingemeindete Gemeinde wird die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Wiepke und künftige Ortsteil Wiepke wird zur Ortschaft der aufnehmenden Hansestadt Gardelegen. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Wiepke wird ein Ortschaftsrat mit sieben Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister der Ortschaft ist Hartmut Arp.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Dorfkirche Wiepke ist ein spätromanisches aus Feldsteinen errichtetes Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert. Daher wurde Wiepke in die Straße der Romanik aufgenommen.
  • Auch eine sehenswerte Wassermühle aus dem 17. Jahrhundert, die Reichwaldsche Mühle befindet sich im Ort. Pfingsten wird dort traditionell ein Mühlentag veranstaltet, bei dem mittelalterliches Handwerk der Region vorgeführt wird.

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wassermühlen- und Heimatverein Wiepke e. V.[9]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen aus Wiepke gehörten früher zur Kirchengemeinde Wiepke in der Pfarrei Zichtau.[10] Sie werden heute vom Pfarrbereich Estedt betreut,[11] der zum Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gehört.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wiepke. auf gardelegen.de. Abgerufen am 25. November 2018.
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 3. Hrsg.: Berlin. Band 3, 1846, S. 335 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001006_00345~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 2339–2442.
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 6, 1846, S. 141–142 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001022_00151~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Hrsg.: Berlin. 1804, S. 389 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000737_00417~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  7. Amtsblatt des Landkreises Nr. 10/2009 Seite 284–287
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  9. Wassermühlen- und Heimatverein Wiepke e. V. Abgerufen am 25. November 2018.
  10. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 64 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 3. November 2018]).
  11. Pfarrbereich Estedt. Abgerufen am 25. November 2018.