Miesterhorst

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Miesterhorst
Wappen von Miesterhorst
Koordinaten: 52° 27′ 38″ N, 11° 8′ 30″ O
Höhe: 57 m
Fläche: 22,64 km²
Einwohner: 626 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahlen: 39646, 39649
Vorwahl: 039006
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Lage der Ortschaft Miesterhorst in Gardelegen

Miesterhorst ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Miesterhorst liegt 11 Kilometer nordöstlich von Oebisfelde im Niederungsgebiet des Drömlings im Naturschutzgebiet Ohre-Drömling. Im Nordosten fließt der Bullengraben, im Südosten der Wilhelmskanal nach Süden zur Ohre.[1]

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft gehört neben Miesterhorst (Postleitzahl 39649) mit den Wohnplätzen Am Bahnhof (früher Bahnhof Miesterhorst) und Birkhorst (früher Kolonie Birkhorst)[2] und der Kolonie Miesterhorst (drei Kilometer östlich des Dorfes)[3] der Ortsteil Taterberg (39646).[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miesterhorst entstand vermutlich um das Jahr 1000 als Kolonie von Mieste und ist auf einem der Horste im Drömling errichtet worden. Miesterhorst wird erst im Jahr 1367 in Verbindung mit einem Knüppeldamm erwähnt, der in westlicher Richtung über den Taterberg nach Bergfriede führte.[5]

1725 wurde die Kirche im Kern des Dorfes erbaut. Das Postgebäude entstand 1928, in dem sich bis zur Eingemeindung das Gemeindebüro befand. Die Kindertagesstätte wurde 1993 ausgebaut.

Die Entwicklung des Dorfes wird ausführlich von Ingeborg Engelien in ihrer Dissertation betrachtet.[5]

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 2011 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde mit dem Ortsteil Taterberg sowie den Wohnplätzen Bahnhof Miesterhorst, Kolonie Birkhorst und Kolonie Miesterhorst zusammen mit 17 weiteren Gemeinden per Gesetz in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet.[6][7] Die Gemeinde hatte vor der Eingemeindung 695 Einwohner (Stand 31. Dezember 2009) und eine Fläche von 22,64 km², davon betrug der Anteil an forstwirtschaftlicher Fläche 3,14 km².

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 7. Juli 1997 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Silber auf grünem Rasen über blauem Wellenschildgrund eine grüne Eiche mit acht goldenen Früchten, der Stamm beseitet von zwei aufrechten, einander zugekehrten grünen Ähren mit schwarzen Grannen und je zwei Blättern am Halm.“

Die Farben Miesterhorsts sind Grün-Silber (Weiß).

Der grüne Schildfuß und die grünen Ähren symbolisieren die Weiden, Wiesen und Wälder der Miesterhorster Umgebung und den ländlichen Charakter der Gemeinde, die fruchttragende Eiche die “Friedenseiche” des Ortes und der blaue Wellenschildgrund steht für die vielen Flüsse und Kanäle des Drömlings.

Das Wappen wurde von der Magdeburger Heraldikerin Erika Fiedler gestaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof von Miesterhorst

Miesterhorst liegt an der B 188. Der Mittellandkanal liegt in der Nähe, die nächste Umschlagsstelle befindet sich in Calvörde, 19 Kilometer entfernt. Der Bahnhof des Ortes liegt an der Bahnlinie Oebisfelde-Stendal. Es verkehren zusätzlich täglich Linienbusse.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FSV 77 Miesterhorst e. V.
  • Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Miesterhorst e. V.
  • Jagdgesellschaft Miesterhorst e. V.
  • Ländlicher Reit- und Fahrverein Miesterhorst e. V.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche Miesterhorst besteht aus einem Fachwerklanghaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und einem Backsteinturm von 1926.[8]
  • In der Ortsmitte von Miesterhorst steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, des Krieges 1870/71 und für einen Gefallenen aus den napoleonischen Kriegen. An Kirche steht eine Namenstafel mit den Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges.[9]
  • Der Friedhof des Dorfes befindet an nordwestlichen Ortsausgang.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Miesterhorst gehörte früher zusammen mit Mieste und Sichau zur Pfarrei Mieste.[10] Im Jahre 2003 wurden die Kirchengemeinden mit Dannefeld zum Kirchspiel Mieste zusammengelegt, das heute zum Pfarrbereich Mieste[11] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gehört.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1478–1481.
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 211–212.
  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 411 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA411~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. Ortsteilverzeichnis Land Sachsen-Anhalt (Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile), Gebietsstand Januar 2014, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2016
  3. Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1.50000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003
  4. Die Zugehörigkeit von Taterberg zur Ortschaft Miesterhorst wird daraus abgeleitet, dass der Ortsteil früher zur Gemeinde Miesterhorst gehörte.
  5. a b Ingeborg Engelien: Preußische Kolonisations– und Sozialpolitik in der Altmark von 1740 bis 1850 im Spannungsfeld von Staatsräson und Bauernwiderstand am Beispiel des Drömlings. Bonn 2007 (PDF; 32,4 MB [abgerufen am 30. Mai 2018]).
  6. Gemeindeneugliederungsgesetzes für den Altmarkkreis Salzwedel
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2011
  8. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 323.
  9. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Miesterhorst auf www.denkmalprojekt.org. April 2011, abgerufen am 3. Juni 2018.
  10. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 63 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 3. Juni 2018]).
  11. Pfarrbereich Mieste. Abgerufen am 3. Juni 2018.