Laufamholzer Forst

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Lage des Laufamholzer Forsts im Landkreis Nürnberger Land

Der Laufamholzer Forst ist ein gemeindefreies Gebiet im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land.

Der 6,56 km² große Staatsforst ist der südlich des Nürnberger Stadtteiles Laufamholz und des Ortes Schwaig gelegene Teil des Lorenzer Reichswaldes. Die Autobahn A3 bildet die nordöstliche, die Bahnstrecke Nürnberg–Schwandorf die nordwestliche Grenze. Der Hirschenkopf (49° 26′ 57,3″ N, 11° 11′ 59,89″ O) ist mit 380 m ü. NN die höchste Erhebung in dem Gebiet. Ein Großteil ist Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes-Gebiets Nürnberger Reichswald[1][2].

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet wird im Norden vom Schneidersbach durchflossen.

Geotop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Südwesten des Laufamholzer Forstes befindet sich der Schüsselstein (49° 26′ 18,13″ N, 11° 11′ 19,82″ O), ein großer Sandsteinmonolith in der Sandsteinkeuperregion Mittelfränkisches Becken. Im Fels befinden sich kleinere Höhlen sowie mehrere schüsselähnliche Vertiefungen. Der Name des Felsens kommt von seinen schüsselförmigen Vertiefungen, die nach Regen teilweise mit Wasser gefüllt sind. Der Fels ist als Geotop 574R005[3] und als Bodendenkmal[4] ausgewiesen.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mordopfer 1. Juni 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Forststraße von Schwaig (Oberer Röthelweg) nach Brunn (Drei Hutbuchen) befindet sich ein im Jahre 1982 errichteter Gedenkstein (49° 27′ 1,36″ N, 11° 12′ 37,7″ O), der an neun Mordopfer des 1. Juni 1945 erinnert. Hier wurden nach Kriegsende des Zweiten Weltkrieges an der so genannten „Steinernen Bank“ neun Menschen im Alter von 6 bis 63 Jahren getötet. Das Schicksal der drei Männer, der fünf Frauen und des Kindes bleibt auch durch einen amerikanischen Tagesbericht, der im Nürnberger Staatsarchiv liegt, ungeklärt.[5]

Forstreviergrenzsteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Zustand der devastierten Wälder zu ermitteln, wurde 1840/41 im Nürnberger Reichswald eine Forsteinrichtung durchgeführt. In diesem Zusammenhang entstanden auch solche Forstreviergrenzsteine (Reviergrenzsäulen). Sie zeigen auf jeder Seite das damals angrenzende Revier. Darauf abgebildet sind Waldhämmer. Damit markierten die Förster jeden einzelnen Baum um Holzdiebstahl zu unterbinden.

Forstreviergrenzstein beim Schüsselstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich vom Schüsselstein unmittelbar an der Forststraße (49° 26′ 17,23″ N, 11° 11′ 13,88″ O) befindet sich dieser Forstreviergrenzstein. Hier sind Laufamholz, Brunn und Forsthof abgegrenzt.[6] Der dreieckige Sandsteinpfeiler mit Nischenaufsatz ist vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal (D-5-64-000-2245) ausgewiesen.

Forstreviergrenzstein Drei Hutbuchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich von Schwaig bei den Drei Hutbuchen an einer Forststraßenkreuzung (49° 26′ 55,07″ N, 11° 12′ 43,96″ O) befindet sich dieser Forstreviergrenzstein. Hier sind Laufamholz, Brunn und Röthenbach abgegrenzt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laufamholzer Forst (gemeindefreies Gebiet) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.protectedplanet.net, Nürnberger Reichswald (Abgerufen am 4. August 2017)
  2. 6533-471 Nürnberger Reichswald.  (EU-Vogelschutzgebiet) Steckbriefe der Natura-2000-Gebiete. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 27. November 2017.
  3. Geotop: 574R005Schüsselstein (PDF-Datei; 168 kB)
  4. Bodendenkmal: D-5-6533-0125
  5. Behringersdorf — Malmsbach — Schwaig. Bilder aus dem Leben einer Gemeinde im Nürnberger Land – einst und jetzt. Herausgegeben vom Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf e.V., ISBN 978-3-00-016895-6, Schwaig, Oktober 2005.
  6. Bayerische Staatsforsten, Denkmäler im Nürnberger Reichswald

Koordinaten: 49° 26′ 39″ N, 11° 11′ 47″ O