Liste der Gewässer im Eichsfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Diese Liste enthält die wichtigsten Gewässer im Eichsfeld. Durch die Lage des Eichsfeldes an der Elbe-Weser-Wasserscheide gibt es hier keine größeren Flüsse, lediglich die Werra bildet im Westen die Grenze zwischen dem Eichsfeld und dem hessischen Werra-Meißner-Kreis. Dafür bilden zahlreiche kleinere und größere Quellen insbesondere an den Schichtstufen von Muschelkalk und Buntsandstein ein stark verzweigtes Bach- und Flusssystem, welches das heutige Landschaftsbild geprägt hat. Im Eichsfeld gibt es nur wenige natürliche Seen und einige Rückhaltebecken, häufiger wurden kleine Teiche zur Fischzucht und zur Bereitstellung von Löschwasser in den Dörfern und Klöstern angelegt.

Die Angaben beziehen sich auf die administrative Grenze des Eichsfeldes im Jahr 1802 mit dem Ende der Kurmainzer Herrschaft und der Inbesitznahme durch das Königreich Preußen.

Fließgewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgend eine Auswahl von Quellen im Eichsfeld.

Name Lage Besonderheiten Foto
Rhumequelle nordöstlich von Rhumspringe auf der Gemarkungsgrenze zum benachbarten Pöhlde Karstquelle mit durchschnittlich 2000 l Quellschüttung pro Sekunde Rhumequelle
Leinequelle im Stadtgebiet von Leinefelde am Rande des Worbiser Grabens aus mehreren Quellen bestehend, Beginn des Leine-Heide-Radweges Ringquelle der Leine
Wipperquelle im Stadtgebiet von Worbis am Rande des Worbiser Grabens aus mehreren Quellen bestehend Eingefasste Quelle im Stadtzentrum
Hahlequellen am westlichen Stadtrand von Worbis am Rande des Worbiser Grabens aus mehreren Quellen bestehend Wiese mit Hahlequellen
Unstrutquelle westlich von Kefferhausen Beginn des Unstrutradweges Unstutquelle
Klingenberg-Quelle zwischen Lindau und Bilshausen Neu eingefasste Quelle am Klingenberg

Bäche und Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachfolgende Liste enthält eine Auswahl von Fließgewässern, sortiert nach der etwaigen Länge ihres Verlaufes im Eichsfeld.[1]

Legende:
Ländercode: Hessen = HE; Niedersachsen = NI; Thüringen = TH

Einzugsgebiete: E = Elbe; W = Weser

Fluss
(EZG)
Länge davon
im Eic
Quelle Mündung Nebenflüsse
im Eichsfeld
Orte am Fluss
im Eichsfeld
Bild
Leine (W)
281 km
37,8 km
in Leinefelde (TH) in die Aller
bei Schwarmstedt (NI)
Etzelsbach, Geislede, Beber, Lutter, Rustebach Leinefelde, Heiligenstadt, Uder, Arenshausen Leine bei Uder.JPG
Hahle (W)
27,6 km
27,6 km
in Worbis (TH) in die Rhume
bei Gieboldehausen (NI)
Nisse, Muse, Nathe, Suhle Teistungen, Duderstadt, Obernfeld, Gieboldehausen Hahle 060314.jpg
Rhume (W)
48,0 km
{{{1}}}
im Rotenberg
bei Rhumspringe (NI)
in die Leine
bei Northeim (NI)
Eller, Hahle Rhumspringe, Gieboldehausen, Lindau Rhume Verlauf.jpg
Ohne (E)
14,0 km
14,0 km
im Dün bei Kallmerode (TH) in die Wipper
bei Gernrode (TH)
Ahlenbach, Laubach Niederorschel An der Ohne 2.JPG
Nathe (W)
{{{1}}}
{{{1}}}
bei Neuendorf (TH) in die Hahle
bei Obernfeld (NI)
Wipper Nesselröden, Westerode
Geislede (W)
13,5 km
13,5 km
Oberes Eichsfeld/Dün
bei Kreuzebra (TH)
in die Leine
in Heilbad Heiligenstadt (Th)
Pferdebach Geisleden, Heiligenstadt Geislede Scheuche.jpg
Frieda (W)
18,4 km
{{{1}}}
im Oberen Eichsfeld
bei Struth (TH)
in die Werra
bei Frieda (HE)
Faulunger Bach, Lutter, Rosoppe, Rode Lengenfeld unterm Stein, Geismar Lengenfeld Frieda.jpg
Wipper (E)
92,6 km
{{{1}}}
im Ohmgebirge
in Worbis (TH)
in die Unstrut
bei Oldisleben (TH)
Bode, Ohne Worbis, Bernterode Wipperwehr vW Gernrode EIC.JPG
Lutter (Frieda) (W)
12,1 km
12,1 km
im Oberen Eichsfeld
bei Effelder (TH)
in die Frieda
bei Geismar (TH)
Steingraben, Neunbörner, Wolfenthalsbach Großbartloff Lutter Großbartloff.JPG
Rosoppe (W)
11,3 km
11,3 km
im Oberen Eichsfeld
bei Flinsberg (TH)
in die Frieda
bei Geismar (TH)
Schlossbach, Krombach Martinfeld, Ershausen Martinfeld Rosoppe.JPG
Walse (W)
11,3 km
11,3 km
im Oberen Eichsfeld
bei Mackenrode (TH)
in die Werra
in Wahlhausen (TH)
Rotenbach, Hollbach Mackenrode, Wahlhausen Walse W.JPG
Werra (W)
292 km
{{{1}}}
im Thüringer Wald
bei Masserberg (TH)
in die Weser
in Hann. Münden
(NI)
Walse, Siesterbach Wahlhausen, Werleshausen Werraschleife lindewerra teufelskanzel wv ds 08 2007.JPG
Ellerbach (W)
{{{1}}}
{{{1}}}
westlich von Krebeck (NI) in die Suhle
bei Gieboldehausen (NI)
Retlake Krebeck, Wollbrandshausen
Rode (W)
9,3 km
9,3 km
im Oberen Eichsfeld
bei Schwobfeld (TH)
in die Frieda
bei Geismar (TH)
Hesselbach, Hühnerbach Rüstungen, Sickerode
Eller (W)
9,3 km
9,3 km
mit dem Geröder Quellarm bei Gerode (TH) in die Rhume
bei Rüdershausen (NI)
Jütze, Soolbach Weißenborn-Lüderode, Hilkerode
Beber (Leine) (W)
{{{1}}}
{{{1}}}
bei Günterode (TH) in die Leine
bei Uder (Th)
Rothenbach Mengelrode, Rengelrode
Rustebach (W)
{{{1}}}
{{{1}}}
bei Freienhagen (TH) in die Leine
in Arenshausen (Th)
Eulenbach Rustenfelde
Bode (E)
20,7 km
{{{1}}}
im Ohmgebirge
bei Holungen (TH)
in die Wipper
bei Bleicherode (TH)
keine Bischofferode Bode in Bischofferode.jpg
Suhle (W)
{{{1}}}
{{{1}}}
am Göttinger Wald bei Mackenrode (NI) in die Hahle
bei Gieboldehausen (NI)
Aue, Ellerbach Seulingen, Germershausen, Gieboldehausen Suhle in Seulingen.JPG
Unstrut (E)
192 km
{{{1}}}
im Oberen Eichsfeld
bei Kefferhausen (TH)
in die Saale
in Naumburg (ST)
Helbe, Wipper, Helme, Luhne Dingelstädt, Zella Unstrut-002.jpg
Lutter (obere Leine) (W)
{{{1}}}
{{{1}}}
im Oberen Eichsfeld
bei Lutter (TH)
in die Leine
in Uder (Th)
Grießbach Lutter, Uder
Luhne (E)
{{{1}}}
{{{1}}}
bei Küllstedt (TH) in die Unstrut
bei Ammern (TH)
Gieße Bickenriede AnrodeLuhne.JPG
Heldrabach (W)
11,1 km
{{{1}}}
im Oberen Eichsfeld
bei Diedorf (TH)
in die Werra
bei Heldra (HE)
keine Wendehausen Wendehausen 3 SE.JPG
Helbe (E)
56,6 km
{{{1}}}
mit dem rechten Quellarm (Steingraben) auf dem Dün aus Richtung Beberstedt (TH) in die Unstrut
bei Weißensee (TH)
keine keine
Lempertsbach (W)
9 km
{{{1}}}
im Oberen Eichsfeld
bei Heyerode (TH)
in die Werra
bei Mihla (TH)
keine Heyerode Heyerode Untermühle.jpg
Helme (E)
81 km
{{{1}}}
zwischen Stöckey und Bischofferode (TH) in die Unstrut
bei Artern (TH)
keine keine

Wasserfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserfall Gewässer Ort Region Beschreibung Höhe in m Bild
Lutter-Wasserfall Lutter bei Großbartloff Oberes Eichsfeld mehrere Fallstufen über Kalktuff in einer kleinen Waldkerbe 10
Wasserfall bei Großbartloff im Eichsfeld.jpg
Geislede-Wasserfall Geislede in Heilbad Heiligenstadt an der Scheuche Oberes Leinetal durch teilweise Umleitung der Geislede geschaffen 7
Geislede Scheuche 02.jpg

Stehende Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seen und Teiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachfolgende Liste enthält eine Anzahl kleiner Weiher, Seen und Teiche. Eine Ausnahme in Bezug auf die Größe stellt der Seeburger See dar, der auch Auge des Eichsfeldes genannt wird. Einige weitere kleine Stillgewässer sind infolge von Landschaftsveränderungen und Trockenlegung im Laufe der Jahrhunderte verschwunden.[2] So findet man auf einigen historischen Karten des 17. und 18. Jahrhunderts im Quellgebiet der Unstrut einen kleinen See, dessen Lage heute nicht mehr bekannt ist.

