Tiefenbach (bei Passau)

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Wappen Deutschlandkarte
Tiefenbach (bei Passau)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tiefenbach hervorgehoben

Koordinaten: 48° 37′ N, 13° 24′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 373 m ü. NHN
Fläche: 49,71 km2
Einwohner: 6801 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94113
Vorwahlen: 08509, 0851, 08546Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 151
Gemeindegliederung: 78 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pilgrimstr. 2
94113 Tiefenbach
Website: www.gemeinde-tiefenbach.de
Erster Bürgermeister: Christian Fürst (CSU)
Lage der Gemeinde Tiefenbach im Landkreis Passau
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Über dieses Bild
Die Pfarrkirche St. Margareta

Tiefenbach ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald, in einem der südlichsten Ausläufer des Bayerischen Waldes nordwestlich der Ilz und nördlich der Donau an der B 85. Tiefenbach befindet sich 9 km nördlich der Universitäts- und Dreiflüssestadt Passau. Nach Tittling sind es 15 km, bis Grafenau 32 km und zur Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Passau-Nord) 7 km.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 78 Gemeindeteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Haselbach, Kirchberg und Tiefenbach.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tiefenbach war schon früh im Besitz der Bischöfe von Passau, die es den Grafen von Hals und anderen Adelsfamilien als Lehen überließen. Die Familie Sünzl von Söldenau war seit 1613 mit der Hofmark Tiefenbach belehnt und auf Schloss Weideneck bei Tiefenbach ansässig. Der Inhaber war bis zum Verkauf der Hofmark durch Jakob Ferdinand Graf von Thun an den Bischof von Passau im Jahr 1690 Grund- und Niedergerichtsherr, Tiefenbach gehörte fortan zum Hochstift Passau. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Tiefenbach war einer der wenigen Teile des Hochstiftes, die bereits 1803 an Bayern fielen. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die alte Kirche baufällig war, wurde von 1842 bis 1844 die heute vorhandene Kirche erbaut und am 12. Oktober 1848 zu Ehren der hl. Margaretha geweiht. 1855 zählte das Dorf außer der Pfarrkirche 16 Häuser.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haselbach, Kirchberg und Tiefenbach waren von 1818 bis 1971/1972 selbstständige Gemeinden. Am 1. Januar 1972 wurde Haselbach in die Gemeinde Tiefenbach eingegliedert. Der größere Teil der Gemeinde Kirchberg kam am 1. Juli 1972 hinzu. Der Rest der Gemeinde Kirchberg mit dem Gemeindeteil Schalding links der Donau und dem Weiler Minihof (früher Mimming) wurde in die Stadt Passau eingemeindet[4] und dort dem neu gebildeten Stadtteil Hacklberg zugeschlagen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2019 wuchs die Gemeinde von 5701 auf 6780 um 1071 Einwohner bzw. um 18,9 %.

Jahr Einwohner
1961 3961
1970 4512
1987 5930
1991 6223
1995 6525
2000 6725
2005 6694
2010 6683
2015 6713
2017 6768
2018 6772
2019 6780[5]
2020 6778
2021 6801

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2020 ergab sich folgendes Ergebnis für den Gemeinderat (in Klammern Veränderung zu 2014):[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister war Georg Silbereisen (CSU), der bei der Kommunalwahl 2008 mit 65,32 % der gültigen Stimmen im ersten Wahlgang gewählt wurde.

Nachdem Georg Silbereisen (CSU) aus gesundheitlichen Gründen als Erster Bürgermeister zurückgetreten war, fand am 28. Oktober 2018 die Neuwahl statt, hierbei gewann Christian Fürst (CSU) knapp mit 53,52 % vor seinem Kontrahenten Walter Wagner (parteilos) die Bürgermeisterwahl.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Tiefenbach
Blasonierung:Gespalten; vorne von Rot und Silber schräg geteilt, darauf ein Panter in verwechselten Farben; hinten in Silber über grünem Dreiberg drei grüne Tannen.“[7]

Wappenführung seit 1974

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1363 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort im Jahr 2017. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Wohnort Tiefenbach gab es 2867. Damit hatte die Gemeinde um 1504 Personen mehr Aus- als Einpendler. 81 Einwohner waren arbeitslos.

2016 existierten 86 landwirtschaftliche Betriebe. Am 31. Dezember 2017 waren nach der amtlichen Flächenerhebung 2373 Hektar (47,7 %) der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt, 1751 Hektar (35,2 %) waren Wald. Die Siedlungsfläche betrug 419 Hektar (8,4 %), für den Verkehr wurden 277 Hektar (5,6 %) genutzt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Straße des Ortes ist die Bundesstraße 85 von Regen nach Passau.

Von 1890 bis 1982 gab es für den Gemeindeteil Unterjacking einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Passau–Freyung. Danach wurde er bis 2002 nur noch von Sonderfahrten bedient. Seit dem 16. Juli 2011 wird dieser Haltepunkt im Rahmen des Freizeitverkehrsprojektes Donau-Moldau wieder an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen im Sommerhalbjahr und zu Sonderfahrten ganzjährig angefahren.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen

  • 3 Kindergärten: 207 Kindergartenplätze mit 173 Kindern, davon 29 unter drei Jahren (Stand: 2014)
  • 2 Grundschulen mit insgesamt 16 hauptamtlichen Lehrkräften und 225 Schülern (Stand: 2020/2021)[9][10]
  • 1 Mittelschule mit 21 hauptamtlichen Lehrkräften und 176 Schülern (Stand: 2020/2021)[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Volksmusik-Fernsehmoderator Florian Silbereisen wurde am 4. August 1981 in Tiefenbach geboren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tiefenbach (bei Passau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Tiefenbach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 23. November 2021.
  3. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. (Nicht mehr online verfügbar.) Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 14. Juli 2020, archiviert vom Original am 2. Februar 2021; abgerufen am 29. Januar 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ldbv.bayern.de
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7.
  5. Gemeinde Tiefenbach im Landkreis Passau. Abgerufen am 3. Juli 2021.
  6. Ergebnis der Gemeinderatswahl 2020, auf www.gemeinde-tiefenbach.de, abgerufen am 7. Mai 2020.
  7. Eintrag zum Wappen von Tiefenbach (bei Passau) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. Passauer Neue Presse vom 5. März 2015: 800 Jahre alte Jackinger Linde gefällt
  9. Grundschule Haselbach in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 6. August 2021.
  10. Alfons-Lindner-Grundschule Tiefenbach in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 6. August 2021.
  11. Alfons-Lindner-Mittelschule Kirchberg vorm Wald in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 6. August 2021.