Merzen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Merzen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Merzen
Merzen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Merzen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 29′ N, 7° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Samtgemeinde: Neuenkirchen
Höhe: 86 m ü. NHN
Fläche: 52,96 km2
Einwohner: 3921 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49586
Vorwahl: 05466
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 026
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Alte Poststraße 5-7
49586 Neuenkirchen
Webpräsenz: www.merzen.de
Bürgermeister: Gregor Schröder (CDU)
Lage der Gemeinde Merzen im Landkreis Osnabrück
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Über dieses Bild

Merzen ist eine Gemeinde innerhalb der Samtgemeinde Neuenkirchen im Nordwesten des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merzen liegt im nordwestlichen Bramgau südlich der Ankumer Höhe. Dort befindet es sich am Rand des nordwestlichen Teils vom Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Merzen 8,5° - 9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20-25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merzen grenzt im Norden an Eggermühlen, im Osten an Ankum und Bramsche, im Süden an Neuenkirchen und Voltlage sowie im Westen an Fürstenau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeteile und Einwohnerzahlen:

  • Döllinghausen (187)
  • Engelern-Schlichthorst (490)
  • Lechtrup-Merzen (2.627) – Sitz der Gemeindeverwaltung
  • Ost-/Westeroden (182)
  • Plaggenschale (284)
  • Südmerzen (387)

(Stand: 14. Juli 2003)

Bei den Gemeindeteilen handelt es sich größtenteils um Streusiedlungen. Zusammen mit seinen Nachbargemeinden Neuenkirchen und Voltlage bildet Merzen die Samtgemeinde Neuenkirchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Merzen wurde anlässlich der Gebietsreform am 1. Juli 1972 aus den Gemeinden Döllinghausen, Engelern, Lechtrup-Merzen, Ost- und Westeroden, Plaggenschale und Südmerzen gebildet.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Merzen seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Merzen im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen [3] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden.[2]

Jahr Einwohner
1961 2.466
1970 2.564
1987 2.941
1990 3.039
1995 3.646
2000 4.046
2005 4.111
2010 4.027
2011 4.009
2015 4.075

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 15 Mitglieder aus drei Parteien oder Gruppen. Bürgermeister ist Gregor Schröder (CDU).

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Merzen: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD GRÜNE FWG1 Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1996–2001 67,6 11 13,0 2 2,0 0 17,4 2 100 15 73,4
2001–2006 77,0 12 9,1 1 1,7 0 12,2 2 100 15 55,1
2006–2011 85,4 13 12,4 2 2,2 0 100 15 49,8
2011–2016 79,06 12 12,6 2 8,35 1 100 15 48,59
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[4], Landkreis Osnabrück[5][6].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.
1 Freie Wählergemeinschaft

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wacholderhain und Hügelgräberfeld mit Barfußweg im Ortsteil Plaggenschale/Westeroden

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportverein Blau-Weiss Merzen e. V.
    • Fußball
    • Volleyball
    • Beachvolleyball
    • Basketball
    • diverse Turngruppen
  • Tennisverein Merzen e. V.
  • Reit- u. Fahrverein Merzen e. V.
  • Crosshoppers Merzen e. V.
  • Sportverein DJK Schlichthorst e. V.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 218 durchquert das Gemeindegebiet von Nordwesten nach Südosten.

Merzen ist angebunden an die Buslinie 610 der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück, die im Stundentakt von Osnabrück nach Fürstenau fährt.

Sage von den Türkenketten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dem Wappen der Gemeinde zugrunde liegende Sage ist die von den Türkenketten. Angeblich nahmen einmal zwei Merzener an einem Kreuzzug ins Heilige Land teil. Dabei gerieten sie in türkische Gefangenschaft und wurden zum Tode verurteilt. In ihrer letzten Nacht beteten sie, sie möchten noch ein letztes Mal die Glocken ihrer Heimat hören. Sie schliefen ein und erwachten am nächsten Morgen auf wundersame Weise auf dem Juckelsboll, einem kleinen Hügel in der Nähe der Merzener Kirche, vom Geläut zum Morgengottesdienst geweckt. Ihre Ketten wurden als Beweis für das Wunder im Gotteshaus aufgehängt. Sie wurden in den 1970er Jahren gestohlen, die Gemeinde verfügt aber über eine Nachbildung. Im Ortswappen sind sie zu sehen. Auf dem Juckelsboll befindet sich eine Tafel, auf der man die Sage der Türkenketten in gereimter Form nachlesen kann:

Vor 800 Jahren an dieser sagenumwobenen Stätten/ vollzog sich das Wunder der Türkenketten./ Auf einem Kreuzzug zwei Merzener sich befanden/ für den Glauben zu kämpfen in heiligen Landen./ Von Türken gefangen, baten sie Gott zu Ehren/ noch einmal die Heimatglocken zu hören./ Welch Wunder, als sie erwachten am Morgen/ fanden sie sich auf dem Juckelsboll geborgen./

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 254.
  3. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  4. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  5. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (Memento vom 25. Mai 2005 im Internet Archive) (PDF; 528 kB)
  6. Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 (enthält auch Ergebnisse 2006). Landkreis Osnabrück, abgerufen am 6. März 2016 (PDF 8,0MB S. 37 Spalte "Gemeindewahlen").

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Merzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien