Take That

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Take That
Take That in Manchester (2011)Von links nach rechts: Jason Orange, Robbie Williams, Howard Donald, Mark Owen, Gary Barlow
Take That in Manchester (2011)
Von links nach rechts: Jason Orange, Robbie Williams, Howard Donald, Mark Owen, Gary Barlow
Allgemeine Informationen
Genre(s) Pop
Gründung 1990
Auflösung 1996
Neugründung 2005
Website www.takethat.com
Aktuelle Besetzung
Gary Barlow
Gesang, Schlagzeug
Howard Donald
Gesang, Gitarre
Mark Owen
Gesang, Gitarre
Robbie Williams (bis 1995, seit 2010 - pausiert aktuell)
Ehemalige Mitglieder
Gesang, Gitarre
Jason Orange (bis 2014)

Take That ist eine britische Pop-Band und frühere Boygroup. Sie besteht aktuell aus Gary Barlow, Mark Owen und Howard Donald. Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 verkaufte die Band 48 Millionen Tonträger und über 7 Millionen Konzerttickets, konnte 20 Top-Ten-Hits und zwölf Nummer-eins-Singles verzeichnen. Sechs ihrer sieben Studioalben sowie ein Kompilationsalbum erreichten ebenfalls die Spitze der Charts, nur ihr Debütalbum gipfelte auf Platz zwei.[1]

Bekannte Songs der Gruppe sind vor allem selbstgeschriebene Titel wie „Back for Good“ und „Patience“ sowie einige gecoverte Titel, darunter „Relight My Fire“ und „How Deep Is Your Love“. Bereits vor ihrem phänomenalen Comeback im Jahr 2006 wurden sie mit 25 Millionen verkauften Alben und acht Nummer-eins-Hits in einem Atemzug mit den Beatles genannt sowie als „eine der erfolgreichsten britischen Bands aller Zeiten“ und „Wegbereiter einer neuen Generation von Boy- und Girlbands (u. a. Spice Girls, Boyzone)“ gewürdigt.[2]

Nach dem Ausstieg von Robbie Williams im Juli 1995 trennte sich die Gruppe im Februar 1996 offiziell. In den folgenden Jahren waren die Mitglieder als Solisten unterschiedlich erfolgreich, während in regelmäßigen Abständen inoffizielle Best-Of-Alben, Filme und ein Musical (Never Forget: The Musical) erschienen. 2005 wurde mit dem Greatest-Hits-Album Never Forget – The Ultimate Collection zugleich eine Fernsehdokumentation mit dem Titel Take That: For the Record veröffentlicht. Die Ausstrahlung am 17. November 2005 zog überraschend sechs Millionen Zuschauer an.[2] Never Forget – The Ultimate Collection landete noch in der gleichen Woche mit 90 000 verkauften Alben auf Platz zwei der britischen Charts.[2] Insgesamt verkaufte sich das Album über zwei Millionen mal. Nach diesem Überraschungserfolg erhielten die verbleibenden vier Gründungsmitglieder millionenschwere Angebote[2] für eine Rückkehr in die britischen Stadien. Auf die ausverkaufte Best-Of-Tournee folgte schließlich ein Comeback mit der Single „Patience“ und dem Album Beautiful World. 2008 folgte mit The Circus ein weiterer Chart-Topper. Im Juli 2010 kehrte Williams zur Gruppe zurück und sie nahm in kompletter Besetzung das Album Progress mit der dazugehörigen ersten Single „The Flood“ auf, kurz darauf folgte die umfangreiche EP Progressed. Im September 2014 gab Jason Orange seinen Ausstieg aus der Band bekannt. Zwei Monate darauf veröffentlichten Take That als Trio (Williams pausiert aktuell) ihr Studioalbum III. Von April bis Oktober 2015 stellten sie das Album zusammen mit altbekannten Stücken im Rahmen einer Europa-Tournee von 51 Konzerten vor, es folgte die EP III – 2015 Edition.

Geschichte der Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990–1995: Anfänge und Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gary Barlow, der schon seit seiner Kindheit Lieder schrieb und als Teenager sein erstes Geld als Barpianist verdiente, früh an musikalischen Wettbewerben teilnahm und schon mit 17 Jahren seine erste Single „Love Is in the Air“ unter dem Künstlernamen Kurtis Rush aufnahm, wurde 1990 von Manager Nigel Martin-Smith entdeckt und unter Vertrag genommen. Bei gemeinsamen Studioaufnahmen, so die langjährige Darstellung, hätten sie Mark Owen kennengelernt, der im Studio als „Mädchen für alles“ gearbeitet habe. Bei verschiedenen Disco-Contests, auf denen Martin-Smith nach weiteren Mitgliedern suchte, seien die Breakdancer Howard Donald und Jason Orange dazugestoßen, die in konkurrierenden Tanzformationen arbeiteten. Da Martin-Smith noch ein fünftes Mitglied gewollt habe, habe er in Regionalzeitungen „Singers wanted“ annonciert und so unter anderem Robbie Williams getroffen, der ebenfalls Sänger werden wollte und eine Boygroup als gute Chance gesehen habe, erste Erfahrungen zu sammeln, ohne die volle Verantwortung zu tragen. Take That war geboren.

Diese Version der Entstehungsgeschichte wurde später in Barlows Autobiografie „My Take“ und 2005 in der Dokumentation Take That: For the Record von den Bandmitgliedern revidiert. Tatsächlich seien 1990 alle fünf auf unterschiedlichen Wegen (u. a. durch eine entsprechende Zeitungsanzeige) von Nigel Martin-Smith, der ein britisches Pendant zur international sehr erfolgreichen amerikanischen Boygroup New Kids on the Block schaffen wollte, angefragt worden und hätten sich erst bei einer Art Casting kennengelernt. Martin-Smith, der sich bereits durch ein heimproduziertes Demo-Tape (u. a. mit „A Million Love Songs“) von Barlows musikalischem Talent hatte überzeugen können, habe ihn von Anfang an als kreativen Kopf der Gruppe eingeplant. Zudem habe Barlow ursprünglich bei allen Stücken als Hauptsänger fungieren sollen.

Tatsächlich trug Barlow für 31 der 44 in den 90ern veröffentlichten Songs die alleinige musikalische Verantwortung und war bei weiteren acht Titeln zumindest Teil des Komponistenteams. Nur ein Titel wurde von Donald geschrieben, vier waren Coverversionen.

Zu Beginn ihrer Karriere traten Take That vor allem in Clubs der Homosexuellenszene auf, da aufgrund privater Kontakte des Managers dort gute Auftrittsmöglichkeiten gegeben waren. Breitere Bekanntheit erlangte die Band mit ihrem Cover von Barry Manilows „Could It Be Magic“, bei dem Williams die Hauptstimme sang. Den endgültigen Durchbruch schafften Take That dann im Herbst 1993 mit den von Barlow komponierten Singles „Pray“ und „Babe“ sowie dem dazugehörigen Album Everything Changes.

Im März 1995 erschien das vorerst letzte Album Nobody Else, welches R’n’B-Elemente enthielt, womit der Gruppe auch erstmals in den USA ein Erfolg gelang. Darauf enthalten war auch ihre bis heute erfolgreichste Single „Back for Good“. Dieses Lied erreichte in 47 verschiedenen Ländern (auch in Deutschland) die Spitze der Charts und in 25 weiteren die Top Ten, u. a. in Österreich, der Schweiz und verschiedenen US-amerikanischen Charts (Billboard). Seither wurde es weltweit von 192 Interpreten gecovert (Stand: Oktober 2015). Mit über 1,08 Millionen verkauften Exemplaren (Stand: Juni 2013) zählt es zu den 100 meistverkauften Singles der britischen Musikgeschichte,[3] überhaupt knackten dort bislang nur 164 Lieder die Millionenmarke (Stand: Februar 2016).[4] Eine Woche lang führten Take That in Deutschland damit zeitgleich die Single- wie auch die Albumcharts an (siehe auch die Liste der Nummer-eins-Hits in Deutschland (1995)).

