Hilter am Teutoburger Wald

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Hilter ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Hilter ist auch der Name eines Ortsteils der Gemeinde Lathen im Landkreis Emsland.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hilter am Teutoburger Wald
Hilter am Teutoburger Wald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hilter am Teutoburger Wald hervorgehoben
Koordinaten: 52° 8′ N, 8° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Höhe: 198 m ü. NHN
Fläche: 52,59 km2
Einwohner: 10.243 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49176
Vorwahlen: 05424, 05409
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 022
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Osnabrücker Straße 1
49176 Hilter am Teutoburger Wald
Webpräsenz: www.hilter.de
Bürgermeister: Marc Schewski (CDU)
Lage der Gemeinde Hilter am Teutoburger Wald im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Vechta Osnabrück Alfhausen Ankum Bad Essen Bad Iburg Bad Laer Bad Rothenfelde Badbergen Belm Berge (Niedersachsen) Bersenbrück Bippen Bissendorf Bohmte Bramsche Dissen am Teutoburger Wald Eggermühlen Fürstenau Gehrde Georgsmarienhütte Glandorf Hagen am Teutoburger Wald Hasbergen Hilter am Teutoburger Wald Melle Kettenkamp Menslage Merzen Neuenkirchen (Landkreis Osnabrück) Nortrup Ostercappeln Quakenbrück Rieste Voltlage WallenhorstKarte
Über dieses Bild
Rathaus mit Vereinsbaum
Die Evangelisch-lutherische Kirche St. Johannes der Täufer

Hilter am Teutoburger Wald ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.

Herkunft des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Namen gibt es verschiedene Interpretationen. Zum einen heißt es, im Namen Hilter sei als Grundwort ter enthalten. Damit sei ein auf einer Wurzel stehender Baum oder Strauch gemeint. Das alte Helderi bedeute etwa: der Ort, in dem Fliederbäume stehen. Es gibt aber auch folgende Version: Vorsilbe Hil = Helle ("Hiele") = Berghöhe, verwandt mit Hüls, hils = Berg; tere bedeute grünender Baum (siehe oben). Hilter wäre dann das "Dorf an der grünenden Waldhöhe".

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hilter liegt im westlichen Teutoburger Wald. Höchste Erhebung ist der Hohnangel (262 m) im Südosten des Gemeindegebiets. Teilweise zum Gebiet Hilters gehört der Limberg, an dem 1910 der Zeppelin LZ 7 „Deutschland“ abstürzte. Dort wurde in der Zeche Hilterberg zwischen 1885 und 1903 Kohle abgebaut.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hilter grenzt im Norden an Georgsmarienhütte und Bissendorf, im Osten an Melle, im Süden an Dissen, Bad Rothenfelde und Bad Laer sowie im Westen an Bad Iburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeteile und Einwohnerzahlen:

  • Allendorf (207)
  • Borgloh (1745)
  • Ebbendorf (731)
  • Eppendorf (296)
  • Hankenberge (676)
  • Hilter (4730) - Sitz der Gemeindeverwaltung
  • Natrup (in der Einwohnerzahl von Hilter enthalten)
  • Uphöfen (220)
  • Wellendorf (1567)

(Stand: 20. Juni 2011)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Borgloh wurde 1068 erstmals urkundlich genannt; die erste Erwähnung Hilters stammt aus dem Jahr 1144.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1937 wurde die Gemeinde Natrup-Hilter nach Hilter eingemeindet. Am 1. Juli 1970 entstand die Gemeinde Borgloh durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Allendorf, Borgloh-Wellendorf, Ebbendorf, Eppendorf und Uphöfen. Am 1. Juli 1972 wurde diese Gemeinde zusammen mit Hankenberge in die Gemeinde Hilter am Teutoburger Wald eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Hilter seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Hilter im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen [4] auf Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden.[3]

Jahr Einwohner
1961 7.443
1970 8.275
1987 8.614
1990 8.908
1995 9.640
2000 9.957
2005 10.174
2010 10.228
2011 10.267

