Romrod

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Romrod
Romrod
Deutschlandkarte, Position der Stadt Romrod hervorgehoben
Koordinaten: 50° 43′ N, 9° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Vogelsbergkreis
Höhe: 307 m ü. NHN
Fläche: 54,42 km2
Einwohner: 2729 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km2
Postleitzahl: 36329
Vorwahl: 06636
Kfz-Kennzeichen: VB
Gemeindeschlüssel: 06 5 35 014
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Jahnstraße 2
36329 Romrod
Webpräsenz: www.romrod.de
Bürgermeisterin: Dr. Birgit Richtberg (parteilos)
Lage der Stadt Romrod im Vogelsbergkreis
AntrifttalAlsfeldGrebenauSchlitz (Vogelsbergkreis)KirtorfHomberg (Ohm)Mücke (Hessen)Gemünden (Felda)RomrodSchwalmtal (Hessen)Lauterbach (Hessen)Wartenberg (Hessen)FeldatalLautertal (Vogelsberg)UlrichsteinHerbsteinSchotten (Stadt)GrebenhainFreiensteinauLandkreis Marburg-BiedenkopfSchwalm-Eder-KreisLandkreis Hersfeld-RotenburgLandkreis FuldaWetteraukreisMain-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Romrod ist eine Kleinstadt im Zentrum von Hessen im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stadt fließen die Antrift und der Ocherbach, im Süden liegen Ausläufer des Vogelsberges.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romrod grenzt im Norden an die Stadt Alsfeld, im Osten an die Gemeinde Schwalmtal, im Süden an die Gemeinde Feldatal und im Westen an die Gemeinde Gemünden und die Stadt Kirtorf.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romrod besteht aus den Stadtteilen Nieder-Breidenbach, Ober-Breidenbach, Romrod, Strebendorf und Zell. Nieder-Breidenbach ist der älteste Stadtteil (erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 812).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Rumerode entstand an der Kreuzung der zwei Altstraßen Diotweg (später Diebsweg, bedeutet Volksweg) und der Heerstraße durch die Kurzen Hessen. Die erste Burg wurde im 11. Jahrhundert im Antrifttal gebaut. Somit existierte möglicherweise schon eine Siedlung, da Talburgen oft an bereits bewohnten Orten gebaut wurden.

In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die alte Wasserburg gebaut. Ihre Erbauer waren vermutlich die Vorfahren des Adelsgeschlechts derer von Romrod, die im Jahre 1197 zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurden, als Ludwig von Romrod als Zeuge in einer Urkunde der Abtei Fulda auftaucht. In den folgenden Jahrhunderten besetzten die Herren von Romrod wichtige Ämter. Heinrich von Romrod war hessischer Marschall, und Hermann von Romrod war Komtur des Johanniterordens zu Grebenau. Weiterhin sind die Äbte Heinrich VI. von Romrod (1320–1323/1324) in Hersfeld und Friedrich I. von Romrod (1383–1395) in Fulda zu erwähnen.

Im Laufe des 14. Jahrhunderts verarmte das Geschlecht und verkaufte seine Burg an die Landgrafen Otto und Heinrich von Hessen. Spätestens ab 1408 gehörte dann auch der Ort Romrod zur Landgrafschaft Hessen.

Nach der Volkszählung von 1846 hatte Romrod selbst 1100 Einwohner.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen die neue Großgemeinde durch den Zusammenschluss der Stadt Romrod mit den Gemeinden Nieder-Breidenbach, Ober-Breidenbach, Strebendorf und Zell.[2]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten, denen Romrod unterstand, im Überblick:[3][4]

Gerichte seit 1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Romrod durch das Amt Romrod. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtum Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Romrod zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolgedessen die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[9] In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[4]

  • 1961: 963 evangelische (= 83,59 %), 183 katholische (= 15,89 %) Einwohner
Romrod: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2015
Jahr  Einwohner
1791
  