1995–1996: Ausstieg von Williams und Trennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Juli 1995 verließ im Zuge wachsender Spannungen zunächst Robbie Williams die Band. Die vier verbleibenden Mitglieder beendeten die ausverkaufte Welt-Tournee und gaben nach einer Bedenkzeit über die Wintermonate offiziell am 13. Februar 1996 ihre Trennung bekannt, wobei am 4. April des Jahres der vorläufig letzte gemeinsame Auftritt in Amsterdam stattfand.

Als letzte gemeinsame Single erschien am 9. März 1996 ein Cover von „How Deep Is Your Love“ (Bee Gees 1977), welches aus dem Greatest-Hits-Kompilationsalbum ausgekoppelt wurde und auf Platz eins in die britischen Charts einstieg, wo es sich drei Wochen halten konnte.[5] In Deutschland gipfelte es auf dem siebten Platz.[6]

Die Nachricht der Auflösung von Take That brachte tausende Fans in einem Ausmaß aus dem Gleichgewicht, dass in mehreren Ländern (auch in Deutschland) aufgrund der völligen Überlastung von Notfall-Telefonen gesonderte Seelsorge-Hotlines eingerichtet werden mussten, um mit der bis hin zu Suizidgedanken reichenden Verzweiflung der Jugendlichen angemessen umgehen zu können.

1996–2005: Soloprojekte der einzelnen Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die englische Presse Barlow die erfolgreichste Solokarriere vorausgesagt hatte, war es umso überraschender, dass der damals von Drogen- und Partyexzessen mitgenommene Robbie Williams nach schwierigen Anfängen gegen Ende 1997 mit dem Welthit Angels an ihm vorbeizog und somit den Grundstein für eine noch viel größere Solokarriere legte, deren Basis vor allem die bis 2002 bestehende Songwriting-Partnerschaft zwischen Williams und Guy Chambers bildete.

Gary Barlow konnte in den ersten Monaten noch an seine Erfolge aus der Take-That-Zeit anknüpfen und mehrere Nummer-1-Hits vorweisen, dann überredete ihn sein Management zu einer Tour durch die Vereinigten Staaten, das nächste Solo-Album wurde auf diese Zielgruppe zugeschnitten. In den USA lief Barlows Karriere auf Grund, als er nach Großbritannien zurückkehrte, hatte Bad-Boy Robbie Williams seinen Platz eingenommen und ließ keine Gelegenheit aus, ihn öffentlich zu blamieren, was dazu führte, dass Barlow mehrere Jahre lang nichts unter seinem eigenen Namen veröffentlichen konnte und zwischenzeitlich unter Pseudonym als Songwriter fungierte. Mit der Zeit konnte er sich als Songwriter wieder etablieren und profilieren und schreibt bis heute Songs für diverse Künstler, unter anderem 2009 „This Time“ für Dame Shirley Bassey.

Mark Owen nahm in zehn Jahren drei Soloalben auf, die zwar kommerziell hinter den Erwartungen zurückblieben, aber von Kritikern überwiegend gelobt wurden. Owen und Williams hielten über die Jahre den Kontakt zu privatem und beruflichem Austausch.

Howard Donald nahm ebenfalls ein Album und die Single „Speak Without Words“ auf, beides wurde allerdings nie veröffentlicht. Er machte sich fortan einen Namen als House-DJ in verschiedenen Ländern, vor allem in Deutschland. Hier gründete er mit seinen Kollegen King Brain und Bart van der Zwaan das DJ-Projekt „Sonic Fly“ und legte unter anderem im Rahmen der Love Parade von 2002 auf. Außerdem betätigte er sich als Songwriter für Kavana.

