Eging am See

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Eging a.See
Eging am See
Deutschlandkarte, Position des Marktes Eging a.See hervorgehoben
Koordinaten: 48° 43′ N, 13° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 419 m ü. NHN
Fläche: 23,66 km2
Einwohner: 4269 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 180 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94535
Vorwahl: 08544
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 120
Marktgliederung: 30 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Prof.-Reiter-Str. 2
94535 Eging a.See
Webpräsenz: www.eging.de
Bürgermeister: Walter Bauer (Überpart.Wgem. / Freie Wähler)
Lage des Marktes Eging a.See im Landkreis Passau
Landkreis Deggendorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Freyung-Grafenau Passau Witzmannsberg Windorf Wegscheid Vilshofen an der Donau Untergriesbach Tittling Tiefenbach (bei Passau) Thyrnau Tettenweis Sonnen Salzweg Ruhstorf an der Rott Ruderting Rotthalmünster Pocking Ortenburg Obernzell Neukirchen vorm Wald Neuhaus am Inn Neuburg am Inn Malching Kößlarn Kirchham (Landkreis Passau) Hutthurm Hofkirchen (Donau) Hauzenberg Haarbach Bad Griesbach im Rottal Fürstenzell Fürstenstein Eging am See Büchlberg Breitenberg (Niederbayern) Beutelsbach Bad Füssing Aldersbach Aidenbach Aicha vorm Wald ÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Ortsansicht auf Eging am See
Pfingstmarkt am Marktplatz

Eging am See (amtlich: Eging a.See) ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau und staatlich anerkannter Luftkurort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eging am See liegt in der Planungsregion Donau-Wald im südlichen Bayerischen Wald, genauer im Dreiburgenland. Die Ortschaft befindet sich 15 km nordöstlich von Vilshofen an der Donau, 27 km nordwestlich von Passau, 25 km südwestlich von Grafenau und 30 km südöstlich von Deggendorf. Zur nächsten Anschlussstelle der Bundesautobahn 3 in Garham sind es nur 6 km.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Eging am See hat 30 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Eging am See und Garham.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Jungsteinzeit gibt es Fundorte in Hofstetten und Mühlreit im Gemeindegebiet von Eging. Doch von den darauffolgenden Jahrtausenden wurde keinerlei Siedlungsüberreste entdeckt.

Im Frühmittelalter gehörte das Gebiet der heutigen Gemeinde Eging zum sogenannten Nordwald, dem Wald nördlich der Donau, der heutige Bayerische Wald. Dies war Königsforst, auf dem sich siedlungswillige Bauern, wahrscheinlich aus dem bereits bewohnten Süden und Westen, als „Königsleute“ ansiedeln konnten. Dies geschah vor allem auf dem Gebiet der heutigen Gemeinden Eging, Fürstenstein, Aicha vorm Wald, Tittling, Witzmannsberg und Neukirchen vorm Wald. In Oberpolling war die Königssteuer im Kataster auf einem Anwesen bis ins 19. Jahrhundert eingetragen.

Ein Mann namens Egino rodete wohl um die Jahrtausendwende den Wald und gründete Eging. „Egning“, wie es damals hieß, bedeutet übersetzt so viel wie „bei den Leuten des Egino“.

Um 1300 wurde Eging das erste Mal urkundlich in einem herzoglichen Urbar als Grundbesitz des Hochstifts Bamberg aufgeführt, so wie 78 weitere sogenannte Babenberger Güter.

Im 16. Jahrhundert führte durch Eging die „Gulden Straß“, eine bayerische Konkurrenz zu den Passauer Goldenen Steigen, eine Salzsäumerstraße, die aber bald wieder geschlossen wurde.

In den Jahren 1623 und 1633, während des Dreißigjährigen Kriegs, plünderten Schweden in Eging und Fürstenstein. In den Jahren 1627, 1627 und 1648/1649 wütete hier die Pest. Während des Österreichischen Erbfolgekriegs plünderten die Panduren im Jahr 1742 Eging.

Ein lange Jahrhunderte bedeutender Grundherr, das bambergische Kloster Altenmarkt, wurde 1784 aufgehoben. Die Kurfürstin Maria Anna erwarb die Güter und richtete das Damenstift St. Anna ein. Nördlich der Donau wurden die ehemaligen Güter des Klosters in der Hofmark Ranfels zusammengefasst. 1803 folgte die Säkularisation in Bayern. 1806 wurde das Gebiet Englfing/Schöllnach im Westen bis zur Ilz im Osten zum Landgericht Passau geschlagen. Die Bildung der politischen Gemeinden erfolgte mit dem 2. Gemeinde-Edikt von 1818. Zur Gemeinde Eging im Landgericht Passau gehörten seitdem die Orte Albersdorf, Alzenhof, untere Einzendoblmühle, Gaisruck, Gaisruckmühle, Harmering, Kollmering, Kroissenhof, Kroißenmühle, Loipfering, Obereging, Otting, Passerting, Preinting, Ritzging, Ruberting und Untereging.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1879 wurde die Gemeinde auf eigenen Wunsch dem Landgericht Vilshofen zugeteilt. 1899 kamen die Ortschaften Märzing, Hörmannsdorf und Rohrbach von der Gemeinde Außernzell zur Gemeinde Eging.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Äußerst wichtig für die Entwicklung des Ortes war die Errichtung der Eisenbahnstrecke Deggendorf-Eging-Kalteneck in den Jahren 1913/1914. Doch mit dem ersten Zug mussten die Soldaten in den Ersten Weltkrieg fahren.

