Grebenhain

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grebenhain
Grebenhain
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grebenhain hervorgehoben
50.4833333333339.35467Koordinaten: 50° 29′ N, 9° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Vogelsbergkreis
Höhe: 467 m ü. NHN
Fläche: 91,62 km²
Einwohner: 4743 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36355
Vorwahlen: 06644, 06643, 06668
Kfz-Kennzeichen: VB
Gemeindeschlüssel: 06 5 35 007
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 51
36355 Grebenhain
Webpräsenz: www.grebenhain.de
Bürgermeister: Sebastian Stang (parteilos)
Lage der Gemeinde Grebenhain im Vogelsbergkreis
Antrifttal Alsfeld Grebenau Schlitz (Vogelsbergkreis) Kirtorf Homberg (Ohm) Mücke (Hessen) Gemünden (Felda) Romrod Schwalmtal (Hessen) Lauterbach (Hessen) Wartenberg (Hessen) Feldatal Lautertal (Vogelsberg) Ulrichstein Herbstein Schotten (Stadt) Grebenhain Freiensteinau Landkreis Marburg-Biedenkopf Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Wetteraukreis Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Grebenhain ist eine Gemeinde im Vogelsbergkreis in Hessen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Grebenhain liegt in 400 bis 733 Meter Höhe im südöstlichen Vogelsberg, ca. 30 km westlich von Fulda.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Grebenhain grenzt im Norden an die Stadt Herbstein, im Osten an die Gemeinde Hosenfeld (Landkreis Fulda), im Süden an die Gemeinde Freiensteinau und die Gemeinde Birstein (Main-Kinzig-Kreis), im Südwesten an die Stadt Gedern (Wetteraukreis), sowie im Westen an die Stadt Schotten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den 15 Ortsteilen Bannerod, Bermuthshain, Crainfeld, Grebenhain (mit Oberwald), Hartmannshain, Heisters, Herchenhain, Ilbeshausen-Hochwaldhausen, Metzlos, Metzlos-Gehaag, Nösberts-Weidmoos, Vaitshain, Volkartshain, Wünschen-Moos und Zahmen.

Sitz der Gemeindeverwaltung ist Grebenhain.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Grebenhain wurde im Rahmen der Gebietsreform in Hessen zum 31. Dezember 1971 durch den formal freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Bannerod, Bermuthshain, Crainfeld, Grebenhain (mit Oberwald), Hartmannshain, Herchenhain, Ilbeshausen (mit Hochwaldhausen), Metzlos, Nösberts-Weidmoos, Vaitshain und Volkartshain gebildet. Am 1. August 1972 erfolgte die Eingliederung der bis zu diesem Zeitpunkt noch selbstständig gebliebenen Gemeinden Steigertal (mit den Ortsteilen Heisters, Wünschen-Moos und Zahmen) und Metzlos-Gehaag.[2]

Wie viele Großgemeinden in den 1970er Jahren entstand auch die Gemeinde Grebenhain ohne Anknüpfpunkt an überkommene historische Strukturen. Die einzelnen Ortsteile gehörten über Jahrhunderte hinweg zu ganz unterschiedlichen Territorien und Verwaltungseinheiten.

Besiedelt wurde das Gebiet der heutigen Gemeinde Grebenhain zwischen 8. bis 11. Jahrhundert wahrscheinlich in mehreren Wellen von Siedlern aus der Wetterau im Zuge des hochmittelalterlichen Landesausbaus durch die Äbte von Fulda. Der älteste Ortsteil der heutigen Gemeinde ist Crainfeld, auf dessen Existenz es bereits in einer fuldischen Schenkungsnotiz aus dem 9. Jahrhundert Hinweise gibt. Die erste eindeutig nachweisbare Erwähnung von Crainfeld findet sich in einer Königsurkunde von 1012, in der auch die Ortsteile Bermuthshain und Ilbeshausen erstmals urkundlich erwähnt werden.

Crainfeld lag verkehrsgünstig an der Kreuzung zweier mittelalterlicher Handelsstraßen und war bis 1821 außerdem Sitz eines Gerichts, an welches noch heute das Wohn- und Amtshaus der landgräflich-hessischen Oberschultheißen, der „Edelhof“ erinnert. Das reich verzierte Fachwerkhaus wurde im Jahr 1685 durch den Zimmermann Hans Muth aus Ilbeshausen erbaut. Hans Muth baute 1691 auch die Hansenmühle („Teufelsmühle“) in Ilbeshausen, eines der bedeutendsten Fachwerkhäuser in Oberhessen. Crainfeld ist bis heute außerdem Sitz der Pfarrei. Bis zum Bau der Staatsstraße zwischen 1834 und 1857 (heutige Bundesstraße 275) und der Eröffnung der Vogelsbergbahn 1901 bzw. 1906 war es der Hauptort der Region.

Die Ortsteile Bermuthshain, Crainfeld und Grebenhain sind seit 1434, der Ortsteil Ilbeshausen seit 1376, hessisch und bildeten bis 1821 das Gericht Crainfeld, welches zum hessischen Amt Nidda gehörte. Seit 1852 gehörten sie zum Landkreis Lauterbach. Die Ortsteile Hartmannshain und Herchenhain sind ebenfalls seit 1434 hessisch und gehörten bis 1821 zum Gericht Burkhards. Bis 1938 waren sie Teil des Landkreises Schotten. Die Ortsteile Bannerod, Heisters, Nösberts, Vaitshain, Weidmoos, Wünschenmoos und Zahmen gehörten bis 1806 zum riedeselschen Gericht Altenschlirf, die Ortsteile Metzlos und Metzlos-Gehaag bis 1806 zum ebenfalls riedeselischen Gericht Moos. Durch die Mediatisierung wurden beide riedeselischen Gerichte hessisch. Der Ortsteil Volkartshain lag bis 1806 im stolbergischen Amt Ortenberg und gehörte bis 1938 ebenfalls zum Landkreis Schotten.

Der Kernortsteil Grebenhain wird in zwei riedeselschen Urkunden aus dem Jahr 1338 erstmals urkundlich erwähnt. Bis ins 15. Jahrhundert wurde dort Eisenerz abgebaut, woran noch heute der Flurname „Am Eisenberg“ und der Eisenbergsweg erinnern. An der Westseite des Dorfes befand sich bis 1789 ein großer herrschaftlicher Teich. Der heutige Grebenhainer Ortsteil Oberwald entwickelte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg aus der ab 1936 durch die damalige deutsche Luftwaffe gebauten Luftmunitionsanstalt Hartmannshain.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[3]

Gemeindewahl in Grebenhain 2011
 %
50
40
30
20
10
0
44,1 %
38,6 %
12,0 %
5,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,7 %p
-4,7 %p
+12,0 %p
-10,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 44,1 14 41,4 13
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,6 12 43,3 13
UBG Unabhängige Bürgerliste Grebenhain 12,0 4
FDP Freie Demokratische Partei 5,3 1 15,3 5
gesamt 100 31 100 31
Wahlbeteiligung in % 52,4 51,7

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 13. Juni 2013 fand die Neuwahl des Bürgermeisters statt. Der bisherige Amtsinhaber Manfred Dickert verzichtete nach fünf Amtsperioden auf eine erneute Kandidatur. Die Wahl hatte das folgende Ergebnis:[4]

Bewerber Partei  % Stimmen
Thomas Niggenaber parteilos 14,6 389
Kerstin Mayer parteilos 12,9 344
Sebastian Stang parteilos 65,4 1.740
Stefan Jäger parteilos 7,0 186

Damit ist Sebastian Stang zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Grebenhain gewählt worden und trat sein Amt zum 14. November 2013 an. Die bisherigen Bürgermeister der Großgemeinde waren:

  • 1971–1972: Otto Stier[5]
  • 1972–1983: Kurt Süßenberger[6]
  • 1983–2013: Manfred Dickert[7]
  • seit 2013: Sebastian Stang

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg war das Gebiet der heutigen Großgemeinde Grebenhain nahezu ausschließlich von der Landwirtschaft und vom Kleinhandwerk bestimmt. 1936 begann der Bau der Luftmunitionsanstalt Hartmannshain im Oberwald, deren Gelände und Baulichkeiten nach 1945 zur Ausgangsbasis für die ersten industriellen Unternehmen werden sollte, die vorwiegend von Heimatvertriebenen aus den früheren deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland gegründet wurden.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde führt die Bundesstraße 275.