Jason Orange versuchte sich eine Zeit lang als Schauspieler auf englischen Kleinkunstbühnen und im Fernsehen, so feierte er sein Schauspieldebüt 1998 in der Channel-4-Miniserie Killer Net von Lynda La Plante an der Seite von Paul Bettany (bekannt u. a. aus dem Film Ritter aus Leidenschaft und The Da Vinci Code – Sakrileg) und Emily Woof. Später begann er ein Studium der Psychologie, Biologie, Soziologie und Geschichte am South Trafford College in Manchester.

Gary Barlow, Mark Owen und Howard Donald gründeten in dieser Zeit außerdem eigene Familien.

2005–2011: Reunion und erneuter Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beautiful World Live, 26. November 2007
The Circus Live, 6. Juni 2009
The Circus Live, 6. Juni 2009
Progress Live, 30. Mai 2011

Nach fast zehn Jahren Trennung gaben Gary Barlow, Mark Owen, Howard Donald und Jason Orange im Herbst 2005 bekannt, Take That wieder zu vereinen, Robbie Williams lehnte eine Rückkehr jedoch zunächst ab. Eine erste Tournee innerhalb Englands im Frühjahr 2006 war innerhalb von 30 Minuten ausverkauft. Bei jedem Konzert wurde während des Liedes „Could It Be Magic“ ein Hologramm von Robbie Williams gezeigt.

Am 21. Oktober 2006 trat die wiedervereinigte Band zum ersten Mal wieder live in einer deutschen Fernsehshow (Wetten, dass…?) auf. Bei 50 Jahre Bravo auf ProSieben sangen sie die Comeback-Single „Patience“ zum ersten Mal im Fernsehen. Vor der Single-Veröffentlichung erreichte der Song allein aufgrund der Downloads Platz 4 der britischen Charts und wurde dort schließlich der neunte Nummer-eins-Hit der Band. Auch in Deutschland stieg „Patience“ sofort nach Veröffentlichung auf Platz eins der Singlecharts ein. Kurz darauf erschien das Album Beautiful World. Erstmals beteiligten sich auch die restlichen Bandmitglieder am Songwriting und jedes Bandmitglied war auch als Lead-Sänger zu hören. Erfolgreich war unter anderem die Single „Rule the World“, geschrieben für den Matthew-Vaughn-Film Stardust (deutscher Titel: Der Sternwanderer). Obwohl sie es nie auf Platz eins der Charts schaffte, wurde sie nach Back for Good zu einem der beliebtesten und meistverkauften Lieder der Band und fester Bestandteil jeder Tournee.

Die Beautiful World Tour startete am 11. Oktober 2007 in Belfast. Stationen der Tour waren Spanien, Österreich, Schweiz, Deutschland, Dänemark, Schweden, Niederlande sowie Großbritannien. Bis zum 23. Dezember 2007 gaben Take That europaweit insgesamt 49 Konzerte. Den Tour-Abschluss bildete mit dem 50. Konzert eine Liveübertragung am 31. Dezember 2007 aus der O₂ Arena in London, Countdown to Midnight with Take That. Am 29. Februar 2008 erschien die Konzert-DVD Beautiful World Live, die in Großbritannien in der ersten Woche 64.000-mal verkauft wurde.

