Hopman Cup

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Tennis Hopman Cup
Logo des Turniers „Hopman Cup“
International Tennis Federation
Austragungsort Perth
AustralienAustralien Australien
Erste Austragung 1989
Turnierart Hallenturnier
Spieloberfläche Hartplatz
Auslosung 2 Gruppen mit je 4 Mannschaften
Center Court 13.943[1][2] Zuschauer
Website Offizielle Website
Stand: 2. Januar 2018
Die Perth Arena, seit 2013 Veranstaltungsort des Turniers

Beim Hopman Cup, einem Nationenvergleich im Tennis mit dem Schwerpunkt auf dem Mixedspiel, treten acht Nationalmannschaften an. Gespielt werden ein Herren- und ein Dameneinzel sowie ein Mixed. Benannt wurde die Veranstaltung nach dem australischen Tennisspieler Harry Hopman, der an der Seite seiner Ehefrau Mixed spielte. Veranstalter ist die ITF.

Der Hopman Cup steht gleichberechtigt neben dem Davis Cup und dem Fed Cup.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee für die Veranstaltung wurde erstmals 1984 diskutiert. Es dauerte jedoch bis zum Jahr 1988, dass der Wettbewerb tatsächlich durchgeführt wurde. Seither wird er jedes Jahr kurz vor oder nach dem Jahreswechsel im australischen Perth ausgetragen.

Der Wettkampfmodus wurde im Laufe der Jahre öfters verändert. Die Anzahl der teilnehmenden Nationen wechselte zwischen acht (bei der ersten Austragung 1988/89) und zwölf (zweite bis siebente Austragung), mit der achten Auflage des Hopman Cups kehrte man zu acht Teilnehmernationen zurück. Die Reihenfolge der Matches änderte sich nach zwei Jahren von Dameneinzel, Mixed, Herreneinzel zu Dameneinzel, Herreneinzel, Mixed, um dem Mixed zu einem attraktiveren, mitunter spielentscheidenden Stellenwert zu verhelfen. Seit der achten Veranstaltung wird auch nicht mehr das bei Tennisturnieren übliche K.-o.-System angewandt, sondern es wurde ein Round-Robin-System mit zwei Gruppen zu je vier Teilnehmern eingeführt, womit man vor allem den Zuschauern entgegenkam. Auch der Qualifikationsmodus für das Turnier sowie die Anzahl der gesetzten Nationen und deren Platzierung in der Setzliste wurden mehrfach verändert.

Rekordsieger sind die USA, die das Turnier bisher sechsmal (zuletzt 2011) gewonnen haben. Die USA sind auch die einzige Nation, die den Titel schon erfolgreich verteidigt hat.

Der erste Sieg eines deutschen Paares gelang im Jahr 1993, als Steffi Graf und Michael Stich gegen das spanische Team den Titel gewannen, wobei Graf trotz einer Knöchelverletzung zum Finale antrat. Sie war schon bei der ersten Austragung des Hopman Cup als Spielerin und zusätzlich als Werbeträgerin dabei, obwohl sie sonst kaum Mixed spielte. Zwei Jahre später konnten auch Boris Becker und Anke Huber mit einem hartumkämpften Sieg über die ukrainische Paarung einen Erfolg verbuchen.

Für den Zuschauer ist das Turnier vor allem deswegen interessant, weil häufig die beiden bestplatzierten Spieler (Damen und Herren) eines Landes antreten und im Mixed dann sogar zusammen auf dem Platz stehen. So hatte man beim Hopman Cup unter anderem die Gelegenheit, die eher seltene Kombination Becker/Graf auf dem Platz zu sehen.

Bis 2012 war der Burswood Dome Veranstaltungsort des Turniers, seit 2013 findet es in der Perth Arena statt.

2016 nahm mit Australien erstmals ein Land mit zwei Teams teil, so dass nur sechs andere Länder eingeladen wurden.

