Schotten (Stadt)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schotten
Schotten (Stadt)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schotten hervorgehoben
50.59.1166666666667330Koordinaten: 50° 30′ N, 9° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Vogelsbergkreis
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 133,56 km²
Einwohner: 10.220 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63679
Vorwahlen: 06044, 06045 (Burkhards, Kaulstoß, Sichenhausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: VB
Gemeindeschlüssel: 06 5 35 016
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Vogelsbergstraße 184
63679 Schotten
Webpräsenz: www.schotten.de
Bürgermeisterin: Susanne Schaab (SPD)
Lage der Stadt Schotten im Vogelsbergkreis
Antrifttal Alsfeld Grebenau Schlitz (Vogelsbergkreis) Kirtorf Homberg (Ohm) Mücke (Hessen) Gemünden (Felda) Romrod Schwalmtal (Hessen) Lauterbach (Hessen) Wartenberg (Hessen) Feldatal Lautertal (Vogelsberg) Ulrichstein Herbstein Schotten (Stadt) Grebenhain Freiensteinau Landkreis Marburg-Biedenkopf Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Wetteraukreis Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Schotten ist eine Stadt in der Mitte Hessens. Die nächstgrößeren Städte sind Alsfeld im Norden, Fulda im Osten, Friedberg im Süden und Gießen im Westen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Luftkurort liegt in 168 bis 773 Meter Höhe am Westhang des Vogelsberges. In der Nähe befinden sich Hoherodskopf (764 m) und Taufstein (773 m), die zwei höchsten Erhebungen des Naturparks Hoher Vogelsberg. Schotten ist Fremdenverkehrsort, durch hohe Schneesicherheit im Winter und Wandermöglichkeiten im Sommer in ausgedehnten Wäldern. Auch Wassersport ist auf dem Niddastausee möglich.

Im äußersten Nordosten des Stadtgebietes befindet sich die Niddaquelle, welche ein beliebtes Ziel für Wanderer ist.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Schotten grenzt im Norden an die Stadt Ulrichstein, im Nordosten an die Stadt Herbstein, im Osten an die Gemeinde Grebenhain, im Süden an die Stadt Gedern und die Gemeinde Hirzenhain (beide Wetteraukreis), sowie im Westen an die Stadt Nidda (Wetteraukreis) und die Stadt Laubach (Landkreis Gießen).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Großgemeinde Schotten gehören neben der Kernstadt Schotten die Ortsteile Betzenrod, Breungeshain, Burkhards, Busenborn, Eichelsachsen, Einartshausen, Eschenrod, Götzen, Kaulstoß, Michelbach, Rainrod, Rudingshain, Sichenhausen, Wingershausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde aus dem Schottener Raum reichen zurück bis in die Jungsteinzeit. Aus vorgeschichtlicher Zeit künden mehrere Hügelgräber sowie die Ringwälle "Alteburg" und "Wildhauskopf" mit unbekannter Zeitstellung. Ein großes Kugelgefäß aus der Hallstattzeit wurde in den 1960er Jahren im Bereich des heutigen Freibad ergraben und befindet sich heute im Vogelsberger Heimatmuseum in Schotten.

Schotten wird zum ersten Mal 778 urkundlich erwähnt. Die Gründung der Siedlung steht in Zusammenhang mit der beginnenden hochmittelalterlichen Rodungsperiode des 8. Jahrhunderts. Schotten liegt an einer alten Fernstraße, die entlang der Nidda über den Vogelsberg zieht. Dem Schutz dieser Straße und vermutlich auch der ersten Siedlung in Schotten diente die Alteburg, eine vermutlich um 1000 entstandene Turmburg im heutigen Alteburgpark (heute von Fachwerkbau überformt). Die Erbauer dieser Anlage sind nicht bekannt, möglich wäre eine Errichtung durch die Grafen von Nidda. Die erste Schottener Kirche gilt als Gründung iro-schottischer Mönche. Die große gotische Liebfrauenkirche wurde im 14. Jahrhundert gebaut und war für einige Jahrzehnte eine populäre Wallfahrtskirche, die vermutlich an einer der Routen des Jakobsweges lag.

