Omanische Streitkräfte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flagge des Oman Streitkräfte Omans
The Sultan of Oman's Armed Forces
(القوات المسلحة لسلطان عمان)
Führung
Oberbefehlshaber: Sultan Qabus ibn Said
Sitz des Hauptquartiers: Muaskar al-Murtafa'a
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 43.000
Wehrpflicht: keine
Wehrtaugliche Bevölkerung: insgesamt (Männer und Frauen; Alter 16-49) 1,48 Millionen[1]
Wehrtauglichkeitsalter: 18-30 Jahre[1]
Haushalt
Militärbudget: US$ 2,52 Milliarden
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 11,4 %
Geschichte
Gründung: 1950er

Die The Sultan of Oman’s Armed Forces (arabisch القوات المسلحة لسلطان عمان; deutsch etwa Streitkräfte des Sultans von Oman) ist die Armee des Sultanats Oman. Oberbefehlshaber ist Sultan Qabus ibn Said. In Oman besteht keine Wehrpflicht. Im Dezember jeden Jahres wird der Streitkräftetag (engl. Armed Forces Day) gefeiert, der an den endgültigen Sieg des Sultans im Jahre 1975 über die Aufständischen im Süden erinnern soll. Das Verteidigungsministerium und der Generalstab haben seit 1978 ihren Sitz in Muaskar al-Murtafa'a in der Nähe des Flughafens Seeb. Die omanischen Streitkräfte bestehen aus folgenden drei Teilstreitkräften: Die Königlich-Omanische Armee, die Königlich-Omanische Luftwaffe und die Königlich-Omanische Marine.

Landstreitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Omanische Luftabwehrtruppen während einer Parade, 1981

Das Königlich Omanische Heer (engl.: The Royal Army of Oman, abgekürzt RAO) besteht aus den Waffengattungen Infanterie, Panzer und Artillerie. Hinzu kommen die üblichen Kampfunterstützungstruppen. Die Infanterie besteht aus dem Muscat Regiment, dem nördlichen Grenzregiment, dem Wüstenregiment, dem Gebirgsregiment, dem omanischen Küstenregiment, dem südlichen Omanregiment und dem westlichen Grenzregiment. Außerdem existieren ein Fallschirmregiment und die Spezialkräfte. 1975 wurden die ursprünglich irregulären Firqat-Truppen in die Streitkräfte integriert. Die Panzertruppe ist mit 38 modernen Challenger 2-Panzern ausgestattet. Am Sultan Qaboos Military College werden die Heeresoffiziere ausgebildet.

Artillerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sultan of Oman's Artillery (SOA) besteht aus vier Artillerieregimentern: drei Feldregimentern, die mit Geschützen unterschiedlicher Kaliber (105 mm, 130 mm und 155 mm) ausgestattet sind und einem Flugabwehrregiment, das über Mistral-Flugabwehrraketen und Skyguard Flugabwehrkanonensystemen zur Bekämpfung tieffliegende Ziele verfügt.[2]

Die SOA hat ihren Hauptsitz in Izki, an dem sich das Hauptquartier und die Artillerieschule befinden. Daneben sind dort auch zwei Artilleriefeldregimenter stationiert. Ein weiterer Stützpunkt mit einem Artilleriefeldregiment befindet sich in Salala. Die Hauptgeschütze der SOA sind 24 südafrikanische Denel G6 mit einer 155-mm-Zugrohrkanone sowie 39 britische Haubitzen vom Typ L118 Light Gun mit einem Kaliber von 105 mm. Seit 2011 ist die omanische Feld-Artillerie mit einem Artillerie-Feuerleitsystem ausgerüstet, welches alle Feldgeschütztypen der SOA unterstützt. Die Schulung erfolgt in zwei Ausbildungszentren in Izki oder Salala. In diesen Ausbildungszentren werden alle Funktionen vom Geschützteam bis auf Brigadeebene geschult. Ein Hauptaugenmerk wird auf die Ausbildung der Artilleriebeobachter gelegt, die an einem Simulator alle Szenarien durchspielen können.

Seestreitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Königlich Omanische Marine (engl.: The Royal Navy of Oman, abgekürzt RNO) umfasst eine Personalstärke von 4.200 Mann und operiert von der Said-bin-Sultan-Marinebasis in Widam A´Sahil am Golf von Oman. Wichtigste Aufgabe ist die Überwachung der Straße von Hormus, welche durch den dort hindurchlaufenden Ölverkehr herausragende Bedeutung hat, und die Sicherung der eigenen Küstengewässer.

Der Bootsbestand umfasst fünf Korvetten, wovon drei der modernen Khareef-Klasse angehören, vier Schnellboote, sieben Patrouillenboote und fünf Landungsboote. Des Weiteren wurde vor wenigen Jahren ein neues Segelschulschiff, die Shabab Oman, in Dienst gestellt.[3] Das ehemalige Landungsboot Al Munassir wurde 2003 als künstliches Riff südwestlich von Muskat versenkt. Das dieser Teilstreitkraft zugeordnete National Hydrographic Office (NHO) veröffentlicht Seekarten von omanischen Gewässern.

Luftstreitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königlich-Omanische Garde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Königlich-Omanische Garde (engl. The Royal Guard of Oman, Abkürzung RGO) bewacht den Sultan Omans. Es ist eine Spezialeinheit, die für Kampfeinsätze und repräsentative Einsätze eingesetzt wird. 1981 wurde es vom Regiment zur Brigade verstärkt und besteht seitdem aus vier Linien-Regimentern und einem Unterstützungsregiment. Außerdem verfügt es über eine Reiterabteilung, eine Motorrad-Abteilung, eine Fallschirm-Schau-Abteilung und mehrere Militär-Musikkapellen (in einer der berittenen Kapellen dienen nur Frauen).[4] Außerdem verfügt es über das Royal Guard College.

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Al-Khoudh gilt als eines der besten Militärhospitäler der Region. Außerdem existiert ein sehenswertes Militärmuseum im ehemaligen Streitkräfte-Hauptquartier in Bait al-Falaj.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Streitkräfte Omans – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b CIA World Factbook Oman. Militärsektion aus dem Artikel zu Oman abgerufen am 10. März 2014
  2. The Gunner - The regimental magazine of the Royal Regiment of Artillery, Nov. 2010, S. 17.
  3. Frank Behling: Des Sultans neuer Windjammer. Kieler Nachrichten, 21. Oktober 2014, abgerufen am 30. Juli 2016.
  4. http://www.telegraph.co.uk/news/2016/05/05/the-queens-desert-cavalry-jets-to-windsor-900-horses-a-10-man-ho/