Windorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Windorf
Windorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Windorf hervorgehoben
Koordinaten: 48° 37′ N, 13° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 306 m ü. NHN
Fläche: 56,92 km2
Einwohner: 4793 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94575
Vorwahlen: 08541, 08544, 08546
Kfz-Kennzeichen: PA Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 159
Marktgliederung: 77 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 23
94575 Windorf
Webpräsenz: www.markt-windorf.de
Bürgermeister: Franz Langer ((CSU))
Lage des Marktes Windorf im Landkreis Passau
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Das Rathaus von Windorf
Die Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä.

Windorf ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau und staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windorf liegt in der Region Donau-Wald am nördlichen Ufer der Donau, vier Kilometer flussabwärts von Vilshofen an der Donau. Der Markt befindet sich 20 Kilometer nordwestlich von Passau, 35 Kilometer südöstlich von Deggendorf und sieben Kilometer von der Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Aicha vorm Wald) entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Windorf hat 77 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Otterskirchen, Windorf, Albersdorf (Teilgebiet) und Rathsmannsdorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gründung der Vorläufergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windorf wird als Winidorf erstmals im Jahre 1010 urkundlich erwähnt, als es Kaiser Heinrich II. dem Kloster Niedernburg übergab. Mit diesem gelangte es 1161 an das Hochstift Passau. Der Ortsteil Otterskirchen entstand schon um das Jahr 800 und wird im Jahr 1165 erstmals urkundlich erwähnt. Die Burg im Ortsteil Rathsmannsdorf stammt wohl aus dem 10. Jahrhundert. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Ort zum Markt erhoben.

Der Markt besaß weitgehende Rechte gegenüber dem Hochstift (Niedergericht etc.) und gehörte bis zum Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zum Hochstift Passau. Er war einer der wenigen Teile des Hochstiftes, der bereits 1803 an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Rathsmannsdorf, Otterskirchen und Windorf.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Windorf blühte noch im 19. Jahrhundert der Schiffbau (die „Schopperei“), indem hier von acht Schoppermeistern mit 130 Schopperknechten nicht weniger als 14 verschiedene Arten von Schiffen hergestellt wurden, darunter die auf der Donau weit verbreitete Waidzille. Außer aus Deutschland kamen die Aufträge besonders aus Österreich, Ungarn und Slowenien. Die Bruckzillen für die Schiffsbrücken von Pressburg und Komorn kamen bis in die 1890er Jahre aus Windorf. Erst zu Beginn der 1950er Jahre stellte der letzte Windorfer Schoppermeister seine Arbeit ein.

Bis 1972 war der Markt Teil des Landkreises Vilshofen und kam mit der Aufteilung des Landkreises Vilshofen zum Landkreis Passau. Am 1. Mai 1978 kamen Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Albersdorf hinzu.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Katholische Pfarreien gibt es in Windorf, Otterskirchen und Rathsmannsdorf. Die zuständige evangelische Pfarrei ist Vilshofen.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windorfer Bär in Pirka in der Steiermark

Eine Sage berichtet vom „Windorfer Bärenfang“. Eines Tages soll ein junger Mann im Markt das Gerücht verbreitet haben, auf einem Baum bei Hacklstorf säße ein grausliches Ungetier. Er glaubte, einen Bären gesehen zu haben. Mit Dreschflegeln und Sensen bewaffnet, zogen die Marktbewohner los, um die Bestie zu erlegen. Beim Näherkommen bemerkten sie jedoch, dass es sich bei dem Bären lediglich um einen Kapuzinermönch handelte, der sein Brevier betete und dabei Kirschen naschte. Beschämt zogen die Windorfer „Bärenfänger“ heim und mussten seither den Spott der Nachbarschaft über sich ergehen lassen.[3]

Anlässlich der 25-jährigen Partnerschaft zwischen Windorf und der Gemeinde Pirka im österreichischen Bundesland Steiermark wurde dort 2010 eine Steinskulptur zum „Windorfer Bärenfang“ eingeweiht. Der südliche Ortsteil der bis Ende 2014 bestehenden Gemeinde trägt ebenfalls den Namen Windorf.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinde Otterskirchen und Rathmannsdorf eingegliedert. Ein Teil der aufgelösten Gemeinde Albersdorf kam am 1. Mai 1978 hinzu.[4]

Abtretungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden Gebietsteile an die Nachbargemeinde Aicha vorm Wald abgetreten.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 3885 Einwohner
  • 1970: 4092 Einwohner
  • 1987: 4212 Einwohner
  • 1991: 4474 Einwohner
  • 1995: 4594 Einwohner
  • 2000: 4649 Einwohner
  • 2005: 4735 Einwohner
  • 2010: 4780 Einwohner
  • 2015: 4762 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 wie folgt zusammen:

  • CSU: 6 Sitze (38,2 % der Stimmen)
  • Überparteiliche Wählergemeinschaft: 5 Sitze (31,7 % der Stimmen)
  • SPD: 5 Sitze (30,1 % der Stimmen)

Kommunalwahl 2014 [5]

  • SPD: 3 Sitze
  • CSU: 7 Sitze
  • ÜW: 4 Sitze
  • Neue Generation: 1 Sitz
  • Parteilos: 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Mai 2008 Franz Langer (CSU).[6] Er löste damit Gerhard Bernkopf (Überparteiliche Wählergemeinschaft) ab, welcher seit 1975 im Amt war.[7]

Franz Langer wurde 2008 in der Stichwahl knapp mit 50,14 % der gültigen Stimmen gegen Josef Fischl (ÜW) gewählt, obwohl dieser nach dem ersten Wahlgang noch mit 40,55 % gegen 33,55 % in Führung lag.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schiffsmuseum in Windorf
  • Kulturhaus Alte Kirche in Rathsmannsdorf
  • Pfarrkirche St. Michael in Otterskirchen
  • Pestsäule in Lapperding
  • Längste vorgelagerte Donauinsel

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 206 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1475. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 180 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3030 Hektar, davon waren 1602 Hektar Ackerfläche und 1423 Hektar Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 175 Kindergartenplätze mit 127 Kindern
  • Volksschulen: zwei mit zehn Lehrern und 216 Schülern

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Windorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/000433&attr=OBJ&val=767
  3. Informationstafel zum „Windorfer Bärenfang“ der Marktgemeinde Windorf/Gemeinde Pirka, Pirka 2010, Foto.
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 620 und 621.
  5. http://www.markt-windorf-cms.de/ausschuesse.html
  6. [1]
  7. Laudationes – Kommunale Verdienstmedaille in Silber am 28. Juli 2005 des Bayerischen Staatsministeriums des Innern (Memento des Originals vom 15. April 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stmi.bayern.de