Schotten - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Im späten Mittelalter gehörte Schotten den Geschlechtern der Eppsteiner und Trimberger. Der Rheinische Städtebund nahm 1385 bei einer Fehde mit Angehörigen dieser Rittergeschlechter, die als Raubritter tätig waren, die Stadt ein und zerstörte sowohl die Mauern als auch das sogenannte Eppsteiner Schloss und vermutlich auch die Alteburg. Ab 1403 gehörte Schotten den hessischen Landgrafen. In dieser Zeit wurde auch das zuvor zerstörte Eppsteiner Schloss erneuert.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Dezember 1970 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Breungeshain, Busenborn, Eichelsachsen, Eschenrod, Götzen, Michelbach, Rainrod und Rudingshain eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 kamen Betzenrod und Wingershausen hinzu. Einartshausen folgte am 1. April 1972. Schließlich wurden die ehemaligen Gemeinden und nunmehr Ortsteile Burkhards, Kaulstoß und Sichenhausen der Stadt Gedern am 1. August 1972 nach Schotten umgegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
47,1 %
35,7 %
9,3 %
7,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   2
   0
  -2
  -4
-0,4 %p
-0,6 %p
-0,1 %p
+1,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 47,1 17 47,5 18
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,7 13 36,3 13
FDP Freie Demokratische Partei 9,3 4 9,4 3
FW Freie Wähler 7,9 3 6,9 3
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 47,0 47,9
Eppsteiner Schloss

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[3]

Wappen[Bearbeiten]

In Blau ein, auf einem goldenen Berg sitzender, silberner und rot bewehrter Falke mit ausgebreiteten Schwingen.

Der goldene Berg symbolisiert den Vogelsberg. Der Falke hat seinen Ursprung in einer Sage, die über die Stadtgründung existiert.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Schotten unterhält folgende Städtepartnerschaften:

Des Weiteren bestehen Städtefreundschaften mit Bogen (Bayern), Elmshorn (Schleswig-Holstein) und Ozimek (Polen).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraßen 455 und 276 führen durch die Stadt. Die nächsten Autobahnen sind die A 5 und die A 45. Die B 276 von Gedern über Schotten nach Laubach ist eine legendäre Motorradstrecke, die an sonnigen Wochenenden Scharen von Motorradfahrern anzieht. Vor allem auch wegen der Motorradtreffs entlang der Strecke, wie zum Beispiel das Falltorhaus. Die sogenannte „Applauskurve“ ist unter Motorradfahrern in ganz Deutschland bekannt. Es handelt sich hierbei um eine langgezogene 180° Kurve auf dem Teilstück Schotten-Laubach, wo oft viele Zuschauer (meistens andere Motorradfahrer) zu finden sind und die Motorradfahrer bejubeln (oder filmen und fotografieren), die die stärkste Schräglage erreichen.

Freizeit und Sportmöglichkeiten[Bearbeiten]

Niddastausee und Hoherodskopf sind beliebte Ausflugsziele. Die beiden größten Sportvereine im Kernort Schotten sind der Turn- und Gesangverein 1859 e. V. sowie der S. V. Blau Weiß Schotten e. V. Aufgrund der ausgebauten Straßen eignet sich die Gegend um Schotten sehr gut zum Motorradfahren. Auch hat Schotten einen Vogelpark. Weiterhin befindet sich das Segelfluggelände Schotten in unmittelbarer Umgebung. Hier sind Rundflüge und eine Pilotenausbildung möglich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

In der Altstadt kann man die gotische Liebfrauenkirche mit dem berühmten Marienaltar besichtigen. Der Flügelaltar entstand um 1385, geschaffen von einem unbekannten Maler. Das nahe gelegene alte Rathaus ist ein imposanter Fachwerkbau aus dem Jahr 1512; die letzte Renovierung dieses historischen Gebäudes erfolgte 1984–1987 im Rahmen der Altstadtsanierung.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Motorsport ist der Ort durch den Schottenring bekannt. Das Rennen Rund um Schotten wurde 1925 erstmals ausgetragen und findet heute als Veteranenrennen statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352, 353 und 369.
  3. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Schotten, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 11. April 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schotten (Stadt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien