Immenreuth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Immenreuth
Immenreuth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Immenreuth hervorgehoben
Koordinaten: 49° 55′ N, 11° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Tirschenreuth
Höhe: 504 m ü. NHN
Fläche: 26,44 km2
Einwohner: 1942 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95505
Vorwahl: 09642
Kfz-Kennzeichen: TIR, KEM
Gemeindeschlüssel: 09 3 77 127
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kemnather Str. 42
95505 Immenreuth
Webpräsenz: www.immenreuth.de
Bürgermeister: Heinz Lorenz
Lage der Gemeinde Immenreuth im Landkreis Tirschenreuth
Landkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis BayreuthLandkreis Neustadt an der WaldnaabErbendorfPullenreuthKastl (bei Kemnath)WaldershofKemnathWiesauWaldsassenTirschenreuthReuth bei ErbendorfPlößbergPechbrunnNeusorgNeualbenreuthMitterteichMähringLeonberg (Oberpfalz)KulmainKrummennaabKonnersreuthFuchsmühlFriedenfelsFalkenberg (Oberpfalz)EbnathBrand (Oberpfalz)BärnauImmenreuthTschechienKarte
Über dieses Bild

Immenreuth (bairisch: Immarad) ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth und liegt unweit des Fichtelgebirges.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immenreuth hat 16 Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte Immenreuths geht bis in das Jahr 1195 zurück. In diesem historisch wichtigen Jahr wurde das damalige Kloster Weißenohe (als Imurut) von Papst Coelestin III. erwähnt. Durch die günstige Lage Immenreuths (an der Handelsstraße nach Eger im heutigen Tschechien) stieg die Bevölkerung zunehmend an. Einen großen Aufschwung erlebte das kleine Dorf im Jahre 1878, als die Bahnstrecke Nürnberg–Cheb eröffnet wurde. Dadurch erweckte das Gebiet auch Interesse für größere Unternehmen, was zu einem rasanten Wachstum sowohl der Bevölkerung als auch der Wirtschaft führte. Glas, Keramik und Baumaterialien waren die ersten Güter, die mit der Eisenbahn von Immenreuth aus in alle Welt gingen. Immenreuth blieb glücklicherweise von den beiden Weltkriegen weitgehend verschont, was dazu beitrug, dass sich Flüchtlinge aus östlichen Gebieten und auf Grund der Nähe zu der sowjetischen Besatzungszone, auch Leipziger und Dresdner niederlassen konnten und aufgenommen wurden.

Entwicklung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1945 oder 1946 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Punreuth in die Gemeinde Ahornberg eingegliedert.[3] Diese kam am 1. Januar 1978 zu Immenreuth. Am gleichen Tag wurden auch Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Lenau eingegliedert.[4]

Am 1. September 2008 wurden die beiden unbebauten gemeindefreie Gebiete Ahornberger Forst und Flötz in die Gemeinde Immenreuth eingegliedert.

Am 12. Februar 2009 entschied sich der Gemeinderat in einer Abstimmung, die von großem Medieninteresse begleitet wurde, gegen einen Landkreiswechsel vom Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth in den oberfränkischen Landkreis Bayreuth, obwohl der Ort dadurch nach Berechnungen von Bürgermeister Merkl jedes Jahr fast 120.000 Euro weniger Kreisumlage zahlen müsste.[5][6] Am 7. Juni 2009 fand ein Bürgerentscheid über den Landkreiswechsel statt. Dabei votierte eine deutliche Mehrheit von 71 % der Wähler für einen Verbleib im Landkreis Tirschenreuth.

Zum 1. Januar 2017 kamen Teile des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Lenauer Forst zur Gemeinde.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Immenreuth zeigt einen in Rot eingesenkten silbernen Balken, darin drei blaue Spitzen, darüber schräg gekreuzt zwei goldene Reuthauen.

Die Reuthauen sind typische bäuerliche Rodungswerkzeuge als redendes Bild für das Ortsnamensgrundwort -reuth. Der mit Spitzen belegte Balken aus dem Familienwappen der Pfreimder steht stellvertretend für die wechselnden adeligen Inhaber von Rechten und Gütern; die Pfreimder übten vom ausgehenden 15. bis zum 18. Jahrhundert in dem zur Gemeinde Immenreuth gehörenden Ort Zweifelau (Landsassengut Kulmain an der Kirche) Herrschaftsrechte aus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wellenrutsche

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Kirche Herz Jesu
  • Sommerferienzentrum mit Freibad

Das Naturerlebnisbad wurde als konventionelles Freibad 1972 eröffnet und nach umfassender Sanierung von 2009 bis 2011 mit ökologischer Klärung des Wassers wiedereröffnet. Das Bad besitzt neben einem Sprungturm auch eine Wellenrutsche[8]

  • Campingplatz

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ferienort Immenreuth liegt in einer der abwechslungsreichsten Gegenden Nordbayerns. Viele idyllisch gelegene Seen, wie zum Beispiel das Naturschutzgebiet Hirschberg- und Heidweiher in der Gabellohe und die großen Waldgebiete Ahornberger Forst und Lenauer Forst sind von Wanderwegen durchzogen, die bis zum Bayreuther Haus führen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Skilift Tannenberg
  • Langlaufloipen
  • Sportverein Immenreuth (Tennis, Tischtennis, Fußball)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Glasfabrik entwickelte sich ein moderner kunststoffverarbeitender Betrieb. Drei ortsansässige Bauunternehmen sind überregional tätig. Die Infrastruktur von Immenreuth umfasst Volksschule, Kindergarten, Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Ärzte, Praxis für physikalische Therapie, interdisziplinäre Praxisgemeinschaft für Ergotherapie (Christiane Reiche) und Logopädie (Alexandra Schmidt), Kosmetikstudio, Bankinstitute, Lebensmittelmärkte, Metzgerei, Getränkehandel, Landhandelsbetrieb, Landmaschinenhändler, Bauschlossereien, Sägewerke, Schreinerei, Malerbetrieb, Baggerbetrieb, Holzhandelsunternehmen mit Fuhrbetrieb, Holzrückebetriebe, Import/Exporthandelsbetrieb, Friseurstudios, Werbeagentur, Blumen- und Dekorationsgeschäfte, Kraftfahrzeughändler, Sanitärinstallationsbetrieb, Elektrohandelsgeschäfte, Bauplanungsbüros, Softwareentwicklungsbüro, Sportgeschäft und Gaststätten.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Immenreuth liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Immenreuth befindet sich das SOS-Kinderdorf „Oberpfalz“, eines der 14 deutschen SOS-Kinderdörfer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Immenreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/090758&attr=OBJ&val=1082
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 495.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 663.
  5. Immenreuth bleibt oberpfälzisch, sueddeutsche.de, 13. Februar 2009
  6. Vorerst keine Umgemeindung nach Oberfranken (Memento vom 15. Februar 2009 im Internet Archive), br-online Sturio Franken, 12. Februar 2009
  7. Größtes Stück vom Kuchen, www.onetz.de vom 10. April 2014
  8. Betreiberwebseite des Naturerlebnisbades
  9. Verdiente Bürger auf der Gemeinde-Homepage