Hutthurm

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Hutthurm
Hutthurm
Deutschlandkarte, Position des Marktes Hutthurm hervorgehoben

Koordinaten: 48° 40′ N, 13° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 465 m ü. NHN
Fläche: 37,22 km2
Einwohner: 6138 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 165 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94116
Vorwahl: 08505
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 128
Marktgliederung: 44 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 2
94116 Hutthurm
Website: www.hutthurm.de
Bürgermeister: Christian Grünberger (FWG)
Lage des Marktes Hutthurm im Landkreis Passau
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Hutthurm ist ein Markt im Ilztal im niederbayerischen Landkreis Passau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hutthurm liegt in der Region Donau-Wald östlich der Ilz. Der Markt liegt verkehrsgünstig direkt an der B 12 und am Autobahnzubringer nach Aicha vorm Wald zur Bundesautobahn 3 (20 km). Hutthurm befindet sich zwölf Kilometer nördlich von Passau, 13 km westlich von Hauzenberg, 14 km südwestlich von Waldkirchen und 22 km südlich von Freyung. Bis zur Grenze zu Tschechien bei Philippsreut sind es über die B 12 exakt 40 km.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hutthurm hat 44 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Hutthurm, München, Prag und Leoprechting.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz
Kirche

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Hutthurm kann ihre Geschichte bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Der alte Markt, der bereits im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde, verdankt seine Entstehung und seine früh einsetzende wirtschaftliche Prosperität den Herren von Wotzmannsdorf.

Die erste schriftliche Überlieferung aus dem Jahr 1075, die Stiftungsurkunde von St. Nikola, gibt Auskunft, dass der Ort Hutthurm bereits zu dieser Zeit selbständige Pfarrei war.

Die alte Kirche brannte im Jahr 1750 ab und wurde von Passauer Künstlern im Barockstil wieder aufgebaut. Der festungsartig anmutende Turmbau des alten „Hutthurmes“ unweit des Goldenen Steigs wurde in seiner alten Form beibehalten und dürfte in dieser übernommenen Form 1483 errichtet worden sein. Erhalten gebliebenen sind zwei Glocken aus den Jahren 1501 und 1520.

Das Amt des Hochstiftes Passau wurde mit dem größten Teil des hochstiftischen Gebietes 1803 zugunsten Ferdinands von Toskana säkularisiert und fiel erst mit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den vergangenen Jahren konnte die Marktgemeinde Hutthurm eine Aufwärtsentwicklung und damit auch strukturelle Verbesserungen auf vielen Bereichen erzielen, so dass sich die früher fast ausschließlich landwirtschaftlich orientierte Gemeinde zu einem Wirtschafts-, Verwaltungs-, Schul- und Verkehrszentrum entwickelt hat.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Markt Hutthurm wurden im Rahmen der Gebietsreform am 1. Januar 1972 die ehemaligen Gemeinden München und Prag eingemeindet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs der Markt von 5.049 auf 6.138 um 1.089 Einwohner bzw. um 21,6 %.

  • 1961: 4033 Einwohner.
  • 1970: 4414 Einwohner
  • 1987: 4935 Einwohner
  • 1991: 5261 Einwohner
  • 1995: 5634 Einwohner
  • 2000: 5798 Einwohner
  • 2005: 5955 Einwohner
  • 2010: 5934 Einwohner
  • 2015: 5914 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 15. März 2020 wie folgt zusammen:[4]

  • CSU: 8 Sitze (40,60 % der Stimmen)
  • FWG: 8 Sitze (37,54 % der Stimmen)
  • SPD: 4 Sitze (21,86 % der Stimmen)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Christian Grünberger (FW), der 2020 mit 50,14 % der gültigen Stimmen gewählt wurde. Die konstituierende Sitzung des Marktgemeinderats zur Wahl der stellvertretenden Bürgermeister findet am 14. Mai 2020 statt.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber auf grünem Dreiberg ein steigender roter Wolf.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die katholische Pfarrkirche St. Martin wurde 1747 bis 1751 auf den Mauern der nach dem Brand von 1721 baufälligen alten Kirche erbaut. Der 51 Meter hohe Kirchturm von 1481 bis 1483 war bis ins 18. Jahrhundert ein freistehender Wehrturm.
  • Kapelle St. Magdalena in Hötzdorf, mit Altar der Spätrenaissance, Figur St. Magdalena um 1520
  • Landschaftsschutzgebiet Ilztal

Blasmusik in Hutthurm:

In der Gemeinde Hutthurm sind zwei Musikkapellen aktiv, die Martinsbläser Hutthurm, benannt nach der Pfarrkirche St. Martin, und die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr Hötzdorf, die eine der zwei letzten Feuerwehrkapellen in Niederbayern ist. Diese Musikgruppen gestalten viele Gottesdienste, Volks- und Feuerwehrfeste, sowie andere Veranstaltungen im Gemeindebereich mit.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 28, im produzierenden Gewerbe 1247 und im Bereich Handel und Verkehr 322 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 854 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 2950. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe elf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 100 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2138 ha, davon waren 1573 ha Ackerfläche und 564 ha Dauergrünfläche.

Mit Lanz-Baumaschinen befindet sich einer der führenden europäischen Hersteller von Friedhofs- und Kommunalbaggern in Hutthurm.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hutthurm ist über die Bundesstraße 12 sowie über den Autobahnzubringer Staatsstraße 2131 Hutthurm-Aicha v. Wald (A 3) mit dem überörtlichen Straßennetz verbunden.

Mit Kalteneck, dem früheren Endbahnhof der Bahnstrecke Deggendorf–Kalteneck sowie dem in Voglöd gelegenen Bahnhof Fürsteneck besitzt Hutthurm seit 1890 zwei Haltestellen auf dem Gemeindegebiet an der Bahnstrecke Passau–Freyung. Diese wurden jedoch seit 1982 nicht mehr im regelmäßigen Personenverkehr angefahren. Seit 2002 war die Bahnstrecke stillgelegt. Im Jahr 2009 begann die Reaktivierung der Strecke durch die Ilztalbahn GmbH, unterstützt durch den Förderverein Ilztalbahn e. V. Seit dem 12. September 2010 ist die Teilstrecke Waldkirchen - Freyung wieder in Betrieb. Am 16. Juli 2011 wurde der Bahnverkehr im Rahmen des Freizeitverkehrsprojektes Donau-Moldau wieder an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen im Sommerhalbjahr und zu Sonderfahrten ganzjährig aufgenommen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindertagesstätten in Hutthurm und Prag: 218 genehmigte Plätze mit 216 Kindern, davon 25 Kinder unter drei Jahren
  • 4 Allgemein bildende Schulen, davon zwei öffentliche Schulen und zwei private Schulen. Es wurden von 38 Lehrern in 22 Klassen insgesamt 468 Schüler unterrichtet.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Hutthurm in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 20. August 2018.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 548.
  4. Markt Hutthurm - Kommunalwahlen 2020. Abgerufen am 4. Mai 2020.
  5. Passauer Neue Presse: Zeitenwende in Hutthurm. In: Passau Land - Nachrichten - Zeitung - PNP. (pnp.de [abgerufen am 4. Mai 2020]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hutthurm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien