Sachau (Gardelegen)

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Sachau
Koordinaten: 52° 28′ 29″ N, 11° 15′ 43″ O
Höhe: 59 m ü. NHN
Fläche: 8,63 km²
Einwohner: 120 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39649
Vorwahl: 039082
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Lage der Ortschaft Sachau in Gardelegen

Sachau ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Sachau liegt etwa elf Kilometer nördlich von Calvörde zwischen der Colbitz-Letzlinger Heide und dem Naturpark Drömling. Der Grenzgraben Sachau und der Moorgraben Dachau fließen im Norden des Dorfes und münden westlich des Dorfes in die Sichauer Beeke. Die Gardelegener Altstadt befindet sich etwa zehn Kilometer nordöstlich.[2]

Nachbarorte sind Mieste im Westen, Wernitz im Nordwesten, Solpke im Norden, Jerchel im Osten sowie Jeseritz im Südosten von Sachau.

Die beiden offiziellen Wohnplätze des Ortsteils Sachau sind die Kolonie Breiteiche I im Westen und die Kolonie Kämeritz im Süden.[3] Auf der Top50-Karte[4] ist südöstlich der heutigen Kolonie Kämeritz ein Wohnplatz namens Jerchel verzeichnet. Der Wohnplatz Waldstern liegt direkt nördlich von Kämeritz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachau wurde 1472 als Sachou erwähnt, als Kurfürst Albrecht von Brandenburg Werner und Gebhard von Alvensleben mit Schloss und Vogtei Gardelegen belieh.[5]

Sachau war ursprünglich ein Rundplatzdorf, das bereits bei der Ersterwähnung auf einer wüsten Feldmark errichtet worden war. Aus alten Karten ergibt sich, dass das Dorf im 16. Jahrhundert auf dem ursprünglichen Grundriss wiedererrichtet wurde.[6]

Ab 1930 war ostsüdöstlich des Dorfes ein Notlandeplatz (Flugplatz) errichtet worden. Den Anstoß dazu gab der Bauer und Landwirt Ewald Knacke aus Sachau. Es entstand eine Flugleitung, im Wald wurden Unterkünfte errichtet. Ebenso gab es eine Feuerwehr, ein Kino und einen Theaterraum. Im angrenzenden Waldgelände waren die Flugzeugstellplätze errichtet worden.[7] Heute wird das Gelände wieder landwirtschaftlich genutzt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1936 wurde die Kolonie Kämeritz aus der Gemeinde Sylpke in die Gemeinde Sachau eingegliedert.[8]

Sachau wurde am 1. Januar 2011 gemäß einem Landtagsbeschluss in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet.[9][10] Die ehemalige Gemeinde war ein Mitglied in der Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 101
1774 130
1789 156
1798 164
1801 163
1818 127
Jahr Einwohner
1840 248
1864 295
1871 286
1885 237
1895 233
1905 224
Jahr Einwohner
1925 324
1939 324
1946 499
1964 334
1971 274
1981 194
Jahr Einwohner
1993 148
2006 154
2016 125

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen aus Sachau gehörten früher zur Kirchengemeinde Sachau, die zur Pfarrei Berge gehörte.[11] 1910 kam sie zu neu errichteten Pfarrei Solpke.[12] Die Kirchengemeinde wurde 2002 mit anderen Gemeinden zur Kirchengemeinde Solpke zusammengeschlossen, die heute zum Pfarrbereich Letzlingen[13] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gehört.

Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Berge stammen aus dem Jahre 1815.[14]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzte Bürgermeisterin der Gemeinde Sachau war Viola Mewes. Ortsbürgermeisterin ist Kirsten Trittel.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche Sachau, ein kleiner Saalbau in rotem Sandstein aus den Jahren 1953/54,[15] ist der letzte protestantische Sakralbau der Altmark.[1] Der Vorgängerbau war eine Fachwerkkirche, die im 18. Jahrhundert erbaut worden war.[16] Aus ihm stammt ein mittelalterlicher Taufstein in Kelchform mit Inschrift aus dem Jahre 1619 und die Bronzeglocke aus dem Jahre 1670.[15]
  • Am Dorfplatz steht unter einer Eiche ein Ehrenmal für Gefallene des Ersten Weltkrieges.[17]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sachau. auf gardelegen.de. Abgerufen am 2. November 2018.
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Ortsteilverzeichnis Land Sachsen-Anhalt (Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile), Gebietsstand Januar 2014, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2016
  4. Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1.50000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 6. Berlin 1846, S. 141 (Digitalisat).
  6. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1845–1848.
  7. Sebastian Siebert: Fahrt führte Solpker zum Sachauer Flugplatz. In: Volksstimme Magdeburg. 15. August 2011 (archiviert auf archive.org (Memento vom 2. November 2018 im Internet Archive) [abgerufen am 2. November 2018]).
  8. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1936, ZDB-ID 3766-7, S. 113.
  9. Gemeindeneugliederungsgesetz für den Altmarkkreis Salzwedel
  10. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011
  11. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 60 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 2. November 2018]).
  12. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1910, ZDB-ID 3766-7, S. 163.
  13. Pfarrbereich Letzlingen. Abgerufen am 2. November 2018.
  14. Ernst Machholz: Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Sachsen (= Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 30. Heft). Leipzig 1925, S. 7 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 2. November 2018]).
  15. a b Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 403 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  16. A. Parisius, A. Brinkmann: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Gardelegen. Otto Hendel, Halle an der Saale 1897, S. 143.
  17. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. In: Sachau auf www.denkmalprojekt.org. 2007, abgerufen am 2. November 2018.