Seit 2017 wird das Mixed-Doppel im Fast4 Tennis gespielt.[3]

Titelgewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Sieger Finalist Ergebnis Spieler des Siegerteams
1989 TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei AustralienAustralien Australien 2:0 Miloslav Mečíř, Helena Suková
1990 SpanienSpanien Spanien Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2:1 Emilio Sánchez, Arantxa Sánchez Vicario
1991 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien FrankreichFrankreich Frankreich 3:0 Goran Prpić, Monica Seles
1992 SchweizSchweiz Schweiz TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei 2:1 Jakob Hlasek, Manuela Maleeva-Fragnière
1993 DeutschlandDeutschland Deutschland SpanienSpanien Spanien 2:1 Michael Stich, Steffi Graf
1994 TschechienTschechien Tschechien DeutschlandDeutschland Deutschland 2:1 Petr Korda, Jana Novotná
1995 DeutschlandDeutschland Deutschland UkraineUkraine Ukraine 2:1 Boris Becker, Anke Huber
1996 KroatienKroatien Kroatien SchweizSchweiz Schweiz 2:1 Goran Ivanišević, Iva Majoli
1997 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten SudafrikaSüdafrika Südafrika 2:1 Justin Gimelstob, Chanda Rubin
1998 SlowakeiSlowakei Slowakei FrankreichFrankreich Frankreich 2:1 Karol Kučera, Karina Habšudová
1999 AustralienAustralien Australien SchwedenSchweden Schweden 2:1 Mark Philippoussis, Jelena Dokić
2000 SudafrikaSüdafrika Südafrika ThailandThailand Thailand 3:0 Wayne Ferreira, Amanda Coetzer
2001 SchweizSchweiz Schweiz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2:1 Roger Federer, Martina Hingis
2002 SpanienSpanien Spanien Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2:1 Tommy Robredo, Arantxa Sánchez Vicario
2003 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten AustralienAustralien Australien 3:0 James Blake, Serena Williams
2004 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten SlowakeiSlowakei Slowakei 2:1 James Blake, Lindsay Davenport
2005 SlowakeiSlowakei Slowakei ArgentinienArgentinien Argentinien 3:0 Dominik Hrbatý, Daniela Hantuchová
2006 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten NiederlandeNiederlande Niederlande 2:1 Taylor Dent, Lisa Raymond
2007 RusslandRussland Russland SpanienSpanien Spanien 2:0 Dmitri Tursunow, Nadja Petrowa
2008 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten SerbienSerbien Serbien 2:1 Mardy Fish, Serena Williams
2009 SlowakeiSlowakei Slowakei RusslandRussland Russland 2:0 Dominik Hrbatý, Dominika Cibulková
2010 SpanienSpanien Spanien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 2:1 Tommy Robredo, María José Martínez Sánchez
2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten BelgienBelgien Belgien 2:1 John Isner, Bethanie Mattek-Sands
2012 TschechienTschechien Tschechien FrankreichFrankreich Frankreich 2:0 Tomáš Berdych, Petra Kvitová
2013 SpanienSpanien Spanien SerbienSerbien Serbien 2:1 Fernando Verdasco, Anabel Medina Garrigues
2014 FrankreichFrankreich Frankreich PolenPolen Polen 2:1 Jo-Wilfried Tsonga, Alizé Cornet
2015 PolenPolen Polen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2:1 Jerzy Janowicz, Agnieszka Radwańska
2016 AustralienAustralien Australien grün UkraineUkraine Ukraine 2:0 Nick Kyrgios, Darja Gawrilowa
2017 FrankreichFrankreich Frankreich Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2:1 Richard Gasquet, Kristina Mladenovic
2018 SchweizSchweiz Schweiz DeutschlandDeutschland Deutschland 2:1 Roger Federer, Belinda Bencic

Rekordsieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einzige Nation konnten die USA den Hopman Cup bereits sechsmal gewinnen. Insgesamt haben sich bisher 12 Nationen in die Siegerliste eingetragen.[4]

