Kobersdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kobersdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kobersdorf
Kobersdorf (Österreich)
Kobersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 27,27 km²
Koordinaten: 47° 36′ N, 16° 24′ OKoordinaten: 47° 35′ 43″ N, 16° 23′ 32″ O
Höhe: 320 m ü. A.
Einwohner: 1.903 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 70 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7332
Vorwahl: 02618
Gemeindekennziffer: 1 08 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 38
7332 Kobersdorf
Website: www.kobersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Klaus Schütz (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(21 Mitglieder)
11
7
3
11 
Insgesamt 21 Sitze
Lage der Marktgemeinde Kobersdorf im Bezirk Oberpullendorf
DeutschkreutzDraßmarktFrankenau-UnterpullendorfGroßwarasdorfHoritschonKaisersdorfKobersdorfLackenbachLackendorfLockenhausLutzmannsburgMannersdorf an der RabnitzMarkt Sankt MartinNeckenmarktNeutalNikitschOberloisdorfOberpullendorfPilgersdorfPiringsdorfRaidingRitzing (Burgenland)Steinberg-DörflStoobUnterfrauenhaidUnterrabnitz-SchwendgrabenWeingrabenWeppersdorfBurgenlandLage der Gemeinde Kobersdorf im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Kobersdorf, links Schloss und Evang. Pfarrkirche, mittig Kath. Pfarrkirche
Kobersdorf, links Schloss und Evang. Pfarrkirche, mittig Kath. Pfarrkirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kobersdorf (ungarisch: Kabold, kroatisch: Kobrštof) ist eine Marktgemeinde mit 1903 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Oberpullendorf in Österreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Schwarzenbachtal im Mittelburgenland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Kobersdorf (1.077)
  • Lindgraben (224)
  • Oberpetersdorf (609)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Kobersdorf, Lindgraben und Oberpetersdorf.

Der Ort liegt am Fuß des Pauliberges, dem jüngsten erloschenen Vulkan Österreichs. Teile des Gemeindegebietes gehören zum Naturpark Landseer Berge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Kobersdorf (links oben) um 1880 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme

)

Später unter den Römern lag das heutige Kobersdorf dann in der Provinz Pannonia.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Kabold verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 bzw. 1920 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

In Kobersdorf gab es seit 1526 eine jüdische Gemeinde, die von Flüchtlingen aus Ödenburg gegründet wurde. Seit dem 18. Jahrhundert gehörte Kobersdorf zu den jüdischen Siebengemeinden des Burgenlandes. 1828 wohnten 746 Juden in Kobersdorf, bis 1934 sank ihre Zahl auf 172. Die 1860 erbaute Synagoge ist als einzige der Siebengemeinden noch erhalten und wird seit einer Restaurierung für Gedenkveranstaltungen genützt.[2]

Marktgemeinde ist Kobersdorf seit 1463 [3].

Am 1. Jänner 1971 wurden die vordem selbständigen Gemeinden Lindgraben und Oberpetersdorf mit Kobersdorf zur Großgemeinde Kobersdorf zusammengelegt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
48,53
(-3,57)
30,43
(-1,29)
15,71
(-0,47)
3,16
(n. k.)
2,17
(n. k.)


Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 21 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[4] 2012[5] 2007[6] 2002[7] 1997[7]
Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M.
SPÖ 692 48,53 11 805 52,10 11 797 52,43 11 828 57,34 13 678 56,64 12
ÖVP 434 30,43 7 490 31,72 7 465 30,59 7 562 38,92 8 413 34,50 7
ZDORFA1 224 15,71 3 250 16,18 3 250 16,45 3 nicht kandidiert nicht kandidiert
FPÖ 45 3,16 0 nicht kandidiert nicht kandidiert 54 3,74 0 106 8,86 2
Grüne 31 2,17 0 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FBL nicht kandidiert nicht kandidiert 8 0,53 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 1931 1950 1966 1892 1515
Wahlbeteiligung 81,41 % 85,18 % 82,15 % 80,13 % 89,97 %
A1 Liste Zukunft Dorf

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeindevorstand gehören neben Bürgermeister Klaus Schütz (SPÖ) und den beiden Vizebürgermeistern Martina Pauer (ÖVP) und Andreas Tremmel (SPÖ) weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Arnold Gradwohl (SPÖ), Susanna Grössing (SPÖ), Günther Pauer (ZDORF) und Johanna Presch (ÖVP) an.[8]

Zum Ortsvorsteher von Lindgraben wurde, wie schon 2012, Arnold Gradwohl (SPÖ) bestellt.[9]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Klaus Schütz (SPÖ). Er trat 2007 die Nachfolge von Manfred Fuchs (SPÖ) an.[6] Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2017 hatte er jedoch hart zu kämpfen, denn mit der Vizebürgermeisterin Martina Pauer (ÖVP) sowie Werner Schöll (ZDORF) hatte er, wie 2012,[5] wieder zwei Mitbewerber. Im ersten Wahlgang vom 1. Oktober 2017 verfehlte Schütz mit 47,53 % die qualifizierte Mehrheit; Pauer erreichte 33,18 % und Schöll schied mit 19,29 % aus. Damit musste die Stichwahl am 29. Oktober entscheiden, bei der Schütz auf 53,71 % erreichte und somit im Amt verblieb. Pauer kam auf 46,29 %.[4] Pauer zog daraus die Konsequenzen und schied aus dem Gemeinderat aus, weshalb in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Johann Oberhofer (ÖVP) zum ersten Vizebürgermeister und Andreas Tremmel (SPÖ) zum zweiten Vizebürgermeister gewählt wurde.[9]

Die Leitung des Gemeindeamts hat Patricia Steiner über.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Kobersdorf COA.svg Blasonierung: „In Rot eine goldene Deichsel, begleitet von je einem sechsstrahligen goldenen Stern.

Die drei goldenen Sterne verweisen nicht nur auf die drei Ortsteile Kobersdorf, Lindgraben und Oberpetersdorf, die seit 1. Jänner 1971 zur Großgemeinde Kobersdorf vereinigt sind, sie deuten auch auf die drei vorherrschenden Konfessionen (Protestantismus, Katholizismus und Judentum) in Kobersdorf.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kobersdorf unterhält eine Partnerschaft mit der baden-württembergischen Stadt Waldbrunn.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort beheimatet einige Betriebe aus den verschiedensten Sparten:

  • Waldquelle (bekannter Mineralwasserhersteller)
  • Hobby Versand (Versandhandel mit Handarbeiten)
  • Reitter Bau (Baufirma)
  • Basaltabbau am Pauliberg
  • Kobersdorfer Schlossbräu
  • Handarbeiten Pauer (Fachgeschäft für Handarbeiten und Wolle)
  • Transporte Olsacher (Kleintransporte, Übersiedlungen und Räumungen)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche Kobersdorf
Evangelische Pfarrkirche Kobersdorf
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kobersdorf

Kobersdorf ist eine Naturparkgemeinde im Naturpark Landseer Berge und besitzt dementsprechend ein gutes und weitverzweigtes Mountainbike-, Radfahr-, Reit- und Wandernetz, welches unter anderem am Naturpark Badesee Kobersdorf und dem Kobersdorfer Zeltlagerplatz vorbeiführt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Kery (* 1918; † 2010), 1966–1987 Landeshauptmann des Burgenlandes

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin J. Hausensteiner: Die ehemalige jüdische Gemeinde Kobersdorf. Ein Buch der Erinnerung. Eigenverlag, Kobersdorf 2008, ISBN 978-3-85374-396-X.
  • Walter Feymann: Geschichte der Herrschaft Kobersdorf von ihren Anfängen bis zur Übernahme durch Fürst Palatin Paul Esterhazy. Diss. Wien 1970.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kobersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Jüdische Gemeinde Kobersdorf, Webseite regiowiki.at, abgerufen am 23. Februar 2015
  3. Dehio Burgenland 1976, S. 154 (durch VO 5 erfolgte Weiterverleihung)
  4. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Kobersdorf 2017 (abgerufen am 25. Dezember 2017)
  5. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Kobersdorf 2012 (abgerufen am 25. Dezember 2017)
  6. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Kobersdorf 2007 (abgerufen am 25. Dezember 2017)
  7. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Kobersdorf 2002 (abgerufen am 25. Dezember 2017)
  8. Marktgemeinde Kobersdorf: Gemeinderat (abgerufen am 26. Dezember 2017)
  9. a b BVZ vom 15. November 2017: Kobersdorf bekommt einen neuen Vizebürgermeister (abgerufen am 26. Dezember 2017)
  10. Marktgemeinde Kobersdorf: Gemeindeamt (abgerufen am 26. Dezember 2017)