La Coquille

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La Coquille
Wappen von La Coquille
La Coquille (Frankreich)
La Coquille
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Thiviers
Gemeindeverband Communauté de communes Périgord-Limousin
Koordinaten 45° 33′ N, 0° 59′ OKoordinaten: 45° 33′ N, 0° 59′ O
Höhe 259–432 m
Fläche 22,37 km2
Einwohner 1.344 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 60 Einw./km2
Postleitzahl 24450
INSEE-Code

Kirche und Kirchplatz von La Coquille

La Coquille, okzitanisch La Coquilha, ist eine französische Gemeinde mit 1344 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Nordosten des Départements Dordogne, Region Nouvelle-Aquitaine. Sie ist integraler Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname La Coquille, die Muschel, ist eine Anspielung auf die Jakobsmuschel - sie wurde den Pilgern des Jakobswegs hier überreicht.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Coquille liegt zwölf Kilometer südlich von Châlus und 14 Kilometer nordnordöstlich von Thiviers (Luftlinie). Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben: Firbeix im Norden, Saint-Pierre-de-Frugie im Nordosten, Saint-Priest-les-Fougères im Osten, Saint-Paul-la-Roche im Südosten, Chalais im Südwesten sowie Mialet im Westen und Nordwesten.

Neben dem Ortskern besteht die Gemeinde aus folgenden Weilern, Gehöften, Mühlen und einem Schloss: Bonhur, Champ Baillard, Chantecor, Château de la Meynardie, Chaurieux, Chevalerie, Curmont, Fardoux, La Barde, La Combe, La Monnerie, La Rebeyrolie, La Roche, La Roussie, La Serve de la Bergère, La Tuillère, Le Clos-Neuf, Le Coderc, Le Meygnaud, Le Moulin Neuf, Les Charbonnières, Les Neyroux, Les Peyrières, Les Rivailles, Magondeau, Moulin de Margaud, Piangaud, Puy Roux, Puyroux, Raty, Ruafon und Sainte-Marie-de-Frugie.

Die von Norden kommende Côle fließt am Nordwestrand der Gemeinde in generell südwestliche Richtung; sie legt dabei anfangs die Grenze zu Firbeix und später dann zu Mialet fest. Die Ostgrenze des Gemeindegebiets zu Saint-Pierre-de-Frugie und Saint-Priest-les-Fougères wird von der Valouse gebildet, die nach Südsüdwest entwässert. Südwestlich vom Ortskern entspringt der Ruisseau de la Pouyade, ein kleinerer linker Seitenarm des Touroulet. Auch dieser Bach zieht nach Südwesten.

Der topographisch tiefste Punkt im Gemeindegebiet von La Coquille mit 259 Metern liegt südlich von Piangaud an der Valouse, die hier die Gemeinde verlässt. Der höchste Punkt mit 432 Metern befindet sich nördlich von Le Meygnaud im äußersten Norden.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde La Coquille liegt vollständig auf dem metamorphen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Die anstehenden Gesteine bilden Teil der Unteren Gneisdecke. Vorwiegend handelt es sich hier um Paragneise, glimmerschiefrige Paragneise, Leptynite und leptynitische Augengneise. Die Paragneise sind wahrscheinlich aus neoproterozoischen Grauwacken hervorgegangen, die mehr glimmerschiefrigen Paragneise aus tonreichen Grauwacken. Die Augengneise werden als ehemalige kambrische Leukogranite angesehen. Die Leptynite haben granitische bzw. rhyolithische Zusammensetzung und ordovizisches Alter.

All diese Gesteine wurden im Devon von einer teils hochgradigen, regionalen Metamorphose erfasst - im Gebiet von La Coquille hat sie die Disthen- und die Sillimanitzone (Sillimanit-Muskovit-Subzone) erreicht. Die Metamorphite streichen im Gegensatz zur sonst üblichen Südostrichtung in der Gemeinde La Coquille Nordost. Dieses Umbiegen der Foliation ist auf die La Coquille-Störung zurückzuführen - ein System mehrerer parallel verlaufender, Nordost-streichender Störungen. Diese gestaffelt angeordneten, steilstehenden Störungen reichen teils sehr tief, zu erkennen beispielsweise an einem eingeschleppten Serpentinitkörper. Assoziiert sind ebenfalls massive Quarz- und Pegmatitkörper.

Die Grundgebirgsgesteine werden auf Höhenlagen weitgehend von Hüllsedimenten bedeckt – tertiäres Kolluvium (umgelagerte Sande aus Gneisen und Graniten, teils äolische Schluffe, oft auch vermischt mit Alluvium) und stellenweise darüber pliozänes/pleistozänes Alluvium (Flussschotter mit bis zu 30 Zentimeter großen Quarzgeröllen, Zunge bei Les Rivailles).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde La Coquille trug bis 1856 noch die Bezeichnung Sainte-Marie-de-Frugie.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Saint-Joseph aus dem Jahr 1873
  • Schloss Château de la Meynardie aus dem 16. Jahrhundert.
  • Der Weiler La Barde mit seinem Zen-buddhistischen Kloster Kanshoji.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch La Coquille führt die von Norden kommende Hauptverkehrsader N 21 von Châlus nach Thiviers. Parallel hierzu verläuft die Bahnstrecke von Limoges nach Thiviers (und weiter nach Périgueux), mit Halt in La Coquille. Von Osten quert den Ort die D 79, die von Jumilhac-le-Grand kommend in westliche Richtung nach Mialet weiterzieht. Etwas nordöstlich des Ortskerns trifft die D 67 auf die 79; sie geht von Bussière-Galant (Haute-Vienne) im Nordnordosten aus und quert auf ihrem Weg Saint-Pierre-de-Frugie. Hinter La Coquille setzt sie sich dann nach Saint-Paul-la-Roche im Südsüdosten fort. Über Kommunalstraßen werden ferner auch Chalais und Saint-Jory-de-Chalais erreicht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Briand, B.: Feuille Châlus. In: Carte géologique de la France à 1/50 000. BRGM.
  • Guillot, P.-L.: Feuille Thiviers. In: Carte géologique de la France à 1/50 000. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La Coquille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien