Großbartloff

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großbartloff
Großbartloff
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großbartloff hervorgehoben
Koordinaten: 51° 15′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Westerwald-Obereichsfeld
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 13,77 km2
Einwohner: 935 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37359
Vorwahl: 036027
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 041
Adresse der Verbandsverwaltung: Neue Str. 16
37359 Küllstedt
Webpräsenz: www.grossbartloff.de
Bürgermeister: Winfried König (CDU)
Lage der Gemeinde Großbartloff im Landkreis Eichsfeld
Niedersachsen Hessen Kyffhäuserkreis Landkreis Nordhausen Unstrut-Hainich-Kreis Am Ohmberg Am Ohmberg Am Ohmberg Arenshausen Asbach-Sickenberg Berlingerode Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) Birkenfelde Bodenrode-Westhausen Bornhagen Brehme Breitenworbis Büttstedt Buhla Burgwalde Deuna Dieterode Dietzenrode/Vatterode Dingelstädt Ecklingerode Effelder Eichstruth Ferna Freienhagen (Eichsfeld) Fretterode Geisleden Geismar Gerbershausen Gernrode (Eichsfeld) Gerterode Glasehausen Großbartloff Hausen (Eichsfeld) Haynrode Heilbad Heiligenstadt Helmsdorf (Eichsfeld) Heuthen Hohengandern Hohes Kreuz Hundeshagen Kallmerode Kefferhausen Kella Kella Kirchgandern Kirchworbis Kleinbartloff Kreuzebra Krombach (Eichsfeld) Küllstedt Leinefelde-Worbis Lenterode Lindewerra Lutter (Eichsfeld) Mackenrode (Landkreis Eichsfeld) Marth Niederorschel Pfaffschwende Reinholterode Röhrig Rohrberg (Eichsfeld) Rustenfelde Schachtebich Schimberg Schönhagen (Eichsfeld) Schwobfeld Silberhausen Steinbach (Eichsfeld) Sonnenstein (Gemeinde) Steinheuterode Tastungen Teistungen Thalwenden Uder Volkerode Deuna Wachstedt Wahlhausen Wehnde Wiesenfeld (Eichsfeld) Wingerode WüstheuterodeKarte
Über dieses Bild
Blick über Großbartloff zum Eichsfelder Westerwald

Großbartloff ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Westerwald-Obereichsfeld.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großbartloff liegt im Obereichsfeld südlich des Höhenzugs Westerwald im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal ungefähr 15 Kilometer südlich von Heilbad Heiligenstadt. Umgeben wird die Ortslage von zahlreichen Bergen der Obereichsfelder Muschelkalkplatte, wie dem Eichberg im Südwesten, dem Schimberg (457,1 m) im Nordwesten, dem Klusberg (443,2 m) im Norden und dem Heiligenberg (435,0 m) im Südosten. Weiter östlich in Richtung Mühlhausen liegt das Thüringer Becken. Durchflossen wird das Dorf von der Lutter, einem nördlichen Zufluss der Frieda.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großbartloff wurde 1306 erstmals urkundlich erwähnt. Bei einem Brand wurde das Dorf 1640 nahezu vollständig zerstört. 1740 wurde die heutige Kirche erbaut. Jahrhundertelang gehörte das Dorf zum Verwaltungsbereich von Kurmainz. 1802 bis 1807 wurde der Ort preußisch und kam dann zum Königreich Westphalen (Kanton Großbartloff). Ab 1815 war er Teil der preußischen Provinz Sachsen.

1902 erhielt Großbartloff - als erster Ort im Kreis - die erste Wasserleitung.[2]

Am 7. und 9. April 1945 erhielt Großbartloff US-amerikanischen Artilleriebeschuss. Die Kirche bekam drei Volltreffer, zahlreiche Wohngebäude wurden zerstört. Vier Zivilpersonen starben, darunter zwei Kinder. Am 9. April wurde der Ort dann kampflos besetzt.[3]

1949 begann der Bau der ersten neuen Schule im Neuen Kreis. Sie wurde 1997 geschlossen.

Von Juli 1945 bis 1949 gehörte der Ort zur sowjetischen Besatzungszone SBZ und wurde ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Großbartloff von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Seit 1990 gehört der Ort zum wieder gegründeten Bundesland Thüringen. Ein Hochwasser am 23. Juli 2004 richtete schwere Sachschäden an.

Ende des 19. Jahrhunderts erhielt Großbartloff im Rahmen des Baus der Kanonenbahn einen Eisenbahnhaltepunkt. Er wurde in den 1990er Jahren stillgelegt.

1994 wurde der Bau der neuen Mehrzweckhalle fertiggestellt (Die "Klusberghalle"). Sie ist eine der wenigen Hallen im Eichsfeld, welche unter Besitz und Verwaltung des Dorfes und nicht des Kreises liegt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Rot über Silber; oben ein schwebender bedachter silberner Torbogen mit Mauer, im Torbogen ein sechsspeichiges silbernes Rad; unten je drei stilisierte schrägrechte und schräglinke grüne Wacholderblätter, belegt mit zwei und darüber einer schwarzen Wacholderbeere mit je drei dreieckigen Blütenblättern.“

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sportverein Großbartloff wurde 1922 gegründet und umfasst heute 280 Mitglieder (Stand: 31. Dezember 2015). Der SVG unterteilt sich in 5 Sektionen. Diese sind: Fußball, Badminton, Tischtennis, Frauensport und Kindersport. Der Verein ist der größte Verein des Ortes. Geleitet wird der Sportverein von einem 12-köpfigen Vorstand. Die Sportstätten Klusberghalle und Sportplatz werden durch die Gemeinde und durch Arbeitseinsätze der Mitglieder gepflegt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 1.035
  • 1995: 1.033
  • 1996: 1.048
  • 1997: 1.042
  • 1998: 1.027
  • 1999: 1.022
  • 2000: 1.025
  • 2001: 1.012
  • 2002: 1.031
  • 2003: 1.026
  • 2004: 1.020
  • 2005: 1.005
  • 2006: 1.010
  • 2007: 1.002
  • 2008: 0980
  • 2009: 0953
  • 2010: 0943
  • 2011: 0929
  • 2012: 0932
  • 2013: 0923
  • 2014: 0932
  • 2015: 0935
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Großbartloff setzt sich aus acht Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Winfried König (CDU) wurde am 5. Juni 2016 wiedergewählt.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten Großbartloffs gehört der am Ostrand des Dorfs gelegene und etwa 10 Meter hohe Lutterwasserfall.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Degenhard: Familienbuch der katholischen Pfarrgemeinde Großbartloff (Kreis Heiligenstadt), 1683 - 1875. Leipzig: AMF 2010 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF 6)
  • Wolfgang Schwaneberg, Erich Schwaneberg, Werner Henning, Arno Heerwig: Die Geschichte des Eichsfelddorfes Großbartloff in Wort und Bild. Selbstverlag, Großbartloff 2005, 3. Aufl., 214 Seiten, zahlreiche Abbildungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. http://www.grossbartloff.de/Pages/BodyHist.html
  3. Eduard Fritze: Die letzten Kriegstage im Eichsfeld. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2002. ISBN 3-936030-06-5. S.190
  4. Kommunalwahlen in Thüringen am 25. Mai 2014. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 22. Mai 2017.
  5. Kommunalwahlen in Thüringen am 5. Juni 2016. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 22. Mai 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großbartloff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien