Rovigo

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Rovigo
Wappen
Rovigo (Italien)
Rovigo
Staat Italien
Region Venetien
Provinz Rovigo (RO)
Lokale Bezeichnung Rovigo
Koordinaten 45° 4′ N, 11° 47′ OKoordinaten: 45° 4′ 0″ N, 11° 47′ 0″ O
Höhe m s.l.m.
Fläche 108 km²
Einwohner 51.049 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte 473 Einw./km²
Fraktionen Vedi elenco
Postleitzahl 45100
Vorwahl 0425
ISTAT-Nummer 029041
Volksbezeichnung Rodigini
Schutzpatron San Bellino
Website Rovigo
Rovigo aus der Vogelschau
Rovigo aus der Vogelschau
Rovigo und das Gebiet aus der Luft

Rovigo ist eine Stadt in der norditalienischen Region Venetien und Hauptstadt der Provinz Rovigo. Sie liegt 40 km südwestlich von Padua in einer Ebene am Kanal Adigetto, einem 1124 durch Dammbruch entstandenen Arm der Etsch.

Lage und Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat 51.049 Einwohner (Stand 31. Dezember 2019), ist Zentrum der Landschaft Polesine, eines Schwemmlandes zwischen Po und Etsch, und ein Verkehrsknotenpunkt dieser Region. Rovigo ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Adria-Rovigo, dessen Kathedrale allerdings in Adria steht. Die Stadt ist ein bedeutender Markt- und Handelsplatz und verfügt neben einigen Fach- und Hochschulen über Textil-, Möbel- und Metallindustrie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wird Rovigo (neulateinisch Rhodigium) 838 in einem Dokument als Rodigo erwähnt. Hierher verlegte der Bischof von Adria ab 920 zeitweilig seine Residenz, nachdem seine eigene Stadt von den Ungarn zerstört worden war. Er ließ Rovigo zum Schutz vor weiteren ungarischen Einfällen stark befestigen. Vom 11. bis zum 14. Jahrhundert befand sich Rovigo meist unter der Herrschaft des Hauses Este. Die Venezianer nahmen die Stadt nach einer Belagerung 1482 ein und behielten sie im Frieden von Bagnolo (1484). Obwohl die Este sie mehrmals zurückeroberten, kam sie 1514 wieder an die Venezianer, die sie in der Folge bis zur Französischen Revolution besaßen.

1797 fiel Rovigo an die Cisalpinische Republik und danach noch im gleichen Jahr durch den Frieden von Campo Formio an Österreich. Aufgrund des Friedens von Lunéville (1801) wurde es Teil der italienischen Republik sowie später des Königreichs Italien. 1806 wandelte Napoleon Bonaparte die Stadt und ihr Territorium für den General Anne-Jean-Marie-René Savary in ein Herzogtum um, wovon dieser den Titel eines Herzogs von Rovigo führte. In der Stadt fanden am 3. und 8. Dezember 1813 Gefechte zwischen den Franzosen unter Deconchy und den Österreichern unter Jelačić statt; am 10. Dezember wurde Rovigo von den Österreichern unter Starhemberg besetzt. Die Stadt gehörte nun zum Königreich Lombardo-Venetien. Am 22. März 1848 kam es hier zu einem Aufstand, durch den die Österreicher zeitweilig vertrieben wurden. Hier wurde am 15. August 1848 zwischen Feldmarschallleutnant Ludwig von Welden und päpstlichen Bevollmächtigten die Konvention unterzeichnet, wonach die Österreicher den Kirchenstaat räumten und Pius IX. dem österreichisch-italienischen Krieg entsagte. 1866 fiel Rovigo an das Königreich Italien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chiesa della Beata Vergine del Soccorso
  • Der barocke Dom Santo Stefano Papa stammt aus dem Jahr 1696 und ist Konkathedrale des Bistums Adria-Rovigo.
  • Palazzo Roncale, 1555 von Michele Sanmicheli erbaut
  • Palazzo dell’Accademia dei Concordi 1814 mit Gemälden und Bibliothek
  • Achteckige Wallfahrtskirche Chiesa della Beata Vergine del Soccorso wurde 1603 fertiggestellt und enthält Gemälde venezianischer Meister vornehmlich des 18. Jahrhunderts. Sie befindet sich an der Piazza 20 Settembre.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rovigo unterhält mit folgenden Orten Partnerschaften.

  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bedford, Vereinigtes Königreich
  • RumänienRumänien Tulcea, Rumänien
  • ItalienItalien Schlanders, Region Trentino-Südtirol (Italien)
  • DeutschlandDeutschland Viernheim, Deutschland

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rovigo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.