Nationale Plattform Elektromobilität

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Logo der NPE
Elektromobilitätsgipfel in Berlin am 3. Mai 2010
Ansprache der Bundeskanzlerin
Elektromobilitätsgipfel in Berlin 2013
Bundeskanzlerin Merkel auf der Nationalen Konferenz Elektromobilität 2015

Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) ist ein Beratungsgremium der deutschen Bundesregierung zur Elektromobilität. Sie setzt sich aus Spitzenvertretern der Industrie (10 Mitglieder), Politik (6), Wissenschaft (3), Verbänden (3) und Gewerkschaften (1) zusammen. Sie wurde am 3. Mai 2010 bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufen. Ziel der Plattform ist es, Deutschland bis 2020 zum Leitmarkt und zum Leitanbieter für Elektromobilität zu machen sowie einen Beschäftigungseffekt von 30.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen zu erreichen.[1]

Die Bundesregierung hat zwischen 2010 und 2014 insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro in die Förderung und Weiterentwicklung der Elektromobilität investiert.[2] Zur Koordinierung wurde die „Gemeinsame Geschäftsstelle Elektromobilität der Bundesregierung (GGEMO)“ gegründet. Diese arbeitet eng mit der Nationalen Plattform Elektromobilität zusammen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grundstein für die Förderung der Elektromobilität in Deutschland wurde im Integrierten Energie- und Klimaprogramm (IEKP) der Bundesregierung von 2007 gelegt.[3] Konkrete Maßnahmen wurden erstmals im Zusammenhang mit der Nationalen Strategiekonferenz Elektromobilität Ende 2008 in Deutschland diskutiert.[4] Erste Förderprogramme dazu wurden im Rahmen des Konjunkturpakets II Anfang 2009 auf den Weg gebracht. Zuvor hatte sich im Rahmen der Innovationsallianz LIB 2015 ein Industriekonsortium verpflichtet, in den nächsten Jahren 360 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung bei Lithium-Ionen-Akkus zu investieren.[5]

Im Rahmen des Konjunkturpakets II wurden von den Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), für Bildung und Forschung (BMBF) und für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Fördermittel in der Höhe von insgesamt 500 Mio. Euro für Projekte in 15 Themengebieten ausgeschrieben.[6] Koordiniert werden die Projekte von den jeweiligen Projektträgern der Ministerien, z. B. von der VDI/VDE-IT als Projektträger Elektromobilität des BMU.[7]

Im September 2009 eröffnete Bundesforschungsministerin Annette Schavan das Forum Elektromobilität als Teil der Systemforschung Elektromobilität der Fraunhofer-Gesellschaft.[8] Das Forum soll die Forschung der 33 beteiligten Fraunhofer-Institute in Zusammenarbeit mit Industriepartnern bündeln. Die Schaltstelle der Fraunhofer Systemforschung soll Darmstadt werden.[9] Die Förderung des Vorhabens erfolgt bis 2011 durch 30 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II.[10] Dies stellt den ersten Umsetzungsschritt des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität dar.

Der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität wurde zunehmend zur Chefsache im Kanzleramt. Am 1. Februar 2010 wurde die „Gemeinsame Geschäftsstelle Elektromobilität der Bundesregierung“ unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eingerichtet.[11] Bei ihrer Arbeitsaufnahme wurde die Gründung der Nationalen Plattform Elektromobilität angekündigt, die wie vorgesehen am 3. Mai 2010 feierlich im Kanzleramt mit den Hauptvertretern der Industrie verkündet wurde.

Im Gefolge verpflichteten sich die beteiligten Partner zur Einrichtung firmen- und branchenübergreifender Arbeitsgruppen und zur Erstellung eines Zwischenberichts bis Ende November 2010. Die Koordinierungsgremien der NPE konnten sich auf die Fachleute der bestehenden Arbeitsgruppen der Deutschen Kommission Elektrotechnik (DKE) beim Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) stützen. Der VDE Kongress „E-mobility“ in Leipzig am 8. und 9. November 2010 wurde zur technischen Abstimmung genutzt, aus der der erste Zwischenbericht für die Bundesregierung abgeleitet wurde, der den übergreifenden Stand der Entwicklung und die Erwartung der Vertreter von Industrie und Forschung beschreibt.

Im zweiten Bericht von 2011 sind die Entwicklungsmöglichkeiten präzisiert und Förderprojektausschreibungen vorgeschlagen worden[12]. Die Industrie geht davon aus, dass das Ziel mit einer Million Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 mit der derzeitigen Förderung nicht erreicht werden kann.[13] Mit geeigneten Anreizmaßnahmen könnte das Ziel laut NPE jedoch noch realisiert werden.[1]

Bei der Internationalen Konferenz der Bundesregierung zur Elektromobilität am 27. und 28. Mai 2013 bestätigen die Vertreter der Regierung die Ziele sowie die vorgesehenen Fördermittel und Anreize[14].

Mit dem vierten Bericht (Fortschrittsbericht 2014 - Bilanz der Marktvorbereitung) schloss die NPE die Marktvorbereitungsphase (2010 – 2014) ab und zeigte den bisherigen Fortschritt auf. Zugleich legte die NPE für die sich anschließende Phase des Markthochlaufes (2015 – 2017) ein Maßnahmenpaket vor, das zeigte, wie Deutschland die gesteckten Ziele bis 2020 erreichen könnte. Der Bericht betont die Notwendigkeit zusätzlicher Anreize, um das Eine-Million-Ziel zu erreichen.[2]

Die Bundesregierung beschloss im April 2015 das erste Elektromobilitätsgesetz in Deutschland. Auf der Nationalen Konferenz Elektromobilität der Bundesregierung 2015 kündigte die Bundeskanzlerin eine Entscheidung über weitere Fördermaßnahmen für das Ende des Jahres an. Im Frühjahr 2016 wurde dann die Entscheidung für ein Förderprogramm getroffen, in dessen Zentrum direkte finanzielle Anreize durch eine Kaufprämie stehen.[15]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisation der Nationalen Plattform Elektromobilität (Stand: Juli 2016)

Die Nationale Plattform Elektromobilität besteht aus dem Lenkungskreis, einem Redaktionsteam sowie sechs themenspezifischen Arbeitsgruppen. Die Arbeitsgruppen werden durch den Lenkungskreis koordiniert, der die Struktur der NPE aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbänden abbildet und als zentrales Entscheidungsgremium fungiert. Ihm gehören die Vorsitzenden der Arbeitsgruppen, Vertreter der Bundesregierung und des Industriekreises Elektromobilität sowie die Mitglieder des Redaktionsteams an. Das Redaktionsteam unterstützt den Lenkungskreis bei der Erstellung der Berichte und Veröffentlichungen der NPE. Seitens der Regierung wird die NPE durch die Gemeinsame Geschäftsstelle Elektromobilität der Bundesregierung (GGEMO) unterstützt. Das Büro des Vorsitzenden der NPE moderiert die Plattform und unterstützt den Vorsitzenden bei seiner Arbeit.

Ansatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktphasenmodell der Nationalen Plattform Elektromobilität

Die NPE betrachtet Elektromobilität als Gesamtsystem aus den Komponenten Fahrzeug, Energieversorgung, Verkehrsinfrastruktur und Stadtplanung, das über die Grenzen traditioneller Industriebranchen hinweg wirkt. Dem entspricht die branchen- und disziplinenübergreifende Organisation und Arbeitsweise der NPE. Das Ziel der NPE ist ein selbsttragender Markt, der ohne monetäre Förderungen seitens der Politik auskommt. Um die Ziele zu erreichen, empfiehlt die NPE der Bundesregierung bestimmte Maßnahmen und führt einen regelmäßigen Abgleich zum jeweiligen Entwicklungsstand durch. Grundlage für ihre Empfehlungen zur Unterstützung der Elektromobilität ist dabei ein Drei-Phasen-Modell, das die verschiedenen Marktstadien widerspiegelt.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nationale Plattform Elektromobilität hat den Auftrag, konkrete Vorschläge zur Erreichung der Ziele des Nationalen Entwicklungsplanes Elektromobilität[16] zu erarbeiten. Dazu behandeln die 6 Arbeitsgruppen folgende Schwerpunktthemen:

  • Fahrzeugtechnologie
  • Batterietechnologie (z.B. Lithium-Ionen-Akkumulator)
  • Ladeinfrastruktur und Netzintegration (Stromtankstellen)
  • Normung, Standardisierung und Zertifizierung (z.B. Combined Charging System)
  • Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Rahmenbedingungen
  • Ausbildung und Qualifizierung (mittlerweile abgeschlossen)
  • Materialien und Recycling (teilweise abgeschlossen, teilweise auf AG 1 und AG 2 verteilt)

Die Experten in den Arbeitsgruppen entwickeln gemeinsame Positionen und bilden diese in Statusanalysen, Roadmaps und Empfehlungspapieren ab, die den Handlungsbedarf bei der Elektromobilität zusammenfassen. Die Publikationen übergibt die NPE der Bundesregierung und macht sie der interessierten Öffentlichkeit zugänglich.[17] Am 30. November 2010 wurde ein erster Zwischenbericht veröffentlicht[18]. Der zweite Zwischenbericht wurde am 16. Mai 2011 veröffentlicht[1] und der dritte am 1. Juni 2012[19]. Der Fortschrittsbericht 2014 – Bilanz der Marktvorbereitung wurde am 2. Dezember 2014 an die Bundesregierung übergeben.[2]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henning Kagermann auf der Fach- und Ideenkonferenz Elektromobilität 2016

Die Vorsitzenden und die Mitglieder des Lenkungskreises sind (Stand: Juli 2016):

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nationale Plattform Elektromobilität – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Zweiter Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität vom 16. Mai 2011 (PDF; 1,0 MB)
  2. a b c Fortschrittsbericht 2014 – Bilanz der Marktvorbereitung (PDF; 3,7 MB)
  3. Integriertes Energie- und Klimaprogramm (IEKP) (PDF; 498 kB)
  4. Nationale Strategiekonferenz Elektromobilität
  5. „Lithium Ionen Batterie LIB 2015“
  6. Elektromobilität im Rahmen des Konjunkturpakets II (PDF; 218 kB)
  7. VDI/VDE-IT: Projektträger Elektromobilität
  8. Forum-Elektromobilität, unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  9. Echo Online: Darmstadt. Schaltstelle für „Systemforschung Elektromobilität“ vom 24. September 2009
  10. Annette Schavan: „Elektromobilität hat jetzt eine Adresse“, Informationsdienst Wissenschaft, Pressemitteilung vom 9. September 2009
  11. BMWi: Energiethemen
  12. Förderprojektausschreibung ELEKTRO POWER - Positionierung der neuen Wertschöpfungskette
  13. „Deutsche Industrie fordert Subventionen für Elektroautos“, Heise Autos online, 18. April 2011
  14. "Elektromobilität bewegt weltweit", Internationale Konferenz der Bundesregierung am 27. und 28. Mai 2013 in Berlin
  15. http://www.wiwo.de/unternehmen/auto/foerderung-fuer-elektroautos-kabinett-beschliesst-kaufpraemien-und-steuerbonus/13608466.html
  16. Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität
  17. http://nationale-plattform-elektromobilitaet.de/die-npe/publikationen/
  18. Zwischenbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität vom 30. Nov. 2010
  19. Dritter Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität vom Mai 2012