Energie[Bearbeiten]

1990 wurde beim Ortsteil Hartmannshain der erste deutsche Windpark im Mittelgebirge in Betrieb genommen. Gegenwärtig existieren im Gemeindegebiet drei Windparks mit insgesamt 18 Windkraftanlagen. Zwei weitere Windparks befinden sich in Planung und sollen bis Ende 2014 realisiert werden. Die Standorte sind der Klöshorst zwischen Grebenhain und Ilbeshausen-Hochwaldhausen (3 Anlagen) und der Höhenzug östlich der Ortsteile Metzlos, Metzlos-Gehaag und Zahmen (8 Anlagen).

Bildung[Bearbeiten]

Grebenhain verfügt über eine kooperative Gesamtschule, die Oberwaldschule mit gegenwärtig (Stand: 2012) etwa 700 Schülern und Schülerinnen.[8]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verläuft der Vulkanradweg auf der Trasse der ehemaligen Vogelsbergbahn. Inzwischen ist dieser Teil des BahnRadwegs Hessen, der auf ehemaligen Bahntrassen rund 250 km durch den Vogelsberg, die Wetterau, und die Rhön führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Heinrich Schmalbach (* 5. November 1838 in Crainfeld, † 16. Oktober 1909), hessischer Landtagsabgeordneter (HBB) und Bürgermeister der Gemeinde Crainfeld.
  • Sebastian Weidner (* 24. September 1850 in Herchenhain, † 21. Dezember 1904), hessischer Landtagsabgeordneter (WV) und Bürgermeister der Gemeinde Herchenhain.
  • Friedrich Jost (* 22. November 1862 in Bermuthshain, † 18. Mai 1931 in Frankfurt am Main), hessischer Landtagsabgeordneter (HBB) und Bürgermeister der Gemeinde Bermuthshain.
  • Heinrich Löffler (* 14. August 1879 in Ilbeshausen, † 30. Dezember 1949 in Schlüchtern), deutscher Reichstagsabgeordneter (SPD).
  • Ernst Weidner (* 31. Mai 1885 in Herchenhain, † 22. April 1956 in Ostheim), hessischer Landtagsabgeordneter (DDP) und Mitglied im großhessischen Beratenden Landesausschuss (LDP).
  • Norbert Stier (* 16. Mai 1953 in Grebenhain), Vizepräsident für militärische Angelegenheiten des Bundesnachrichtendienstes.
  • Susanne Meinl (* 15. Februar 1964 in Grebenhain), Historikerin.
  • Falko Löffler (* 1974 in Lauterbach, aus Ilbeshausen-Hochwaldhausen), Schriftsteller, Fantasy-Autor und Computerspiel-Übersetzer.

Persönlichkeiten mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 368.
  3. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Grebenhain, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 11. April 2011.
  4. Vorläufiges amtliches Endergebnis der Bürgermeisterwahl am 16. Juni 2013, Gemeinde Grebenhain. Abgerufen am 17. Juni 2013.
  5. Staatsbeauftragter nach der Gebietsreform bis zu den Kommunalwahlen in Hessen am 22. Oktober 1972, vorher seit 1946 Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Grebenhain
  6. 1968 bis zur Gebietsreform Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Ilbeshausen
  7. 1995 erstmals direkt gewählt
  8. Oberwaldschule Grebenhain, Schülerinnen und Schüler. Abgerufen am 28. Oktober 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grebenhain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien