Plouguerneau

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Plouguerneau
Wappen von Plouguerneau
Plouguerneau (Frankreich)
Plouguerneau
Region Bretagne
Département Finistère
Arrondissement Brest
Kanton Lesneven
Gemeindeverband Communauté de communes du Pays des Abers
Koordinaten 48° 36′ N, 4° 30′ WKoordinaten: 48° 36′ N, 4° 30′ W
Höhe 0–79 m
Fläche 43,33 km²
Einwohner 6.411 (1. Januar 2013)
Bevölkerungsdichte 148 Einw./km²
Postleitzahl 29880
INSEE-Code
Website http://www.plouguerneau.fr/

Die Leuchttürme auf der Île Vierge

Plouguerneau (bretonisch Plougerne, Plou = Gemeinde) ist eine französische Gemeinde in der Bretagne, Département Finistère. Sie hat 6411 Einwohner (1. Januar 2013) und eine Ausdehnung von 43,33 km².

Geografie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plouguerneau liegt etwa 20 km nördlich von Brest im Nordwesten des Départements an der Côte des Abers. Im Westen und Norden ist die Gemarkung durch den Ärmelkanal begrenzt, im Osten durch die Gemeinden Guissény und Kernilis, im Südwesten durch Plouvien und im Süden durch den Meeresarm Aber Wrac’h.

Alle Buchten mitgezählt, verfügt Plouguerneau über 23 Strände auf insgesamt 45 km Küstenlinie. Zur Gemeinde Plouguerneau gehören die Siedlungen Lilia (1943 gegründet) und Le Grouanec (1949 gegründet). Die ehemalige Gemeinde Tremenac’h wurde 1973 eingemeindet.

1990 erhielt die Gemeinde den Europapreis.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Megalithen aus der Jungsteinzeit (Menhire von Goarivan und Menozac’h, Dolmen in Lilia und auf der Ile Venan), Waffen- und Werkzeugfunde aus der Bronzezeit und Funde aus der frühen Eisenzeit wie etwa die Grabsäulen von Prad Paol, Grouanec und Iliz Koz Tremenac’h (bretonisch für Alte Kirche von Tremenac’h) belegen die Besiedelung späterer prähistorischer Epochen.
  • Die „Pont Krac’h“ (Pont du diable, Teufelsbrücke) ist eine bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. gebaute Brücke über den Meerarm Aber Wrac’h. Das aus Steinblöcken ohne Bindemittel errichtete Bauwerk ist die älteste Brücke der Bretagne. Heute ist sie nur noch bei Niedrigwasser zu sehen. Bis in die 1950er Jahre wurde auf der Brücke eine mit Gezeitenkräften arbeitende Mühle betrieben. Die Bezeichnung Teufelsbrücke entstammt einer Legende, nach der der Teufel selbst die Brücke errichtet habe.
  • Kalvarienberge und über 100 Kreuze, die seit dem frühen Mittelalter aufgestellt wurden, sind Zeugen der Geschichte der Landschaft seit der Christianisierung, von der auch zahlreiche Kirchen und Kapellen künden:
    • Der Glockenturm der „Pfarrkirche von Plouguerneau“ (St. Pierre und St. Paul) stammt aus dem Jahr 1701. Er war ursprünglich mit einem Leuchtfeuer ausgestattet, das die Einfahrt in den Aber Wrac´h markierte. Das Kirchenschiff wurde 1853 wiederaufgebaut. Hier ist die Grabstätte von Monseigneur de Poulpiquet, der 1824 Bischof von Quimper und Léon war. Zu shen sind weiterhin Fahnen und Tragefiguren aus dem 17. Jahrhundert, die im Juni zum Pardon getragen werden.
    • Die Kirche „Notre Dame von Grouanec“ aus dem 16. Jahrhundert ist ein schönes Ensemble aus Kapelle, Beinhaus und Kalvarienberg.
    • „Notre Dame von Lilia“ wurde 1875 erbaut. Sehenswert ist die Statue der Heiligen Karan.
    • Die „Kapelle St. Michel“, dem Erzengel Michael gewidmet, wurde 1707 erbaut. Sie entwickelte sich zu einem Wallfahrtsort. Michel le Nobletz, ein berühmter Missionar der Nieder-Bretagne, hatte sich in den Jahren 1607 und 1608 hier in Eremitage aufgehalten.
    • Die „Kapelle von Traon“ stammt aus dem 16. Jahrhundert. Zu sehen sind ein Triumphbogen und ein Kalvarienberg.
    • Die „Kapelle St. Laurant“ war von 1729 bis 1792 Pfarrkirche von Tremenac’h. Sie entstand im 17. Jahrhundert.
    • Die im 14. Jahrhundert errichtete, ehemalige Friedenskirche von Tremenac’h, „Iliz Koz Tremenac’h“, wurde Anfang des 18. Jahrhunderts durch eine Sturmflut zerstört und im Lauf der Zeit von Sanddünen begraben. Bei Ausgrabungen in den 1970er Jahren wurden neben den Kirchenfundamenten insgesamt 63 gravierte Grabplatten geborgen.
    • Nach der Legende hat der heilige Paul Aurelien im 6. Jahrhundert nahe der „Kapelle von Prad-Paol“ drei Quellen entspringen lassen.
  • Sehenswert ist die etwa 2 km nördlich von Lilia liegende „Île Vierge“, mit ihren beiden Leuchttürmen. Der 1902 gebaute Große Leuchtturm ist mit 82,5 m der höchste Leuchtturm Europas und der höchste Steinleuchtturm der Welt.
  • Das „Musée Maritime“ zeigt Exponate aus der Geschichte der Algenfischerei.
  • Das „Wachhaus am Corréjou“ wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts zur Verteidigung gegen die Engländer errichtet.

Tourismus und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plouguerneau besitzt besonders im Sommer aufgrund seiner Strände eine touristische Anziehungskraft. Von den einzelnen Ortsteilen werden regelmäßig Feuerwerke dargeboten. Im „Salle Jean-Tanguy“ finden Veranstaltungen aller Art wie Weinproben, Bingo-Abende und Tanzkurse statt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Edingen-Neckarhausen (Baden-Württemberg) besteht seit 1967 eine Städtepartnerschaft. Weitere Partnerschaften bestehen mit St Germans und Tideford in England.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Plouguerneau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien