Jannis Niewöhner

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Jannis Niewöhner auf der Deutschlandpremiere des Films Smaragdgrün im Juni 2016 in Köln

Jannis Niewöhner (* 30. März 1992 in Hüls, Krefeld) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Schauspielkarriere startete Niewöhner, Sohn eines regional bekannten Theatermachers,[1] im Alter von zehn Jahren in der Tatort-Episode Fakten, Fakten … unter der Regie von Susanne Zanke. Es folgten weitere Film- und Fernsehproduktionen, wie 2004 Christian Züberts Spielfilm Der Schatz der weißen Falken oder ein Gastauftritt bei SOKO Köln.

Erste Bekanntheit erlangte er durch seine Rolle des Peter 'Tim' Carsten in dem Kinofilm TKKG – Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Machine. In dem Film Die Wilden Hühner und die Liebe spielte er die Rolle des Maik, den Freund von Frieda (Lucie Hollmann). 2008 war er in dem Film Sommer an der Seite von Jimi Blue Ochsenknecht und Sonja Gerhardt als Lars zu sehen. Für diese Rolle wurde er im gleichen Jahr für einen Undine Award in der Kategorie Bester jugendlicher Nebendarsteller in einem Kinospielfilm nominiert.[2] Gemeinsam mit den Ochsenknecht-Brüdern Jimi Blue und Wilson Gonzalez sowie Emilia Schüle spielte er 2009 in dem Jugenddrama Gangs von Rainer Matsutani mit. Ebenfalls mit Schüle trat Niewöhner 2010 in dem Jugendfilm Freche Mädchen 2 auf, in dem er den Antony spielte.

Mit 16 bewarb er sich an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, scheiterte jedoch an der Aufnahmeprüfung.[3] Nach abgeschlossenem Abitur widmete er sich dann ausschließlich seiner Filmkarriere.

2012 übernahm er die Hauptrolle des Gideon de Villiers in Rubinrot, der Verfilmung des gleichnamigen ersten Teils der Bücherserie Liebe geht durch alle Zeiten von Kerstin Gier. Der Film lief 2013 in den deutschen Kinos an.[4] Für dessen Fortsetzung, Saphirblau, schlüpfte er 2014 erneut in die Rolle des Gideon de Villiers. 2013 war er erneut neben Emilia Schüle in den Fernsehfilmen Helden – Wenn dein Land dich braucht und In einem wilden Land zu sehen. 2015 übernahm er wieder die Rolle des Gideon de Villiers für den dritten und letzten Teil Smaragdgrün, wofür er den Jupiter Award in der Kategorie Bester Darsteller national erhielt. Im Film Ostwind 2 spielte er 2015 die Rolle von Milan.

Nach den zahlreichen Auftritten in Jugendfilmen und aufgrund seines als glatt empfundenen Aussehens hatte Niewöhner zunächst Schwierigkeiten, für anspruchsvollere Rollen besetzt zu werden. Der diesbezügliche Durchbruch gelang ihm mit dem Psychiatriedrama 4 Könige (2015), nachdem er mit aus der Ablehnung entstandener Wut, abrasierten Haaren und Bomberjacke in das Casting gegangen war.[3] Auf die Rolle des aggressiven Timo folgte Anfang 2015 die Auszeichnung als "European Shooting Star" im Rahmen der Berlinale.

Ein Jahr später wurde Niewöhner für seine Darstellungen in den Dramen Jonathan (2016) von Piotr J. Lewandowski und Jugend ohne Gott (2017) nach Ödön von Horváth Niewöhner im Rahmen des Bayerischen Filmpreises 2016 als Bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. Nach dem historischen Fernsehdreiteiler Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe (2017) übernahm er Rollen in den Komödien High Society von Anika Decker (2017) und in Asphaltgorillas von Detlev Buck (2018). 2017 und 2018 hatte Niewöhner zudem kleinere Auftritte in den internationalen Produktionen Berlin Station und Mute.

Ende 2017 spielte er in der Amazon Prime-Serie Beat unter der Regie von Marco Kreuzpaintner den drogensüchtigen Techno-Club-Promoter Robert 'Beat' Schlag, der vom Geheimdienst angeworben und in einen Kriminalfall um Waffen-, Menschen- und Organhandel hineingezogen wird. Für seine Darstellung in Beat erhielt Niewöhner 2019 den Grimme-Preis[5] sowie den Jupiter Award als Bester TV-Darsteller national.[6]

Anfang 2018 übernahm er in Barbara Otts Langspielfilmdebüt Kids Run die Rolle eines jungen Vaters aus prekären Verhältnissen, der um das Sorgerecht für seine drei Kinder kämpft.[7] Später im Jahr fanden die Dreharbeiten für die Verfilmung des Hermann Hesse-Romans Narziß und Goldmund unter der Regie von Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky statt, in der Niewöhner an der Seite von Sabin Tambrea als Narziß für die Rolle des Goldmund besetzt wurde (Kinostart 2. Januar 2020).[8] Anfang 2019 drehte Niewöhner mit Moritz Bleibtreu dessen Regiedebüt, den Psychothriller Cortex.[9]

Seit 2018 fungiert er gemeinsam mit Emilia Schüle und Kostja Ullmann als Botschafter des Deutschen Filmpreises.[10][11]

Der aus Krefeld stammende Niewöhner lebt seit 2011 in Berlin.[3] Von 2008 bis 2015 war er mit Schauspielkollegin Emilia Schüle liiert.[12]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino

Fernsehen:

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jannis Niewöhner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hülser Schauspieler für zwei Filmpreise nominiert. In: rp-online.de, 28. April 2016, abgerufen am 22. März 2019.
  2. a b Herzlich Willkommen zur UNDINE AWARD GALA 2008! In: yumpu.com, 25. Oktober 2008, abgerufen am 22. März 2019.
  3. a b c Neue Deutsche Welle: Porträt Schauspieler Jannis Niewöhner. In: tagesspiegel.de, 30. August 2017, abgerufen am 22. März 2019.
  4. http://www.filmstarts.de/kritiken/203871.html
  5. a b https://www.grimme-preis.de/55-grimme-preis-2019/preistraeger/p/d/beat-hellingerdoll-filmproduktionwarner-bros-film-productions-germanypantaleon-films-fuer-amazo-1/
  6. a b Publikumspreis: Jupiter Award für Josefine Preuß und Jannis Niewöhner. In: shz.de, 20. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  7. Dreharbeiten zu "Kids Run" in Köln. In: filmstiftung.de, 4. April 2018, abgerufen am 22. März 2019.
  8. FILMSTARTS am Set von "Narziss und Goldmund" - das "Game Of Thrones" der 30er Jahre. In: filmstarts.de, 22. September 2018, abgerufen am 22. März 2019.
  9. Bleibtreu dreht Psychothriller in Hamburg – "Ein nicht enden wollender Albtraum". In: mopo.de, 13. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  10. Deutscher Filmpreis 2018: 4 Lolas für filmstiftungsgeförderte Filme "Aus dem Nichts" von Fatih Akin und "Beuys". In: filmstiftung.de, 27. April 2018, abgerufen am 1. Mai 2019.
  11. Deutscher Filmpreis 2019: Vorfreude auf die Lola. In: Der Tagesspiegel, 13. April 2019, abgerufen am 1. Mai 2019.
  12. Nach der Trennung von Jannis: Emilia Schüle hat bereits einen Neuen. In: gala.de. 14. Februar 2016, abgerufen am 21. März 2016.