Turuchansk

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Dorf
Turuchansk
Туруханск
Wappen
Wappen
Föderationskreis Sibirien
Region Krasnojarsk
Rajon Turuchansk
Gegründet 17. Jahrhundert
Frühere Namen Monastyrskoje
Nowo-Turuchansk
Dorf seit 1925
Bevölkerung 4662 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+7
Telefonvorwahl (+7) 39190
Postleitzahl 663230, 663231
Kfz-Kennzeichen 24, 84, 88, 124
OKATO 04 254 834 001
Geographische Lage
Koordinaten 65° 48′ N, 87° 58′ OKoordinaten: 65° 47′ 30″ N, 87° 57′ 45″ O
Turuchansk (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
Turuchansk (Region Krasnojarsk)
Red pog.svg
Lage in der Region Krasnojarsk

Turuchansk (russisch Туруханск) ist eine Siedlung in der Region Krasnojarsk, Russland. Sie liegt knapp südlich des Polarkreises an der Mündung der Unteren Tunguska in den Jenissei. Turuchansk hat 4662 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).[1] Die Siedlung ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajon Turuchansk.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heute als Hafen am Jenissei dienende Siedlung wurde 1607 gegründet. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts siedelten sich in Turuchansk ehemalige Bewohner von Mangaseja an, die diesen Ort infolge mehrfacher Brände verlassen hatten. Aufgrund dieses Umstandes trug Turuchansk lange Jahre den Namen Neu-Mangaseja (Nowaja Mangaseja). Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bis Ende des 18. Jahrhunderts profitierte Turuchansk von dem Pelztierreichtum. Der jährliche Markt von Turuchansk zog nicht nur Händler aus Sibirien, sondern auch aus dem europäischen Teil Russlands an. 1782 erhielt es das Stadtrecht. Ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts verlor Turuchansk an Bedeutung und hatte 1897 nur noch etwa 200 Einwohner. 1925 wurde Turuchansk das Stadtrecht aberkannt.

Bekannt wurde der Ort durch die Verbannung von Josef Stalin. Er war im Februar 1913 in Sankt Petersburg verhaftet und zu vier Jahren Verbannung nach Turuchansk verurteilt worden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 212
1939 3475
1959 3834
1970 3876
1979 5793
1989 8869
2002 4849
2010 4662

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rajon Turuchansk liegt das 1988 entdeckte Erdölfeld Wankor 130 km westlich von Igarka. Die Vorräte sind auf etwa 220 Millionen Tonnen Erdöl und etwa 90 Milliarden Kubikmeter Gas geschätzt. Im August 2009 folgte die offizielle Einweihung der Förderanlagen durch Wladmir Putin. Am 28. Dezember 2009 verließ der erste Frachter mit Erdöl aus Wankor den Hafen von Kosmino am Ende der Ostsibirien-Pazifik-Pipeline.[2]

In einem anderen Projekt soll an der Unteren Tunguska bis 2018 das größte Wasserkraftwerk in Russland gebaut werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Turuchansk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. OJSC Rosneft Oil Company: Geschäftsbericht 2009. Abgerufen am 1. Mai 2010 (PDF; 9,5 MB, englisch).