Name Lage Entstehung Hydrographische Beschreibung Zu-/Abfluss Nutzung/Besonderheit Foto
Seeburger See in der Goldenen Mark zwischen Seeburg und Bernshausen Erdfallsee nach Auslaugung des unterirdischen Salzlagers Fläche: 86,5 ha

Tiefe: max. 3,5 m

Aue Größter See des Eichsfeldes, Naturschutzgebiet, Erholungsgebiet Seeburger See 1570.jpg
Lutteranger (Luttersee) in der Goldenen Mark zwischen Seeburg und Wollbrandshausen Erdfallsee nach Auslaugung des unterirdischen Salzlagers im 19. Jh. Trockenlegung mittels eines Tunnels, 1989 Renaturierung des Sees
Seeanger (Westersee) in der Goldenen Mark nordwestlich von Seeburg Erdfallsee nach Auslaugung des unterirdischen Salzlagers Fläche: 5 ha (bis 50 ha bei Überflutung) Aue nach Trockenlegung seit 2000 Renaturierung des Seeangers durch Rückverlegung der Aue[3]
Thiershäuser Teiche im Untereichsfeld nördlich von Renshausen Fläche: 3,5 ha Renshäuser Bach Naturschutzgebiet, Angelgewässer Thiershaeuser Teiche (Juni 2007).jpg
Wachstedter See Eichsfelder Höhe östlich von Wachstedt Gieße
Unweit des Ortseingangs von Wachstedt befindet sich der Wachstedter See.
Marienthalteich westlich von Neustadt Knickbach
Ochsensumpf Ohmgebirge nördlich von Kirchohmfeld keiner
Spanier See (Gerichtssee) Eichsfelder Höhe westlich von Büttstedt Erdfallgewässer keiner Renaturierung 2005
Harbachteich nördlich von Wingerode Harbach
Teich auf der runden Wiese Eichsfelder Höhe nördlich von Wachstedt Anlage als Tarngrube auf einem ehemaligen Militärgelände keiner

Talsperren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgend die Talsperren und Rückhaltebecken im Eichsfeld.

Name Gestauter
Fluss
Volumen
(Mio. )[4]
Höhe des
Absperrbauwerkes
(m)[5]
Ort Jahr der
Inbetriebnahme
Foto
Talsperre Birkungen Ohne 1,2 10,7 Leinefelde Talsperre Birkungen.JPG
Talsperre Ahlenbach Deuna Ahlenbach 0,35 9,3 Deuna
Deuna - Stausee - panoramio.jpg
Stausee Glockengraben Teistungen Reese, Glockengraben 0,3 7,35 Teistungen Teistungen Stausee Glockengraben.jpg
Hochwasserrückhaltebecken Mengelrode Beber, normalerweise nicht eingestaut 0,11 10,05 Mengelrode
Talsperre Wingerode Rittersbach 0,03 6,85 Wingerode
Talsperre Mühlfeld Hauröden Hauröder Bach 0,03 5,50 Hauröden
Stausee Reifenstein Griesgraben Kleinbartloff
Reifenst. Teich1.JPG

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Porkert: Bemerkenswerte Quellen entlang der Elbe-Weser-Wasserscheide innerhalb oder unweit des Unteren Eichsfelds. In: Eichsfeld-Jahrbuch (EJb) 23 (2015), S. 375–416
  • Kurt Porkert: Bemerkenswerte Quellen entlang der Elbe-Weser-Wasserscheide innerhalb oder unweit des Obereichsfeldes. In: EJb 24 (2016), S. 341–360
  • Kurt Porkert: Charakteristika und Chancenpotenzial der Elbe-Weser-Wasserscheide im Eichsfeld. In: EJb 22 (2014), S. 379–386
  • Kurt Porkert: Verschwundene, erhalten gebliebene und neu entstandene Stillgewässer im Obereichsfeld. In: Eichsfelder Heimatzeitschrift 58. Jahrgang 2014, Seite 398–401
  • Kurt Porkert: Geheimnisvolle Brunnen und Gewässer im Eichsfeld und in angrenzenden Gegenden. Mecke Verlag und Druck, Duderstadt 2018
  • P. Buerschaper: Der Luttersee bei Bernshausen. Eine kulturhistorische Betrachtung. In: Die Goldene Mark Verlag Mecke Duderstadt, 14. Jg. (1963) S. 56–59

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gewässer im Eichsfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte der Fließgewässer Thüringens ab 10 km² Einzugsgebiet (Memento vom 16. November 2010 im Internet Archive; PDF; 1,23 MB) (ehem. TLUG)
  2. Kurt Porkert: Verschwundene, erhalten gebliebene und neu entstandene Stillgewässer im Obereichsfeld. Eichsfelder Heimatzeitschrift 58. Jahrgang 2014, Seite 398–401
  3. [1] Seeanger auf Karstwanderweg.de
  4. [2] Talsperrenregister des TLVwA pdf
  5. [3] Talsperrenregister des TLVwA pdf