Am 3. Februar 1944 stürzte in Eging eine Junkers Ju 88 mit der Kennung GC+UP durch einen Blitzschlag ab. Das Flugzeug sollte nach erfolgter Reparatur in Dessau zu einer Flugschule überführt werden. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde zwar ein Volkssturm zur Verteidigung gegen die Amerikaner eingerichtet, doch konnte nach dem Abzug der SS das Dorf rechtzeitig kampflos übergeben werden. Für Opfer des Evakuierungszuges aus dem KZ Buchenwald in Nammering wurde in Eging ein KZ-Friedhof eingerichtet, auf dem laut Gedenktafel 170 unbekannte KZ-Opfer dieses Todesmarsches begraben sind.[3]

Im Jahr 1953 wurde Eging zum Markt erhoben. 1956 wurden die vier Ortschaften Obereging, Untereging, Albersdorf und Preinting zum Ort Eging vereinigt. Am 17. März 1978 wurde der Ortsname um den Namenszusatz „a.See“ erweitert.[4] 1997 wurde es als Luftkurort anerkannt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden Teile der aufgelösten Gemeinde Garham eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2526 Einwohner
  • 1970: 2917 Einwohner
  • 1987: 3208 Einwohner
  • 1991: 3370 Einwohner
  • 1995: 3587 Einwohner
  • 2000: 3742 Einwohner
  • 2005: 3932 Einwohner
  • 2010: 3983 Einwohner
  • 2015: 4269 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat (16 Sitze) setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:

  • ÜW/FWG: 8 Sitze (50 % der Stimmen)
  • CSU: 6 Sitze (37,5 % der Stimmen)
  • SPD: 2 Sitze (12,5 % der Stimmen)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1. Mai 2008 ist Walter Bauer (ÜW/FWG). Seine zweite Wahlperiode begann am 1. Mai 2014, er wurde im März 2014 mit 77,3 % der gültigen Stimmen wiedergewählt. Bei der konstituierenden Sitzung im Mai wurde außerdem Thomas Bumberger (ÜW/FWG) zum zweiten Bürgermeister gewählt. Stellvertreter beider Bürgermeister ist Marktrat Josef Sattler (SPD).

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Ägidius aus dem 16. Jahrhundert

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 553 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 225 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1219. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es 2 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 11 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 63 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 766 ha. Davon waren 447 ha Ackerfläche und 319 ha Dauergrünfläche.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonnentherme
Kurpark

Bekannt ist Eging durch sein reichhaltiges Freizeitangebot. Es existiert ein Badesee, der nach dem Ort benannt wurde (Eginger See), die Sonnentherme (Kurbad), viele Einkaufsmöglichkeiten, Parks, Wander- und Radwege in der Hügellandschaft des Bayerwaldes. Hauptattraktion ist die 1997 gegründete Freizeit- und Westernstadt Pullman City. Hier gibt es viele Attraktionen und Aufführungen von echten Indianern und vielem mehr. Durch diese Westernstadt stieg die Anzahl von Reiterhöfen sprunghaft an.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten mit 75 Kindergartenplätzen und 81 Kindern
  • Volksschule mit 20 Lehrern und 338 Schülern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Schuberl: Geschichte meiner Heimat von den Anfängen bis zum Jahr 2003, Winzer 2007, ISBN 978-3-937438-56-6
  • Eginger Jahrbuch 2008, hrsg. vom Geschichts- und Kulturverein Eging am See e. V., Winzer 2008, ISBN 978-3-937438-89-4
  • Eginger Jahrbuch 2009, hrsg. vom Geschichts- und Kulturverein Eging am See e. V., Winzer 2009, ISBN 978-3-937438-14-6
  • Eginger Jahrbuch 2010, hrsg. vom Geschichts- und Kulturverein Eging am See e. V., Winzer 2010, ISBN 978-3-941425-21-7
  • Eginger Jahrbuch 2011, hrsg. vom Geschichts- und Kulturverein Eging am See e. V., Winzer 2011, ISBN 978-3-941425-42-2
  • Eginger Jahrbuch 2012, hrsg. vom Geschichts- und Kulturverein Eging am See e. V., Oberhaching 2012, ISBN 978-3-941425-62-0
  • Eginger Jahrbuch 2013, hrsg. vom Geschichts- und Kulturverein Eging am See e. V., Oberhaching 2013, ISBN 978-3-941425-79-8
  • Eginger Jahrbuch 2014, hrsg. vom Geschichts- und Kulturverein Eging am See e. V., Oberhaching 2014, ISBN 978-3-941425-92-7

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=738&attr=OBJ&modus=automat&tempus=20111117/181819&hodie=20111117/181819
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 130.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 620.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 621.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eging am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien