Landkreis Sangerhausen (Provinz Sachsen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Basisdaten
Preußische Provinz Provinz Sachsen
Regierungsbezirk Merseburg
Verwaltungssitz Sangerhausen
Einwohner 74.295 (1939)
Gemeinden 70 (1939)
Lage des Landkreises Sangerhausen
Landkreis Sangerhausen.jpg

Der Kreis/Landkreis Sangerhausen war ein Landkreis, der von 1816 bis 1952 in der preußischen Provinz Sachsen und im Land Sachsen-Anhalt (1947–1952) bestand. Der Kreissitz war in Sangerhausen. Das ehemalige Kreisgebiet liegt heute im Landkreis Mansfeld-Südharz im Land Sachsen-Anhalt sowie im Kyffhäuserkreis und im Landkreis Nordhausen in Thüringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Preußischen Reformen nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Oktober 1816 der Kreis Sangerhausen im Regierungsbezirk Merseburg in der Provinz Sachsen eingerichtet. Er setzte sich zusammen aus dem Amt Artern, dem Amt Heringen, dem Amt Kelbra und dem Amt Sangerhausen sowie der Grafschaft Stolberg.[1]

Am 1. Oktober 1945 wurde im Freistaat Thüringen die Exklave Amt Allstedt in den Landkreis Sangerhausen eingegliedert. Sie bestand aus der Stadt Allstedt und den Gemeinden Einsdorf, Einzingen, Heygendorf, Kalbsrieth, Landgrafroda, Mittelhausen, Mönchpfiffel, Niederröblingen, Winkel und Wolferstedt.

Am 1. Juli 1950 kam es in der DDR zu einer Gebietsreform, in deren Rahmen die Abgrenzung des Landkreises geändert wurde:[2]

Bei der Gebietsreform von 1952 wurde das Land Sachsen-Anhalt aufgelöst und der Raum Sangerhausen grundlegend neu geordnet:[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1816 31.548 [3]
1843 53.719 [4]
1871 66.747 [5]
1890 70.916 [6]
1900 72.145 [6]
1910 73.116 [6]
1925 75.192 [6]
1933 75.120 [6]
1939 74.295 [6]
1946 109.540 [7]

Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern (Stand 1939):[6]

Gemeinde Einwohner
Artern 6.366
Heringen 2.399
Kelbra 2.702
Roßla 2.679
Sangerhausen 12.502
Stolberg (Harz) 2.007

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Sangerhausen umfasste 1945 fünf Städte sowie 65 weitere Gemeinden:[6]

Zum Landkreis gehörte außerdem ein Teil des gemeindefreien Gutsbezirks Pölsfeld.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Landkreis Sangerhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg 1816, S. 338
  2. a b genealogy.net: Landkreis Sangerhausen
  3. Christian Gottfried Daniel Stein: Handbuch der Geographie und Statistik des preußischen Staats. Vossische Buchhandlung, Berlin 1819, Der Regierungsbezirk Merseburg, S. 351 (Digitalisat [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  4. Handbuch der Provinz Sachsen. Rubachsche Buchhandlung, Magdeburg 1843, S. 244 (Digitalisat [abgerufen am 6. Juli 2016]).
  5. Königlich Statistisches Büro Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Sachsen. Verlag d. Königl. Statist. Bureaus, Berlin 1873 (Digitalisat [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  6. a b c d e f g h Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Sangerhausen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Volkszählung 1946