Sichau

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Sichau
Wappen von Sichau
Koordinaten: 52° 30′ 50″ N, 11° 13′ 42″ O
Höhe: 59 m
Fläche: 22,52 km²
Einwohner: 98 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 4 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39649
Vorwahl: 039082
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Über dieses Bild
Lage der Ortschaft Sichau in Gardelegen
Kirche

Sichau ist Ortschaft und Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Sichau liegt etwa 19 Kilometer nördlich von Calvörde zwischen der Colbitz-Letzlinger Heide und dem Naturpark Drömling.[2]

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft gehören neben Sichau die Ortsteile Siems und Tarnefitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sichau wurde im Jahre 1418 erstmals erwähnt als daz dorff czichow und 1419 als das dorf sichow[3] in einer Klageschrift und Schadensrechnung des Markgrafen Friedrich von Brandenburg vom 24. Mai 1420 gegen den Magdeburger Erzbischof Günther wegen der Landesbeschädigungen durch den Erzbischof und dessen Untertanen. Im Jahre 1687 wird der Ort Zichow genannt,[4] 1804 bereits Sichau.[5]

Der Historiker Rohrlach schreibt:[4] Die Angabe bei Zahn,[6] der Ort sei 1152 erstmals genannt, ist unzutreffend, gemeint ist vielmehr Sibow.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Siems und Tarnefitz aus dem Landkreis Gardelegen eingegliedert.[7]

Sichau wurde am 1. Januar 2011 in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 120
1774 130
1789 125
1798 120
1801 120
1818 114
Jahr Einwohner
1840 199
1864 208
1871 187
1885 176
1895 147
1905 157
Jahr Einwohner
1925 148
1939 156
1946 208
1964 390
1971 322
1981 261
Jahr Einwohner
1993 243
2006 254
2016 095

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen der Kirchengemeinde Sichau gehörten zur Pfarrei Mieste.[9] Sie werden heute vom Pfarrbereich Mieste[10] des Kirchenkreises Salzwedel, im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland betreut.

Die ältesten überlieferten Nachrichten über die Kirchengemeinde sind in den Kirchenbüchern für Miesterhorst ab 1634 zu finden. Die Bücher für Solpke beginnen erst im Jahre 1829.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Gemeindewappen wurde am 13. Juli 2009 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Gold ein rotes Pulverhorn mit Deckel, an seinem Tragriemen von einem querliegenden grünen Schlehenzweig mit blauen Früchten herabhängend, zwischen Zweig und Horn drei (2:1) kantenwürfelförmige blaue Kristalle mit silberner Facettierung.“[12]

Die Hauptfarben des Wappens sind – abgeleitet von Hauptwappenmotiv (Pulverhorn) und Schildfarbe – Rot-Gold (Gelb).

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Flagge ist Rot-Gelb (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche Sichau ist ein Fachwerkbau aus dem Jahre 1743 mit einer Orgel. Der quadratische Westturm wurde im Jahre 1959 renoviert.[13]
  • Der Ortsfriedhof befindet sich neben der Kirche.
  • Auf dem Dorfplatz in Sichau steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges mit einer allgemeinen Widmung für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sichau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sichau, Siems und Tarnefitz. auf gardelegen.de. Abgerufen am 18. November 2018.
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 3. Band 3. Berlin 1846, S. 340, 336 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001006_00350~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. a b Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 2079–2081, doi:10.35998/9783830522355.
  5. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Berlin 1804, S. 386 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000737_00414~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 212.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 360–362.
  8. StBA: Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011
  9. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 63 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 18. November 2018]).
  10. Pfarrbereich Mieste. Abgerufen am 18. November 2018.
  11. Ernst Machholz: Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Sachsen (= Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 30. Heft). Leipzig 1925, S. 7 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 18. November 2018]).
  12. Amtsblatt des Landkreises Nr. 8/2009 Seite 207 (Memento vom 11. Oktober 2010 im Internet Archive)
  13. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 445.
  14. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Zießau auf www.denkmalprojekt.org. 1. April 2018, abgerufen am 18. November 2018.