Die Single „Greatest Day“ aus dem Album The Circus hatte am 13. Oktober 2008 Radiopremiere. Erscheinungstermin für Deutschland war der 21. November 2008, das Album erschien hier am 28. November 2008. Bereits vor der Veröffentlichung von Single und Album startete am 31. Oktober der Ticketvorverkauf für die Tour Take That Presents: The Circus Live in Großbritannien. Innerhalb von unter fünf Stunden wurden alle 600.000 Tickets verkauft, die Gruppe brach damit den Rekord für die am schnellsten verkaufte Tournee der Geschichte Großbritanniens. Weitere Konzerttermine wurden hinzugefügt.[7] Das Album wurde in Großbritannien das am schnellsten verkaufte Album des Jahres 2008 und erreichte in den Jahrescharts Platz 2. Anfang 2009 erhielt die Band in Deutschland die Goldene Schallplatte für 100.000 verkaufte Alben.[8] Als zweite Singleauskopplung wurde der Song „The Garden“ ausgewählt, der in Deutschland am 20. März 2009 erschien. Abweichend davon wurde für Großbritannien und Irland „Up All Night“ als zweite Single gewählt, diese erschien dort bereits am 2. März 2009.

Die beiden Alben wurden von John Shanks produziert und die Band veränderte dadurch ihren Sound, der erwachsener und durch Brit-Pop-Elemente auch opulenter wurde.

Bei dem von Barlow organisierten Benefizkonzert für Children in Need, die Kinderhilfsorganisation des BBC, am 12. November 2009 stand Williams erstmals nach 14 Jahren wieder mit seinen vier Ex-Kollegen in London auf der Bühne, jedoch mit getrennten Darbietungen.[9][10] Nach Angaben von Williams hatte es zuvor allerdings bereits gemeinsame Studioaufnahmen gegeben.[11] Dies wurde später auch durch den Dokumentationsfilm zum Progress-Album, Look Back, Don’t Stare, offiziell bestätigt.

Am 15. Juli 2010 gab Williams seine Rückkehr zu Take That bekannt. Am 4. Oktober 2010 erschien die Single „Shame“, welche die ehemaligen Konkurrenten Barlow und Williams gemeinsam schrieben und aufnahmen. Darin beschreiben sie ihre Gefühle über ihre vorangegangenen Differenzen und ihre verschiedenen Sichtweisen auf die vergangenen Ereignisse. Der Song wurde am 8. Oktober 2010 auch auf Williams’ Best-of-Album In and Out of Consciousness veröffentlicht.

Im November 2010 erschien das von Stuart Price produzierte Dance-Pop-Album Progress mit der dazugehörigen Single „The Flood“. Das Album wurde von Kritikern gelobt, erlangte nach kurzer Zeit Platin-Status in Deutschland und erreichte in Großbritannien Platz 2 der schnellstverkauften Alben der Musikgeschichte.

Nach 15 Jahren traten Take That am 19. November 2010 erstmals wieder in voller Besetzung auf und sangen ihren Live-Hit „Never Forget“, erneut im Kontext der von Barlow organisierten BBC’s Children In Need Rocks Benefiz-Konzertreihe.

Am 24. März 2011 wurde Take That als beste internationale Rock/Popgruppe mit einem Echo ausgezeichnet.[12] Die Band erhielt diesen Preis zum ersten Mal.

Am 10. Juni 2011 veröffentlichte die Band ihr Minialbum Progressed. Es enthielt das Album Progress und acht neue Songs.

2011–2014: Auszeit und Soloprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang Oktober 2011 erschienen nach einem Interview mit Barlow Pressemeldungen mit der Vermutung, Robbie Williams verlasse erneut die Band, um sich auf seine Solokarriere zu konzentrieren.[13] Diese Aussagen wurden von Williams’ Management korrigiert; Williams bleibe Bandmitglied, die Gruppe werde lediglich eine Pause einlegen, während Williams ein neues, von Barlow produziertes Soloalbum veröffentlichen werde.[14] Take That kündigten kurz darauf noch einmal offiziell eine längere Auszeit an.

Auch Gary Barlow trat – erstmals nach 12 Jahren – wieder als Solokünstler auf und brach nach zwei erfolgreichen Benefiz-Solokonzerten für den Prince’s Trust zu einer ausverkauften Konzerttournee über 25 Etappen auf. Danach widmete er sich der Planung des 60. Thronjubiläums der Queen, dessen musikalische Leitung ihm von der Königsfamilie anvertraut worden war, schrieb mit Andrew Lloyd Webber die Jubiläumshymne „Sing“ und reiste durch den Commonwealth, um hierfür Musiker aus allen Erdteilen zu gewinnen. Beim Diamond Jubilee Concert, dem Höhepunkt der Festlichkeiten, war auch Williams unter den mehr als fünfzig darbietenden Künstlern. Auch begann er mit der Komposition zweier Musicals, Finding Neverland und The Girls. Ersteres eröffnete im Juli 2014 in Cambridge, MA und transferierte im März 2015 an den Broadway. Letzteres hatte am 14. November 2015 Premiere in Leeds und soll im Frühjahr 2016 nach West End ziehen.

Sowohl Barlow als auch Williams nutzten diese Zeit um ihre jeweiligen Wohltätigkeits-Projekte voranzutreiben. Williams organisierte weiter das 2006 von ihm mitbegründete, alle zwei Jahre stattfindende Fußballturnier Soccer Aid zwischen Prominenten und ehemaligen Fußballprofis, wofür er mehrfach auch Mark Owen gewinnen konnte. Barlow organisierte Benefizkonzerte für BBC’s Children In Need („GB40“; „Children In Need Rocks the Royal Albert Hall“; „CIN Rocks Manchester“; „Blackpool Illuminations“; „CIN Gala“ u. a.) und den Prince’s Trust („Gary Barlow: In Concert“), besuchte britische Soldaten in Afghanistan und organisierte den Red Nose Climb für Comic Relief), bei dem er in einer großen Spendenaktion mit acht weiteren britischen Prominenten in Tansania den Vulkan Kilimanjaro bestieg, das mit 5 895 Metern über dem Meeresspiegel höchste Bergmassiv Afrikas.

Bei der Schlussfeier der Olympischen Sommerspiele 2012 in London am 12. August 2012 trat die Band ohne Williams auf, da sich dieser bei seiner hochschwangeren Frau in den Vereinigten Staaten befand. Gary Barlow wurde für sein Erscheinen bei Olympia vielerseits gelobt, weil er auftrat, obwohl seine Frau Dawn nur Tage zuvor, am 4. August, die gemeinsame Tochter Poppy kurz vor dem geplanten Geburtstermin tot zur Welt gebracht hatte.

Mark Owen veröffentlichte 2013 unter Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Künstlern sein viertes Soloalbum The Art of Doing Nothing. Barlow verarbeitete die privaten und beruflichen Höhen und Tiefen der vergangenen 15 Jahre seit seiner letzten Soloplatte im hymnisch-euphorischen Album Since I Saw You Last (2014) und kehrte dann als Solokünstler in ausverkaufte Arenen zurück. Außerdem war er zwischenzeitlich als Juror in der britischen Castingshow The X Factor UK aktiv, wobei er mehrfach Unterstützung verschiedener Take-That-Kollegen erhielt und die Band auch in den Shows gemeinsame Auftritte hatte. Robbie Williams veröffentlichte die Alben Take the Crown (2012) und Swings Both Ways (2014), letzteres lieferte sich ein von Öffentlichkeit und Presse gefeiertes vorweihnachtliches Duell mit Barlows Album; Barlows Album siegte, obgleich Williams eine bessere Chartplatzierung erzielte.

Howard Donald nutzte die Zeit, um erneut als DJ und Tänzer in Erscheinung zu treten und war Juror im deutschen Ableger der britischen Fernsehshow Got to Dance während der ersten beiden Staffeln.