Anzahl Nation Siegerjahre
6 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1997, 2003, 2004, 2006, 2008, 2011
4 SpanienSpanien Spanien 1990, 2002, 2010, 2013
3 SlowakeiSlowakei Slowakei 1998, 2005, 2009
3 SchweizSchweiz Schweiz 1992, 2001, 2018
2 DeutschlandDeutschland Deutschland 1993, 1995
2 TschechienTschechien Tschechien 1994, 2012
2 AustralienAustralien Australien 1999, 2016
2 FrankreichFrankreich Frankreich 2014, 2017
1 KroatienKroatien Kroatien 1996
1 PolenPolen Polen 2015
1 RusslandRussland Russland 2007
1 SudafrikaSüdafrika Südafrika 2000
1 TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei 1989
1 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 1991

Stand: Januar 2018

Rekordteilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gastgeber Australien war bei allen 29 Turnieren dabei.[5]

Die folgenden Nationen haben mindestens fünf Mal teilgenommen:

Anzahl Nation Teilnahmen
30 AustralienAustralien Australien 1989−2018[Anm. 1]
29 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1990−2018
23 FrankreichFrankreich Frankreich 1989–1999, 2002, 2004, 2007–2009, 2011–2017
16 TschechienTschechien Tschechien (11)
TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei (4)
1993–1995, 2004, 2005, 2007, 2008, 2012, 2014–2017
1989–1992
17 DeutschlandDeutschland Deutschland 1989, 1991–1998, 2005, 2006, 2009, 2010, 2013, 2016–2018
16 SpanienSpanien Spanien 1990–1995, 1998, 1999, 2002, 2003, 2007, 2010, 2012–2014, 2017
11 RusslandRussland Russland (8)
GUSGUS GUS (1)
SowjetunionSowjetunion Sowjetunion (2)
2001, 2004–2007, 2009, 2010, 2018
1992
1990–1991
11 SchweizSchweiz Schweiz 1991–1994, 1996, 1997, 1999, 2001, 2002, 2017, 2018
10 SudafrikaSüdafrika Südafrika 1993–2001, 2013
10 ItalienItalien Italien 1990, 1991, 2002, 2003, 2005, 2009, 2011, 2013–2015
09 SchwedenSchweden Schweden 1989, 1990, 1992, 1994, 1995, 1998–2000, 2006
08 NiederlandeNiederlande Niederlande 1990–1992, 1994–1996, 2005, 2006
08 SlowakeiSlowakei Slowakei 1998–2001, 2003–2005, 2009
08 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1989, 1991, 1992, 2010, 2011, 2015–2017
07 BelgienBelgien Belgien 2000–2004, 2011, 2018
05 ArgentinienArgentinien Argentinien 1995, 2002, 2005, 2006, 2008
05 OsterreichÖsterreich Österreich 1990, 1993–1995, 2000

Stand: Januar 2018

  1. 2016 nahm Australien mit zwei Teams teil

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am häufigsten teilgenommen (mindestens fünf Teilnahmen) haben:[6]

Das Geschwisterpaar Arantxa und Emilio Sánchez trat viermal (1990−1993) zusammen an.

Stand: Januar 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hopman Cup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. About The Tournament. In: hopmancup.com. Abgerufen am 12. Dezember 2016 (englisch).
  2. Roger Federer reveals huge motivating factor after breaking Hopman Cup record. In: metro.co.uk. 2. Januar 2018, abgerufen am 2. Januar 2018 (englisch).
  3. https://hopmancup.com/results/how-the-draw-works/. In: hopmancup.com. Abgerufen am 1. Januar 2018 (englisch).
  4. Honour Roll. In: HopmanCup.com. Abgerufen am 17. Februar 2016 (englisch).
  5. Past Results. In: HopmanCup.com. Archiviert vom Original am 17. Februar 2016; abgerufen am 17. Februar 2016 (englisch).
  6. Player Listing (alphabetical). In: HopmanCup.com. Archiviert vom Original am 6. Februar 2016; abgerufen am 17. Februar 2016 (englisch).