Simmelsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Simmelsdorf
Simmelsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Simmelsdorf hervorgehoben
Koordinaten: 49° 36′ N, 11° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Höhe: 375 m ü. NHN
Fläche: 40,87 km2
Einwohner: 3204 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91245
Vorwahl: 09155
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 158
Gemeindegliederung: 24 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nürnberger Str. 16
91245 Simmelsdorf
Webpräsenz: www.simmelsdorf.de
Erster Bürgermeister: Perry Gumann (Freie Wahlgemeinschaft)
Lage der Gemeinde Simmelsdorf im Landkreis Nürnberger Land
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Über dieses Bild

Simmelsdorf ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land. Sie besteht aus 24 Ortschaften, darunter auch das namensgebende Simmelsdorf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in Nordbayern, 30 Kilometer nordöstlich von Nürnberg und gehört zur Metropolregion Nürnberg. Der Kernort Simmelsdorf liegt am Zusammenfluss der Haunach und der Achtel zur Schnaittach. Die anderen Ortschaften befinden sich im Schnaittachtal, an der Schnaittach und ihren Zuflüssen. Dort wurden mehrere Getreidemühlen und Holzsägewerke betrieben, die noch elektrifiziert in Betrieb oder als Museum zu besichtigen sind.

Nachbargemeinden von Simmelsdorf sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Betzenstein, Schnaittach, Weißenohe, Gräfenberg und Hiltpoltstein.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus 26 Ortsteilen, von denen 24 amtlich benannt sind:[2]

* amtlich nicht benannt

Die Ittlinger Mühle gehört seit dem 19. Jahrhundert zu Ittling. Der Weiler Schindelrangen wurde am 1. April 1986 als Ortsbezeichnung aufgehoben und ist nun ein Teil von Judenhof. Der größte Ort der Gemeinde ist Hüttenbach, der auch die beste Infrastruktur aufweist (Grundschule, Lebensmittel, Banken), gefolgt von Simmelsdorf mit dem Sitz der Gemeindeverwaltung und dem Bahnhof Simmelsdorf-Hüttenbach (siehe Verkehr).

Geologie und Hydrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simmelsdorf und seine Ortsteile liegen im Schnaittachtal zwischen der Fränkischen Schweiz im Nordwesten und der Hersbrucker Schweiz im Südosten, die beide zur Fränkischen Alb gehören. Geologisch ist die Fränkische Alb eine Fortsetzung des Schweizer Jura und der Schwäbischen Alb. In den Steinbrüchen sind Versteinerungen aus der Zeit vor 150 Millionen Jahren zu finden, als das Gebiet noch von Meer überdeckt war und sich die Kalksteinfelsen durch Sedimente bildeten.

Das Gebiet der Gemeinde Simmelsdorf ist Quellgebiet der Schnaittach: von West nach Ost das Haunachtal, das Naifertal und das Achteltal. Die Gewässer haben ein gutes Gefälle und treiben mehrere Mühlen an.

Die Naifer entspringt in einem Quelltopf unterhalb von St. Helena und bildet das Naifertal mit den Ortschaften Obernaifermühle, Mittelnaifermühe, Unternaifermühle und Utzmannsbach. Der Ittlinger Bach entspringt unterhalb von Ittling und bildet das Ittlinger Tal mit den Orten Ittlinger Mühle, Oberachtel und Unterachtel. Die Naifer und der Ittlinger Bach bilden oberhalb von Diepoltsdorf die Schnaittach. Dort befindet sich eine größere Fischzuchtanlage. Die Haunach entspringt in einem Steinbruch nördlich von Oberndorf, fließt kurz danach durch Oberndorf und treibt dort eine Sägemühle an. Anschließend fließt sie durch Hüttenbach mit einer ehemaligen Getreidemühle, den Ortsteil Simmelsdorf, wo sie früher den Schlossgraben des Tucher-Schlosses bewässerte, und mündet unterhalb davon in die Schnaittach.

Die Schnaittach fließt durch Diepoltsdorf und betreibt dort eine Hammermühle und eine Getreidemühle. Früher füllte sie auch den Schlossgraben. Anschließend passiert sie Simmelsdorf, wo sie oberhalb des Ortes eine Mühle betreibt, und nimmt unterhalb des Ortes die Haunach auf. Nach ihrem weiteren Weg durch das Schnaittachtal mündet sie östlich der Stadt Lauf in die Pegnitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neues Schloss Simmelsdorf

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Simmelsdorf 1195 als „Sumilidorf“ und 1329 als „Symleinsdorf“, 1360 folgte eine weitere Nennung. 1366 kauft Kaiser Karl IV. den Ort, ab dem 18. Mai 1598 war er im Besitz der Nürnberger Patrizierfamilie Tucher.

Ein ehemaliger Farbhammer wurde 1701 Papiermühle und 1861 Glasschleiferei. In einer Parkanlage an der Haunach stehen das aus einer mittelalterlichen Wasserburg entstandene Alte Tucherschloss und das in neugotischem Stil erbaute Neue Tucherschloss.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1931 wurde der Ort Au von der bis dahin selbständigen Gemeinde Rabenshof eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Diepoltsdorf hinzu. Am 1. Januar 1972 erfolgte die Zusammenlegung mit der Gemeinde Hüttenbach.[3] Großengsee folgte am 1. Juli 1972, Oberndorf und Wildenfels am 1. Januar 1978.