Seit 2014: Rückkehr als Trio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2014 beendeten Take That ihre Auszeit und kehrten ins Studio zurück, zunächst jedoch ohne Robbie Williams, der sich durch seine Tournee und die nahende Geburt seines zweiten Kindes eingespannt sah, und ebenfalls ohne Jason Orange, der einer Rückkehr ins Rampenlicht und vor ein Millionenpublikum noch unschlüssig gegenüberstand. Im September 2014 gab Jason Orange schließlich seinen Ausstieg aus der Band bekannt und die drei verbleibenden Mitglieder führten die Studioaufnahmen zum siebten Album als Trio zu Ende.[15] Das Album III erschien schließlich am 1. Dezember 2014. Zwei Wochen zuvor wurde bereits die erste Single „These Days“ ausgekoppelt. Es ist das erste Take-That-Album, an dem nur drei Mitglieder beteiligt sind.[16] Im Anschluss an eine europaweite Tournee von 51 Konzerten, davon sieben im deutschsprachigen Raum, wurde eine EP des Albums angekündigt, welche das ursprüngliche Album, vier neue Lieder sowie eine DVD mit Live-Aufnahmen aus der Londoner O2-Arena beinhaltet. III – 2015 Edition erschien am 20. November 2015.

Im Februar 2016 kündigte Barlow in einem Interview mit der Sun an, Take That würden im Verlauf des Jahres ihr achtes Studioalbum veröffentlichen, gefolgt 2017 von einer weiteren Greatest-Hits-Kompilation zum Silberjubiläum (25. Jahrestag) ihres Debütalbums. Die Möglichkeit einer Rückkehr von Williams und Orange kommentierte er so: „Ein Greatest-Hits-Album von allen zusammen wäre natürlich fantastisch aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Jason in den nächsten Jahren ins Rampenlicht zurückkehren wird. Wenn aber Rob mitmachen würde, wäre das großartig.“ Bezüglich einer Tournee sagte er: „Es wäre eine gigantische Tour, quer durch Europa – vermutlich die Welttournee, wenn ich ehrlich bin.“[17]

Als Featuring Artist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Mai 2016 wurde die Single „Cry“, eine Zusammenarbeit mit dem britischen D’n’B-Duo SIGMA, zum Download freigegeben.[18] Die Airplay-Rechte für den Veröffentlichungstag sicherten sich sowohl Radio 1 als auch Radio 2, was aufgrund der sehr unterschiedlichen Zielgruppen außergewöhnlich ist.[18] Die Single stieg in die Top 5 der britischen Downloadcharts[19] ein und erreichte Platz 21 der offiziellen Singlecharts, Radio 2 kürte sie nach Veröffentlichung zur Platte der Woche. Am 28. Mai erschien ein zugehöriges Musikvideo auf dem YouTube-Kanal von 3beat, dem Label des Sigma-Duos. Es zeigt die drei Sänger und das DJ-Duo am Schauplatz eines Straßenrennens und Arab-Drifting-Festivals.[20] Live traten die fünf Musiker mit dem Stück erstmals am 28. Mai auf der Hauptbühne des Open-Air-Musikfestivals BBC Radio 1’s Big Weekend in Exeter auf.[21][22]

Zeitleiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BRIT Awards

  • 1993: in der Kategorie „Best British Single (Could It Be Magic)“
  • 1994: in der Kategorie „Best British Video (Pray)“
  • 1994: in der Kategorie „Best British Single (Pray)“
  • 1996: in der Kategorie „Best British Single (Back for Good)“
  • 2007: in der Kategorie „Best British Single (Patience)“
  • 2008: in der Kategorie „Best British Live Act“
  • 2008: in der Kategorie „Best British Single (Shine)“
  • 2011: in der Kategorie „Best British Group“

Echo

  • 2011: in der Kategorie „Gruppe International Rock/Pop“

GQ Men of the Year Awards

  • 2009: in der Kategorie „Best Band“

Ivor Novello Award

  • 2008: in der Kategorie „PRS Most Performed Work (Shine)“
  • 2012: Outstanding Contribution

MTV Europe Music Awards

  • 1994: in der Kategorie „Best Group“
  • 1995: in der Kategorie „Best Live Act“

Q Award

  • 2006: „Q Idol Award“
  • 2009: in der Kategorie „Best Single (Greatest Day)“
  • 2009: in der Kategorie „Best Live Act“
  • 2010: „Hall Of Fame“

Sony Ericsson Tour of the Year Award

  • 2008: Take That Arena-Tour

Virgin Media Award

  • 2008: in der Kategorie „Best Single (Rule the World)“
  • 2011: in der Kategorie „Best Group“

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Take That/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[23] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1992 Take That & Party 28
(26 Wo.)
2 Doppelplatin
(82 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. August 1992
1993 Everything Changes 4 Platin
(53 Wo.)
7 Gold
(30 Wo.)
9 Platin
(39 Wo.)
1 4-fach-Platin
(88 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Oktober 1993
1995 Nobody Else 1 Gold
(28 Wo.)
1 Gold
(20 Wo.)
1 Gold
(22 Wo.)
1 Gold
(45 Wo.)
69
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Mai 1995
2006 Beautiful World 2 Platin
(35 Wo.)
8
(10 Wo.)
6 Gold
(23 Wo.)
1 9-fach-Platin
(132 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. November 2006
2008 The Circus 14
(13 Wo.)
42
(6 Wo.)
22
(13 Wo.)
1 7-fach-Platin
(73 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. November 2008
2010 Progress 1 Platin
(33 Wo.)
2 Platin
(12 Wo.)
2 Gold
(20 Wo.)
1 8-fach-Platin
(59 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. November 2010
2014 III 26
(5 Wo.)
59
(1 Wo.)
1 Platin
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. November 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Take That – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Take That Karriereüberblick auf der Homepage der offiziellen britischen Charts. Abgerufen am 25. März 2016.
  2. a b c d Thames-Dokumentationsfilm „Take That: For the Record“ (2006) und Guardian-Review vom 25. November 2005. Abgerufen am 24. März 2016.
  3. The UK's Official biggest selling singles of all-time. Liste der Official Charts Company vom 27. Juni 2013. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  4. Jar of Hearts becomes the UK's latest million selling single on Valentine’s Day Artikel der Official Charts Company vom 14. Februar 2016. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  5. How Deep Is Your Love: Chart Performance. Official Charts Company. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  6. Charterfolge How Deep Is Your Love (Take That). ChartSurfer.de. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  7. Take That tickets sell out in record time. Artikel der Metro vom 31. Oktober 2008. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  8. Goldene Schallplatte für Take That
  9. Halbherzige Robbie Williams Take That Reunion
  10. Wiedervereinigung von Take That und Robbie Williams bleibt aus
  11. Williams und Take That waren schon im Studio
  12. ECHO 2011: Doppelerfolge für Unheilig, Lena, Ich + Ich, David Garrett und Silbermond, echopop.de, 24. März 2011.
  13. sueddeutsche.de
  14. metro.co.uk
  15. Jason Orange steigt bei Take That aus
  16. Homepage der Band
  17. Rob Copsey: Take That confirm they are releasing a new album this year. Official Charts Company. 2. Februar 2016. Abgerufen am 24. März 2016.
  18. a b The story behind Sigma and Take That’s unexpected collaboration Cry: Interview. Interview der Official Charts Company mit Cameron Edwards (Sigma) vom 24. Mai 2016. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  19. Cry auf Platz 5 in die UK Downloadcharts eingestiegen. OCC-Homepage. Abgerufen am 18. Juni 2016.
  20. Musikvideo zur SIGMA-Single „Cry“ auf YouTube. Hochgeladen am 28. Mai 2016. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  21. BBC Radio 1’s Big Weekend. Blog-Eintrag auf der Homepage der Band vom 31. Mai 2016. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  22. Best of Big Weekend 2016: Act Video List. Homepage der BBC. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  23. Chartquellen: DE AT CH UK US