Büchlberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Büchlberg
Büchlberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Büchlberg hervorgehoben

Koordinaten: 48° 40′ N, 13° 31′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 490 m ü. NHN
Fläche: 28,11 km2
Einwohner: 4143 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94124
Vorwahl: 08505
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 119
Gemeindegliederung: 36 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 5
94124 Büchlberg
Website: www.buechlberg.de
Erster Bürgermeister: Josef Hasenöhrl (FWG[2])
Lage der Gemeinde Büchlberg im Landkreis Passau
Landkreis DeggendorfLandkreis Rottal-InnLandkreis Freyung-GrafenauPassauWitzmannsbergWindorfWegscheidVilshofen an der DonauUntergriesbachTittlingTiefenbach (bei Passau)ThyrnauTettenweisSonnenSalzwegRuhstorf an der RottRudertingRotthalmünsterPockingOrtenburgObernzellNeukirchen vorm WaldNeuhaus am InnNeuburg am InnMalchingKößlarnKirchham (Landkreis Passau)HutthurmHofkirchen (Donau)HauzenbergHaarbachBad Griesbach im RottalFürstenzellFürstensteinEging am SeeBüchlbergBreitenberg (Niederbayern)BeutelsbachBad FüssingAldersbachAidenbachAicha vorm WaldÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Büchlberg ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und eine Gemeinde (bis 1950 Leoprechting) im niederbayerischen Landkreis Passau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büchlberg von Hutthurm aus gesehen

Der Ort liegt in der Region Donau-Wald im südlichen Bayerischen Wald. Die Ortschaft befindet sich rund 13 Kilometer nordöstlich von Passau, 22 Kilometer südlich von Freyung sowie jeweils 10 Kilometer von Hauzenberg und Waldkirchen entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 36 amtlich benannte Gemeindeteile:[3]

Es gibt die Gemarkungen Donauwetzdorf, Leoprechting, Nirsching und Raßberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus
Der Marktplatz

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büchlberg gehörte ursprünglich zum Abteiland, dem Besitz des Klosters Niedernburg, und fiel über dieses an das Hochstift Passau. In kirchlicher Hinsicht unterstand es zunächst der Pfarrei Hutthurm. Die örtliche Kapelle brannte 1723 nach einem Blitzschlag nieder. Die daraufhin neu gebaute Kirche wurde 1726 am Fest des hl. Ulrich eingeweiht. Durch das Gnadenbild Maria mit dem geneigten Haupt entwickelte sie sich zur Wallfahrtskirche.

Im Kontext der Säkularisation fiel Büchlberg 1803 zusammen mit dem größten Teil des hochstiftlichen Gebietes an Ferdinand von Toskana und kam erst 1805 zu Bayern. Im Jahr 1818 wurde die Gemeinde Leoprechting gegründet, die 1950 in Büchlberg umbenannt wurde.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort gehörte zum Steuerdistrikt Leoprechting im Amt Hutthurm. Nach der Gründung des Bezirksamtes Passau gehörte Büchlberg zum Verwaltungsbereich Leoprechting. Kirchlich wurde es 1873 zur Expositur der Pfarrei Hutthurm und 1893 zur selbstständigen Pfarrei erhoben. 1861 war Büchlberg einer der 23 Orte der Gemeinde Leoprechting im Landgericht Passau I und hatte 91 Einwohner.[4] Die weiteren Orte der Gemeinde waren damals Bernbach, Edthof, Freihof, Gummering, Gutwiesen, Haideck, Hofwirthmühl, Kringel, Leoprechting, Neuhäuser, Oberkatzendorf, Obermühl, Praßreith, Reitberg, Saderreith, Schwieging, Schwolgau, Thannöd, Traxing, Unterkatzendorf, Witzingerreith und Wolfschiedelmühle.[4] Der bis dahin landwirtschaftlich geprägte Ort erfuhr seit Ende des 19. Jahrhunderts durch einen Granitsteinbruch einen wirtschaftlichen Aufschwung.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Jahr 1900 hatten sich die Ortsnamen teils deutlich verändert und die Gemeinde hatte noch 22 Orte, abgegangen war Hofwirthsmühl. Am Ende des Zweiten Weltkrieges konnte der Ort nach der Flucht deutscher Truppen am 30. April 1945 kampflos an US-amerikanische Streitkräfte übergeben werden.

1946 wurden die Gemeindeteile Bärnbach, Kringell, Leoprechting und Neuhäuser nach Hutthurm umgegliedert, Büchlberg verblieb in der Gemeinde Leoprechting und wurde der Hauptort der Gemeinde.[5] 1949 wurden Haizing, Kammerwetzdorf, Kittlmühle und Mitterbrünst aus der Gemeinde Donauwetzdorf in die Gemeinde Leoprechting eingegliedert.[6] Am 14. April 1950 wurde die Gemeinde Leoprechting in Gemeinde Büchlberg umbenannt.[7]

Seit Ende der 1950er Jahre hat der Tourismus Bedeutung. In den späten 1960er Jahren wurde der Steinbruch infolge Absatzmangels aufgelassen und ist heute Landschaftsschutzgebiet. Im Jahre 1976 erhielt Büchlberg das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die bis dahin selbständige Gemeinde Nirsching eingegliedert.[7] Die Ortsteile Manzenberg und Hartingerhof kamen am 1. Mai 1978 von Hauzenberg zu Büchlberg, sechs Jahre nachdem sie am 1. Juli 1972 bei der Auflösung der Gemeinde Raßberg zur Gemeinde Hauzenberg kamen.[8] Dadurch erfuhr die politische Gemeinde eine erhebliche Vergrößerung.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 3.385 auf 4.172 um 787 Einwohner bzw. um 23,3 %.

  • 1961: 2662 Einwohner
  • 1970: 2861 Einwohner
  • 1987: 3331 Einwohner
  • 1991: 3648 Einwohner
  • 1995: 3804 Einwohner
  • 2000: 3939 Einwohner
  • 2005: 4100 Einwohner
  • 2010: 4110 Einwohner
  • 2015: 4104 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2020[9]
(in %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,81
41,20
11,99
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c SPD einschließlich UWG
Pfarrkirche

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Josef Hasenöhrl (FWG); er wurde bei zwei Mitbewerbern am 15. März 2020 mit 56,81 % der Stimmen gewählt.[10] Sein Vorgänger war vom 1. Oktober 2000 bis 30. April 2020 Norbert Marold (Freie Wähler Gemeinschaft).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzte sich seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 wie folgt zusammen:

  • CSU 6 Sitze (38,1 %)
  • FWG: 6 Sitze (34,0 %)
  • SPD: 4 Sitze (25,4 %)

Die Kommunalwahl 2014 ergab keine Veränderung der Sitzverteilung.[11] Die Kommunalwahl 2020 ergab folgendes Bild:[12]

Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 3.361 stimmberechtigten Einwohnern 2.313 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 68,82 % lag.[13]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Büchlberg
Blasonierung: „Gespalten von Silber und Blau, vorne ein linksgewendeter, steigender roter Wolf, hinten drei (2:1) silberne Halbmonde, oben voneinander abgekehrt, unten schräg links gestellt.“[14]

Das Wappen wird seit 1958 geführt.

Wappenerklärung: Der rote Wolf entstammt dem Wappen des Passauer Hochstifts und erinnert an die Schenkung von Büchlberg mit dem Kloster Niedernburg durch Kaiser Friedrich Barbarossa im Jahr 1161 an den Bischof von Passau, Konrad I. von Babenberg. Bis zur Säkularisation 1803 hatte das Fürstbistum Passau die Landesherrschaft im Gemeindegebiet inne. Die drei silbernen Halbmonde im blauen Feld entstammen dem Wappen des niederbayerischen Adelsgeschlechts der Puchberger, die sich nach ihrem Stammsitz Büchlberg nannten und als früheste Grundherren im Ort nachweisbar sind. Die Farben Silber und Blau weisen zudem als bayerische Landesfarben auf die Einbeziehung des Hochstifts Passau in das Königreich Bayern zu Beginn des 19. Jahrhunderts hin.

Als inoffizielle Gemeindefahne wird eine weiß-blaue Flagge mit dem Gemeindewappen verwendet.[15]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Ulrich: mit spätgotischem Chor. Das barocke Langhaus wurde 1725 erbaut und 1837 verlängert. Der Turm mit dem Spitzhelm entstand 1837. In der Kirche befinden sich das Gnadenbild Maria mit dem geneigten Haupt aus der Zeit um 1753 und zahlreiche Votivbilder.
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Büchlberg und Liste der Bodendenkmäler in Büchlberg

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten mit 104 Kindern (Stand: 1. September 2016)[16]
  • Grundschule Büchlberg: 142 Schüler und neun hauptamtliche Lehrkräfte (Stand: 2017/2018)[17]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Büchlberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderat. Gemeinde Büchlberg, abgerufen am 2. Juni 2020.
  3. Gemeinde Büchlberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. Juni 2017.
  4. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 495, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 66–67, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnoten 6 und 13).
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 66–67, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnoten 6 und 25).
  7. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 548.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 621.
  9. Gemeinderatswahl 2020
  10. Bürgermeisterwahl 2020, abgerufen am 16. Juli 2020
  11. http://www.buechlberg.de/index.php/gemeinderat.html
  12. Amtsblatt April 2020.
  13. https://www.landkreis-passau.de/Wahlen/Kommunalwahlen2020/2020Kommunalwahlen/09275119/html5/Buergermeisterwahl_Bayern_72_Gemeinde_Gemeinde_Buechlberg.html
  14. Eintrag zum Wappen von Büchlberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  15. Eintrag zu Büchlberg auf der Seite kommunalflaggen.eu
  16. Jahresprogramm Kindergarten Büchlberg, abgerufen am 5. Juni 2017
  17. Grundschule Büchlberg in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 28. April 2019.