Bereits am 1. April 1971 hatte die Gemeinde Utzmannsbach ihre Selbständigkeit verloren und wurde Diepoltsdorf zugesprochen.[3]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 waren in der Gemeinde Simmelsdorf 3121 Einwohner mit erstem Wohnsitz erfasst, 2012 waren es 3140, 2016 waren es 3431 [4]:

Einwohnerzahlen
Ort 2010 2012 2016
Hüttenbach 992 1010 1069
Simmelsdorf 557 577 686
Diepoltsdorf 307 300 310
Unterwindsberg 204 200 293
Großengsee 203 195 203
Ittling 172 182 186
Oberndorf 165 160 157
Winterstein 108 106 108
Wildenfels 50 48 57
St. Helena 49 51 51
Strahlenfels 49 52 51
Unterachtel 39 34 22
Oberachtel 37 36 38
Oberwindsberg 34 33 33
Utzmannsbach 34 33 33
Rampertshof 30 26 27
Bühl 19 19 20
Schindelrangen 17 25 30
Judenhof 16 14 11
Ober-, Mittel-, Unternaifermühle 14 14 15
Au 13 14 18
Ittlinger Mühle 8 8 9
Kaltenhof 2 2 2
St. Martin 1 1 2

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

von bis Bürgermeister
2008 Perry Gumann
1988 2008 Andreas Kögel
1988

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Simmelsdorf setzt sich aus 16 Gemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister zusammen.

CSU FWG die UNABHÄNGIGEN FDP Grüne
1996 6 4 4 1 1
2002 6 5 5
2008 6 5 5
2014 6 6 4

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwischen Simmelsdorf und Hüttenbach befindet sich das Tucher-Mausoleum
  • Die Talbrücke Schnaittach, mit 1288 m Länge die zweitlängste Autobahnbrücke Bayerns, bildet südlich von Simmelsdorf im Schnaittachtal eine optische Grenze zur Gemeinde Schnaittach.

Schlösser und Burgen

  • Sehenswert ist das Alte Tucherschloss in Simmelsdorf. Dieses alte Wasserschloss, 1830-41 gotisierend umgebaut durch Leonhard Schmidtner, ist noch der Stammsitz des Adelsgeschlechts derer von Tucher (auch bekannt durch die Tucher-Brauerei).
  • Das Schloss Hüttenbach, ein Barockschloss aus dem 16. Jahrhundert im Ortskern von Hüttenbach.

Kirchen

  • Barockkirche Mariae Heimsuchung, Bühl. Die katholische Pfarrkirche liegt auf einem Bergsporn oberhalb von Simmelsdorf. Erste Erwähnung war 1227. Die heutige barockisierte Kirche stammt aus dem Jahre 1472.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Simmelsdorfer Mühle-Theater (ehemals Fahrradmühle, ein überregionaler Fahrradhändler), heute Veranstaltungsort unter wechselnder Organisation

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen

  • Reitsportanlage Simmelsdorf, ehemals Steckenpferd
  • Mehrere Kalksteinbrüche
  • Mehrere Mühlen und Sägewerke

Die seit 1908 ansässige Firma Albflor-Milchwerke, seit 1994 Tochter der Naabtaler Milchwerke, ist seit 2012 geschlossen.[5] 2015 wurde das Gelände vollständig geräumt.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr
Der Bahnhof Simmelsdorf-Hüttenbach ist Endstation der Bahnstrecke Neunkirchen a Sand–Simmelsdorf-Hüttenbach. Die Bahn führt über die Stadt Lauf an der Pegnitz (Landkreis) direkt nach Nürnberg. Vom Verzweigungsbahnhof Neunkirchen am Sand gibt es Verbindungen nach Hersbruck bis Prag.

Die Simmelsdorfer Ortsteile sind ab dem Bahnhof Simmelsdorf mit zwei Buslinien erreichbar.

Individualverkehr
Die Autobahn A 9 Nürnberg–Berlin berührt das Gemeindegebiet im Südosten, der Ort Simmelsdorf liegt drei Kilometer von der Ausfahrt Schnaittach (AS 48) entfernt. Am Hienberg teilt sich die A 9 in eine nordöstliche und eine südwestliche Fahrbahn auf; wegen der Steigung wird dieser Abschnitt im Winter regelmäßig in den Staumeldungen erwähnt.

Einkaufsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hüttenbach gibt es einen Bäcker und zwei Metzger. Weitere Einkaufsmöglichkeiten sind in der Gemeinde nicht vorhanden. Erst im drei Kilometer entfernten Schnaittach gibt es weitere Lebensmittelgeschäfte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lorenz Horn (* 1880 in Gärtenroth bei Kulmbach, † 1956 in Hüttenbach), Sergeant der Ksl. Landespolizei von Deutsch-Südwestafrika / Unteroffizier der Kavallerie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Simmelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Alle amtlich benannten Ortsteile der Gemeinde Simmelsdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online (abgerufen am 6. Dez. 2017)
  3. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 509 und 510.
  4. Einwohnerzahlen Simmelsdorf
  5. Historie. Privatmolkerei Bechtel; abgerufen am 13. November 2017.
  6. Bagger machen ehemalige „Albflor-Milchwerke“ dem Erdboden gleich. In: Pegnitz-Zeitung. n-land.de, 30. Juni 2015; abgerufen am 13. November 2017.