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 24 Mitglieder aus fünf Parteien oder Gruppen. Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigtes Mitglied des Rates.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Hilter: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD Grüne FDP Wählerge-
meinschaften
Einzel-
bewerber
Sonstige Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1996–2001 53,1 14 33,5 9 4,7 1 5,1 1 3,5 0 - - - - 100 25 71,0
2001–2006 57,5 15 33,3 8 3,7 0 5,6 1 - - - - - - 100 24 60,6
2006–2011 50,9 13 34,8 8 3,7 1 5,3 1 2,9 1 2,3 0 - - 100 24 61,8
2011–2016 50,7 13 31,7 7 9,0 2 3,7 1 4,7 1 - - - - 100 24 53,4
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[5], Landkreis Osnabrück[6][7].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Bürgermeister Wahl
bis 10.2006 Hans Bernhard Bußmann (CDU) Er war seit Mai 1997 als hauptamtlicher Bürgermeister tätig.
11.2006–03.2013 Wilhelm Wellinghaus (parteilos) Er ging aus einer Stichwahl am 24. September 2006 als Sieger hervor.
seit 04.2013 Marc Schewski (CDU) Er ging bei der Bürgermeisterwahl am 20. Januar 2013 als Sieger hervor.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich des Ortsteils Borgloh steht ein 1961 errichteter Wasser- und Aussichtsturm.[8]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Wochen nach Ostern findet in jedem Jahr das Frühlingskonzert des Blasorchesters Borgloh statt.

Jedes Jahr im August veranstaltet der MSC Osnabrück am Uphöfener Berg in Hilter-Borgloh das Osnabrücker Bergrennen.

Alle zwei Jahre findet in ungeraden Jahren im Oktober der Ockermarkt statt. Dann ist die Ortsdurchfahrt gesperrt und als Ockermeile den Fußgängern vorbehalten. Lokale Gruppen wie die Freiwillige Feuerwehr Hilter, der Männergesangverein und auch das überregional bekannte Teufelsquartett sind hier vertreten.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktionsstätte der Walter Rau Lebensmittelwerke

Im frühen 18. Jahrhundert war Steinkohlebergbau der bedeutendste Erwerbszweig in Hilter. Er wurde vom Osnabrücker Fürstbischof Ernst August II. gefördert.[9] In Hilter wurde außerdem das Hilter Ocker abgebaut. 1903 gründete Walter Rau, der den örtlichen Meierhof gekauft hatte, die Walter Rau Lebensmittelwerke. Das Unternehmen der Lebensmittelindustrie wurde im Februar 2008 vom US-amerikanischen Bunge-Konzern übernommen. Noch immer spielt in Hilter die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle; von der Gesamtfläche der Gemeinde werden 56,3 Prozent landwirtschaftlich genutzt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof

Hilter ist über die Bundesautobahn A 33, die das Ortsgebiet in Nord-Süd-Richtung durchquert, an das Fernstraßennetz angebunden. Weiter führt durch den Ort die Bundesstraße B 68

Der Haltepunkt Hilter und der Bahnhof Wellendorf liegen an der Bahnstrecke Osnabrück–Bielefeld (KBS 402[10]), auf der im Stundentakt die RegionalbahnHaller WillemRB 75 verkehrt. Es gab auch einen Bahnhaltepunkt Hankenberge (bis in die 1950er Jahre Bahnhof, später Haltestelle im Sinne der Eisenbahnbetriebsordnung), der bei Wanderern sehr geschätzt war, weil er auf dem Kamm des Teutoburger Waldes lag und deshalb zu den höchstgelegenen Bahnstationen im Nordwesten Deutschlands gehörte. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der NordWestBahn, die Talent-Dieseltriebwagen einsetzt.

Ein Regionalbuslinie verbindet Hilter mit Dissen, Bad Rothenfelde, Georgsmarienhütte und Osnabrück.

Für den Busverkehr im Landkreis Osnabrück gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS). Im „Haller Willem“ kann der Verbundtarif VOS-Plus und in Richtung Bielefeld ein Übergangstarif zum Verbund „Der Sechser“ der OWL Verkehr GmbH genutzt werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hilter am Teutoburger Wald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Erste Erwähnung von Borgloh und Hilter
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 258 und 259.
  4. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  5. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  6. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (Memento vom 25. Mai 2005 im Internet Archive) (PDF; 528 kB)
  7. Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 (enthält auch Ergebnisse 2006). Landkreis Osnabrück, abgerufen am 6. März 2016 (PDF 8,0MB S. 70 Spalte "Gemeindewahlen").
  8. Der Wasserturm auf der Webseite des Heimatvereins der Samtgemeinde Borgloh e. V.
  9. Fürstbischof Ernst August II. förderte den Bergbau