862
1834
  
1.105
1840
  
1.109
1846
  
1.090
1852
  
1.110
1858
  
1.009
1864
  
963
1871
  
881
1875
  
863
1885
  
846
1895
  
828
1905
  
813
1910
  
793
1925
  
836
1939
  
867
1946
  
1.241
1950
  
1.302
1956
  
1.192
1961
  
1.152
1967
  
1.162
1970
  
1.222
1976
  
2.877
2000
  
3.100
2010
  
2.904
2015
  
2.700
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [4]; 1791:[5]; 1976:[10]; 2000, 2015:[11]; 2010:[12]
Ab 1976 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[13] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[14][15]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
  
Insgesamt 15 Sitze
  • SPD: 6
  • CDU/FWG: 9
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 43,2 6 51,0 8 44,9 10 53,5 12
CDU/FWG Christlich Demokratische Union / Freie Wählergemeinschaft 56,8 9 49,0 7 55,1 13
CDU Christlich Demokratische Union 46,5 11
Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 68,6 56,4 61,4 58,4

Magistrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Magistrat besteht aus der Bürgermeisterin als der Vorsitzenden und 5 Stadträten.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist seit 2004 Birgit Richtberg (CDU/FWG). Sie wurde am 27. September 2009 mit 86,1 % und am 3. März 2016 mit 72,2 % der gültigen Stimmen für jeweils sechs Jahre wiedergewählt.[16]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Juni 1967 wurde der Stadt Romrod im damaligen Landkreis Alsfeld genehmigt, das bisherige Wappen zu ändern. Die Blasonierung lautet seitdem: In Gold in der Mitte ein gemauerter schwarzer Balken mit aufgesetztem schwarzen Zinnenturm, unten ein teilweise auf den Balken aufgelegter blauer Schild mit einem golden bewehrten, neun Mal von Silber und Rot gestreiften Löwen.[17] Dieses Wappen wurde nach dem Zusammenschluss von Romrod und vier Nachbargemeinden der neuen Stadt Romrod in unveränderter Form im Jahr 1973 neu genehmigt.[18]

Bedeutung: Das goldene Wappen mit den schwarzen Zinnen stammt vom Rittergeschlecht derer von Romrod. Der Hessische Löwe verdeutlicht die Zugehörigkeit zu Hessen.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1990 besteht die Städtepartnerschaft mit La Coquille im Département Dordogne in Frankreich.

Interkommunale Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 2016 startete die Interkommunale Zusammenarbeit der Bauhöfe zwischen den Gemeinden Romrod, Feldatal sowie Schwalmtal.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Romrod
Stadtkirche Romrod gegenüber dem Schloss

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romrod liegt an der A 5, Autobahnanschlussstelle 3, Pfefferhöhe. Des Weiteren führt die B 49 durch Romrod.

Der Bahnhof Zell-Romrod ist ein Haltepunkt der Vogelsbergbahn.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Romröder Schloss gibt es die DenkmalAkademie - die Bildungsstätte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für Bauherren, Ehrenamtliche, Architekten und Restauratoren im Handwerk.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Romrod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2016 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 347.
  3. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  4. a b c Romrod, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 18. April 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 178, 279 (online bei HathiTrust’s digital library).
  6. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 6 (online bei Google Books).
  7. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 422 (online bei Google Books).
  8. Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google Books).
  9. Großherzog von Hessen und bei Rhein: Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze  vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. Nr. 1879/15, S. 197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 17,8 MB]).
  10. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden  vom 15. Dezember 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. Nr. 1976/52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  11. Gemeindedatenblatt: Romrod. In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH; (PDF; 222 kB).
  12. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 30. Juni 2010. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 11, archiviert vom Original am 7. Februar 2018; abgerufen am 20. März 2018 (PDF; 552 kB).
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  14. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  15. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  16. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Romrod
  17. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung der Änderung eines Wappens der Stadt Romrod, Landkreis Alsfeld  vom 23. Juni 1967. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. Nr. 1967/28, S. 826, Punkt 694 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,2 MB]).
  18. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Stadt Romrod, Landkreis Alsfeld  vom 7. Mai 1973. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. Nr. 1973/23, S. 1007, Punkt 708 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).